Biotonne: Was rein darf – und was nicht

Biotonnen
Foto: Colourbox.de

In der Biotonne darfst du Abfälle entsorgen, die ursprünglich von einem Tier oder einer Pflanze stammen. Grünes Licht gibt es zum Beispiel für Eierschalen, doch wie verhält es sich mit Zitronenschalen? Unsere Übersicht klärt auf.

Bio-Tonne: Was darf hinein und was nicht?

Bio-Tonne oder Kompost?
Bio-Tonne oder Kompost?
(Foto: CC0 / Pixabay / Antranias)

Grundsätzlich darfst du alle Küchenabfälle in der Bio-Tonne entsorgen, die tierischen und pflanzlichen Ursprungs sind. Von welken Salatblättern bis hin zu Fleischresten ist alles erlaubt. Ausnahmen bilden Hundekot und verstorbene Haustiere. Auch die Pflanzenabfälle aus dem Garten kannst du in der Bio-Tonne entsorgen, wenn du keinen eigenen Kompost im Garten hast. Allerdings kann es regionale Unterschiede geben.

Diese Dinge dürfen in die Bio-Tonne:

  • Obst-, Gemüse- und Pflanzenreste (auch von Südfrüchten)
  • Tee- und Kaffeefilter
  • Küchentücher aus Papier
  • Fisch- und Fleischreste (auch Wurst)
  • Milchprodukte
  • Brotreste (Tipps für altes Brot)
  • Sträucher und kleine Äste
  • Rasenschnitt und Laub
  • verwelkte Blumen und Balkon-Pflanzen
  • Kleintierstreu aus Stroh oder Sägespänen
  • Vogelsand

Auch die Schalen von Zitrusfrüchten dürfen also in der Regel in die Biotonne. Die Abfälle aus der Biotonne werden zu Biogas und Biokompost weiterverarbeitet. Mit dem Biogas kann Strom erzeugt werden, der Biokompost dient als wertvoller Dünger.

Diese Dinge dürfen nicht in die Bio-Tonne:

Müll trennen lohnt sich, sonst landet alles hier: auf der Mülldeponie
Müll trennen lohnt sich, sonst landet alles hier: auf der Mülldeponie
(Foto: CC0 / Pixabay / Prylarer)
  • Hundekot
  • verstorbene Haustiere
  • Plastik (auch keine „kompostierbare“ Plastiktüten)
  • Flüssigkeiten (auch Milch)
  • Staubsaugerbeutel
  • Windeln
  • Zigarettenkippen und Asche
  • Lederreste
  • Kleidung
  • Metall
  • Papier
  • Pflanzenöl (und andere Öle)
  • Holzprodukte
  • Styropor

Tipp: Am besten vermeidest du so viel Müll wie möglich. Überlege schon beim Kauf, ob du ein Produkt wirklich brauchst, welchen Müll es produziert und wie du Verpackungsmüll vermeiden kannst. Viele Dinge kannst du auch länger nutzen.

Die meisten Abfälle für die Bio-Tonne kannst du auch auf dem eigenen Kompost zu wertvollem Dünger für den Garten entsorgen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die nur in die Bio-Tonne, nicht aber auf den eigenen Kompost dürfen:

  • Obstschalen von Südfrüchten
  • Fisch- und Fleischreste
  • Brotreste
  • kranke Pflanzen(reste)
  • Papiertücher
  • Sägemehl

Aktion Biotonne Deutschland: mehr Bio-Abfälle – weniger Plastik

Laut der Aktion Bio-Tonne Deutschland des Umweltverbands NABU mit der Supermarktkette REWE ist die Hälfte aller Abfälle bei uns eigentlich ein Fall für die Bio-Tonne. Doch viele Millionen Tonnen an Obst- und Gemüseabfällen landen stattdessen im Restmüll. Dann müssen sie aufwendig sortiert werden, landen auf Mülldeponien oder werden verbrannt. 

Effizienter ist es dagegen, selbst den Biomüll zu trennen. Denn der Biomüll kann zu hochwertigem Dünger kompostiert oder zur Energiegewinnung in Form von Biogas genutzt werden. Übrigens ist seit 2015 sogar gesetzlich festgeschrieben, dass Biomüll getrennt werden muss. Deshalb haben NABU und REWE eine deutschlandweite Aktion mit über 2.000 Supermärkten gestartet: Sie klärt darüber auf, was in die Bio-Tonne darf und was nicht. Außerdem gibt es anlässlich der Aktion einen speziellen Bio-Abfalleimer (5 Liter Volumen), der spülmaschinenfest ist und in Deutschland hergestellt wurde.

Eine tolle Aktion, die das Bewusstsein schärft. Immerhin kann die Energie einer verbrannten Bananenschale eine LED-Lampe gut eine halbe Stunde erleuchten.

