Die besten Anbieter für Carsharing: Share Now, Cambio & Co.

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Über zwei Millionen Bundesbürger nutzen Carsharing bereits, privat oder über große Plattformen. Utopia stellt Anbieter wie Share Now, Flinkster, Cambio und Stadtmobil vor und erklärt die Unterschiede (privat vs. klassisch; stationsgebunden vs. free-floating).

Zumindest in den Städten ist es heute schon weit verbreitet, sich ein Auto zu teilen. Die Gründe können ganz unterschiedlich sein: Gewachsenes Umweltbewusstsein, finanzielle Erwägungen oder Freude an Flexibilität und Minimalismus. Auch als Statussymbol hat das Auto seine Bedeutung für viele verloren. Der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut, Mitfahrgelegenheiten ergänzen öffentliche Verkehrsmittel. Elektrofahrräder und Pedelecs, (E-)Roller und Skateboards sind populär wie nie und werden ganz oder teilweise für den Weg ins Büro benutzt. Auch müssen in Coronazeiten viele nicht mehr täglich ins Büro fahren, sodass es immer attraktiver wird, aufs eigene (Zweit-)Auto zu verzichten.

Carsharing ist ein weiterer Baustein in Richtung autofreie Zukunft. Eine Zukunft, die sich vielleicht nicht jede*r wünscht, und die sicher nicht jede*r von heute auf morgen in seine Lebensumstände einbauen kann. Dennoch rechnet der Bundesverband CarSharing (bcs) in seiner Studie vor, dass Anfang 2020 knapp 2,3 Mio. Fahrberechtigte bei den rund 220 deutschen Carsharing-Anbietern angemeldet waren – eine beachtliche Anzahl. Vor allem die „Free-floating“-Sparte, bei den man das Auto nicht an einer bestimmten Station abholen muss, hat stark zugelegt. Und Carsharing ist kein reines Großstadtphänomen mehr: Laut bcs gab es Anfang 2020 auch in fast der Hälfte aller Städte mit 20.000 bis 50.000 Einwohner*innen Carsharing-Angebote.

Auf dieser Seite stellen wir dir verschiedene Carsharing-Anbieter vor und erklären, worin sie sich unterscheiden.

Carsharing: Pro & Contra

Pro:

  • Carsharing spart Geld, weil die Anschaffungs- und Fixkosten (Stellplatz, Versicherung, Steuer, Reparaturen u.v.a.) rechnerisch auf alle Nutzer*innen umgelegt werden. Besonders attraktiv sind private und gemeinwohl-orientierte Carsharing-Anbieter (siehe unten), die nicht darauf ausgelegt sind, Gewinn zu machen.
  • Ein inzwischen starkes Netz an unterschiedlichen Anbietern garantiert theoretisch, dass immer ein Auto verfügbar ist, auch verschiedene Modelle.
  • Nachhaltig ist Carsharing natürlich auch: Je nach Schätzung ersetzt ein gesharter Wagen vier bis sechzehn privat genutzte Autos. Das schafft zudem öffentliche Fläche, die allen zur Verfügung steht.

Contra:

  • Als oberste Hemmschwelle beim Carsharing gilt die Angst, dass gerade kein Auto zu haben ist, wenn man es mal dringend braucht. Das ist eine Sorge, die natürlich kein Anbieter vollständig aus der Welt räumen kann.
  • Die Nutzung erscheint zunächst aufwendiger und komplizierter als gewohnt, die Anmeldung ist oft kostenpflichtig.
  • Wer das Auto zum Pendeln benötigt, kann einen geteilten Pkw schlecht in seinen Alltag einbinden.
  • Nicht jeder fährt gerne mit einem fremden Wagen.
  • Gerade auf dem Land sind Carsharing-Angebote noch nicht flächendeckend vorhanden.

Einen grundsätzlichen Unterschied macht es beim Carsharing, ob das Auto von privat zu privat vermietet wird oder von einem kommerziellen Unternehmen zur Verfügung gestellt wird.

Stiftung Warentest testete im Mai 2020 insgesamt acht Carsharing-Anbieter, sechs Anbieter mit eigener Flotte und zwei private Carsharing-Anbieter. Getaround und Snappcar (beides private Anbieter) schnitten dabei deutlich schlechter ab. Bei Snappcar war es für die Tester*innen sehr schwer, Fahrten zu buchen.

