Was haben eigentlich plötzlich alle mit Gluten?

Gluten
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Gluten macht krank, dick und dumm, heißt es. Aber wie konnten Menschen dann seit Jahrtausenden Brot essen? Und: Warum haben plötzlich alle Bauchschmerzen davon? Unsere Autorin ist diesen Fragen auf den Grund gegangen.

Dass ein Großteil meiner Freunde im Café nach Sojamilch verlangt, weil sie sich nach dem Verzehr von Milchprodukten mindestens unwohl fühlen – daran habe ich mich schon gewöhnt. Seit neuestem essen sie aber auch beim Italiener kein Brot mehr und schwören auf Zoodles statt Nudeln. Gluten ist die neue Laktose. Und glutenfrei das neue Synonym für „Ich tue meinem Körper etwas Gutes.“

Gluten ist die neue Laktose. Und glutenfrei das neue Synonym für „Ich tue meinem Körper etwas Gutes.“

Angst vor Gluten

Bücher wie „Dumm wie Brot: Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört“ oder „Die Weizenwampe“ machen Angst. Und noch viel schlimmer: Sie sind dabei auch noch wahnsinnig erfolgreich. Weit über 100 Amazon-Rezensionen gibt es zum ersten Titel, fast alle sind positiv. Autoren schreiben hier, wie krank, dick und dumm Gluten macht. Sie haben scheinbar handfeste Beweise, Uni-Abschlüsse, Doktor-Titel – und man selbst schnell das Gefühl, dass einem nicht viel übrig bleibt, als ihnen zu glauben.

So geht es wahrscheinlich auch all den Menschen, die zu glutenfreien Produkten im Supermarkt greifen – und das sind verdammt viele: Der Absatz glutenfreier Produkte stieg vergangenes Jahr um 35 Prozent im Vergleich zu 2014 – auf einen Wert von 105 Millionen Euro. Ich lese außerdem: Etwa jeder zehnte Deutsche verzichtet bereits aus Angst vor Gluten auf Brot & Co. Bei den Amerikanern sind es happige 28 Prozent. Die Zahlen steigen, während ich diesen Artikel tippe.

Und obwohl es einem bei all diesen Fakten und Büchern wie ein neuartiger Trend vorkommt: Wissenschaftler gehen schon seit 1978 der Frage nach, warum Gluten auch Menschen schaden kann, die keine Unverträglichkeit haben. Dementsprechend viele Studien, Meinungen und Zahlen gibt es dazu. Was mich interessiert: Warum ist Gluten denn vor allem in den vergangenen Jahren zum großen Spielverderber geworden? Wie kam es dazu, dass heute etwas als höchst problematisch, gar gefährlich angesehen wird, was seit jahrhunderten Grundnahrungsmittel ist? Und: Was hat es auf sich mit den Bauchschmerzen meiner Freunde – ist das alles nur eine Kopfsache oder verträgt der Mensch wirklich kein Gluten (mehr)?
Der Absatz glutenfreier Produkte stieg vergangenes Jahr um 35 Prozent im Vergleich zu 2014 – auf einen Wert von 105 Millionen Euro.

Was ist Gluten eigentlich?

Da ich weder eine Lebensmittelintoleranz habe, noch selber gerne Brot backe, habe ich tatsächlich keine Ahnung, was Gluten eigentlich ist. Nach einer kurzen Recherche weiß ich: Gluten ist ein Bestandteil vieler Getreide – eine Art Kleber – und sorgt dafür, dass Brot, Kuchen & Co. aufgehen und ihre Form behalten. Es setzt sich aus verschiedenen Eiweißen zusammen – diese sind eben in jenen verdächtigen Getreidesorten drin. Das Gluten entsteht allerdings erst, wenn diese Eiweiße nass werden und sich verbinden.

