Guano-Dünger: Besonderheiten, Anwendung und Nachteile

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Guano ist schon lange als wertvoller Dünger bekannt. Die verwitterten Vogel-Exkremente bietet deinen Pflanzen einen idealen Nährstoffmix. Der Gewinn von Guano ist allerdings nicht immer umweltfreundlich.

Was ist Guano?

Guano ist ein feinkörniges Pulver. Es entsteht, wenn die Exkremente von Seevögeln auf einem kalkreichen Boden verwittern. Das geschieht vor allem an großen Brutstätten: Durch die Kombination von viel Vogelkot und kalkreichen Eierschalen entstehen meterhohe Schichten Guano.

Das Wort „Guano“ kommt ursprünglich aus Südamerika. In der Sprache der Inka bedeutet es „Dung“. Der verwitterte Vogelkot enthält verschiedene Phosphate, Nitrate und organische Verbindungen.

Guano-Dünger für deine Pflanzen

Guano bietet deinen Pflanzen wertvolle Nährstoffe.
Guano bietet deinen Pflanzen wertvolle Nährstoffe. (Foto: CC0 / Pixabay / ulleo)

Guano ist ein natürlicher Mix aus wertvollen Nährstoffen, Bakterien, Mineralstoffen und Spurenelementen. Sein hoher Phosphor– und Stickstoffgehalt in Kombination mit Kalium und Schwefel macht Guano zu einem besonders nährstoffreichen Pflanzendünger. Er eignet sich für Gemüse und Gehölze ebenso wie für blühende Balkon- oder Kübelpflanzen.

Guano als Dünger bietet viele Vorteile:

  • Guano ist ein organischer Dünger. Das bedeutet, dass die oben genannten Nährstoffe nicht in ihrer reinen chemischen Form vorliegen, sondern eingebunden in natürliche Stoffgemische. Im Boden müssen die Nährstoffe erst für die Pflanzen verfügbar gemacht werden. Diese Aufgabe übernehmen die zahlreichen Mikroorganismen im Boden. Sie zersetzen den Guano-Dünger und bilden dabei unter anderem wertvollen Humus.
  • Guano wirkt deshalb als Langzeitdünger. Wenn er von Bodenorganismen zersetzt wird, gibt er nach und nach Nährstoffe ab. Dadurch ist Guano sehr ergiebig.
  • Guano wirkt als natürliches Fungizid. So schützt er empfindliche Pflanzen vor Pilzbefall.

Guano-Dünger ist oft außerdem mit Gesteinsmehl und Algenablagerungen angereichert – so wird er zu einem wertvollen Volldünger.

Nachteile von Guano-Dünger

Für Guano werden Brutstätten von Seevögeln zerstört.
Für Guano werden Brutstätten von Seevögeln zerstört. (Foto: CC0 / Pixabay / MonikaP)

Guano-Dünger bietet Pflanzen eine ideale Nährstoffkombination – sein Abbau ist aber nicht unbedingt umweltfreundlich.

Da Guano aus Vogelkot entsteht, kommt er besonders häufig an Brutstätten vor – vor allem auf kleinen Inseln an den Küsten Südamerikas. Diese Inseln sind wichtige Zufluchtsorte für viele bedrohte Seevögel und Pinguine. Der Abbau von Guano schadet diesen Orten: Für den Dünger werden Brutstätten und Nisthöhlen von Pinguinen zerstört – sie nisten besonders gerne in Guanomauern. Dadurch werden nicht nur die betroffenen Populationen, sondern das gesamte Ökosystem geschädigt. Selbstgemachte Brennnesseljauche ist umweltverträglicher und bietet deinen Pflanzen ebenfalls wertvolle Nährstoffe.

Guano ist außerdem stark ätzend. Die notwendigen Schutzmaßnahmen für die schwere körperliche Arbeit sind beim Guano-Abbau nur selten gegeben.

Richtig düngen mit Guano

Trag unbedingt Handschuhe, wenn du mit Guano-Dünger arbeitest.
Trag unbedingt Handschuhe, wenn du mit Guano-Dünger arbeitest. (Foto: CC0 / Pixabay / photoAC)

Wenn du deine Pflanzen mit Guano düngen möchtest, hast du eine große Auswahl: Guano-Dünger gibt es flüssig und als Pulver, Granulat oder Düngestäbchen:

  • Pulver und Granulat eignen sich vor allem für Pflanzen im Garten oder Beet.
  • Mit flüssigem Guano kannst du Balkon- und Kübelpflanzen düngen.
  • Für Zimmerpflanzen gibt es spezielle Guano-Stäbchen. Guano-Dünger in Pulver- oder Granulat-Form riecht stechend und ist für geschlossene Räume deshalb ungeeignet.

So kannst du Guano als Langzeitdünger verwenden:

  • Arbeite Guano-Dünger am besten vor dem Pflanzen etwa zehn bis 20 Zentimeter tief in den Boden ein. Wässere den Boden anschließend gut.
  • Du kannst Guano auch direkt in das Pflanzloch geben. So sind die Nährstoffe genau dort, wo die Pflanze sie braucht.
  • Pflanzen in der Blüte- oder Fruchtbildungsphase brauchen ebenfalls Nährstoffe. Du kannst sie mit Guano im Gießwasser düngen.
  • Guano gibt seine Nährstoffe nach Bedarf der Bodenqualität ab. Eine Überdüngung mit Guano ist daher praktisch ausgeschlossen.
  • Als kurzfristiger Dünger bei einem akuten Nährstoffmangel ist Guano aufgrund seiner Langzeitwirkung nicht geeignet.

Achtung: Guano ist stark ätzend. Trage beim Düngen Handschuhe und achte darauf, dass kein Staub deine Augen, Atemwege oder Haut berührt. Pflanzenblätter verätzen beim direkten Kontakt mit unverdünntem Guano-Dünger. Am besten düngst du deshalb an einem windstillen Tag und arbeitest den Dünger direkt in den Boden ein.

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