BNE: Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung

BNE Bildung für nachhaltige Entwicklung
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BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung – dazu gehört es, Zusammenhänge zu begreifen, das eigene Handeln zu reflektieren und Handlungsalternativen zu erkennen.

BNE: Bedeutung und Ziele der Bildung für nachhaltige Entwicklung

Was nachhaltige Entwicklung heißt, fasst die deutsche UNESCO-Kommission so zusammen: „Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt verwirklichen.“ Damit es funktioniert, diese Ziele zu verwirklichen, muss jeder in der Gesellschaft dazu beitragen. Daher nimmt die Bildung für nachhaltige Entwicklung – oder kurz: BNE – hier eine zentrale Rolle ein:

  • Einerseits soll BNE Wissen und Werte vermitteln. Zu den Themen gehören unter anderem Klima, Umwelt und Ressourcen. Aber auch soziale Aspekte und die globale Perspektive spielen eine wichtige Rolle.
  • Auf der anderen Seite versucht BNE, auch Kompetenzen zu vermitteln: Der Mensch soll befähigt werden, sein eigenes Handeln und dessen Auswirkungen einzuschätzen und gegebenenfalls Alternativen dazu zu finden und seine Entscheidungen danach auszurichten. Mithilfe von BNE sollen wir lernen, die Auswirkungen von unserem Handeln als Individuen oder Gesellschaft und die Mechanismen zu begreifen, die zu Flucht, Krieg oder Terror führen, so beschreibt es das BNE-Portal.

Bildung für nachhaltige Entwicklung geht also weit über herkömmliche Bildung hinaus, indem sie mehr vermittelt als bloßes Faktenwissen. Ziel ist es, BNE in allen Bildungsbereichen zu verankern. Das heißt, die Bildung beginnt bereits im frühkindlichen Alter im Kindergarten, soll sich in der Schule fortsetzen und auch in der Berufsbildung und an Hochschulen eine entscheidende Rolle einnehmen.

Abseits davon soll BNE auch in der informellen Bildung, also dem Lernen außerhalb des Bildungssystems und in den Kommunen Raum finden. Die konkrete Umsetzung dazu liefert ein Nationaler Aktionsplan, in dem 130 Ziele und 349 konkrete Handlungsempfehlungen für BNE verankert sind.

Wer hat BNE ins Leben gerufen?

Der Grundstein für BNE wurde auf der Konferenz in Rio gelegt.
Der Grundstein für BNE wurde auf der Konferenz in Rio gelegt. (Foto: CC0 / Pixabay / ASSY)

Der nationale Aktionsplan für BNE geht zurück auf das UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Ausgearbeitet hat ihn die nationale Plattform für Bildung für nachhaltige Entwicklung, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufen hat.

  • Die Ursprünge der Bildung für nachhaltige Entwicklung gehen auf den UN-Umweltgipfel 1992 in Rio de Janeiro zurück, wo die Agenda 21, das zentrale Aktionsprogramm des Gipfels, Bildung als eine zentrale Säule benennt.
  • Von 2005 bis 2014 rief die UN dann die UN-Dekade für Bildung für nachhaltige Entwicklung ins Leben. Ziel derer war es, dass die Staaten BNE mithilfe der UNESCO in ihre Bildungssysteme integrieren.
  • Im Anschluss daran verabschiedete die UN 2015 das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung. Es ist die Fortsetzung der UN-Dekade und soll dabei helfen, die Idee der BNE auch praktisch in das Bildungssystem zu integrieren.

Das BNE-Portal benennt dafür folgende zentrale Handlungsfelder:

  • politische Unterstützung
  • Lehr- und Lernumgebungen ganzheitlich transformieren
  • Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Lernenden
  • Jugend stärken und mobilisieren
  • nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene fördern

Der Nationale Aktionsplan bringt den Weltaktionsplan von der internationalen auf die nationale Ebene. Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) setzt sich diese nationale Plattform aus sechs Fachforen und einem Jugendforum zusammen, die sich an den verschiedenen Bildungsbereichen orientieren.

