Benzylalkohol: Wirkung, Verwendung und mögliche Risiken

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Benzylalkohol kommt häufig als Duftstoff in Kosmetik-Produkten und Medikamenten vor. Wenn er Lebensmitteln zugesetzt ist, müssen Hersteller ihn mit E1519 deklarieren. Benzylalkohol ist aber auch in vielen natürlichen Ölen enthalten.

Benzylalkohol zählt zu den häufigsten Stoffen in Kosmetika. Er kommt als Aromastoff und als Duftstoff aber auch in Lebensmitteln vor. Ein Überblick über Produkte, denen häufig Benzylalkohol zugesetzt wird:

Benzylalkohol hat ein leichtes Mandel-Aroma und wirkt desinfizierend und konservierend. Er tötet Bakterien ab und sorgt so dafür, dass Kosmetika länger haltbar sind.

Benzylalkohol: Verwendung bei Läusen

Benzylalkohol ist auch als Medikament gegen Läuse zugelassen.
Benzylalkohol ist auch als Medikament gegen Läuse zugelassen. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

In den USA ist Benzylalkohol zur Behandlung von Kopfläusen zugelassen. Dort gibt es beispielsweise das Medikament „Benzyl Alcohol Topical“, bei dem Benzylalkohol der Hauptwirkstoff ist. Er sorgt dafür, dass die Läuse ihre Luftkanäle nicht mehr schließen können und so ungehindert das Öl des Medikaments eindringen kann. Die Läuse ersticken daran und lassen sich auswaschen. Für Menschen soll das Medikament ungefährlich sein. In Deutschland ist es bislang aber noch nicht zugelassen.

Achtung: Mit Shampoos oder Haarsprays, welche Benzylalkohol enthalten, kannst du nicht gegen Kopfläuse vorgehen. Denn die Konzentration und Zusammensetzung von konventionellen Haarpflegeprodukten ist nicht auf die Behandlung von Läusen ausgerichtet ist. Wenn du unter Läusen leidest, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Wirkung von Benzylalkohol auf die Gesundheit

Benzylalkohol ist vor allem als Kontaktallergen bedenklich.
Benzylalkohol ist vor allem als Kontaktallergen bedenklich. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

In der MAK-Sammlung (maximale Arbeitsplatz-Konzentrationen) sind die seit 1972 veröffentlichten Berichte zu Benzylalkohol festgehalten. Die wichtigsten Aussagen:

  • Benzylalkohol kann in Reinform bei direktem Kontakt die Augen reizen und das zentrale Nervensystem schädigen. Somit kann der Stoff die Atmung stören, den Blutdruck senken, das Blut übersäuern und dazu führen, dass sich zu wenige Thrombozyten (Blutplättchen) bilden. Auch kann er zu Nieren‐ und Leberversagen und einem Herzkreislaufzusammenbruch führen.
  • Bei Versuchen mit Ratten, die reines Benzylalkohol verabreicht bekamen, haben sich Schäden in Gehirn und Thymus, an der Skelettmuskulatur und den Nieren gezeigt.
  • Benzylalkohol wirkt nachweislich leicht hautreizend.
  • In Tierversuchen hat der Stoff keine krebserzeugende Wirkung gezeigt.

Mehrere Studien haben sich mit Kochsalzlösungen von Krankenhäusern beschäftigt, denen Benzylalkohol als Konservierungsstoff beigefügt wurde:

  • Bei Frühgeborenen, die mit einer Kochsalzlösung behandelt wurden, wurden Atemprobleme festgestellt. Einige erlitten auch Schäden am Nervensystem, der Leber und Niere. Auf Erwachsene können diese Befunde aber nicht übertragen werden, so die Autoren der Studie. Bei Früh- und Neugeborenen dürfen heute keine Medikamente mit Benzylalkohol als Konservierungsmittel mehr verwendet werden.
  • Bei Erwachsenen, die wegen einer Lungenerkrankung eine Kochsalzlösung mit Benzylalkohol zum Inhalieren erhalten haben, entwickelte sich ein „schwere Bronchitis mit blutigem Auswurf“. Da die Personen aber schon zuvor eine Lungenerkrankung hatten, lässt sich dieser Befund nicht verallgemeinern, sagen die Wissenschaftler.

Allergische Reaktionen durch Benzylalkohol

Es gibt viele dokumentierte Fälle von Hautreizungen, bei denen Benzylalkohol in Vaseline als Ursache vermutet wird. Aufgrund dieser Beobachtung haben zahlreiche Studien lange Testreihen mit Vaseline durchgeführt. Nur null bis fünf Prozent der Probanden haben in diesen Studien eine Reaktion gezeigt.

Fazit: Benzylalkohol ist weitgehend unbedenklich

Benzylalkohol ist weitgehend unbedenklich.
Benzylalkohol ist weitgehend unbedenklich. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Benzylalkohol in Kosmetik-Produkten und Lebensmitteln ist für Kinder und Erwachsene weitgehend unbedenklich. Denn die vielen Studien-Ergebnisse beziehen sich auf Benzylalkohol in Reinform und große Mengen, die über den Mund oder per Spritze verabreicht wurden. In unserer Kosmetik kommen aber nur kleine Mengen in geringer Dosis vor, die auch lediglich auf die Haut aufgetragen und später wieder abgewaschen werden.

Lediglich bei Früh- und Neugeborenen sollten Eltern aufpassen und Produkte mit Benzylalkohol als Konservierungsmittel (vor allem die direkte Aufnahme) vermeiden. Einige Menschen haben zudem eine Kontaktallergie gegen Benzylalkohol. Dies macht sich vor allem bei höheren Konzentrationen in Cremes bemerkbar, die in größeren Mengen verwendet werden, zum Beispiel bei Vaseline.

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