11 Dinge, die du aus deiner Küche verbannen solltest

Fotos: © Luca Lorenzelli, Rawf8, razoomanetu - Fotolia.com

Die Küche ist das Herz des Hauses, sagt man. Warum kochen, essen und verwenden wir dann jeden Tag Dinge, die unserer Gesundheit schaden und den Planeten kaputt machen? Diese 11 sollten unbedingt aus deiner Küche verschwinden.

1. Salat in Plastik

Aus deiner Küche verbannen: Tütensalat
Frischer, saisonaler Salat kommt ohne Plastik aus. (Fotos: © whiteaster - Fotolia.com, Colourbox.de)

Raus damit: Fertigsalat verursacht nicht nur unnötigen Plastikmüll, die Verpackungen schaffen außerdem einen hervorragenden Nährboden für Schimmelpilze und Keime.

Rein damit: Die Alternative ist denkbar einfach: Kauf saisonalen Salat unverpackt, zum Beispiel auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen. Die fünf Minuten mehr, die dich das Waschen und Schnippeln dann kosten, sollten es dir wert sein.

2. Kaffeekapseln

Aus deiner Küche verbannen: Kapselkaffee
Kaffeekapseln: viel Müll für viel Geld (Fotos: © Rawf8 - Fotolia.com, Colourbox.de)

Raus damit: Absurd überteuerter Kaffee, umweltschädliches Aluminium und jede Menge unnötiger Müll – Kapselkaffee ist vielleicht das beste Beispiel dafür, wie wir uns
von der Industrie zum Kauf unsinniger Produkte verführen lassen.

Rein damit: Für alle, die schon eine Kapselmaschine besitzen, gibt es eine geldsparende und umweltschonende Lösung: Kapseln, die du mit fairem Bio-Kaffee immer wieder befüllen kannst. Und für alle anderen: Hier zeigen wir, wie du richtigen Kaffee machst – ohne Müll, fair und deutlich günstiger: Slow Coffee: Das sind die besten Arten, richtig guten Kaffee zu machen.

3. Zuckrige Frühstücksflocken

Statt ungesunde Frühstückcerealien: Frisches Müsli
Besser als überzuckerte Ceralien: Müsli mit frischen Früchten (Fotos: © pnetzer / photocase.de; © Vitalina Rybakova - Fotolia.com)

Raus damit: Schokomüsli, Cornflakes und Honig-Pops sind kein guter Start in den Tag. Viele Frühstückscerealien enthalten viel zu viel Zucker, sie sind kalorienreich und machen nicht lange satt.

Rein damit: Gesünder ist Bio-Müsli aus Vollkornflocken, zum Beipsiel mit frischem saisonalen Obst und ein paar Nüssen oder Kernen. Mehr lesen: Wie gesund ist Müsli?

4. Billigfleisch

Aus deiner Küche verbannen: Billigfleisch
Wenn schon Fleisch, dann bitte Bio – und möglichst selten. (Foto: © petunyia - Fotolia.com)

Raus damit: Die Mehrzahl der Deutschen isst gerne viel Fleisch für wenig Geld. Das ist nur möglich, weil die meisten Tiere unter grausamen Bedingungen in Massentierhaltung leben – eingesperrt auf engstem Raum, gezüchtet hin zu grotesken Körperproportionen, behandelt mit Antibiotika und gefüttert mit Gentech-Soja aus Südamerika. Jeder, der konventionelles Supermarkt-Fleisch kauft, finanziert aktiv das Leiden dieser Tiere mit.

Rein damit: Wem Tierleid nicht egal ist, der sollte auch danach handeln und wenn überhaupt, dann nur hochwertiges Fleisch aus möglichst artgerechter Bio-Tierhaltung essen – und zwar nur selten. Dann ist Bio auch nicht zu teuer.

5. Nahrungsergänzungsmittel

Aus deiner Küche verbannen: Nahrungsergänzungsmittel
Eine ausgewogene Ernährung versorgt dich besser mit Nährstoffen als Nahrungsergänzungsmittel. (Foto: © marshi / photocase.de)

Raus damit: Wenn du keinen ärztlich diagnostizierten Mangel hast, solltest du besser auch keine Nahrungsergänzungsmittel nehmen (Ausnahme: Vitamin B12 für vegan lebende Menschen). Fast alle dieser Mittel sind überflüssig. Egal ob Vitaminpräparate, Mineralstoffe oder Präparate zur Stärkung des Immunsystems – meist können die Hersteller ihre Wirksamkeit nicht belegen und manche Produkte sind laut Öko-Test sogar schädlich. Das betrifft übrigens auch Superfoods: Für deren gesundheitsfördernde Eigenschaften fehlen meist die Nachweise. Mehr lesen: Alles, was du über Nahrungsergänzungsmittel wissen solltest

Rein damit: Eine ausgewogene Ernährung ist immer noch der beste Weg, dich mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen.

