Acroyoga: Das Wichtigste zu Herkunft und Training

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Acroyoga ist so verspielt wie kaum ein anderer Yoga-Stil. Trotzdem sind in dem Partner-Yoga allerhand Konzentration, Vertrauen und Kraft gefragt. Wir stellen dir Acroyoga vor.

Acroyoga: Ein Yoga-Stil mit jungen Wurzeln

Acroyoga ist ein junger Stil für zwei oder mehr Partner.
Acroyoga ist ein junger Stil für zwei oder mehr Partner. (Foto: Pexels / theformfitness)

Den meisten Quellen zufolge ist Acroyoga noch nicht einmal 20 Jahre alt: Die Yoga-Lehrer Jenny Sauer-Klein und Jason Nemer sollen den Stil 2003 begründet haben. Im Netz findet sich aber auch ein Video vom weltbekannten indischen Yoga-Lehrer T. Krishnamacharya, in dem er bereits 1938 akrobatisches Partner-Yoga mit seiner Tochter praktiziert. Wieder andere behaupten, die erste Acroyoga-Schule sei 1999 in Montreal von Jessie Goldberg und Eugene Poku gegründet worden.

In einem sind sich aber alle Quellen einig: Acroyoga ist ein noch junger Yoga-Stil, der vor allem in den letzten Jahren enorm an Beliebtheit gewonnen hat. In sozialen Netzwerken wie Instagram wimmelt es nur so von beeindruckenden Fotos mit Partner-Yoga-Posen.

Übrigens: Da Acroyoga seit 2006 ein markengeschützter Begriff ist, weichen hierzulande viele Yoga-Studios auf abweichende Bezeichnungen für den Stil aus. Offiziell dürfen nur Lehrer „Acroyoga“-Stunden anbieten, die offiziell bei AcroYoga Int. zertifiziert sind. Das ist die Firma, die Jenny Sauer-Klein und Jason Nemer 2003 gegründet haben – wodurch sie wohl zumindest rechtlich als die Erfinder des Stils gelten dürfen.

Acroyoga ist ein spannender Stil, den jeder leidenschaftliche Yogi mal ausprobieren sollte! Wir stellen dir das Konzept und die einzelnen Elemente des Partner-Yogas vor.

Das Konzept von Acroyoga – akrobatisches Partner-Yoga

Im Acroyoga gibt es immer einen Flyer und eine Base.
Im Acroyoga gibt es immer einen Flyer und eine Base. (Foto: Pexels / theformfitness)

Acroyoga vereint Akrobatik und Elemente der Thai-Massage mit Yoga-Posen und Atemtechniken. Der Stil ist geprägt von tänzerischen Bewegungen, Körperspannung und -entspannung, hoher Konzentration und einer verspielten Praxis.

Das Besondere dabei: Anders als andere Yoga-Stile kannst du Acroyoga nicht alleine üben – es braucht mindestens zwei oder mehr Partner.

Die Partner nehmen im Acroyoga verschiedene Rollen ein:

  • Zum einen gibt es den Flyer (Flieger), der in der Regel von dem anderen in die Luft gestemmt wird und dort „fliegt“. Er muss die Balance halten.
  • Die sogenannte Base (Basis) ist der Gegenpart: Dieser übernimmt die stützende Rolle, liegt oder hockt meist unter dem Flyer und stabilisiert ihn in der Luft.
  • Im Optimalfall gibt es dann noch den Spotter (Beobachter): Diese dritte Person ist nicht direkt in die Körperübungen involviert, sondern beobachtet die beiden Partner, gibt ihnen Tipps und bewahrt sie so vor Verletzungen.

Die Rollenverteilung ist dabei nicht fix und wird in der Stunde mitunter auch gewechselt. Bei einem Team aus Mann und Frau übernimmt jedoch häufig der Mann die Rolle der Base, für die etwas mehr Muskelkraft nötig ist.

Da du im Acroyoga deinem Partner nicht nur körperlich nah kommst, sondern ihr euch auch aufeinander verlassen müsst, baut der Yoga-Stil gegenseitiges Vertrauen auf.

Acroyoga: Elemente des Yoga-Stils

Auch mit drei oder mehr Partnern ist Acroyoga möglich.
Auch mit drei oder mehr Partnern ist Acroyoga möglich. (Foto: Pexels / theformfitness)

Grundlegend gibt es in der Acroyoga-Praxis zwei wesentliche Elemente:

  • Lunar-Akrobatik: Diese eher ruhige Variante des „Fliegens“ wird auch therapeutisches Fliegen genannt. Hierbei wird der Flyer in statische Positionen gebracht, die den Asanas (Körperhaltungen im Yoga) sehr ähneln. Der Flyer soll hierbei entspannt sein – und wird von der Base gedreht, gedehnt und teilweise auch massiert.
  • Solar-Akrobatik: Dies ist der kraftvollere, dynamische Teil vom akrobatischen Fliegen. Hier liegt der Fokus auf fließenden Bewegungen – etwa von einer Pose in die nächste. Zu diesem Teil des Acroyoga gehören selbst Sprünge und fortwährende Drehungen.