Carsharing: Private Anbieter (P2P)

Beim privaten Carsharing bietet eine Privatperson das eigen Auto über ein Internetportal in der lokalen Umgebung an und verleiht es entgeltlich an Mitbürger*innen vor Ort. Der Vermieter senkt durch die Einnahmen seine Unterhaltskosten; der Mieter zahlt zusätzlich zur Leihgebühr normalerweise das Benzin, das er verfährt, sowie Parkgebühren. Privates Carsharing wird auch als Peer-to-Peer-Carsharing bezeichnet.

Carsharing zwischen Privatpersonen kann im kleineren Kreis von Nachbarn, Freunden oder Bekannten geschehen – für diesen Fall stellt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) einen praktischen Mustervertrag für nachbarschaftliches Autoteilen zur Verfügung. Privates Carsharing kann aber auch von einem professionellen Betreiber organisiert werden, der sich um Buchungssystem und Rechnungsstellung kümmert. Wir stellen dir die vier größten Anbieter vor – alle richten sich an Automieter*innen und -vermieterinnen gleichermaßen.

1. Getaround.de

Getaround, ehemals Drivy, vermittelt Tausende private Autos an zahlreichen Standorten in Deutschland. Die Anmeldung ist kostenlos. Die Plattform gibt es auch als App für Android und iPhone. Die Autos sind Vollkasko- und Haftpflicht-versichert.

Website: Getaround.de

2. Snappcar.de

Snappcar, ehemals Tamyca, bietet mehr oder weniger das gleiche Angebot, nämlich das private Mieten und Vermieten von Autos in Deutschland, Niederlande, Dänemark und Schweden. Smartphone-Nutzer*innen finden Apps bei Google Play und Apple iTunes. Auch bei Snappcar werden die Autos Vollkasko-versichert. Jede*r neue Mieter*in muss einen Verifizierungsprozess durchlaufen.

Website: Snappcar.de

3. Turo.com

Turo.com ist eine Carsharing-Plattform, die in insgesamt 56 Ländern aktiv ist. Die Nutzer*innen können aus über 850 Automarken und -modellen auswählen. Es gibt ebenfalls eine App, die Neuanmeldungen werden geprüft, die Autos sind versichert.

Website: Turo.com

4. Getaway

Get-a-way.com: Die Carsharing-Plattform setzt auf ein Safetykit in jedem Carsharing-Fahrzeug, das Mieten und Vermieten durch innovative Technik vereinfachen soll. Vermieter*innen können damit zum Beispiel den Wunschpreis pro Kilometer festlegen. Die Autos sind versichert, die Anmeldungen werden überprüft.

Website: get-a-way.com

Hier findest du die Bewertungen der Utopia-Community zu den privaten Carsharing-Diensten:

Klassisches Carsharing

Klassische Carsharing-Anbieter unterhalten eigene Fuhrparks mit verschiedenen Fahrzeugmodellen. Sie sind überwiegend gewerblich unterwegs, doch es gibt auch Organisationen ohne kommerzielles Interesse, etwa Vereine. Die großen kommerziellen Anbieter bieten naturgemäß professionellere Buchungssysteme und Apps, die kleineren punkten mit lokalem Charme und Individualität.

Carsharing in Deutschland
Vor allem in Städten nutzen Millionen Deutsche Carsharing-Angebote. (Foto: © Kzenon / Fotolia.com)

Stationsgebundenes Carsharing

Das stationsbasierte Carsharing ist in Deutschland am weitesten verbreitet: in 840 Städten und Gemeinden. Beim ortsgebundenen Carsharing stehen die mietbaren Autos stets an bestimmten Abholstationen und müssen auch wieder dorthin zurückgebracht werden.

Bei dieser klassischen Carsharing-Variante müssen die Kraftfahrzeuge normalerweise mit einer gewissen Vorlaufzeit gebucht werden. Anbieter wie Flinkster kombinieren das längerfristige Reservieren aber auch mit der Möglichkeit, freie Fahrzeuge, die sich in der Nähe befinden, spontan anzumieten. Übrigens: Cambio, Stadtmobil und Teilauto wurden für ihr Carsharing-Angebot jeweils mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.

1. Cambio

Cambio deckt über 210 Städte mit mehr als 5.680 Fahrzeugen ab und ist vor allem in Norddeutschland und Belgien stark vertreten. Auch hier lassen sich verschiedene Größenklassen wählen. Man kann zwischen verschiedenen Tarifen wählen, beim Basistarif entfällt die monatliche Grundgebühr. Die Tarife können je nach Bedarf monatlich gewechselt werden, allerdings ist pro Jahr nur ein Tarifwechsel kostenlos, alle weiteren kosten 15 Euro.