6. Küchenpapier

Aus deiner Küche verbannen: Küchenrolle
Naheliegende Alternative zu Küchenpapier: waschbare Tücher (Fotos: © aradaphotography - Fotolia.com, Colourbox.de)

Raus damit: Küchenrollen sind reine Wegwerfprodukte: Wir wischen mit dem Papier etwas auf und werfen es dann sofort in den Müll. Dafür werden Bäume gefällt und Plastik als Verpackung verschwendet. Und wenn wir ehrlich sind, nutzen wir Küchenpapier aus reiner Bequemlichkeit, nicht aus Notwendigkeit.

Rein damit: Besser als herkömmliches Küchenpapier ist solches mit dem FSC-Siegel, noch besser sind Recycling-Küchenrollen. Aber die beste Alternative sind immer noch gewöhnliche Lappen oder Tücher aus Baumwolle, die du einfach waschen kannst.

7. Frischhaltefolie

Aus deiner Küche verbannen: Frischhaltefolie
Schluss mit unnötigem Plastikmüll! (Fotos: © Tatty - Fotolia.com; ecobrotbox.de)

Raus damit: Noch so ein absurdes Produkt, das unnötigen Müll erzeugt und das wir aus reiner Bequemlichkeit trotzdem nutzen.

Rein damit: Um das Pausenbrot zu transportieren, gibt es Brotdosen. Um Reste oder angeschnittenes Obst und Gemüse im Kühlschrank aufzubewahren Vorratsboxen, Schraubgläser oder zum Beispiel die plastikfreie Folie Bee’s Wrap. Im Gegensatz zur Frischhaltefolie erzeugt keine dieser Lösungen Plastikmüll.

8. Konventioneller Tee

Aus deiner Küche verbannen: konventionellen Tee
In herkömmlichem Tee stecken oft Pestizide und Ausbeutung. (Foto: © kb-photodesign / photocase.de)

Raus damit: Ausgebeutete Arbeiter und der massive Einsatz giftiger Pestizide gehören im konventionellen Teeanbau zum Alltag. Da überrascht es nicht, dass Öko-Test regelmäßig  gefährliche Pestizidrückstände findet – zuletzt in schwarzem Tee, grünem Tee, Mate-Tee und Kräutertee.

Rein damit: Bio-Tees sind deutlich weniger belastet, Tees aus fairem Handel garantieren außerdem faire Arbeitsbedingungen im Anbau.

9. Die falschen Früchte zur falschen Zeit

Aus deiner Küche verschwinden: nicht-saisonale Früchte
Tomaten kommen im Winter von weit her – und schmecken nach nichts. (Foto: © razoomanetu - Fotolia.com)

Raus damit: Spargel zu Weihnachten, Erdbeeren im Februar und Tomaten das ganze Jahr: Wir essen heute nicht mehr, was uns die Jahreszeiten zur Verfügung stellen, sondern was im Supermarkt angeboten wird. Das ist einerseits angenehm, anderseits ökologischer Irrsinn – vor allem, weil die Lebensmittel aus der ganzen Welt herbeigekarrt werden.

Rein damit: Auch hierzulande hat jede Jahreszeit leckeres Obst und Gemüse zu bieten und wer sich saisonal ernährt, isst nicht nur umweltfreundlich, sondern gesund und abwechslungsreich. Der Utopia Saisonkalender bietet eine Übersicht, wann bei uns welche Früchte wachsen.

10. Aggressive Reinigungsmittel

Aus deiner Küche verbannen: aggressive Reinigungsmittel
Hausmittel statt Chemiekeule (Fotos: © eskay lim, Luca Lorenzelli - Fotolia.com)

Raus damit: Küchenreinigungsmittel versprechen, besonders wirksam gegen Fett zu sein und Oberflächen hygienisch zu reinigen. Doch wollen wir Putzmittel mit Warnhinweisen wie „verursacht Hautreizungen“, „verursacht Augenreizungen“ oder „Schutzhandschuhe tragen“ wirklich dort verwenden, wo wir täglich mit Lebensmitteln hantieren? Erdölbasierte Tenside, synthetische Duft-, Bleich- und Konservierungsstoffe sind weder für die Gesundheit noch für die Umwelt empfehlenswert.

