Baumperlen sammeln: Idee für Waldausflug mit Kindern

Baumperlen sammeln
Foto: Caleb / stock.adobe.com

Schon mal was von Baumperlen gehört? Um diese Perlen zu finden, musst du nicht Tiefseetauchen gehen. Es genügt schon, im Wald zu spazieren und die Augen offen zu halten.

Baumperlen haben viele Namen: Baumknoll, Baumling, Druidenei, Schlangenei, Hexenei oder Drachenei. Wahrscheinlich gibt es für die besonderen Knollen noch weitere Namen. Diese Knollen sind ein Phänomen an unseren heimischen Bäumen und eine Rarität. Da es ein großes Glück ist, sie zu finden, gelten Baumperlen als Glücksbringer.

Nach Baumperlen zu suchen, ist besonders für Kinder schön. Lade sie zu dieser Schatzsuche ein und erkläre ihnen, was es mit den magischen Holzperlen auf sich hat.

Was sind Baumperlen und wie entstehen sie?

Im Volksglauben heißt es, dass die Baumperlen die Kraft und Energie des Baumes enthalten. Da der Baum diese Perlen beim Prozess der Heilung bilden soll, tragen sie die Energie des Heilens in sich und zeigen, dass eine Verletzung positiv überwunden wurde.

Wissenschaftlich gesehen sind Baumperlen immer noch ein Rätsel. Die Erklärungen zu ihrer Entstehung sind teils sehr unterschiedlich und die Meinungen von Forschenden gehen weit auseinander. Aktuell findet man dazu noch keine anerkannte wisschenschaftliche Arbeit. Die gängiste Erklärung ist, dass die Baumperle das Ergebnis von Heilungsprozessen bei Bäumen sind. Beispielsweise wenn der Baum verletzt wurde und an dieser Stelle ausheilt. Wenn bei einer Verletzung schädiche Bakterien eindringen, soll der Baum mittels der Auswüchse die Eindringlinge abkapseln und unschädlich machen. Ebenso soll er mithilfe dieser Methode Fremdkörper abstoßen.

Eine andere Theorie für die Entstehung von Baumperlen ist das Abstoßen von abgestorbenen, schlafenden Knospen. Die Erklärung dazu: Jeder Baum beherbergt zwischen der Rinde und dem Holz eine Wachstumsschicht, auch Kambium genannt. In dieser sind sogenannte schlafende Knospen verteilt enthalten. Bei Bedarf können diese zu einem neuen Austrieb wachsen. Wenn der Baum älter und größer wird, braucht er sie nicht mehr, besonders nicht im unteren Stammbereich. Dann entsteht die neue Baumperle: Das abgestorbene Gewebe wird vom Baum mit neuen Holzzellen umhüllt. Im Laufe der Zeit wächst ein knollenartiger Auswuchs mit eigenem Holzkern, eigener Rinde, aber gleichen Eigenschaften der Holzbeschaffenheit, wie der Mutterbaum. Wenn dieser Prozess vom Baum als beendet erklärt wird, kappt er die Versorgungsbahnen und die Kugeln sterben langsam ab. Erst dann lassen sie sich leicht entfernen.

Du kannst eine Baumperle also daran erkennen, dass sie nicht mit dem Holz des Baumes unter der Rinde verwachsen ist. Sie ist ein eigenes kleines Holzstückchen mit Rindenumhüllung. Damit sind sie zu unterscheiden von anderen krankheitsbedingten Auswüchsen, wie zum Beispiel Baumkrebs.

Sammeln und ernten von Baumperlen

Baumperlen können an allen Bäumen wachsen. Am meisten fíndet man sie allerdings an Buchen. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass sie gut sichtbar aus der sonst sehr glatten Rinde hervorstechen. Aber auch an der sehr rauen Rinde von Eichen, Linden, Kirschbäumen oder Weiden lassen sie sich finden.

Das wichtigste beim Sammeln von Baumperlen ist, dass man sie nur ernten darf, wenn sie wirklich „reif“ sind. Reif ist die Knolle erst, wenn der Heilungsprozess abgeschlossen oder die Abnabelung vom Mutterbaum beendet wurde. Du solltest die Baumperlen also nur dann mitnehmen, wenn du sie mühelos vom Baum lösen kannst. Nur dann kannst du sichergehen, dass du den Baum nicht verletzt und eine offene Stelle zurückbleibt.