Croissant mit Gluten essen – oder lieber nicht? Zöliakie

Einen hohen Glutengehalt haben zum Beispiel Weizen, Emmer und Einkorn – mich überrascht der hochgelobte Dinkel in der Liste. Weniger Gluten enthalten dagegen Roggen, Hafer und Gerste. Neben Brot, Nudeln, Kuchen oder Pizza versteckt sich der Kleber allerdings auch in weniger offensichtlichen Produkten wie Fruchtjoghurt, Schokolade und Bier. Vor allem in stark verarbeiteten Fertigprodukten, denn jenen wird er bei der Herstellung in Form von Aromen und Stabilisatoren beigemischt. Fun Fact: Seitan besteht eigentlich nur aus Gluten – und trotzdem liegt der Fleischersatz total im Trend. Weiß etwa niemand davon? Oder unterscheidet man schon in gutes und schlechtes Gluten?

 Seitan besteht eigentlich nur aus Gluten – und trotzdem liegt der Fleischersatz total im Trend. 

Was macht Gluten im Körper?

Bei gesunden Menschen wird Gluten ganz einfach verdaut, bei Zöliakie-Patienten, also den Menschen, die eine echte Glutenunverträglichkeit haben, kommt es dagegen zu einer Autoimmunreaktion: Die Dünndarmschleimhaut wird angegriffen, flacht langsam ab und löst sich auf. Wie lange das dauert, hängt ganz davon ab, wie viel Gluten der Patient zu sich nimmt und wie viel Zeit vergeht, bis die Krankheit erkannt wird. Dem Darm eines Zöliakie-Patienten kann schon ein Achtel Gramm Weizenmehl schaden, er muss sich also auf jeden Fall komplett glutenfrei ernähren. Gleichzeitig kann es aber auch 20 Jahre dauern, bis die Diagnose steht.

Zöliakie: echte Glutenunverträglichkeit

Das liegt vor allem daran, dass es kein einheitliches Krankheitsbild gibt. Denn: „Die typischen Magen-Darm-Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Übelkeit treten nur bei etwa zehn Prozent der Patienten auf“, erklärt mir Bianca Maurer, Pressesprecherin der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG). Bei allen anderen Patienten könnten die Symptome nicht verschiedener sein – von Schlaflosigkeit und Müdigkeit über Unfruchtbarkeit bis hin zur Depression. Die Mehrzahl der Symptome entstehen aufgrund von Mangelerscheinungen. Die haben viele Zöliakie-Patienten, da infolge der geschädigten Dünndarmschleimhaut viele Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können.

Glutenunverträglichkeit hat kein einheitliches Krankheitsbild – die Symptome könnten verschiedener nicht sein.

Muß der Kuchen glutenfrei sein – oder lieber nicht? Zöliakie

Daher ist die Zöliakie eine ernstzunehmende Erkrankung, die laut Schätzungen allerdings nur ein Prozent der Bevölkerung betrifft – das sind etwa 800.000 Personen in Deutschland. Die Dunkelziffer ist bereits mit einberechnet, eine richtige Diagnose haben etwa die Hälfte davon. Aber wie kommt es dann, dass Europas größter Hersteller glutenfreier Lebensmittel über 300 Produkte im Sortiment hat und einen weltweiten Jahresumsatz von 320 Millionen Euro? Ein bisschen viel für eine kleine Randgruppe der Gesellschaft, oder? Und warum hat man eigentlich das Gefühl, dass mittlerweile jeder Zweite über Bauchschmerzen nach den Nudeln klagt?

Gesunden Menschen rät die Expertin der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft unbedingt von einer glutenfreien Ernährung ab.

Gluten-Empfindlichkeit und Trend-Empfindlichkeit

Zöliakie ist das eine – eine andere Sache ist die sogenannte Gluten-Empfindlichkeit oder auch Weizensensitivität. Die Symptome können denen einer Glutenunverträglichkeit ähnlich sein: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, Kopfschmerzen, Benommenheit und Müdigkeit. Bei einer Weizensensitivität bleibt die Dünndarmschleimhaut allerdings verschont und es entstehen – anders als bei der Zöliakie – auch sonst keine gesundheitlichen Folgen oder Komplikationen, bestätigt mir Bianca Maurer von der DZG.