Rein damit: Fast alle Reinigungsmittel kannst durch Öko-Alternativen ersetzen. Oder du nimmst einfach Hausmittel. Die sind noch weniger umweltschädlich und ungesund und machen auch weniger Verpackungsmüll.

11. Lebensmittelverschwendung

Schluss mit Lebensmittelverschwendung
Jeder kann was gegen Lebensmittelverschwendung tun! (Foto: © madochab / photocase.de)

Raus damit: Nur etwa die Hälfte aller produzierten Lebensmittel wird gegessen – der Rest landet im Müll. An dieser beispiellosen Verschwendung sollten wir uns nicht länger beteiligen.

Rein damit: Entscheidend ist der bewusste Umgang mit Lebensmitteln: Kauf am besten nur, was du wirklich brauchst – und verbrauche das dann auch. Lass dich nicht vom Mindesthaltbarkeitsdatum oder von kleinen Mängeln verunsichern und achte darauf, Lebensmittel richtig zu lagern.

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(73) Kommentare

  1. also, zum thema küchenrolle… wenn man vomittierende kleinkinder oder haustiere hat, will man den sulber bestimmt nicht mit wischlappen aufwischen und dann in die waschmaschine packen… und dann energiesparsam nur bei 30 – 60°C waschen. leute benutzen ja auch aus gutem grund toilettenpapier…auch wenn ich dazu ebenfalls schonmal hinweise gehört/gelesen habe, man möge doch lieber stoffläppchen dafür nehmen, weil umwelt- und geldbeutelschonender. ja sicher, aber ganz ehrlich…irgendwo kann man’s auch übertreiben. in dem fall ist hygiene einfach das stärkere argument. und bei küchenrolle gibts ja auch genauso recycling-produkte wie bei toilettenpapier. dieses dann zu verwenden, ist aus meiner sicht ein vertretbarer kompromiss.

  2. Libe Mia, auch Küchenrolle zu nutzen finde ich ok, auch z.B. um mal durch eine Pfanne zu gehen.
    Wir leben in einer waldreichen Gegend und gäbe es die Papierindustrie nicht, der Wald würde nicht gepflegt und gehegt werden, den Wald gäbe es erst gar nicht. Die unnötige Chemie bei der Papierherstellung ist mir schleierhaft.
    Thema Toilettenpapier…es gibt Leute in Ländern die weder Papier noch Stoffläppchen nutzen um sich zu waschen, sondern Wasser, Wasserstrahl, auf eine Gebrauchsanweisung verzichte ich hier bewusst :-). Nur Papier in Plastik zu verpacken ist nun wirklich böd, oder? RecyclingPapier kann man nutzen für z.B. Kartonagen, kommt bei mir aber nicht in Küche und Bad. Ökologie und Ökonomie stehen im Einklang, Umweltbewusstsein ist auch wirtschaftlicher für jeden einzelnen. Weiss jetzt nicht ob der link gestattet ist http://ambrosia.emporion.es → Leben ohne Plastik → Haushaltstipps

  3. Der gute Grund für Toilettenpapier leuchtet nicht ein, wenn es – wie in vielen Bereichen der Welt praktiziert – Wasser zur Reinigung gibt. Das ist uns stumpf antrainiert und nicht reflektiert. Wasser macht aus vielen Gründen viel mehr Sinn.

  4. Mia und Ambrosia
    leider ist es so, das Eure Argumente bei vielen Leuten NICHT ankommen. Diese Produkte zu benutzen zeugt bei mir einfach nur von Bequemlichkeit. Früher hat man solche Sachen ( egal ob von Tieren oder Kindern ) auch mit einem normalen Putzlappen ( Wischtuch ) aufgenommen und kurz ausgewaschen. Es geht ohne Küchen rolle oder so. Und Pfannen auswischen? Ganz einfach mit Zeitungspapier das Fett entfernen und gut ist. Fragt einfach einmal Eure Oma 🙂

  5. Dass Zeitung umweltfreundlicher ist als Recycling-Küchenpapier, das wage ich doch stark zu bezweifeln. Nein, danke, da kaufe ich mir doch lieber ’ne Küchenrolle.