BNE: Qualitätskriterien

Die BNE umfasst unter anderem die Lehre vom menschen als Teil der Natur.
Die BNE umfasst unter anderem die Lehre vom menschen als Teil der Natur. (Foto: CC0 / Pixabay / sasint)

Die Arbeitsgruppe „außerschulische Bildung“ hat 10 Qualitätskriterien definiert, die ein Angebot für BNE erfüllen soll. Mit diesen Kriterien soll ein bestimmter Standard für Bidlungsangebote für BNE gewährleistet werden. Insbesondere für die außerschulische Bildung sind die Kriterien relevant.

Ihre Formulierung ist sehr praxisnah und kann gleichsam als Leitfaden für die Erstellung von Bildungs- und Workshopkonzepten herangezogen werden. Gemäß einer Publikation der deutschen UNESCO-Kommission gelten folgende BNE-Kriterien:

  1. Der Mensch soll sich als Teil der Natur und die Natur als Lebensgrundlage verstehen, woraus der Einzelne Schlüsse für sein Leben und seinen Alltag ziehen kann.
  2. Die Idee von weltweit gleichen Lebens- und Gestaltungschancen soll vermittelt werden, sprich globale Gerechtigkeit ist ein zentrales Thema.
  3. Ebenfalls Thema ist die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen, die wir tragen.
  4. In der BNE sollen ökologische, soziale und ökonomische Aspekte vereint werden.
  5. Die Lehrenden und Multiplikatoren sollen greifbar machen, wie du dein Leben im Sinne nachhaltiger Entwicklung gestalten kannst.
  6. Bewahren oder Verändern? BNE soll dazu befähigen, zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen.
  7. Auch das kritische Denken soll gefördert werden: BNE soll dazu anregen, die eigene Haltung zu hinterfragen.
  8. Multiplikatoren sollen das Lernen begleiten und Beteiligung ermöglichen.
  9. BNE zeichnet sich aus durch eine Methodenvielfalt.
  10. Informationen sollen kritisch bewertet werden.

BNE in allen Bildungsbereichen

BNE sucht nach neuen Bildungswegen.
BNE sucht nach neuen Bildungswegen. (Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

BNE soll alle Bildungsbereiche durchziehen. Laut BNE-Portal soll das mit Hilfe aller Bildungsministerien auf Landes- und Bundesebene sowie den Bildungsbehörden gelingen. Ziel ist es, die Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Teilen des Bildungssystems umzusetzen:

  • In der frühkindlichen Bildung im Kindergarten setzt BNE auf den Entdecker- und Forschergeist und beginnt damit, zentrale Werte zu vermitteln.
  • In der Schule sollen die Schüler nicht nur theoretisches Wissen mit auf den Weg bekommen, sondern auch die praktische, selbstständige Umsetzung erlernen und erproben. Damit sollen die Schüler früh lernen, reflektiert mit den Herausforderungen unserer Zeit umzugehen.
  • Berufliche Bildung ist als lebenslanger Lernprozess zu verstehen und bietet den Ort dafür, Erfahrungen zu sammeln und zu gestalten. Beruf und Berufsalltag sind eng mit der gesellschaftlichen Transformation verknüpft. Deshalb sollen die BNE-Prinzipien auch im Berufsalltag angewandt werden.
  • Hochschulen vereinen Bildung, Forschung und Ausbildung. BNE soll hier zukünftigen Führungskräften einen Leitfaden mit auf den Weg geben. Gleichzeitig wird BNE selbst auch an den Hochschulen erforscht. Auch die Lehrer und Ausbilder von morgen werden an Hochschulen ausgebildet. Daher nehmen sie eine zentrale Rolle für BNE ein.
  • Informelle bzw. außerschulische Bildung nutzt das Lernen, das ganz automatisch außerhalb von Klassenzimmern und Hörsälen in der Freizeit stattfindet. Hier ist mehr Freiheit möglich als in den eher starren schulischen Rahmenbedingungen.

Um die Vernetzung und den Austausch einzelner Lernorte zu fördern, zeichnen das BMBF und die deutsche UNESCO-Kommission jedes Jahr besonders herausragende Lernorte und Netzwerke aus, die im Rahmen von BNE tätig sind. Das können Schulen, Kindergärten, Unternehmen oder Vereine und auch sonstige außerschulische Lernorte sein. Auch Kommunen können sich für eine Auszeichnung bewerben.

Außerdem zeichnet die UNESCO jedes Jahr besonders innovative und transformative BNE-Projekte mit dem UNESCO-Preis für BNE aus.

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