Blaukorn: Warum du den Dünger nicht verwenden solltest

Foto: Melanie Hagenau/Utopia

Blaukorn ist ein beliebter Dünger unter Hobbygärtnern. Er versorgt Pflanzen schnell mit wichtigen Nährstoffen. Langfristig schadet er jedoch dem Boden und der Artenvielfalt.

Was ist Blaukorn?

Blaukorn ist ein künstlich hergestellter Dünger. Er enthält eine Nährstoff-Mischung, die fast jede Pflanze braucht: Nitrat, Phosphat und Kalium. Diese Mischung macht Blaukorn zu einem Mehrnährstoffdünger.

Von den enthaltenen Nährstoffen leiten sich weitere Namen von Blaukorn ab: Im Handel findest du ihn als Nitrophoska oder NPK-Dünger, in flüssiger Form oder als Granulat. Da das Granulat oft blau eingefärbt ist, bezeichnet man den Dünger als Blaukorn.

Wie wirkt Blaukorn?

Blaukorn ist ein mineralischer Dünger. Die Nährstoffe sind wasserlöslich und sofort verfügbar. Die Pflanze kann sie direkt über ihre Wurzeln aufnehmen. Das Düngen ist einfach und effektiv:

  • Nitrat enthält Stickstoff. Pflanzen benötigen den Nährstoff, um Proteine zu bilden und zu wachsen.
  • Phosphor ist ein wichtiges Bauelement der DNA. Pflanzen brauchen es, um zu wachsen.
  • Kalium ist wichtig für die Fotosynthese und reguliert den Wasserhaushalt der Zellen.

Viele Blaukorn-Dünger enthalten außerdem Magnesium, das die Pflanze zusätzlich stärkt. Auf der Verpackung ist das häufig mit der Angabe 12/12/17 + 2 vermerkt. Das bedeutet, dass das Blaukorn jeweils 12 Prozent Nitrat und Phosphor, 17 Prozent Kalium und 2 Prozent zusätzliches Magnesium enthält.

Mit Blaukorn kannst du Pflanzen kurzfristig mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Langfristig hat der künstliche Dünger jedoch negative Auswirkungen auf die Umwelt.

Blaukorn: Auswirkungen auf die Umwelt

Einige Hersteller werben mit umweltschonendem Blaukorn.
Einige Hersteller werben mit umweltschonendem Blaukorn. (Foto: Melanie Hagenau/Utopia)

NKP-Dünger enthalten hoch konzentrierte Nährstoffe. Ab einer bestimmten Menge können Pflanzen diese Nährstoffe nicht mehr aufnehmen. Sie sammeln sich im Boden und übersättigen ihn. Das wirkt sich auf Pflanzen und Umwelt aus:

  • Überdüngte Pflanzen schießen oft in die Höhe, während Blüten, Blätter und Früchte nicht richtig wachsen.
  • Viele Wildpflanzen können nur auf nährstoffarmen Böden überleben. Sind zu viele Nährstoffe verfügbar, werden sie von anderen Arten verdrängt. Darunter leidet die Artenvielfalt.
  • Nährstoffe aus überdüngten Böden gelangen ins Grundwasser. Vor allem Nitrat belastet den Nährstoffkreislauf. Es landet in Flüssen, Seen und den Meeren. Als Folge kommt es zur sogenannten Eutrophierung der Gewässer.

Einige NKP-Dünger werben mit einem geringeren Phosphat-Anteil. Sie sind etwas verträglicher für die Umwelt – wirklich umweltschonend sind sie aber nicht. Das Bundesumweltamt berichtet, dass viel Energie nötig ist, um künstlichen Dünger herzustellen. Dafür werden viele Ressourcen verbraucht und es entstehen schädliche Emissionen.

Künstlicher Dünger enthält zudem kein organisches Material. Organisches Material ist aber wichtig, damit der Boden langfristig fruchtbar bleiben kann.

Achtung: In großen Mengen ist Blaukorn giftig. Beachte auf jeden Fall die Hinweise auf der Verpackung. Verwende ihn nicht an Stellen, an denen sich Kinder oder Tiere aufhalten.

Alternativen zu Blaukorn

Organische Dünger sorgen für einen langfristig gesunden Boden.
Organische Dünger sorgen für einen langfristig gesunden Boden. (Foto: CC0 / Pixabay / pixel2013)

Blaukorn und andere chemische Dünger wirken gezielt und kurzfristig. Um deine Pflanzen langfristig gesund zu halten, brauchen sie aber einen gesunden Boden. Chemische Dünger helfen dabei nicht – sie enthalten keine Nahrung für Mikroorganismen im Boden. Diese Mikroorganismen sind wichtig für einen guten Boden. Sie produzieren Humus, der Nährstoffe enthält und die Bodenstruktur auflockert.

Nutze deshalb am besten organische Dünger. Diese bestehen meist auf pflanzlichen Abfallprodukten wie Kompost. Die Bodenorganismen zersetzen den organischen Dünger, versorgen sich dabei selbst und geben gleichzeitig Nährstoffe für die Pflanzen frei. Im Gegensatz zu chemischen Dünger wirkt organischer Dünger langfristig und trägt zu einem gesunden Boden bei.

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