Wahrscheinlich reicht in diesem Fall eine glutenreduzierte Ernährung aus. Bis das Krankheitsbild abschließend geklärt ist, empfiehlt die DZG aber auch für Personen mit Weizensensitivität – d.h. Personen, bei denen eine Zöliakie bereits diagnostisch ausgeschlossen wurde – eine glutenfreie Ernährung.

Dann gibt es noch eine ganz andere Gruppe von Gluten-Vermeidern: Sie verzichten ganz ohne medizinische Begründung auf die Eiweißkleber – weil sich glutenfrei eben gut anhört, so wie frei von Zusatzstoffen oder Konservierungsstoffen. Sie glauben, dass ohne Gluten gleich gesund bedeutet. Dass glutenfrei beim Abnehmen hilft. Dabei ist vor allem bei glutenfreien Fertigprodukten genau das Gegenteil der Fall: Um das fehlende Gluten auszugleichen enthalten sie häufig mehr Fett und Zucker und sind damit kalorienhaltiger. „Für gesunde Menschen, bei denen keine medizinische Notwendigkeit wie Zöliakie oder Weizensensitivität besteht, bringt die glutenfreie Ernährung keine Vorteile“, stellt die Expertin von der DZG klar. Es sei zwar nicht schädlich, aber würde auch nichts besser machen – weder gesundheitlich, noch beim Abnehmen.

Glutenfreie Fertigprodukte sind nicht gesünder – ganz im Gegenteil: sie sind oft fett-, zucker- und kalorienhaltiger.

Müssen Nudeln glutenfrei sein? Gluten und Zöliakie

Eine andere Theorie: Die Fodmaps sind Schuld!

Menschen, die nach Brot, Croissant & Co. ein Unwohlsein fühlen, müssen aber nicht unbedingt auf den Weizen reagieren. Eine neue Studie der australischen Wissenschaftlerin Jessica Biesiekierski kam zu dem Ergebnis: Es könnte auch an den sogenannten Fodmaps liegen. Das sind vergärbare Zuckeralkohole, spezielle Kohlenhydrate. Normalerweise werden sie in Teigwaren durch eine lange Ruhezeit abgebaut, aber vor allem industriell hergestellte Teige haben heute oft keine Zeit mehr zum Gären. So erklären sich die Forscher, dass immer mehr Menschen darauf zu reagieren scheinen.

Ich ahne es schon: Fodmaps sind das Gluten 2017.

Wer eine Glutenunverträglichkeit vermutet, sollte am besten also erst einmal auf fertige Backwaren verzichten und auf selbstgebackenes Brot setzen. Wenn die Beschwerden dann verschwinden, lag es tatsächlich „nur“ an den Fodmaps, wenn nicht, dann sollte man zum Arzt. Gesunden Menschen rät die DZG-Expertin auch hier, nicht einfach so auf Lebensmittel zu verzichten: „Wer Fodmap-reiche Lebensmittel aus seinem Speiseplan streicht, verzichtet damit auch auf viele Gemüse- und Obstsorten und damit auf viel Gesundes“. Ich ahne schon: Fodmaps sind das Gluten 2017.

