Achtung Schweineborsten! Hier können sie enthalten sein

Schweineborsten Brot
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Schweineborsten sind nicht nur Bestandteil von Haar- und Zahnbürsten, sondern können auch in Lebensmitteln enthalten sein. Hier erfährst du mehr zu Kennzeichnungspflicht und Herkunft der tierischen Borsten.

Schweineborsten, die auch einfach nur als Borsten oder Naturborsten deklariert werden, stammen in der Regel von geschlachteten Schweinen. Meist fehlen genauere Angaben zur Haltung der Tiere. In der Lebensmittelindustrie sind die Borsten als Zusatzstoff oft gar nicht genauer auf der Verpackung angegeben – mehr dazu unten.

Fehlen genauere Informationen, Siegel oder Zertifikate, die Aufschluss über die Herkunft der Borsten geben, kannst du davon ausgehen, dass sie aus konventioneller Massentierhaltung stammen. Um Tierleid zu vermeiden, ist es deshalb nicht nur für Veganer:innen sinnvoll, Schweineborsten zu meiden. Das ist aufgrund einiger Gesetzeslücken jedoch gar nicht so einfach.

Schweineborsten in Bürsten und Pinseln

Die rauen Schweineborsten sind nach wie vor ein beliebter Bestandteil von Bürsten und Pinseln. Unternehmen bewerben die Produkte als natürlich und traditionell. Was aus ökologischer Sicht tatsächlich ein Vorteil ist: Schweineborsten sind komplett biologisch abbaubar. Deshalb sind sie oft auch Teil von nachhaltigen Bambuszahnbürsten. Trotzdem stammen sie meist aus umweltschädlicher und tierquälerischer Massentierhaltung.

Wenn du Schweineborsten vermeiden willst, solltest du deshalb bei folgenden Produkten genauer auf die Bestandteile achten:

  • Kosmetikpinsel
  • Malpinsel
  • Rasierpinsel
  • Haarbürsten
  • Zahnbürsten
  • Waschbürsten

Schweineborsten in Lebensmitteln

Schweineborsten können als Zusatzstoff in Brot, Kuchen und anderen Backwaren enthalten sein.
Schweineborsten können als Zusatzstoff in Brot, Kuchen und anderen Backwaren enthalten sein.
(Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Auch in Fertigprodukten können Schweineborsten enthalten sein. Das Problem: Dies müssen Lebensmittelhersteller:innen nicht eindeutig auf der Verpackung angeben. Denn in diesen Fällen sind Schweineborsten keine Lebensmittelzutat. Als solche sind sie nach deutschem Recht auch nicht zulässig. Stattdessen werden sie als sogenannte „technische Hilfsstoffe“ eingesetzt.

Das bedeutet in diesem Fall, dass die Borsten nur als Roh- und Ausgangsstoff für die Herstellung der Aminosäure L-Cystein dienen. Diese nutzt die Lebensmittelindustrie vor allem als Mehlbehandlungsmittel. Teilweise wird sie auch aus den Federn von Hühnern oder (ganz ohne Tierleid) synthetisch im Labor hergestellt. Sie wirkt sich positiv auf Konsistenz und Verarbeitungsfähigkeit des Teiges aus und kommt vor allem in Großbäckereien zum Einsatz.

L-Cystein ist auf Zutatenlisten teilweise als E920 vermerkt. Aus welchen Rohstoffen es stammt, erfährst du dabei jedoch nicht. Zudem können Unternehmen die Gesetzeslücke ausnutzen und den Zusatzstoff nicht extra kennzeichnen, ohne dafür juristische Konsequenzen fürchten zu müssen. So können Schweineborsten in jeder Form von Backwaren (wie zum Beispiel Brot, Brötchen, süßem Hefegebäck, Kuchen, Keksen oder Muffins) als Zusatzstoff enthalten sein.

So meidest du Schweineborsten

Auch wenn Unternehmen ihre Produkte als „vegan“ oder „vegetarisch“ deklarieren, kannst du die Verwendung von Schweineborsten nicht ausschließen. Schließlich sind diese Begriff juristisch nicht ausreichend geschützt. Das V-Siegel, das vegetarische und vegane Produkte auszeichnet, kann dir laut Codecheck Orientierung bieten.

Wenn L-Cystein und seine Herstellung in der Produktionskette jedoch zu keinem Zeitpunkt dokumentiert wurde, ist es kaum nachweisbar, ob das Endprodukt Spuren von Schweineborsten enthält oder nicht. Um Schweineborsten möglichst zu meiden, können dir deshalb folgende Tipps helfen:

  • Vermeide abgepacktes Billigbrot und andere Teigwaren.
  • Auch herkömmliche Bäckereien, die frische Backwaren anbieten, nutzen eventuell den tierischen Zusatzstoff. Bei bio-zertifizierten Naturbäckereien ist das Risiko dagegen niedriger. Gleichzeitig vermeidest du mit Bio-Backwaren chemisch-synthetische Pestizide und unterstützt eine ökologische Landwirtschaft.
  • Alternativ kannst du Kuchen, Brot und andere Backwaren selbst herstellen. So befinden sich nur die Zutaten im Endprodukt, die du selbst in den Teig gemischt hast.

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