Lernmethoden: Hilfreiche Tipps für effektives Lernen

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Effektiv lernen ist keine Frage des Talents, sondern der richtigen Lernmethoden. Wie du dich am besten auf Prüfungen vorbereitest und was du beachten musst, erfährst du hier.

Dass Lernen Spaß macht, würden wohl die wenigsten so unterzeichnen. Dabei ist es ein natürliches Bedürfnis des Menschen, sich neues Wissen anzueignen und Erfahrungen zu sammeln. Andernfalls hätte unsere Evolution wahrscheinlich eine weniger vielversprechende Richtung eingeschlagen.

Aus der Begeisterung, etwas Neues lernen zu wollen wird – im Laufe der Schulzeit – oft die Pflicht, etwas Neues lernen zu müssen. Denn während wir mit unzähligen Informationen überschüttet werden, fehlt oft eine Anleitung, wie wir das Wissen überhaupt sinnvoll verarbeiten und speichern können. Lernen fängt an, uns zu frustrieren. Mit welchen Lernmethoden du das ändern und künftig effektiv lernen kannst, erfährst du hier.

Lernmethoden: neues Wissen einfach verstehen

Lerngruppen helfen dabei komplexe Sachverhalten besser zu verstehen.
Lerngruppen helfen dabei komplexe Sachverhalten besser zu verstehen.
(Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Beim Lernen geht es vor allem darum, neue Informationen richtig zu verarbeiten, abzuspeichern und sie dann in der Prüfung abrufen zu können. Je nach Fachgebiet unterscheidet sich die Art, wie gelernt werden muss. Bei den meisten Fächern solltest du den Sachverhalten verstanden haben und anwenden können. Lernst du aber beispielsweise eine neue Sprache, musst du Vokabeln einfach auswendig lernen.

In jedem Fall ist es wichtig, dass du beim Lernen aktiv wirst und verschiedene Sinneskanäle nutzt. Das bedeutet, dass du den Stoff nicht nur ließt, sondern auch aktiv daran arbeitest, beispielsweise visuell oder auditiv. Mit diesen Lernmethoden kannst du effektiv lernen und neues Wissen verstehen:

  • Ließ das Skript und deine Unterlagen einmal durch. Unterstreiche anschließend die wichtigsten Aussagen und fasse die Informationen in deinen eigenen Worten handschriftlich zusammen.
  • Du kannst die relevanten Inhalte auf eine Mindmap bringen. Diese Lernmethode hilft dir, Zusammenhänge besser zu erkennen und zu verstehen. Nutze dabei verschiedene Farben und Markierungen. Durch die optische Aufarbeitung merkst du dir viele Informationen schneller.
  • Arbeite das Skript durch und fasse relevante Inhalte auf Karteikarten zusammen. Anschließend trägst du das Ergebnis deinen Freunden vor oder sprichst es laut vor dich hin. Diese Lernmethode hat zwei Vorteile: Durch das Sprechen verarbeitet unser Gehirn die Informationen in einem weiteren Bereich und speichert sie doppelt ab. Außerdem wird uns so bewusst, welche Zusammenhänge wir noch nicht verinnerlicht haben.
  • Lernst du für eine Prüfung im naturwissenschaftlichen Bereich? Wenn es dir möglich ist, wiederhole relevante Experimente. Durch das selbstständige Durchführen von Versuchen bekommst du ein besseres Verständnis von der Praxis und kannst so auch die Theorie besser verstehen.
  • Fehlen dir noch weiterführende Informationen? Dann recherchiere anschließend, um deine offenen Fragen zu beantworten. Wenn du nicht weiterkommst, bilde eine Lerngruppe, in der ihr euch gegenseitig helfen könnt.

Lernmethoden für das Einprägen von Vokabeln

Nimm Vokabeln als Audiodatei auf, um auch unterwegs lernen zu können.
Nimm Vokabeln als Audiodatei auf, um auch unterwegs lernen zu können.
(Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Wenn du dir Fakten oder Vokabeln einprägen musst, kannst du folgende Lernmethoden nutzen:

  • Verwende Karteikarten und nimm dir mehrmals täglich einige Minuten Zeit, um dich selbst abzufragen.
  • Nutze Zettel, die du überall dort in der Wohnung verteilst, wo du täglich ran musst. Klebe zum Beispiel Lernzettel auf den Kühlschrank, den Badezimmerspiegel und auf die Innenseite deines Kleiderschranks.
  • Sprich die Vokabeln als Audiodatei auf deinem Handy ein. Immer wenn du unterwegs bist, hörst du dir diese Datei an. Selbst wenn du nicht immer hundertprozentig bei der Sache bist, speichert dein Gehirn die Informationen ab.

Die wichtigste Lernmethode: die richtige Zeiteinteilung

Entwirf einen groben Zeitplan, um den Start für deine Lernphase festzulegen.
Entwirf einen groben Zeitplan, um den Start für deine Lernphase festzulegen.
(Foto: CC0 / Pixabay / janeb13)

Wer sich die Zeit falsch einteilt und das Lernen immer wieder aufschiebt, hat bei Prüfungen oft Schwierigkeiten. Für eine gute Vorbereitung sind vor allem zwei Dinge wichtig: 

  1. Das du einen sinnvoll strukturierten Zeitplan hast.
  2. Das du dich daran hältst.

Abgesehen vom inneren Schweinehund ist der Plan genauso einfach, wie er sich anhört. Am besten unterteilst du einen Makro- und einen Mikroplan. Zu erst benötigst du eine Struktur, um dich richtig organisieren zu können. So gehst du dabei vor:

  1. Sobald der Prüfungstermin feststeht, trägst du ihn in deinem Planer ein.
  2. Jetzt überlegst du dir, ausgehend vom Datum, wie viel Tage du vorab benötigst, um dich vorzubereiten. Plane dabei Zeit ein, um den Lernstoff zu sichten, durchzuarbeiten, zusammenzufassen und zu wiederholen.
  3. Addiere zusätzlich einige Zeit als Puffer. Bei normalen Prüfungen reichen ein bis zwei Tage aus. Sind die Prüfungen komplexer und anspruchsvoller, sei großzügiger mit deiner Planung. Puffer sind besonders wichtig, um nicht durch unvorhersehbare Dinge ins Straucheln zu geraten.

