Neues Getränke-Pfand bei Aldi, Lidl & Co.: Das sind die wichtigsten Änderungen

Pfand, Einwegflasche, Verpackungsgesetz
Foto: Utopia/aw

Seit dem 1. Januar gilt ein neues Verpackungsgesetz – damit ändert sich auch das Pfandsystem in Deutschland. Ab sofort zahlen Kunden für mehr Getränke Pfand. Die neuen Regelungen gehen allerdings nicht weit genug.

Ein Hauptziel des neuen Verpackungsgesetzes: Es soll mehr recycelt werden. Damit das klappt, wird die Pfandpflicht ausgeweitet. Bislang gab es noch jede Menge Ausnahmen, das ändert sich in diesem Jahr zumindest teilweise. Auf diese Flaschen sind laut Verbraucherzentrale ab sofort 25 Cent Pfand fällig:

  • Frucht- und Gemüsenektare mit Kohlensäure in Einwegflaschen – dazu zählt zum Beispiel Apfelschorle aus Nektar
  • Milchmischgetränke, die weniger als 50 Prozent Milch enthalten – also zum Beispiel Energydrinks mit Molkenanteil

Das Verpackungsgesetz regelt nur die Pfandbestimmungen für Einwegflaschen. Bei Mehrwegflaschen ist es den Herstellern überlassen, ob sie Pfand verlangen.

Mehr Pfand – mehr Recycling

Verpackung vermeiden: Plastikflaschen
Für Wasserflaschen gilt die Pfandpflicht schon lange. (Foto: © Friedberg - Fotolia.com)

Eine weitere Neuerung im Verpackungsgesetz: Supermärkte müssen mit „deutlich sicht- und lesbaren Informationsschildern“ darauf hinweisen, ob es sich um Einweg- oder Mehrwegflaschen handelt. Das soll den Kunden helfen, sich für die umweltfreundlichere Alternative – die Mehrwegflasche – zu entscheiden.

Die strengere Pfandpflicht ist wichtig, denn pfandfreie Einwegflaschen landen eher im Restmüll und können dann nicht recycelt werden.  Wenn Kunden die Flaschen gegen Pfand im Supermarkt zurückgeben, ist gewährleistet, dass sie fachgerecht entsorgt und recycelt werden.

Kein Pfand auf Säfte ohne Kohlensäure

Allerdings gibt es noch immer viele Getränkeflaschen, für die kein Pfand gezahlt werden muss. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Frucht- und Gemüsesäfte,
  • Milch und Milchmischgetränke mit mindestens 50 Prozent Milchanteil,
  • Milcherzeugnisse
  • Wein und Spirituosen

Schade, dass die für diese Getränke nicht ebenfalls eine Pfandpflicht eingeführt wurde. Wenn man ab sofort Pfand für Frucht- und Gemüsenektare mit Kohlensäure zahlen muss, warum dann nicht auch für solche ohne Kohlensäure?

Besser als Pfandflaschen: Eigene Trinkflasche

Schönste beste Trinkflasche
Lieber aus langlebigen Trinkflaschen trinken. (Fotos: © 24bottles, Dopper, Dora's, Soulbottles, Brotzeit)

Getränke in Einwegflaschen sollte man grundsätzlich meiden – egal ob mit Pfand oder ohne. Zwar werden die Flaschen recycelt, es ist aber nicht möglich, das komplette Material wiederzuverwerten.

Außerdem ist der Recycling-Prozess extrem energieaufwendig: Die Plastikflaschen werden gesammelt und gewaschen, anschließend geschreddert und eingeschmolzen. Der Kunststoff ist dann verfärbt, aus ihm lassen sich keine neuen Flaschen mehr herstellen, sondern nur noch Materialien für Taschen oder Zeltplanen. Das heißt also: Für jeden Liter Getränk in einer Einwegflasche ist neues Plastik notwendig.

Mehrwegflaschen sind umweltfreundlicher – sie werden mehrmals genutzt. Noch besser ist es, eine möglichst langlebige Trinkflasche zu kaufen und sie immer wieder selbst zu befüllen. Empfehlenswerte Modelle: Bestenliste BPA-freie Trinkflaschen

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(10) Kommentare

  1. Wäre doch ein Geringes, Pfand auf alle Getränke-Verpackungen zu erheben und damit Einweg-Getränke-Verpackungen ganz wegfallen zu lassen.
    In der DDR war das so und hast besten funktioniert.

    Auch wenn damals der Witz umging:
    Was ist das Beste an der DDR-Limo? – Das Flaschenpfand!

  2. Das ist richtig!
    Am meisten ärgert mich, dass bei Bierflaschen nur 8 Cent Pfand drauf sind!
    Der größte Quatsch, wenn Dosen schon 25 Cent kosten, was richtig ist.

