Komposterde ist voller Mikroplastik – Schuld ist die Biotonne

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Fotos: CC0 Public Domain / Pixabay und © colourbox.de

Aus unseren Bioabfällen entsteht Kompost – ein wertvoller Dünger für Pflanzen. Einer neuen Studie zufolge steckt im Kompost jedoch auch jede Menge Mikroplastik. Der Grund: Wir gehen falsch mit der Biotonne um.

In die Biotonne gehören Abfälle, die ursprünglich von einem Tier oder einer Pflanze stammen. Der gesammelte Müll wird in Kompostierungsanlagen zerkleinert und zu Kompost verarbeitet. Dieser kommt zum Beispiel in der Landwirtschaft zum Einsatz.

Allerdings gibt es ein Problem: Wie eine Studie der Universität Bayreuth zeigt, ist die Komposterde oft mit großen Mengen Mikroplastik belastet. Als Dünger verteilt der Kompost die Teilchen weiter in der Umwelt.

Winzige Plastik-Partikel

Die Wissenschaftler hatten Kompost aus 14 verschiedenen Anlagen in Deutschland untersucht. Sie fanden bis zu 895 Plastikpartikel pro Kilogramm Trockenkompost, die Teilchen waren ein bis fünf Millimeter groß. Es handelte sich dabei vor allem um Polystyrol und Polyethylen – Materialien, aus denen Verpackungen für Lebensmittel hergestellt werden.

Doch woran liegt das? Die Experten der Universität Bayreuth gehen davon aus, dass eben nicht nur pflanzliche oder tierische Abfälle in der Biotonne landen, sondern auch Plastik. Abfallbetriebe beklagen dieses Problem schon länger: Jedes Jahr gelangen mehrere hundert Tonnen sogenannter „Störstoffe“ in den Biomüll, darunter Glas, Steine und Plastik.

Keine Müllbeutel aus Bioplastik

Bioplastik, Biokunststoff : Wie Bio ist das wirklich?
Gehört nicht in den Biomüll: Müllbeutel aus Bioplastik (Foto: © Patryssia - Fotolia.com)

Auch Müllbeutel aus Bioplastik gehören nicht in die Biotonne, nur die wenigsten Kompostanlagen in Deutschland können sie verarbeiten. In den Anlagen werden solche Störstoffe mit hohem technischen Aufwand herausgefischt – wie die Studie der Universität Bayreuth zeigt, bleibt trotzdem etwas Plastik zurück.  Welche Auswirkungen das Mikroplastik auf die Böden und die Pflanzenwelt hat, ist noch unklar.

Es ist also wichtig, schon bei der Mülltrennung gründlich zu sein. Grundsätzlich dürfen alle Küchenabfälle tierischen und pflanzlichen Ursprungs sowie Pflanzenabfälle aus dem Garten in die Biotonne. Auch Küchentücher aus Papier und Kleintierstreu aus Stroh oder Sägespänen ist in Ordnung. Plastik hat in der Biotonne nichts zu suchen.

Papier statt Plastik

Entsorge den Biomüll also nicht in einem Plastik- oder Bioplastik-Müllbeutel – du kannst deine Biotonne stattdessen mit Papierbeuteln, Zeitungspapier oder Küchenkrepp auslegen. Mehr Tipps und Informationen: Biotonne: Was rein darf – und was nicht 

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(1) Kommentar

  1. Da ich über 30 verschiedene Kräuter, Bienenpflanzen und Gemüsesorten bei mir auf dem Balkon anbaue, habe ich mir „Bio“ Erde von verschiedenen Anbietern (Compo, Hagebau Eigenmarke, Rewe) über die letzten Jahre zugelegt und diese mit Sand, Kaffesatz, Kalk, etc… je nach Bedarf der Pflanzen gemischt.

    Hätte ich gewusst wie viel Plastik ich im Laufe der Jahre finde, wenn ich wiedermal Erde neu mischen muss, hätte ich das mit Bildern dokumentiert. Das ist so absurd… dass die Studie mich kein bisschen überrascht.

    Ich habe so einen riesen Kübel (120L)… wenn der voll mit Erde ist und es ein paar Tage nicht regnet, stechen einem die Plastik Teilchen an der Oberfläche durch Ihren ‚Glanz‘ quasi ins Auge, obwohl sie meist winzig sind… und das obwohl ich schon soooo viele Teilchen entsorgt habe.

    Am eigentlichen Problem wird es nichts ändern, aber da mich es eh stört, dass die (immer auf Kompost basierenden) im Handel erhältlichen „Bio“-Erden nicht wirklich „Bio“ sind, werde ich mir nun einen Wurmkomposter bauen und meinen eigenen plastikfreien Bio Müll kompostieren…

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