Trend glutenfrei: Vor- und Nachteile

Bianca Maurer sieht bei dem Glutenfrei-Trend vor allem ein großes Problem für Zöliakie-Patienten: „Es kann leicht passieren, dass diese nicht mehr ernst genommen werden und weniger Unterstützung in der Bevölkerung erfahren. Beim Essen außer Haus, zum Beispiel im Restaurant, kann der Trend dazu führen, dass bei der Zubereitung der glutenfreien Gerichte nicht streng genug auf Glutenfreiheit geachtet wird. Jemand der sich rein aus Trend glutenfrei ernährt, muss nicht auf Kontaminationen achten – für Zöliakiebetroffene dagegen birgt schon eine kleine Menge Weizenmehl Gefahren.“

Pizza: einmal Gluten satt – oder glutenfrei bei Zöliakie

Natürlich hat der Trend aber auch etwas Gutes: Glutenunverträglichkeit bekommt einen stärkeren öffentlichen Fokus, mehr Personen wissen über die Krankheit Bescheid, sind dementsprechend auch aufmerksamer bei sich selbst. Zudem wächst die Palette an glutenfreien Produkten ständig – und das freut natürlich die Patienten, die sich bisher vor allem mit trockenem Brot und einer kleinen Auswahl Ersatzprodukte begnügen mussten.

Glutenfreie Lebensmittel sind ein Verkaufsschlager

Apropos Produkte: Ich wundere mich nicht wirklich darüber, als ich in der ARD-Doku „Vegan, zuckerfrei, glutenfrei: Glaubensfrage Ernährung“ erfahre, dass Supermarkt-Kunden bereit sind, ein bis zwei Euro mehr für ein Produkt auszugeben, wenn „glutenfrei“ draufsteht. Der Experte im Video erklärt sich das so: „Der Kunde verbindet eine Höherwertigkeit mit dem Produkt“.

Supermarkt-Kunden sind bereit, ein bis zwei Euro mehr für ein Produkt zu zahlen, wenn „glutenfrei“ draufsteht.

Jaqueline Pante, Manager Nutrition Service & Corporate Communication bei Dr. Schär, dem Marktführer glutenfreier Produkte, erklärt mir, warum glutenfreie Produkte teurer sind: Das liegt zuerst einmal an den Rohstoffen, denn die Hersteller benötigen viele unterschiedliche Rohstoffe in gleichbleibender Qualität. Dafür sind langjährige und zuverlässige Partnerschaften mit Zulieferern nötig, denn in schlechten Erntejahren können die Hersteller nicht einfach auf alternative Rohstoff umsteigen können – sie müssen jederzeit 100 Prozent glutenfreie Rohstoffe bekommen. Und auch bei der Verarbeitung ist höchste Sorgfalt gefragt, damit das Produkt nicht „verunreinigt“.

Das Unternehmen gibt es bereits seit 1981. Damals glich Dr. Schär noch einer größeren Bäckerei, heute verkauft das Unternehmen auf der ganzen Welt glutenfreie Produkte wie Brot, Pasta, Gebäck und Tiefkühlprodukte. Dass die Zahlen so gestiegen sind, erklärt sich Pante mit dem zunehmenden Bewusstsein für die Krankheit und den darauf folgenden Mehr-Diagnosen. „Der Trend Glutenfrei ist überall präsent, Schär konzentriert sich seit jeher in seinem Tun und Handeln auf die Zöliakie Betroffenen“, sagt sie. „Unser Anspruch ist es, dazu beitragen, dass Zöliakie-Betroffene eine große Auswahl an Produkten und Serviceleistungen haben.“ Und trotzdem profitiert die Firma wie keine andere davon: zwischen 2002 und 2013 hat sich der Jahresumsatz weltweit mehr als verzehnfacht – auf 230 Millionen Euro. 2015, nur zwei Jahre später, lag er schon bei 320 Millionen weltweit. Das liegt an der Zunahme der Zöliakie-Diagnosen, aber sicherlich auch am Trend.

Bücher wie „Die Weizenwampe“ und „Dumm wie Brot“ hat die Expertin gelesen und hält gar nichts von ihnen.