  6. Uwe, brauchst uns nicht zum Essen einladen, wir kämen nicht 🙂
    P.S. wir wollen aus der Pfanne garnicht das Olivenöl entfernen, gerade das und der Geschmack soll bleiben, wir fischen/sieben/saugen die event.Bratreste aus der Pfanne, das diese nicht verbrennen und den Geschmack verderben. Mit Zeitungspapier und Druckerschwärze wollen wir uns den Geschmack schon gar nicht verderben.

  7. Zeitungspapier und Fett?
    Na danke…schon mal gesehen, wie sich Druckerschwärze in Fett auflöst?
    Da lese ich auch lieber die Zeitung online und leiste mir dafür in geringen Mengen Küchenrolle. Was ich nicht sowieso mit auswaschbarem Lappen wegwische.

  8. Pauschalaussage Nahrungergänzungenmittel verbannen – ist genauso dämlich wie jedem zu empfehlen welche zu nehmen.

    Beispiel DHA und EPA – 2 der wohl wichtigsten Nährstoffe. Ohne Supplements kaum zu decken.

    Utopie hat soviel Kompetenz bei Ernährung wie ich bei Autos.

  9. Vielleicht solltest Du erst mal an Deiner Lese-Kompetenz arbeiten, bevor Du Dich an Autos wagst. 😉
    Wo stand denn die Pauschalaussage, Nahrungergänzungenmittel sollten verbannt werden?

  10. Nahrungsergänzungsmittel befanden sich unter den 11 Dingen, die man vermeiden sollte.
    Und eine solch pauschale Aussage halte ich für total falsch und einseitig!!!
    Es gibt so viele Beispiele für eine dringende Notwendigkeit , vor allen Dingen bei alten und kranken Menschen.

  11. Ich finde, einige Nahrungsergänzungsmittel sind heute schon wichtig. Wer ernährt sich denn schon sooooo ausgewogen, dass es an nichts fehlt ? Durch die viele Spritzerei sind die Lebensmittel doch stark beeinträchtigt. Ich esse zwar zum größten Teil biologisch, glaube aber trotzdem, dass das nicht immer ausreicht. Ich bin w. 65, 163 cm große und 58 kg leicht und habe keine Krankheiten, weder Bluthochdruck , noch Diabetes oder sonst irgendwas, wie bei vielen anderen. Ich fühle mich „sauwohl“. Das schiebe ich auf alle Fälle auch auf die NEM’s.
    Das mit dem Toilettenpapier finde ich schon grenzwertig. Wie soll denn das mit dem „nur Wasser“ gehen ? Hängt ihr da euren Hintern über die Badewanne (falls überhaupt vorhanden) und duscht die Sch…. ab ? Läppchen zu nehmen ist wohl sowas von unhygienisch, wenn man die Teile dann auch noch in die Waschmaschine steckt und danach vielleicht Unterwäsche und Handtücher wäscht. Pfui Teufel kann ich da nur sagen. Stom, Wasser und Waschmittel werden da wohl nicht berücksichtigt. Also irgendwo gibts auch Grenzen. Ich bin sonst schon sehr umweltbewusst, aber da mache ich nicht mit.

  12. Nimmst Du nach dem Gießkannen-Prinzip irgendwelche NEM’s in der Hoffnung, daß es schon passt oder läßt Du von Zeit zu Zeit untersuchen, wo es fehlt?
    Im Garten macht man ja auch von Zeit zu Zeit Bodenproben um zu schauen, welche Nährstoffe fehlen und düngt nicht irgendwie.
    Super, daß Du Dich sauwohl fühlst…
    Beim Toilettenpapier bin ich ganz bei Dir. 😉

  13. Liebe Dany, ich habe bewusst auf eine Gebrauchsanweisung / Gebrauchsverordnung verzicht :-). Falls Sie es doch probieren möchten: in der Toilettenschüssel eingebaute Wasserstrahl bevorzugen, Ortswechsel ist dringend zu vermeiden, ernst aber wir lachen uns hier schief. Kaltes Wasser bevorzugt vor warmen. Mechanische Systeme bevorzugt vor elektronische FernbedinungsJoysticks.:-)
    Falls Sie Toilettenpapier benutzen möchen so steht Ihnen das frei, nur Papier in Plastik zu verpacken ist nun wirklich böd, oder?
    Hygiene, Ökologie und Ökonomie stehen im Einklang.
    Und jetzt wieder zum Thema „11 Dinge, die du aus Deiner Küche verbannen solltest“

  14. FSC ist NICHT besser oder nachhaltiger als gewöhnliche, nicht zertifizierte Küchenrolle. Es gibt weltweit keine einheitlichen Standards dafür. In Skandinavien sind auch unter fsc großflächige Kahlschläge erlaub, das ist alles andere als nachhaltig. Es wird nur von einschlägigen NGOs und Vereinen geschickt verkauft.

