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Klimaschutz: 8 Dinge, die Unternehmen jetzt tun können

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Klimaschutz ist das Thema der Stunde. Auch Unternehmen merken, dass nicht nur die Umwelt profitiert, wenn sich die eigene Firma nachhaltiger aufstellt – Image und Geldbeutel gewinnen ebenso. Hier sind acht effiziente Maßnahmen, die kleine und große Firmen sofort umsetzen können.

Einen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann jede Firma, unabhängig davon, was sie herstellt, oder welche Dienstleistungen sie anbietet. Wer schnell handelt, ist nicht nur gegenüber Mitbewerbern im Vorteil, sondern möglicherweise auch gegenüber dem Gesetzgeber.

Wenn nämlich künftig höhere Abgaben für CO2, unnötigen Müll oder hohen Energieverbrauch fällig werden oder neue Klimaschutz-Regeln in Kraft treten, haben Firmen die Nase vorn, die bereits vorgesorgt haben. Sie müssen dann nicht mit dem Rest der Branche um teure Experten konkurrieren, die bei nötigen Umstellungen helfen.

Umweltschutz im Betrieb: Früher ist besser

Mehr für den Klimaschutz zu tun, bedeutet auch nicht, dass ein Unternehmen von heute auf morgen all seine Produkte oder Angebote auf bio, öko oder Fairtrade umstellen muss. Es reicht aus, an zentralen Stellschrauben zu drehen, die einen möglichst hohen Wirkungsgrad haben: je effizienter, desto intelligenter. Hier sind acht Maßnahmen, die kleine und größere Firmen jetzt schon umsetzen können – ohne ihr komplettes Geschäftsmodell auf den Kopf zu stellen oder sich riesige Investitionen aufzuladen.

1. Mit der Suchmaschine Bäume pflanzen

Mit zwei Klicks kann jeder Mitarbeiter seine Standard-Suchmaschine wechseln. An eine faire Google-Alternative hat man sich schnell gewöhnt, für uns zählt zurzeit beispielsweise Ecosia aus Berlin zu den empfehlenswertesten. Die Suchmaschine liefert die gleichen Ergebnisse wie Bing, im Unterschied zu Google & Co. wird aber für jede Suchanfrage Geld in Aufforstungsprojekte investiert.

Laut Ecosia finanzieren rund 45 Anfragen einen neuen Baum, viele Bildschirmarbeiter dürften das an einem Tag leicht zusammenbekommen. Jeder neue Baum bindet wiederum geschätzte 10 kg CO2 im Jahr und verlangsamt so den Klimawandel. Da Bäume nur einmal gepflanzt werden müssen, ist der Effekt über die Jahre sogar kumulativ.

  • Aufwand: Mini.
  • Ersparnis: Spürbar. Bei 250 Arbeitstagen mit 1 Baum/Tag ca. 2.500 kg CO2 pro Arbeitnehmer pro Jahr.

2. Zu echtem Ökostrom wechseln

Bringe Ökostrom in deine Kommune!
Bitte hier entlang! Die Umstellung auf echten Ökostrom ist schnell erledigt. (Foto: CC0 / Pixabay / 4941)

Was selbst uns überrascht: Es gibt Ökostrom-Anbieter, die nicht nur garantiert sauberen Strom liefern, sondern auch noch günstiger sind als der konventionelle Strommix vieler Stadtwerke. Heißt: Wer gleich wechselt, spart Geld, treibt die Energiewende voran und kann – mit gutem Gewissen – auf seine Website schreiben, dass er sauberen Strom bezieht.

Aber Achtung: Nicht überall, wo grüner Strom draufsteht, ist auch welcher drin! Viele selbsternannte Ökostrom-Anbieter gehören beispielsweise zu Atomkonzernen oder können keine glaubwürdigen Siegel vorweisen. Unsicher? Mit diesen 7 Tarifen für Ökostrom machst du nichts falsch, weitere echte Ökostrom-Anbieter findest du in unserer Utopia-Bestenliste Ökostromanbieter.

  • Aufwand: Bei kleinen Betrieben nicht mal eine Stunde.
  • Effekt: Hoch. Bei einem Verbrauch von 1.500 kWh pro Person (Schätzwert für Büroarbeiter) kommen über 700 kg CO2-Ersparnis im Jahr zusammen, wenn man vom normalen Strommix zu Erneuerbaren Energien wechselt. Bei Gewerbe, das energieintensiver arbeitet, beträgt die Ersparnis schnell viele Tausend Kilo im Jahr.