    Jeder Schlamper, besonders nach einem Fußballspiel, lässt irgendwo seine leere Bierflasche herumstehen.
    In der Fußgängerzone oder in der Gegend vom Hauptbahnhof sehe ich dauernd die Flaschen, die oft neben dem Papierkorb (wo sie auch nicht rein gehören), abgestellt werden. Bei jedem Windstoß rollen sie auf dem Boden herum.
    Besonders für ältere Leute eine Gefahr, wenn sie eine Flaschen zwischen die Füße bekommen. Oder Glasscherben liegen herum.
    Ein hohes Pfand und die Schlamper, die anscheinend nur die volle Flasche tragen können, aber die leere nicht mitnehmen, würde für mehr Ordnung sorgen.

    Am besten pro Bierflasche ein Euro Pfand (wie bei den Einkaufswagen), das sie auch wieder zurück bekommen, wäre richtig.
    Selbst wenn sie dann noch zu faul sind, die Flasche mitzunehmen, wäre das Pfand gut.
    Das bekommen dann die armen Leute, die Flaschen sammeln und das Geld gut brauchen können und außerdem für Ordnung und eine saubere Umwelt sorgen!

    Ihr Pfeifen von Bierbrauern, warum seid Ihr nicht daran interessiert, Eure Flaschen aus Glas, die teurer und wertvoller sind als Plastikflaschen, wieder zurück zu bekommen?
    Aber nicht mit 8 Cent, da gehen zu viele Flaschen verloren. Eure Glasscherben brauchen wir auch nicht.

  3. Es muss auf jedes Glas und jede Glasflasche ein Pfand erhoben werden.Auf Wein- und Sektflaschen , auf Marmeldengläser , Gurken , Rotkohl etc. im Glas. So liegt es nirgends im Straßengraben herum und es werden kostbare Rohstoffe für eine neue Herstellung gespart. Es ist ein Wahnsinn , was wöchentlich an Glascontainern abgeholt wird. Jeder Container in jeder Farbe ist randvoll und das ganz sicher nicht nur in meiner Straße. Wo soll das alles bleiben und warum ist es so vielen Menschen egal????
    Von Plastik und Papier ganz zu schweigen. Alles , was wir wegwerfen, bleibt auf der Erde , alles was Platz beansprucht und brennbar ist, wird verbrannt , das wiederum atmen wir ein. Ich halte das kaum aus , wie ignorant und doof manche sind.

  4. Genauso ist es. Dieses mir auch noch sehr gut bekannte System wieder aufleben lassen und wir hätten viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
    Aber man würde sich ja Schwächen am eigenen System eingestehen. Und das geht gleich gar nicht.

  5. Was für ein horrender Blödsinn, Pfand-Pflicht ja / nein und dessen Wert am materiellen Inhalt der Verpackungseinheit fest zu machen.
    Apfelschorle aus Nektar ist damit umweltschädlicher einzustufen als Frucht- und Gemüsesäfte, obgleich beides in der gleichen Plastikflasche verkauft wird.

    Warum nicht einfach ganz konsequent auf alle derartigen Behältnisse ein Pfand erheben?

    Plastikflasche = hoher Pfand. Mengenmäßiger Inhalt bzw. Größe der Flasche bestimmen den Wert des Pfandes.
    Glasflasche von mir aus geringerer Pfand. Aber auch hier bestimmt die Größe der Flasche den Wert des Pfandes.

    Aber warum einfach, wenn’s kompliziert auch geht?

  6. Du meine Güte, welcher verschrobene Kopf hat sich denn diese Regelung ausgedacht? Hier ein bisschen Pfand, da kein Pfand oder doch Pfand, wenn ….
    Hä?
    Geht’s noch?
    Ich glaube, dieser schlaue Kopf hat Sekt und Champagner vergessen, ist doch auch Kohlensäure drin oder? Oder ist das jetzt wieder was ganz anderes, weil … ???
    Ach und was ist denn mit Federweiser ? Ist auch Kohlensäure drin … man könnte vielleicht Herbstpfand einführen?
    … Also ich hätte da Ideen … noch und nöcher ….
    man könnte das sowas von ausweiten und ein wahres Labyrinth schaffen, die Anfänge sind ja schon mal gemacht …

  7. Ich erinnere nur der Vollständigkeit halber daran:
    Der Unsinn mit dem koplizieren Pfandsystem, durch das kein Mensch durchblickt, wurde während einer rot-grünen Regierung unter einem grünen Umweltminister namens Trittin eingeführt.
    Ein Schalk, wer Böses dabei denkt …

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