    Tipps für die eigene Bio-Tonne

    Bio-Tonne: Was gehört hinein?
    Bio-Tonne: Was gehört hinein?
    (Foto: CC0 / Pixabay / Pexels und anaterate)

    In der Bio-Tonne bilden sich vor allem im Sommer schnell unangenehme Gerüche. Das ist ganz normal, in der Regel auch nicht gesundheitsschädlich, aber trotzdem sehr unangenehm. Deshalb bieten viele Entsorgungsunternehmen auch mehrmals im Jahr eine Bio-Tonnenreinigung an. Mit einer mobilen Waschanlage nehmen sie die Reinigung meist kostenlos direkt vor Ort vor. 

    Du kannst deine Bio-Tonne aber auch leicht selber reinigen:

    1. Die Bio-Tonne muss dafür zunächst ganz leer sein. Befindet sich noch etwas Flüssigkeit auf dem Boden, muss auch die raus.
    2. Als nächstes solltest du die Innenwände mit einem Gartenschlauch und einem harten Strahl abspritzen. Dadurch löst sich der meiste Schmutz. Leere danach die Tonne wieder aus.
    3. Damit die Bio-Tonne nicht gleich wieder stinkt, solltest du sie noch mit einem antibaktieriellem Reiniger säubern. Dafür gibt es gute biologische Allzweckreiniger (zum Beispiel das Bio-Reinigungskonzentrat bei ** Avocadostore). Dieses musst du mit kochendem Wasser verdünnen und in die Bio-Tonne geben.

    Tipp: Besonders schnell beginnt die Bio-Tonne zu riechen, wenn sich auf dem Boden Flüssigkeit von den Abfällen ansammelt. Damit dies nicht so schnell passiert, kannst du feuchte Abfälle in altes Zeitungspapier einwickeln. Das darf in geringen Mengen auch in die Bio-Tonne. Hilfreich ist außerdem, auf dem Boden der Bio-Tonne eine Zeitung auszubreiten. Die saugt die erste Feuchtigkeit auf und verhindert so, dass die Bio-Tonne unangenehm riecht.

    Was tun gegen Maden in der Bio-Tonne?

    Essig gegen Maden
    Essig gegen Maden
    (Foto: Utopia)

    Viele Haushalte haben Probleme mit Maden in der Bio-Tonne. Dabei tun die kleinen Tiere niemandem etwas. Wer eine saubere Bio-Tonne hat und die auch regelmäßig leeren lässt, hat meist auch keine Maden. Sie brauchen mehrere Tage und einen feuchten Lebensraum, um  zu schlüpfen. Wir geben dir drei Tipps, wie du ganz ohne Chemiekeule Herr über die Maden wirst:

    1. In den meisten Baumärkten bekommst du eine Gummidichtung für die Bio-Tonne. Dadurch können die Fliegen nicht mehr in die Tonne fliegen und dort ihre Eier ablegen, aus denen die Maden schlüpfen.
    2. Mit Essig kannst du erreichen, dass die Fliegen die Bio-Tonne meiden und nicht mehr ihre Eier darin ablegen. Dazu mischst du Essig mit Wasser nach Packungsangabe und befeuchtest mit einem Schwamm großzügig den oberen, inneren Rand der Bio-Tonne. 
    3. Stelle die Bio-Tonne nicht direkt in die Sonne. Durch die Wärme zersetzt sich der Bio-Abfall schneller und das Wachstum der Maden wird angeregt – sie schlüpfen und entwickeln sich schneller.

    Es gibt auch spezielle Maden-Deckel für die Bio-Tonne (zum Beispiel bei ** Amazon), durch die keine Fliegen eindringen können. Sie haben eine Gummidichtung und einen eingebauten Filter, der keinen Geruch nach außen lässt. Der Filter muss aber alle zwei Jahre gewechselt werden.

    Jetzt weiterlesen bei Utopia:

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    (3) Kommentare

    1. @ liebes Redaktionsteam: Warum nehmt Ihr die Bananenschale als Beispiel für Südfrüchte? Die ist doch unzweifelhaft ein super Dünger und gut für jeden Kompost. Wäre es nicht zielführender und weniger irreführend, im Intro des Artikels gleich schon die Zitrusschalen anzusprechen, die sich in der Biotonne ja als Sonderfall entpuppen?
      Und im Utopia Tipp schreibt Ihr von einer Bananenschale, die verbrannt wird und lenkt damit auf die falsche Fährte. Weiter oben beschreibt Ihr es ja genau richtig: Bananenschale => Biotonne => Fermentation => Gas => Energiegewinnung => LED leuchtet.

    2. Ihr schreibt, Maden entstehen nicht, wenn man die Biotonne regelmäßig leeren lässt. Gut gedacht aber leider bekommt man von den Kommunen die Leerung vorgeschrieben. Und bei 2 oder sogar erst 4 wöchentlicher Leerung entstehen im Sommer pronlemlos Maden.
      Ich streue übrigens getrocknete Lavedelblüten unter. Bis jetzt hatte ich Erfolg damit.

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