Direktsaft: So gesund ist er wirklich

Direktsaft
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Direktsaft gilt als besonders gesund. Aber was ist der Unterschied zu Fruchtsaftkonzentrat? Und welcher ist gesünder?

Direktsaft oder Konzentrat? Das sind die Unterschiede

Der Produkttitel „Direktsaft“ bedeutet, dass der Saft direkt nach der Pressung abgefüllt wird. Es wird nichts mehr am Saft verändert. Ist es nicht möglich, den Saft unmittelbar abzufüllen, wird der Saft in Kühltanks zwischengelagert. 

Anders bei Fruchtsaftkonzentrat: Hier wird der Saft erst einmal auf etwa ein Sechstel seines ursprünglichen Volumens reduziert. Dazu wird er erhitzt, sodass das Wasser verdampft. Damit die Aromen und Vitamine nicht verloren gehen, wird der Dampf destilliert und dem Konzentrat später wieder beigefügt.

Der Vorteil von Fruchtsaftkonzentrat: Durch das reduzierte Volumen können Transportkosten gespart werden. Orangensaftkonzentrat beispielsweise wird in den Anbauländern hergestellt, verschifft und in Fruchtsaftfabriken in den Verbraucherländern aufbereitet. 

Aber egal ob Konzentrat oder Direktsaft: Fruchtsaft muss 100 Prozent Fruchtgehalt haben. 

So wird Direktsaft hergestellt

Orangensaft
Orangensaft
(Foto: CC0 / Pixabay / JESHOOTScom)

Üblicherweise werden Fruchtsäfte in Keltereien hergestellt. Dort werden die Früchte zuerst gewaschen und – wenn nötig – geschält. Die Schalen von Zitrusfrüchten beispielsweise enthalten viele Bitterstoffe, die bei der Pressung freigesetzt würden.

Anschließend werden die Früchte in einer Fruchtmühle zerkleinert. Die entstandene Masse nennt man „Maische“. Sie wird nun gepresst und geschleudert, um den Saft von den festen Bestandteilen zu trennen. Um zu verhindern, dass der Saft schnell gärt, wird er pasteurisiert.  Dabei wird der Saft langsam auf 80 bis 85 Grad erhitzt. Das dient auch dazu, dass Bakterien und Keime abgetötet werden.

Ist Direktsaft gesünder?

Direktsaft ist beliebt. Der Name verspricht, ein frisches Produkt zu bekommen. Oftmals kostet Direktsaft etwas mehr, was auch an den höheren Kosten für Lagerung und Transport liegt.

Da aber sowohl Direktsaft als auch Fruchtsaftkonzentrat aus Fruchtsaft bestehen, ist Direktsaft nicht zwingend gesünder. Vitamine gehen bereits bei der Pressung verloren, die bei beiden Varianten zu Beginn stattfindet.

Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie weist darauf hin, dass sowohl Fruchtsaft als auch Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat von Gesetzes wegen keinen Zuckerzusatz enthält.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Äpfel
Äpfel
(Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Auf der sicheren Seite bist du, wenn du Säfte in Bio-Qualität kaufst. Säften mit Biosiegel der EU dürfen weder künstliche Vitamine noch Zucker zugesetzt werden. Das verwendete Obst kommt aus kontrolliert ökologischem Anbau, wodurch verhindert wird, dass es mit Rückständen von Pestiziden belastet ist.

In Deutschland zertifizieren die Anbauverbände ausschließlich Direktsaft mit dem Bio-Siegel. Nach der Herstellung wird der Saft naturtrüb abgestellt. Bei einer Klärung, die oft bei Apfelsaft vorgenommen wird, gehen viele Nährstoffe und Vitamine verloren.

Idealerweise kaufst du also bio-zertifizierten Direktsaft aus heimischen Früchten, der in deiner Region hergestellt wurde. So verhinderst du auch unnötigen Transportaufwand, der die Umwelt belastet.

Besonders bei Säften aus Früchten des globalen Südens solltest du auf fair gehandelte Produkte achten. Orangensaft – einer der beliebtesten Säfte in Deutschland – wird oftmals aus Orangen gewonnen, die unter menschenunwürdigen Bedingungen in Brasilien angebaut und verarbeitet werden. 

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