Das solltest du beim Ernten von Baumperlen beachten:

  • Gehe respektvoll und achtsam mit der Natur um. Wenn du ihr schadest, ist es eher Diebstahl als ein schönes Geschenk.
  • Verwende kein Werkzeug, um eine unreife Baumperle gewaltsam zu lösen.
  • Überlege dir, was du mit den Baumperlen anstellen möchtest und wieviele du dafür brauchst. Es ist schöner, wenn du ein besonderes Geschenk oder ein Schmuckstück für dich planst und nicht eine ganze Kiste voll sammelst und sie dann ungenutzt herumliegen.

Baumperlen verarbeiten

Wenn du nach deinem Waldausflug zurückgekommen bist, musst du die Baumperlen erst einmal schälen und trocknen. Erst unter der Rinde zeigt sich die wahre Schönheit der Baumperle:

  1. Befreie den Baumknoll von seiner Rinde. Versuche es mit den Fingernägeln oder nimm ein Messer zu Hilfe. Tipp: Wenn du schon eine ältere, sehr trockene Perle gefunden hast, kannst du sie mit Wasser auskochen. Das Holz wird faserig und du kannst es somit leichter von der Rinde lösen. Danach solltest du sie allerdings sehr lang trocken lassen, sonst kannst du sie nicht gut verarbeiten und schnitzen.
  2. Je nach dem, was du aus deiner Baumperle zaubern möchtest, kommen andere Verarbeitungsprozesse in Frage. Du kannst sie zum Beispiel mit feinem Schleifpapier abschleifen, etwas daraus schnitzen und sie anschließend mit Öl oder Wachs versiegeln. Dafür eignet sich Mandelöl, Leinöl oder auch Jojobaöl.

Hier findest du einige Ideen für Kunstwerke aus Baumperlen:

  • Fertige einen Talisman, einen Anhänger für eine Halskette.
  • Damit du den Baumling immer dabei hast: Gestalte einen Schlüsselanhänger daraus.
  • Wenn du mit einem kleinen Holzbohrer Löcher durch viele kleine Baumperlen bohrst, kannst du sie wie Perlen auffädeln und eine Kette daraus entwerfen.
  • Auch Anhänger für Ohrringe kannst du damit machen.
  • Wenn du sehr begabt bist und die richtigen Materialien dafür hast, kannst du sogar Ringe aus größeren Baumperlen fertigen.
  • Mache aus mehreren Fundstücken ein Baumperlen-Mobile. Das ist besonders mit Kindern eine schöne Idee.
  • Es lassen sich auch kleine Figuren, Tierchen oder Gesichter schnitzen. Dafür sollte die Baumperle aber schon etwas größer sein.
  • Als einzigartiges Geschenk mit einer persönlichen Geschichte sind Baumperlen sehr gut geeignet.

Egal, was du oder deine Kinder daraus machen – das Ergebnis wird ein Unikat sein, da jede Baumperle seine ganz eigenen Merkmale aufweist.

Baumperlen sind nicht nur eine schöne Sache für Kinder

  • Wenn du nach Baumperlen suchst, begibst du dich auf eine wahre Schatzsuche. Sie sind eine schöne Selbstmotivation für einen gelassenen Naturspaziergang. Es kann sehr meditativ und entschleunigend sein, nach den kleinen Perlen zu suchen. So kannst du deine Sinne schulen und Stress abbauen.
  • Interessant für Künstler:innen, DIY-Liebhaber:innen und Bastler:innen – wenn man mit Baumperlen arbeitet, entfaltet sich die eigene Kreativität. Wenn man sie einmal aus ihrer Schale geholt, geschliffen und geölt hat, sind ihre Maserungen besonders schön anzusehen. Jedes Exemplar ist ein besonderes Einzelstück.

Buchtipp

Zum Abschluss haben wir noch eine Buchempfehlung für dich. Zum Thema Baumperlen gibt es nicht sehr viele gute Informationsquellen. Wenn du dich brennend für das Thema interessierst, dann ist dieses Buch genau das Richtige für dich:

Faszination Baumperle – Geheimnisvolle Schmuckstücke der Natur von Line Fuks (online erhältlich zum Beispiel über **Amazon). Frage vorher am besten bei einer Buchhandlung in deiner Nähe, ob sie es vorrätig haben oder für dich bestellen könnten und unterstütze so den regionalen Handel.

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