3. Geschäftskonto bei einer grünen Bank führen

Das Geld, das auf den meisten deutschen Geschäftskonten liegt, finanziert – neben vielen guten Projekten – leider auch Nahrungsmittelspekulation, Atomkraft und Kriege. Kein Wunder, sind doch nicht nur die meisten Privatbanken wie die Deutsche Bank, sondern auch einige Sparkassen-Verbände in Rüstungsfirmen investiert. Da macht der Blick aufs Konto gleich noch weniger Spaß.

Wer mit seinem Geschäftskonto zu einer nachhaltigen Bank wie der EthikBank, GLS Bank oder Triodos Bank wechselt, schließt fragwürdige Investitionen von vornherein aus. Besser noch: Grüne Banken finanzieren mit ihren Einlagen keine Kriege, sondern beispielsweise erneuerbare Energien oder ökologische Landwirtschaft.

Natürlich ist ein Kontowechsel mit Aufwand verbunden – der sich aber spätestens dann auszahlt, wenn man beeindruckten Kunden seine neuen Bankdaten mitteilt …

  • Aufwand: Mittel, leichte Mehrkosten.
  • Effekt: Hoch. Eine CO2-Ziffer anzugeben, ist leider nicht möglich, da sich Banken, Kontostände und Anlagemodelle zu sehr unterscheiden. Auch betreffen die positiven Effekte nicht nur das Klima, sondern auch Abrüstung und Umweltschutz allgemein.

4. Klimafreundliche Schreibwaren & Druckaufträge

Fairphone 3 Test
Vorschlag fürs Firmenhandy: Fairphone 3 – lässt sich sogar selbst reparieren (Foto © Utopia/AW)

Auch Druckerpapier und Kugelschreiber müssen produziert werden, auch sie brauchen Rohstoffe und Energie. Dabei lässt sich das Arbeitsmaterial der Kollegen und Mitarbeiter mit wenig Aufwand „klimaoptimieren“ – am besten gleich ab dem nächsten Einkauf.

Wer sich Büromaterial über einen Versand schicken lässt, kann einfach von einem konventionellen zu einem nachhaltigen Anbieter wechseln: Ein Händler wie Memo.de führt beispielsweise überwiegend grüne Produkte, bietet sinnvolle Filterfunktionen (z.B. nach dem Blauen Engel) und hat mit der Memo-Box auch noch ein schlaues Versandkonzept.

Wer häufig Drucksachen in Auftrag gibt, hat auch hier viel Spielraum. Hier lohnt sich ein Blick auf die Umweltdruckerei, Printzipia und andere Öko-Anbieter, die klimaneutral auf Recyclingpapier drucken.

  • Aufwand: Keiner, nachhaltige Produkte sind aber normalerweise etwas teurer.
  • Effekt: Sehr variabel, zu Papier und Druckerzeugnissen siehe beispielsweise die Informationen des Umweltbundesamtes

5. Dienstreisen nur noch mit Bahn & Bus

Bus Reisebus Fernbus
Die beste Klimabilanz? Hat der Reisebus! Noch besser ist nur die Video-Konferenz (Foto: Petair / stock.adobe.com)

Flugreisen sind mitschuldig an der Klimakrise, da sie CO2 ausstoßen und Kondensstreifen erzeugen. Derzeit gehen schätzungsweise vier bis fünf Prozent der Treibhausgase aufs Konto der Luftfahrt (Studie), Tendenz steigend. Während Prozentzahlen strittig sind, gilt dies nicht für die Erkenntnis, dass Bahn und Fernbus zurzeit die klimaschonendsten Verkehrsmittel sind, die uns für längere Strecken zur Verfügung stehen. Fürs klassische Auto gilt das nicht, auf den Kilometer gerechnet, ist dessen Umweltbilanz ähnlich verheerend wie die von Flugzeugen (zumindest, wenn nur eine Person im Wagen sitzt).

Eine Firma, die Klimaschutz ernst nimmt, wird ihre Mitarbeiter deshalb dabei unterstützen, auf Flugzeug und „Alleingänge“ im Pkw zu verzichten. Sie wird Kollegen belohnen, die Mitfahrgemeinschaften bilden, ÖPNV-Tickets und Bahncards bezuschussen, wird Leihräder und Ladesäulen für E-Autos anbieten und natürlich Homeoffice ermöglichen, das Zeit, Geld und CO2 spart.