Auch Jacqueline Pante erklärt mir, dass Menschen, für die eine glutenfreie Ernährung nicht medizinisch notwendig ist, keine gesundheitlichen Vorteile davon haben. Bücher wie „Dumm wie Brot“ und „Weizenwampe“  hat sie gelesen und hält gar nichts von ihnen: „Diese Bücher fundieren nicht auf Studien, welche die dargestellten Theorien unterstreichen können. Sie sind nur erfolgreich, weil sie scheinbar einfache Lösungen bieten“

Macht Brot dumm? Getreide dick? Liegts an Gluten? Ist glutenfrei besser, auch ohne Zöliakie?

Was ist drin in glutenfreien Produkten?

Jacqueline Pante erklärt mir außerdem, was überhaupt in glutenfreiem Brot drin steckt: Vor allem Reis- und Maismehl, Buchweizen, Quinoa, Kastanienmehl, Kartoffelstärke und einige weitere Zutaten. Für einige Brote wird zum Beispiel Sauerteig verwendet, der das Brot bekömmlich macht und dafür sorgt, dass es fast so schmeckt wie die glutenhaltige Variante. Was natürlich sofort auffällt: Für einfaches Weizenbrot braucht es gerade einmal eine Handvoll Zutaten, von denen alle aus Deutschland kommen können.

Quinoa stammt dagegen immer aus Südamerika, Hirse oft aus China. Und Deutschland ist nun auch nicht gerade für seinen Reisanbau bekannt. Bei Schär wird zwar darauf geachtet, dass die Rohstoffe – so weit wie eben möglich – aus Europa, im besten Fall aus Italien kommen, günstigere Hersteller werden darauf allerdings weniger Wert legen. Fest steht in jedem Fall: Glutenfreies kann nicht so regional sein wie glutenhaltiges Brot – und ist damit auch nicht unbedingt gut fürs Klima.

Wo kommt unser Getreide eigentlich her?

Deutschland steht mit über 47 Millionen Tonnen im Jahr (Stand 2013) auf Platz 13 der weltweit größten Getreideproduzenten. Auf 60 Prozent des deutschen Ackerlandes wird Getreide angebaut. Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hatten wir 2014/2015 bei Weizen einen Selbstversorgungsgrad von 150 Prozent – zum Vergleich: bei Gemüse und Obst liegt er nur bei 38 Prozent. Man kann also davon ausgehen: Getreidesorten, die hier wachsen, essen wir hier auch.

Wer also auf glutenfreie Produkte verzichtet, wenn er sie nicht braucht, tut auch der Umwelt etwas Gutes.

Gluten: Fazit

Nach dieser umfangreichen Recherche bin ich nun um Einiges schlauer – vor allem weiß ich jetzt: Die Gluten-Angstmacherei ist Unsinn! Die Bauchschmerzen meiner Freunde sind wahrscheinlich keine Glutenunverträglichkeit, vielleicht eine Weizensensitivität, eher noch ein Placebo-Effekt – das bestätigen mir auch die Experten, was mich leicht überrascht.

Die Gluten-Angstmacherei ist Unsinn!

Fest steht außerdem: Heute definiert man sich immer mehr über das, was man isst – oder eben nicht isst. Und wer es sich leisten kann, nimmt sich dann den Luxus heraus, auf ein Grundnahrungsmittel zu verzichten, obwohl er es eigentlich verträgt. Brot und Nudeln haben ein verdammt schlechtes Image im Moment und das wird leider auch erst einmal so bleiben – schade, weil es eigentlich vollkommen unberechtigt ist. Getreide ist und bleibt gesund und ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

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(162) Kommentare

  1. Mir geht es genauso! Dieser Artikel weicht deutlich von anderen Artikeln ab und fängt schon so dermaßen subjektiv an…. Ich weiß garnicht, was ich dazu sagen soll. Wenn noch mehr solche Artikel hier erscheinen sollten, werde ich mich von Utopia verabschieden müssen!