  15. Eins muss man dem Nespresso lassen: er schmeckt lecker, Bekannte haben so ne Maschine. Dennoch bin ich strikter Gegner von diesem Alu-Müll und kommt mir nicht ins Haus.

  16. Man muss ja auch nicht alles 1:1 umsetzen. Es lohnt sich aber darüber nachzudenken. Ich selbst habe Putzschwämme aus der Küche verbannt und durch Holzbürsten ersetzt.

  17. Ja, das stimmt.
    Man kann sehr viel tun, ohne alles mitzumachen. Wollen und ein bißchen nachdenken!
    Mal eine Frage an alle:
    Habt Ihr schon probiert nur mit Wasser zu putzen? Ihr werdet staunen.
    Und wenn Putzmittel: wißt Ihr wieviel man wirklich braucht um das gewünschte Resultat zu erzielen?
    Einfach mal ausprobieren…gilt natürlich auch für Waschmittel und anderes.

  18. Hallo zusammen. Wegen dem Punkt Küchenrolle verbannen aus der Küche. Die Ansätze find ich gut. Habe aber mit meiner Frau heute abend darüber diskutiert welche Alternative wirklich eine Alternative sind.
    Weil wir nicht wissen, auf welcher grundlage die Alternative Baumwoll Tuch gewählt ist.
    Wie sieht das mit dem Wasserverbrauch aus in der Produktionskette bis zum endgültigen entsorgen – Papiertuch vs Baumwolle? Der verbrauch beim Waschen ist auch nicht ohne. Oder dem Energetischen Fußabdruck?
    Unser Rest-Müll wird doch verbrannt und energetisch (Strom oder Fernwärme) genutz. Selbst bei ner Biotonne soll ja der Inhalt in Biogas gewandelt werden.

    Vielleicht kann ja jemand uns da in der Diskussion helfen.

    Grüße
    DrZoidberg

  19. Es ist ganz einfach, wie hoch ist der Mehraufwand beim Mitwaschen von x Tüchern in einer ansonsten vollen Waschmaschine, an Energie und Wasserverbrauch? Minimal.

    Strom als Ressource und Baumwolltextilien (bis Kunstfasern) als Mehrweg Putztuch sind hinlänglich nachhaltig, Wasser wird in Deutschland eher zu wenig „verbraucht“, Wassersparen ist sinnvoll solange im Rahmen der Vermeidung von Wasserverschwendung betrieben, unterschreitet man eine Grenze beim Wassergebrauch fehlt es „Spülung“ der Hausleitungen, dann wird Chemie und irgendwann der Handwerker benötigt, Letzterer wird allen Ernstes das Problem nachhaltig lösen oder – was ich wahrscheinlicher halte – materialintensiv und in jedem Falle kostenintensiver.

    Sparen für die Umwelt und Sparen für den eigenen Geldbeutel kann deshalb Hand in Hand gehen oder weit auseinanderklaffen. Das zu entscheiden benötigt genaue Analysen, was im Haushalt wofür ausgegeben wird.

    Wer nur 1 Rolle Papiertücher im Monat oder Jahr verbraucht, hat wohl kaum Anlaß diese Ressource zu hinterfragen, zumal Papierrecylcing in Deutschland ein florierender Geschäftszweig ist, mit der einfachen Tatsache der Sammelwut, wofür sollte man Altpapier besser nutzen als für „hochwertige“ Recyclingprodukte.

    Wer eine halbe Rolle am Tag verbraucht ist in meinen Augen durchaus ein Verschwender. Wie jemand der jeden Tag eine halbe Stunde duscht. Oder Werbung im Briefkasten zulässt und ungelesen in den Altpapiercontainer wandern lässt. Entweder oder.