Normalerweise werden im Acroyoga diese beiden Elemente miteinander kombiniert, sodass die Praxis gleichermaßen von Bewegung und Stabilität, Entspannung und Kraft sowie Vertrauen und Loslassen geprägt ist.

Je nach Definition besteht Acroyoga zudem aus einem weiteren, dritten Element:

  • Yoga: Hierzu zählen die Atemtechniken (Pranayama), aber auch der Aspekt der Konzentration, Achtsamkeit und Spiritualität der beiden Partner, die in der Übung zu einer körperlichen und geistigen Einheit verschmelzen.

Eine typische Acro-Yoga-Stunde

Je nach Studio und Lehrer können sich Acroyoga-Stunden erheblich unterscheiden: Während bei den einen der achtsame Yoga-Aspekt im Vordergrund steht, ist Acroyoga für andere vor allem eine spielerische Methode, gemeinsam den Körper in Schwung zu bringen.

Häufig gibt darauf auch schon die Bezeichnung des Yoga-Angebots Aufschluss: Zum Beispiel spielen bei einer als „Partner-Yoga“ ausgeschriebenen Stunde häufig die akrobatischen Übungen eine untergeordnete Rolle – und es werden stattdessen sanftere Asanas im Sitzen sowie gemeinsame Atemübungen gelehrt.

Eine typische „Acroyoga“-Stunde enthält folgende Elemente:

  • Aufwärm-Übungen für jeden Einzelnen
  • gemeinsames Aufwärmen mit dem Partner
  • sanfte Partner-Asanas und gegenseitiges Dehnen
  • Umkehrhaltungen und erste gegenseitige Stützhaltungen
  • Fliegen und akrobatische Elemente (wie oben erläutert)

Ist Acroyoga für dich geeignet?

Dies ist ein typisches Beispiel für therapeutisches Fliegen im Acroyoga.
Dies ist ein typisches Beispiel für therapeutisches Fliegen im Acroyoga. (Foto: Pexels / theformfitness)

Auch wenn viele der Acroyoga-Übungen zunächst sehr herausfordernd aussehen, ist der Yoga-Stil nicht nur für erfahrene Akrobaten und Yogis mit jahrelanger Erfahrung geeignet. Im Gegenteil: Prinzipiell kann jeder Acroyoga machen, der eine gewisse körperliche Fitness mitbringt – und viele Stunden sind ohnehin für Anfänger ausgelegt. Besonders für Neueinsteiger ist ein guter Lehrer aber wichtig. Er leitet dich und deinen Partner in die Übungen ein und gibt als Spotter Tipps, um Verletzungen zu vermeiden.

Übrigens: Einen Partner brauchst du nicht unbedingt, um zu einer Acroyoga-Stunde zu gehen. Viele Teilnehmer kommen auch alleine zu den Kursen und werden dann in der Stunde zu Paaren zusammengelegt. Berührungsängste solltest du aber keine haben – oder zumindest bereit sind, vorhandene Aversionen abbauen zu wollen. Immerhin basieren sämtliche Übungen auf Körperkontakt.

Prinzipiell ist Acroyoga vor allem für dich geeignet, wenn du gerne in Gemeinschaft übst und dich zu spielerischen Elementen hingezogen fühlst. Vielleicht bist du aber auch auf der Suche nach stiller Meditation oder einem Yoga-Stil, bei dem du für dich und in spiritueller Ernsthaftigkeit übst. In diesem Fall sind klassischere Arten wie Ashtanga Vinyasa Yoga oder traditionelles Hatha Yoga besser für dich geeignet. Gerade zu diesen Stilen kann Acroyoga auch einen guten Ausgleich bieten.

Für Paare bietet Acroyoga eine gute Möglichkeit, gemeinsam den Körper in Bewegung zu bringen, etwas Neues auszuprobieren und gegenseitiges Vertrauen und Harmonie in der Beziehung zu schaffen.

Übrigens: Für die Stunde ziehst du am besten enganliegende, flexible Kleidung an, damit du dich frei bewegen kannst. Dein T-Shirt oder Top sollte nicht verrutschen, da du – vor allem als Flyer – nicht selten kopfüber hängst. Worauf du bei Yoga-Kleidung noch achten solltest und welche Marken empfehlenswert sind, erklären wir dir in einem gesonderten Artikel.

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