Website: Cambio Carsharing

2. Flinkster

Bei Flinkster, dem Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn (früher DB Carsharing), wählst du zwischen verschiedenen deutschen Städten und Fahrzeugklassen von Klein bis Transporter. Der Preis wird bei Flinkster stündlich berechnet, darüber hinaus gibt es Tages- oder Wochentarife mit und ohne Grundgebühr. Die Erstanmeldung kostet 50 Euro, mit Bahncard bekommt man diese gutgeschrieben. Naturgemäß stehen bei Flinkster viele Autos an Bahnhöfen.

In Städten wie München bietet Flinkster aber auch zahlreiche Fahrzeuge an, die in größeren Quartieren „free floaten“ (siehe unten). In vielen Städten arbeitet Flinkster mit lokalen Partnern (wie Teilauto) zusammen. Elektroautos findest du übrigens sowohl bei Flinkster als auch bei Cambio und auch bei einigen anderen Anbietern.

Website: Flinkster

3. Stadtmobil

Der Carsharing-Verbund Stadtmobil bietet in über 180 Städten in Deutschland eine sehr umfangreiche Palette an Fahrzeugen an. Die Verbreitungsgebiete sind Berlin, Hannover, Karlsruhe, Rhein-Main, Rhein-Neckar, Rhein-Ruhr, Stuttgart und Trier. Die Autos können online, per App oder telefonisch gebucht werden. Autos gibt’s sowohl stationsgebunden als auch free-floating.

Website: Stadtmobil

4. Teilauto

Teilauto bietet Carsharing vor allem in Mitteldeutschland an. Nach eigenen Angaben besitzt Teilauto 4.500 Fahrzeuge in der gesamten Bundesrepublik und 650 Stationen in Mitteldeutschland. Durch eine Kooperation mit Flinkster können Nutzer*innen in ganz Deutschland Autos benutzen. Die Autos können über die Website, per App oder telefonisch gebucht werden.

Website: teilauto.net

Bei Stiftung Warentest erhielten Cambio, Flinkster und Stadtmobil im Mai 2020 allesamt die Note „gut“ (Teilauto war nicht im Test).

Free-floating Carsharing

Beim stationsunabhängigen Carsharing (bundesweit an 17 Städten und Gemeinden) gibt es keine Abholstationen für die Autos. Großer Vorteil beim „frei flottierenden“ Carsharing: Du mietest das Auto spontan, findest es im Idealfall in der näheren Umgebung vor und stellst es nach der Fahrt einfach auf einem öffentlichen Parkplatz (meistens innerhalb bestimmter Zonen) wieder ab.

1. Share Now (Car2go & Drivenow)

Share Now ist der Zusammenschluss zweier Autohersteller: Car2go ist der Dienst von Mercedes-Benz-Hersteller Daimler, entsprechend sind die meisten Autos hier Smarts. Drivenow ist der Free-floating-Dienst von BMW. Zu mieten gibt es deshalb BMW- und MINI-Modelle. Das Angebot ist neben Deutschland in sieben weiteren europäischen Ländern nutzbar, darunter Frankreich, Österreich und Italien.

Mit einer Smartphone-App findest du Autos in deiner Nähe, reservierst sie und öffnest sie auch damit. Die Zahlung funktioniert ebenfalls per App. Die Anmeldung ist kostenpflichtig, Grundgebühr gibt es keine. Abgerechnet wird nach Minuten, Stunden oder Tagen. Einige bemängeln die verhältnismäßig hohen Preise.

Website: Share Now

2. Sixt Share

Auch Autoverleiher Sixt hat eine Carsharing-Sparte: Sixt Share. Free-floaten ist damit in Berlin, Hamburg und München möglich. In Bochum, Dresden, Leipzig, Duisburg und Nürnberg gibt’s darüber hinaus stationsbasiertes Carsharing. Registrierung und Buchung funktionieren auch hier per App (Android und Apple). Die Registrierung ist kostenlos. Die Abrechnung erfolgt im Minutentakt, es gibt aber auch einen Tagestarif.

