Blühpatenschaft: Das steckt dahinter

Blühpatenschaft
Foto: CC0 / Pixabay / LUM3N

Mit einer Blühpatenschaft hilfst du Bienen, Schmetterlingen und anderen Blütenbestäubern bei der Nahrungssuche. Hier erfährst du, wie die Patenschaft genau funktioniert.

Blühende Wiesen, Grünflächen oder Felder werden immer weniger. Das stellt für viele Insekten ein Problem dar, denn blühende Pflanzen sind für Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge ein sicherer Lebensraum und eine wichtige Nahrungsquelle. Schwinden diese Flächen, so nimmt auch das Insektensterben zu. Umso wichtiger also, die blühenden Lebensräume zu schützen – das ist auch das Ziel einer Blühpatenschaft.

Warum eine Blühpatenschaft?

Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 nahm die Gesamtmasse der Insekten in Deutschland seit 1989 bereits um über 75 Prozent ab. Das Fehlen von Insekten stellt Ökosysteme vor riesige Probleme. So erfüllen Insekten als Nahrung für Vögel oder als Bestäuber von Blüten eine wichtige Rolle. Sind sie plötzlich weg, können die fragilen Systeme leicht aus dem Gleichgewicht geraten.

Auch die Landwirtschaft leidet unter einem steigenden Insektenschwund. Schließlich bestäuben sie auch Kulturpflanzen wie Erdbeeren, Raps oder Kirschen. Ohne die Bestäuber würde es zu markanten Ernteeinbrüchen kommen.

Gründe für das Insektensterben sind in erster Linie die globale Erwärmung, die landwirtschaftliche Flächennutzung und die daraus resultierende schwindende Pflanzenvielfalt. So sind beispielsweise Pestizide wie Glyphosat oder Neonikotinoide maßgeblich an dem Artensterben beteiligt. Pestizide sind Stoffe, die beispielsweise gegen Schädlinge eingesetzt werden, dabei aber meist auch den Insekten schaden. Sie stören unter anderem die Orientierung und das Immunsystem von Fluginsekten.

Wenn Menschen zudem immer mehr Flächen für die Landwirtschaft nutzbar machen, führt dies zu einer Verarmung der Naturlandschaft. Es gibt dann immer weniger wild wachsende Wiesen und Hecken, sondern immer mehr monotone „Agrarwüsten“ – Geprägt von aggressiven Pestiziden und Düngemitteln sind diese wohl kaum ein geeigneter Lebensraum für Insektenarten. Blühpatenschaften wollen eine Lösung dafür bieten.

Wie funktioniert eine Blühpatenschaft?

Bienen, Hummeln und andere Insekten sind auf blühende Grünflächen angewiesen.
Bienen, Hummeln und andere Insekten sind auf blühende Grünflächen angewiesen.
(Foto: CC0 / Pixabay / cocoparisienne)

Blühpatenschaften werden von unterschiedlichen Organisationen oder Bauernverbänden angeboten, funktionieren aber meist nach einem ähnlichen Prinzip:

  • Landwirt:innen stellen Flächen für die Ansaat von Blühmischungen zur Verfügung.
  • Diese können dann von interessierten Personen ‚erworben‘ werden. Das bedeutet, dass sie pro Quadratmeter und für variierende Zeiträume (je nach Anbieter) einen bestimmten Betrag zahlen.
  • Der Betrag kann sich je nach Anbieter oder Region unterscheiden. Über den Anbieter Mellifera kannst du zum Beispiel eine Patenschaft für eine Blühfläche von 25 Quadratmetern für 15 Euro im Jahr übernehmen.
  • Für den festgelegten Zeitraum verpflichten sich die Landwirt:innen dann im Gegenzug auf der Fläche Blühsamen zu säen und sie nicht anderweitig zu nutzen. So entstehen mehr blühende Grünflächen, die Insekten als Lebensraum und Nahrungsquelle dienen.
  • Eine Blühpatenschaft garantiert dir zudem einen freien Zugang zu deiner eigenen Blühfläche.

Um das Prinzip der Blühpatenschaft attraktiver zu gestalten, erhalten Pat:innen einer Blühfläche ein Zertifikat oder eine Urkunde. Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit eine Blühpatenschaft zu verschenken. 

Anbieter für Blühpatenschaften

Mit einer Blühpatenschaft kannst du den Lebensraum von Schmetterlingen und anderen Insekten schützen.
Mit einer Blühpatenschaft kannst du den Lebensraum von Schmetterlingen und anderen Insekten schützen.
(Foto: CC0 / Pixabay / ROverhate)

Um Blühpatenschaften abzuschließen oder zu verschenken, kannst du auf verschiedene Anbieter zurückgreifen:

  • Wilde Pracht: Wilde Pracht wirbt damit, dass eine Blühpatenschaft im Vergleich zu einem gewöhnlichen Blumenstrauß eine schönere und nachhaltigere Geschenkidee ist. Anstelle von ein paar einzelnen Blumen, verschenkt man eine ganze blühende Fläche für ein volles Jahr. Man kann Flächen ab einem Quadratmeter für drei Euro erwerben. Die Obergrenze liegt bei 100 Quadratmeter für 125 Euro. Dazwischen ist die Quadratmeteranzahl frei wählbar. Anschließend gibst du deine Adresse beziehungsweise die Adresse der jeweiligen Person an. Du siehst dann, welche Blühflächen in der Nähe liegen.
  • Netzwerk blühende Landschaft: Dieses Projekt existiert seit 2016 und wurde seitdem bereits zweimal mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Du kannst hier entweder selbst Blühpat:in werden, eine Blüpatenschaft verschenken oder eine Firmenblühpatenschaft erwerben. Die Patenschaft läuft dann über Mellifera. Bei der Quadratmeteranzahl kannst du zwischen 25 Quadratmetern für 15 Euro pro Jahr, 50 Quadratmetern für 30 Euro, 100 Quadratmetern für 60 Euro und über 100 Quadratmetern für einen dann festgelegten Preis wählen. Danach musst du nur noch dein Bundesland auswählen und bezahlen.
  • Klimawiese: Bei Klimawiese kannst du von einem Quadratmeter aufwärts für 2,99 Euro eine Blühpatenschaft übernehmen oder verschenken. Das Projekt findet im Liebenwalder Naturgarten statt, ist also örtlich gebunden. Klimawiese betont besonders die Vorzüge einer Blühpatenschaft für das Klima. Nach ihren Angaben bindet eine Wiese doppelt so viel CO2 wie ein Acker.
  • Bayerischer BauernVerband: Der bayerische Bauernverband liefert dir einen guten Überblick über alle Projekte zu Blühpatenschaften in Bayern. Du findest hier eine Karte, auf der alle Anbieter für Blühpatenschaften in Bayern als Schmetterlinge eingezeichnet sind. Du kannst dann auf einen Schmetterling in deiner Umgebung klicken und mit der entsprechenden Kontaktperson kommunizieren.

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