Flanell: Eigenschaften und Besonderheiten des Stoffs

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Flanell ist besonders in der kalten Jahreszeit beliebt. Durch die spezielle Verarbeitung ist der Stoff leicht, warm und kuschelig weich. Mit der richtigen Pflege ist Flanell außerdem sehr langlebig.

Der Name Flanell kommt vom keltischen Begriff „glwan“ – das bedeutet Wolle. Heutzutage bezeichnet Flanell allerdings keine Wollprodukte, sondern eine bestimmte Verarbeitung von Stoffen zu einem weichen und wärmenden Material. Neben Wolle werden auch Baumwolle und Kunstfasern genutzt, um Flanell herzustellen.

Flanell aus reiner Wolle wird gewalkt, also unter Einsatz von Wärme und Feuchtigkeit verfilzt. So entstehen Luftpolster zwischen den Fasern, die Wärme speichern und isolieren. Auch die anderen Stoffe werden aufgeraut, um Flanell herzustellen. Dadurch bekommen sie eine weiche und angenehme Oberfläche und isolierende Luftpolster.

Vorteile von Flanell

Das typische Holzfäller-Hemd ist oft aus Flanell.
Das typische Holzfäller-Hemd ist oft aus Flanell. (Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Flanell hat gegenüber anderen Stoffen mehrere Vorzüge:

  • Das Besondere an Flanell ist seine aufgeraute Struktur. Durch die Luft zwischen den Fasern isoliert der Stoff und wirkt angenehm wärmend.
  • Die vergrößerte Oberfläche macht das Material besonders saugfähig. Da Flanell trotzdem dünn ist, ist es leicht und trocknet schnell. Aus diesem Grund ist Flanell ein beliebtes Material für Bettwäsche.
  • Durch die Verarbeitung wird Flanell zudem widerstandsfähig: Du kannst den Stoff stark strapazieren, ohne dass er einreißt.

Wie nachhaltig ist Flanell?

Die konventionelle Baumwoll-Produktion ist nicht sehr nachhaltig.
Die konventionelle Baumwoll-Produktion ist nicht sehr nachhaltig. (Foto: CC0 / Pixabay / RyderR)

Egal ob Kleidung oder Bettwäsche – neue Textilien verbrauchen immer Ressourcen. Laut der Dokumentation „Eine andere Mode ist möglich“ ist die Modebranche der größter Umweltverschmutzer nach der Erdölindustrie. Sie produziert jährlich etwa 80 Milliarden neue Kleidungsstücke, die insgesamt mehr als 100 Milliarden Liter Wasser verbrauchen.

Deshalb sind gebrauchte Textilien grundsätzlich nachhaltiger als neue Produkte. Doch auch bei neuer Flanellkleidung kannst du auf Nachhaltigkeit achten:

  • Baumwolle wird vor allem im globalen Süden angebaut und verbraucht sehr viel Wasser. Das verstärkt den lokalen Wassermangel. Zudem ist Baumwolle oft stark gespritzt: Die Düngemittel und Pestizide verseuchen das Grundwasser in den Anbaugebieten. Bio-Baumwolle verbraucht weniger Wasser, die Landwirte verzichten zudem auf chemische Pestizide. Je nach Label unterstützt du beim Kauf von Produkten aus Bio-Baumwolle außerdem lokale Kleinbauern. Eine weitere Alternative ist Recycling-Baumwolle. Sie besteht aus bereits verarbeiteter und anschließend wiederverwerteter Baumwolle – das schont wertvolle Ressourcen.
  • Kunstfasern verbrauchen laut Greenpeace zwar weniger Wasser als Baumwolle – sie werden allerdings aus Erdöl hergestellt, was viel Energie benötigt. Wenn du Kunstfaserprodukte wäschst, können sich zudem winzige Mikrofasern lösen, die als Mikroplastik im Meer landen. Mikroplastik ist nicht natürlich abbaubar und bleibt über Jahrhunderte hinweg in der Umwelt. Da es bereits viele Textilien aus Kunstfasern gibt, kannst du leicht Produkte aus recycelten Materialien finden.
  • Wolle ist ein tierisches Produkt von lebenden oder toten Tieren. Diese leben oft in nicht-artgerechter Massentierhaltung. Auch bei Woll-Flanell sind Recycling-Materialien eine nachhaltige Alternative. Zudem kannst du auf eine Zertifizierung für nachhaltige Wolle achten.

Flanell richtig pflegen

Mit der richtigen Pflege deiner Flanell-Textilien sorgst du dafür, dass du lange etwas von dem Stoff hast. Flanell aus Baumwolle oder Kunstfasern kannst du bei 30 bis 40 Grad in der Waschmaschine waschen – Bettwäsche am besten auf links gedreht. Flanelle aus reiner Wolle solltest du nicht in der Maschine waschen. Du kannst den Stoff einfach auslüften und Flecken ausbürsten.

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