Wie man sieht, stehen hinter Free-floating-Carsharing oft größere Automobilhersteller (auch Citroen und Opel haben sich schon im Geschäft versucht). Sie sehen in Carsharing-Konzepten verschiedene Chancen: Zum einen erzielen sie Gewinn, weil ein gut ausgelastetes Mietauto ähnlich profitabel sein kann wie ein verkauftes Auto. Zum anderen bietet sich damit die Möglichkeit, neue Wagen unters Volk zu bringen und darauf zu hoffen, dass der eine oder andere auf den Geschmack (eines Smarts, MINIs etc.) kommt.

Website: Sixt Share

Sowohl Share Now als auch Sixt Share wurden von Stiftung Warentest im Mai 2020 als „gut“ bewertet. Die Anmeldung, Autosuche und die Buchung funktionierten zur Zufriedenheit der Tester*innen.

Carsharing Autoparkplatz
Carsharing gibt es stationsgebunden oder free-floating. Bei Letzterem musst du das Auto nicht an einem bestimmten Ort abstellen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - fill)

Carsharing in Zahlen

Der Bundesverband CarSharing (bcs) gibt an, dass Bürger in 840 Orten Zugang zu Carsharing haben. Zu Jahresbeginn waren laut bcs 2,29 Mio. Carsharingkund*innen registriert, die sich insgesamt 25.400 Carsharing-Fahrzeuge teilten. Fast die Hälfte der Nutzer*innen sind bei mindestens einem Free-Floating-Anbieter angemeldet. Insgesamt zählt die Bundesrepublik 226 Car-CarSharing-Organisationen; das stationsbasierte Carsharing ist flächenmäßig am stärksten vertreten.

In 840 deutschen Städten und Gemeinden gab es laut bcs Carsharing-Anbieter. Spitzenreiter ist Karlsruhe: Hier stehen 1.000 Einwohnern 3,23 Carsharing-Fahrzeuge zur Verfügung, danach folgen München mit 2,13 Fahrzeugen und Hamburg (1,61 Autos) knapp vor Berlin.

Kurz: An Angeboten fehlt es nicht.

Fazit zum Carsharing: Wie gut ist die Umweltbilanz?

Es lohnt sich, sich mit dem Thema Carsharing auseinanderzusetzen. Anbieter wie Car2go, Cambio, Drivenow, Flinkster, Stadtmobil und andere machen es heute leichter denn je. Mithilfe der verschiedenen Anbieter-Apps ist es inzwischen sehr einfach, sich anzumelden und verfügbare Autos zu finden.

Und in punkto Umwelt? Carsharing kann eine echte Alternative zum eigenen Wagen sein. 2016 gaben laut bcs 78 Prozent der Kund*innen stationsbasierter Carsharing-Anbieter in Innenstädten an, dass sie kein eigenes Autor mehr haben. Diese Zahl erscheint auf den ersten Blick hoch.

Gleichzeitig kam das Öko-Institut im Herbst 2018 in einer umfangreicheren Untersuchung zu dem Ergebnis, dass zum Beispiel das Free-floating-Carsharing vor allem eine bestimmte Zielgruppe anspricht: jung, männlich und höher gebildet. Andere Zielgruppen konnten mit Carsharing gemäß der Studie nicht so gut erreicht werden.

Zudem wird Carsharing vorrangig in bestimmten Lebensabschnitten genutzt. Ziehen die hochgebildeten Gutverdiener von der Innenstadt ins Umland, schaffen sie sich trotz Carsharing-Angeboten in der Regel doch einen eigenen Wagen an. Das Öko-Institut kam zu ähnlichen Ergebnissen: In den untersuchten Städten Stuttgart und Frankfurt wurden die Autos im Untersuchungszeitraum – trotz Free-floating-Carsharing – nicht weniger.

Die positive Umweltbilanz von Carsharing ist deshalb umstritten. Der bcs kommt in einer Studie zum Ergebnis, dass ein Carsharing-Fahrzeug zwischen acht und 20 private Autos ersetzen kann. Das Öko-Institut konnte diesen Rückgang in seiner Studie nicht bestätigen.

Utopia meint: Carsharing hat das Potenzial, die Autos in unseren Städten auf längere Sicht zu reduzieren – auch wenn noch nicht klar ist, wie viele Privatautos durch geteiltes Fahren tatsächlich eingespart werden können. Schneller ginge es in jedem Fall voran, wenn das (private) Autofahren in der Stadt weiter unattraktiver würde, etwa durch weniger öffentliche Parkplätze, höhere Parkgebühren und teurere Anwohner-Parkausweise. Werden die Carsharing-Flotten mit Elektroautos ausgestattet, ist das ein zusätzlicher Pluspunkt für die Umweltbilanz.

