Nach Foodwatch-Kritik: Mehrere Safthersteller ändern Etiketten

Foodwatch Säfte Marktcheck
Foto © Foodwatch

Vor etwa einem Monat hat sich Foodwatch Säfte genauer angesehen – und eine fiese Masche aufgedeckt: Mit irreführenden Informationen auf der Verpackung werden Verbraucher darüber getäuscht, ob ein Getränk tatsächlich Saft ist. Jetzt haben die ersten Hersteller auf die Kritik reagiert.

Viele Safthersteller vermarkten ihre Getränke als Fruchtsäfte, auch wenn sie eigentlich gar keine echten Säfte sind – das war das Fazit des Saft-Marktchecks der Verbraucherorganisation Foodwatch. Die Organisation hatte sich Säfte der drei größten Handelsketten, sowie von einem Bio-Supermarkt genauer angeschaut. Sechs Hersteller waren Foodwatch wegen ihrer Verpackungstricks dabei besonders negativ aufgefallen: Rauch, Albi, Beckers Bester, Lausitzer, Voelkel und Solevita.

Foodwatch hatte daraufhin eine Petition für eine verständlichere Kennzeichnung von Säften gestartet, über 18.000 Personen haben sich beteiligt. Die Hersteller Voelkel, Beckers Bester und Lausitzer reagierten und kündigten laut Foodwatch an, die Etiketten ihrer Saft- und Saftmischgetränke zu verändern. Lidl erklärte gegenüber Foodwatch, die Kennzeichnung der Eigenmarke Solevita prüfen zu wollen und „gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten“. Von Albi und Rauch gebe es bislang noch keine Statements.

Foodwatch kritisiert Verpackungen

Foodwatch kritisiert, dass die beanstandeten Saftmarken ihre Säfte nicht deutlich genug kennzeichnen und so den Verbraucher bewusst in die Irre führen. Konkret geht es dabei um den Fruchtsaftgehalt.

Der Fruchtsaftgehalt war nämlich bei den betroffenen Marken nur auf der Rückseite im Kleingedruckten zu erfahren. Besonders problematisch für Foodwatch: Die Verpackungen suggerierten teilweise einen höheren Anteil Fruchtsaft, als eigentlich in dem Getränk enthalten war.

Außerdem beklagt Foodwatch, dass Verbrauchern vorgegaukelt werde sie kaufen Saft, während es sich tatsächlich nur um Nektar oder ein „Fruchtsaftgetränk“ handelt. Die drei Saft-Kategorien unterscheiden sich nämlich.

Supermarkt-Tricks: so werden wir geschummelt!

Saft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk?

Foodwatch Säfte Marktcheck
Nicht alle vermeintlichen „Säfte“ bestehen auch tatsächlich aus 100 Prozent Frucht. (Foto © Foodwatch)

Saft muss zu 100 Prozent aus tatsächlichen Früchten bestehen. Nektar darf mit Wasser verdünnt und mit Zucker gesüßt sein. Der Fruchtanteil muss dabei nur noch 25 bis 50 Prozent betragen. Außerdem darf Nektar im Gegensatz zum Saft auch fruchteigenes Aroma beinhalten, schreibt Foodwatch. Neben Saft und Nektar gibt es darüber hinaus sogenannte „Fruchtsaftgetränke“. Das sind aromatisierte Getränke, die einen Fruchtsaftanteil von nur noch sechs bis 30 Prozent haben.

Bei den beanstandeten Marken kritisierte Foodwatch, dass sich die Verpackungen von Nektaren und Fruchtsaftgetränken nicht sichtbar von denen echter Säfte unterscheiden. Erst der Blick auf das Kleingedruckte auf der Rückseite zeige, dass es sich hier um ein verdünntes Getränk mit nur wenigen Prozent Fruchtanteil handele.

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Ein Prozent Fruchtgehalt

Als Beispiele nennt Foodwatch unter anderem das Produkt „Guave Maracuja“ von Albi. Dias Getränk enthalte nur ein Prozent Maracuja, die Verpackung lasse allerdings etwas anderes vermuten. Außerdem liste Albi das Getränk auf seiner Webseite unter der Kategorie „Säfte“ auf.

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Der Safthersteller „Beckers Bester“ erntete Kritik von Foodwatch. (Foto © Foodwatch)

Noch deutlicher wird die Kritik der Organisation beim Hersteller „Beckers Beste“. Die beiden Produkte „Kirsche“ und „Orange“ sehen von außen absolut identisch aus (abgesehen von der unterschiedlichen Frucht). Das Kleingedruckte auf der Rückseite zeige jedoch: Die Sorte „Orange“ ist ein echter Saft aus 100 Prozent Frucht, „Kirsche“ hingegen ein Nektar mit nur 35 Prozent Frucht und Wasser als Hauptzutat.

Foodwatch: „Zutaten-Detektiv im Saftregal“

„Beckers Bester, Rauch, Albi & Co. machen uns Verbraucherinnen und Verbrauchern den Einkauf unnötig kompliziert. Es ist ärgerlich, wenn man selbst am Saftregal den Zutaten-Detektiv spielen soll.“, so Sophie Unger von Foodwatch.

Die Organisation forderte von den Herstellern, dass sie ihre Produkte verständlich kennzeichnen. Die Information über den Fruchtsaftgehalt und die Getränkeart solle nicht im Kleingedruckten auf der Rückseite stehen, sondern prominent auf der Vorderseite. Bei vielen Anbietern war das übrigens bereits der Fall. Foodwatch lobte vor allem die Eigenmarken von Rewe und Edeka.

 

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