Plane deinen Tag richtig und lerne effektiv

Strukturiere deine tägliche Zeit und dein Lernpensum.
Strukturiere deine tägliche Zeit und dein Lernpensum.
(Foto: CC0 / Pixabay / StartupStockPhotos)

Nun weißt du, wann du mit der Prüfungsvorbereitung beginnen musst. Im nächsten Schritt erfolgt die Planung der einzelnen Tage. Um effektiv lernen zu können, musst du genau das richtige Maß an Belastung für dich finden.

  1. Überleg dir, wie viel Zeit du täglich investieren möchtest, um zu lernen. Versuche dabei möglichst realistisch vorzugehen. Die Zeit sollte genügen, um dich in das Thema vertiefen zu können. Gleichzeitig sollte die Lernzeit nicht acht Stunden überschreiten. 
  2. Mache dir morgens eine Übersicht, welchen Umfang du an diesem Tag schaffen möchtest. Abends kannst du so besser nachvollziehen, wie effektiv du gelernt hast. Das hilft dir auch dabei, dich selbst besser einzuschätzen und deine Zeitpläne zu optimieren.
  3. Wähle eine Tageszeit, die für dich passt. Wann kannst du dich am besten konzentrieren? Vormittags, am Nachmittag oder eher nachts? Es bringt nichts ab zehn Uhr morgens auf den Skript zu starren, wenn du eigentlich erst ab 18 Uhr richtig produktiv wirst.
  4. Um effektiv lernen zu können, sollten Pausen ein fester Bestandteil deiner Lernroutine werden. Zum Beispiel könnte eine Lerneinheit aus 45 Minuten Pauken und 15 Minuten Pause bestehen. Eine dreiviertel Stunde klingt erst einmal recht wenig. Tatsächlich schaffst du ein großes Lernpensum, wenn du dich so lang am Stück fokussieren kannst.
  5. Nutze deine Pausen richtig. Dein Gehirn braucht Zeit, das Gelernte zu verarbeiten. Deswegen solltest du es zwischen den Lerneinheiten nicht zusätzlich mit Informationen füttern. Bewege also lieber deinen Körper, statt den Fernseher anzuschalten.
  6. Wenn du über fünf Stunden täglich lernst, plane eine große Pause in der Mitte deiner Lerneinheiten. Nimm dir die Zeit zu essen, spazieren zu gehen oder für einen halbstündigen Mittagsschlaf. Alles was Stress abbaut ist gut und sinnvoll.
  7. Der Lerntag sollte immer auch Highlights bereit halten. Verabrede dich am Abend mit Freunden oder belohne dich mit einer Runde Yoga. So kannst du dein Frustlevel auch während der Prüfungsphasen gering halten.

Effektiv lernen: Schaffe dir dein ideales Umfeld

Wie, wann und wo kannst du effektiv lernen?
Wie, wann und wo kannst du effektiv lernen?
(Foto: CC0 / Pixabay / ejlindstrom)

Jeder lernt anders. Was für Person A toll funktioniert, kann Person B total aus der Fassung bringen. Werde dir also über folgendes bewusst:

  • Kannst du gut mit digitalen Skripten arbeiten oder fällt es dir leichter, wenn du den Lernstoff auf Papier vorliegen hast? Um das Skript nicht ausdrucken zu müssen und Ressourcen zu sparen, erkundige dich bei alten Jahrgängen. Oft findet sich jemand, der dir seine alten Unterlagen überlässt.
  • Lernst du lieber alleine oder in Gruppen? Erwäge auch, den Stoff erst selbstständig durchzuarbeiten und später gemeinsam mit anderen die Inhalte zu wiederholen.
  • Bist du in der Bibliothek produktiver oder kannst du dich besser am heimischen Schreibtisch konzentrieren?

Zu Hause lernt es sich oftmals am besten. Gleichzeitig bist du hier mit einer ganzen Reihe potenzieller Störfaktoren konfrontiert. Sei unbedingt ehrlich mit dir. Schalte die Geräte ab, die du nicht zum Lernen benötigst. Wenn du das Skript auf dem PC hast, lade es runter und trenne die Internetverbindung. Deine Lernzeit kannst du auch mit einer Stoppuhr statt mit dem Smartphone timen.

Zum Schluss noch drei grundlegende Tipps, um effektiv lernen zu können:

  1. Setze deine Prioritäten richtig. Lasse dich nicht von unwesentlichen Dingen ablenken.
  2. Halte dich nicht mit Kleinigkeiten auf. Wenn du etwas nicht verstehst, mache dir eine Notiz und arbeite dich dann weiter durch den Stoff. Unklare Informationen kannst du später noch recherchieren.
  3. Wiederholen, wiederholen, wiederholen. Auf diese Weise gelangt das neue Wissen in dein Langzeitgedächtnis.

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