    Im Umfeld Papier > Wasser > Energie gibt es unzählige Einsparmöglichkeiten. Vielleicht macht es mehr Sinn und dient dem Zweck besser, 1-2 Nachbarn zu überzeugen ebenfalls auf unerwünschte Postwurfsendungen per Aufkleber zu verzichten als selbst von 3 Rollen Küchenpapier pro Jahr auf 2 zu reduzieren. Plakativ formuliert.

    Moderne Waschmaschinen mit extrem niedrigen Wasserverbräuchen haben schon länger das Problem, die Abflußleitungen trocken zu legen (zu wenig abzuspülen) und so vorzeitige Reparaturen auszulösen. Technisch kann ich das über die Programmierungen steuern. Wie wird Trinkwasser in Deutschland aufbereitet? Diese Fragen reichen zurück in die externen Nachhaltigkeitskosten.

  20. Ein Tuch als Küchenpapierersatz analog zu Geschirrtüchern hat – sparsam genutzt – m.E. sehr geringe Zusatzlasten für Umwelt wie Haushaltskosten. Das rechte Augenmaß zu finden bleibt eine spannende Angelegenheit, auch deshalb weil sich externe Faktoren wie die Situation vor Ort in der Kommune ändern können. Pauschal und hochgerechnet bis zum energetischen Fußabdruck macht das m.M. keinen Sinn für Küchenpapierersatz, es macht hingegen sehr viel Sinn diesen Fußabdruck pro Person (Haushalt) zu ermitteln. Dafür zählen die jährlichen Verbräuche aller Ressourcen, neben den Rechnungen der Stadtwerke, Strom, Heizung, Mobilität bleiben noch viele Faktoren des persönlichen Verhaltens, besondern in der „Freizeit“ wie das gesamte Einkaufs- und Ausgabeverhalten.

    Angesichts des Berges an Ressourcenverbrauchs pro Mensch auf dem Planeten mag das Küchenpapier ein Peanut sein. Im individuellen Falle jedoch können Peanuts schon wieder das Fundament eines noch höheren Berges darstellen. Von nüscht kommt nüscht. Als Konsumten, denen die Umwelt irgendwie am Herzen liegt, ist die Gesamt(kosten)betrachtung gleichermaßen wichtig wie die Einzelanalyse.

    Eine Alternative gibt es meiner Einschätzung nach immer. Allein zu hoffen, diese Alternative sei nun völlig umweltneutral, das wäre ein Wunschtraum. Wo wir Menschen als Verbraucher auftreten bedeutet das Ressourcen zu nutzen, utopisch wäre diese Nutzung so verträglich wie möglich zu gestalten. Doch leider führen Optimierungsbemühungen selten in Summe zum besseren Ergebnis, weil wir uns allzugerne verzetteln und das Ganze aus den Augen verlieren. Wie anders könnte man die Widersprüche in unserer Gesellschaft verstehen, der Konsument als solches ist oft ein Spielball zwischen Trends, Gesetzesvorgaben, Marktverfügbarkeit und der selbst gesetzten Zeit, sich mit all dem zu beschäftigen zwischen Familie, Beruf und „Selbstverwirklichung“.

    Küchenpapier aus Frischfasern sehe ich in der Tat vom Teufel gemacht. Er suggeriert uns, alles proper mit den letzten Urwäldern unseres Planeten und du hast es dir verdient etwas Komfort zu haben. Mitnichten, durch Kauf von Produkten aus Frischfasern leben wir selbst Hand an die Säge.

  21. Unter den gut gemeinten und lobenswerten Aspekten, finden sich leider wieder die alt bewährten Argumente wieder, die man so nicht ganz stehen lassen kann. Ich studiere im 3. Semester Master Agrarwissenschaften und werde daher mit den Themen oft konfrontiert. Ein Beispiel zum Tierwohl: In der Biotierhaltung darf das Tier nach der zweiten Antibiotikabehandlung nicht mehr als Bio verkauft werden, der Landwirt macht also entweder Gewinneinbußen oder muss das Tier unter seiner Krankheit leiden lassen. Wie Menschen werden nämlich auch Tiere krank, was den Gebrauch von Antibiotika in der Tierhaltung unerlässlich macht, angewandt mit guter fachlicher Praxis!
    Alles hat zwei Seiten, wie Pflanzenschutzmitteleinsatz, Nährstoffgehalte und biol. Verfügbarkeit der Nährstoffe ( Unterschied !), Saisonalität und Regionalität ( untrennbar ), Tierwohl und Umweltschutz ( oft negativ korreliert).

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