Statt eigenem Auto empfehlen wir übrigens, öfter mal das Fahrrad zu nehmen oder Zug und Fernbus zu nutzen. In der Stadt kommst du natürlich auch mit dem ÖPNV bequem von A nach B.

Autoren: L. Pritzl, A. Winterer, L. Wirag, S. Zeilbeck

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(5) Kommentare

  1. Tja – die schöne gute Welt des Teilens …
    Sicher ist, dass mit Carsharing mehr Autos auf den Markt kommen – weil sich Leute, die sonst kein Auto hätten eben das Autofahren leisten. Sobald diese Sharing-Konzepte kommerzialisiert sind, folgen sie wirtschaftlichen Interessen und nicht mehr den nachhaltigsten Überzeugungen. Es verleitet eher Leute zum Autofahren, die sonst nicht fahren würden. Die wenigsten Nutzer die ich kenne, schaffen ihr eigenes Auto ab, um Car- sharing zu nutzen. Ich selbst bin Car Sharing Nutzer und profitiere von diesem Dienst seit 10 Jahren – aber es ist mit Vorsicht zu genießen. Manchmal wird es sogar bei uns die günstige Alternative zu den überteuerten Öffis – und das darf nicht sein.

  2. Diese These wäre demnach, Carsharing würde Menschen zum Autofahren verführen, Das wird ja durchaus diskutiert, etwa hier („Das Fazit des Bundesverbands CarSharing ist deshalb: Die jetzt vorgelegte Studie eignet sich nicht als Grundlage für eine Debatte über das Verhältnis von CarSharing und öffentlichem Nahverkehr.“) oder hier („Langfristige Auswirkungen können bisher nicht belegt, höchstens antizipiert werden.“).

    Die Frage wird am Ende sein, ob die Zahl derer, die (Share-) Auto fahren, obwohl sie kein normales Auto fahren würden, im gleichen Maße zunimmt wie die Zahl derer, die bereit sind, ihr Auto abzuschaffen, weil sie erkennen, dass ein zielgerichtet genutzter Mix aus Carsharing und ÖPNV ihre Mobilitätsbedürfnisse stillen kann. Und ich denke, für diese Rechnung ist die Zeit noch zu früh.

  3. Für die Aussage „Manchmal wird es sogar bei uns die günstige Alternative zu den überteuerten Öffis“ hätte ich gerne ein belastbares Beispiel.
    Ich kenne erstens tatsächlich die ersten zwei Familien in Berlin, die das eigene Auto abgeschafft haben. Die nutzen Autonetzer, Car2Go und Drivenow.
    Zweitens sind die Carsharing-Angebote auch dann ein Segen, wenn überhaupt garniemand auf die Anschaffung eines eigenen Autos verzichtet. Sie sind eine praktische, bezahlbare Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr, keine Konkurrenz – vor allem keine billigere.
    Mein persönliches Beispiel: Ich wohne ein Stück außerhalb von Hamburg. Bevor es die Carsharing-Angebote gab, bin ich gelegentlich mit dem eigenen Auto in die Stadt ins Büro gefahren, weil ich irgendwann am Tag noch eine Strecke zurücklegen musste, die mit den Öffentlichen sehr unpraktisch und zeitaufwendig wäre. Das mache ich heute nicht mehr.

  4. Ein belastbares Bsp. wäre: meinen Sohn in den Kindergarten mit dem Bus zu bringen
    (normal geht das mit dem Fahhrad, aber manchmal hagelt es Katzen 🙂
    * Fahrradkosten gehen gegen 0 (ca. 200 € jährlich in alle Reparaturen usw)
    * Carsharing: 2 € (1 h) + 1,30 € für 5 km = 3,30 €
    Jahresgebühr Carsharing liegt bei 60 € schwer miteinrechenbar
    alles inkl. Mwst

    * Öffentl. Nahverkehr
    2* Busticket Erwachsene /(Sammelticket 2,12 pro Fahrt) in MZ= 4,24
    1* Kinder 1,32
    =5,56 €
    Preise Mainzer Verkehrsgesellschaft
    und Book-n-drive

    Mit dem Bus brauchen wir pro Fahrt ohne Warten 24 Min
    Mit dem Auto 7 Minuten
    Ich finde, das ist ein absolut trauriges Beispiel – für uns in Mainz sind das leider die Preise.
    Gott sei Dank ist die Schule jetzt so nah – dass wir immer laufen können ganz egal welchen Wetter