Eine nachhaltige Firma investiert außerdem in zeitgemäße Technik, mit der sich Videokonferenzen in attraktiver Ton- und Bild-Qualität durchführen lassen. Für eine Online-Schalte fallen keine Umweltkosten an, es geht keine Reisezeit verloren, kein Hotel muss bezahlt werden, und alle Beteiligten können abends wieder bei ihren Familien sein.

  • Aufwand: Unterschiedlich.
  • Effekt: Hoch, wenn beispielsweise Flugreisen durch Video-Schaltungen ersetzt werden.

6. Klimaschutz kostet Geld? Förderung beantragen!

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Da, nimm! Viele Umwelt-Fördertöpfe warten darauf, geleert zu werden (Foto: © Christian Dubovan - Unsplash.com)

Wer nachhaltiger werden will, muss nicht alle Kosten selbst tragen. Viele öffentliche Institutionen stellen Gelder oder Unterstützung bereit. Eine Auswahl:

  • Das Bundesumweltministerium hat eine Datenbank mit Fördermöglichkeiten für Firmen.
  • Auch das Bundeswirtschaftsministerium führt eine umfangreiche Förderdatenbank, in der Programme von Bund, Ländern und EU zum Umwelt- und Naturschutz abgerufen werden können.
  • Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ist ebenfalls eine gute Anlaufstelle für ambitionierte Firmen mit Ideen.
  • Großes Einsparpotential (in CO2 und Euro) liegt auch in einer Energieberatung. KMUs können sich auch hier fördern lassen, Anlaufstellen dafür sind u.a. das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und die Verbraucherberatung.

7. „Nachhaltigkeit“ auf der Website platzieren

Zeit für eine Belohnung: Wer den Menüpunkt „Nachhaltigkeit“ auf der Firmenwebsite einrichtet, zeigt nicht nur, welchen Beitrag das eigene Unternehmen zum Umweltschutz leistet, sondern inspiriert auch Kunden und Mitbewerber – auch das ist nachhaltig. Es muss nicht gleich ein CSR-Bericht werden, ein kleiner Onlinehändler wie Grüne Bude zeigt, wie man’s machen kann: Dort reicht eine bescheidene Unterseite, um alle Nachhaltigkeitsmaßnahmen (Ökostrom, -bank, -versand etc.) aufzuführen.

Aber Vorsicht: Es ist wichtig, immer deutlichen Abstand zu allem zu halten, was nach Greenwashing aussehen könnte! Manch schwarzes Schaf macht heute auf Grün, Kunden und Konkurrenten merken deshalb schnell, wenn eine Firma mit Fantasie-Maßnahmen prahlt. Mit Begriffen wie „natürlich“, „ökologisch“ oder „grün“ um sich zu werfen, ohne dafür Belege zu haben, davon sollten seriöse Unternehmen Abstand nehmen.

  • Aufwand: Gering.
  • Effekt: Wenn seriös, inspirierend.

8. Klimaschutz im Unternehmen – was sich noch lohnt

Held-Supermann
Klimahelden dürfen klein anfangen – jede Verbesserung zählt (Bild: Unsplash)

Hier noch einige einfache bis aufwändige Maßnahmen, die ambitionierte Firmen angehen können. Die Liste ist unvollständig, wenn Sie gute weitere Ideen haben, lassen Sie’s uns bitte wissen!

  • Drucker standardmäßig zweiseitig und, wenn möglich, in den Sparmodus stellen
  • Elektroautos als Firmenfahrzeuge (Steuervorteil!)
  • Fair-Trade-Kaffee für die Küche
  • Kaffee ohne Nespresso-Kapseln
  • Gemeinwohlbericht erstellen
  • Grüne bAV für Mitarbeiter
  • Grüne Krankenkasse für Mitarbeiter
  • Klimafreundlicheres Kantinenangebot
  • Klimaschutzzertifikate erwerben
  • Leuchtmittel austauschen: LED-Birnen
  • Kostenlose Tupperdosen, mit denen Mitarbeiter ihr Mittagessen holen können
  • Mitfahrkoordination für Mitarbeiter
  • Nachhaltige Versicherungen statt konventioneller
  • Nachhaltigere Werbeartikel
  • Ökogas für die Heizung
  • Server mit grünem Hosting betreiben
  • Photovoltaik aufs Dach oder andere Möglichkeit nutzen, eigenen Strom zu produzieren

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