  2. Gerade weil leider viele Menschen glauben, dass Milch- und Gluten-Unverträglichkeit oft nur „Modetrends“ wären, schäme ich mich oft das gleich zu sagen. So passiert es mir dann im Restaurant paniertes Fleisch zu bekommen (obwohl es nicht als dieses auf der Karte deklariert war). Oft denke ich, hätte ich doch vorher den Mund aufgemacht.
    ….. Ich wäre froh, wenn ich diese Unverträglichkeiten nicht hätte.
    Mir wurde vor 20 Jahren schon eine Milchallergie diagnostiziert. Und zwar eine Allergie gegen das Milcheiweiß. Nennt sich Kasein Allergie. Im Laufe der Jahre hatte ich gehofft die Allergie hätte sich „verwachsen“ und aß fröhlich Milchprodukte. Nach Dauerdurchfall, verschleimten Darm und Dauerbauchschmerzen dachte ich, ich halte ich mich an die laktosefreien Produkte doch auch diese halfen mir nicht. (Im Nachhinein logisch, da ich ja das Milcheiweiss nicht vertrage und nicht dass ich ein Problem beim Spalten des Enzyms Laktose habe). Auch hatte ich sehr hohe Entzündungswerte im Blut und einen stark geschädigten Darm. Mit den Stand der neuesten Technologie der Medizin wurde mir erneut per Bluttest eine Milchallergie (Milcheiweis) diagnostiziert. Alles wurde besser. Nur der verschleimte Darm blieb. Und auch die Entzündungswerte im Blut gingen nur runter, aber nicht weg. Darmspiegelung, Darmop usw. So kam auch noch die Diagnose Gluten Unverträglichkeit.
    Und siehe da nach einigen Wochen ohne Gluten ging es mir immer besser und besser.
    Und nach Monaten auf einmal sehr, sehr gut.
    Nun lebe ich ohne Milch und ohne Gluten und habe perfekte Blutwerte. Meiner Verdauung geht es bestens und Bauchweh gehört der Vergangenheit an. Mein Darm fühlt sich pudelwohl.
    Also wie gesagt, bei mir ist das alles andere als Mode. Es sind Krankheiten mit denen ich aber nun sehr gut leben kann. Und dafür dass es nun ein reichhaltigeres Angebot für mich gibt, bin ich sehr dankbar. Die Mehrauswahl – auch in den Restaurants – erleichtert mir mein Leben nun sehr.

  3. Solche Artikel sind ein Schlag für alle Zöliakie-Patienten. Es ist immer eine Herausforderung, in einem Restaurant etwas zu bestellen. Bisher sind wir oft auf dem Level „Ist dieses Gericht glutenfrei?“ „Ja, da ist keine Laktose drin“. Es gibt leider noch viel zu wenige Servicemitarbeiter, die die Begriffe auseinanderhalten können. Demnächst wird es wohl eher so sein, dass man bei der Frage belächelt wird!
    So lange Menschen, die freiwillig sich glutenfrei ernähren, keinen Schaden davon nehmen, muss man doch nicht, sozusagen als Kollateralschaden, die Menschen mit ins schlechte Licht rücken, die tatsächlich Zöliakie haben und sich täglich dieser Herausforderung stellen müssen°

  4. Danke an alle, die diesen Artikel nicht wirklich gut finden. Dem kann ich mich nur anschließen. Viele Menschen haben ‚leichte‘ Beschwerden, die nicht ernst genommen werden.
    Verzichtet man eine Weile auf Gluten, verschwinden viele dieser Beschwerden. Placebo? Hmm. Ich weiß nicht.
    Unsere Familie isst stark glutenreduziert. Und uns geht es prima: weniger Probleme, mehr Energie, etc.
    Einfach mal ausprobieren.

  5. Das bin ich von eurer Seite nicht gewöhnt- so eine Polemik einer Redakteurin, die zu ihrem Glück alles verträgt, gegen Menschen, die dieses Glück nicht haben.
    Ich muss „Kay“ und einigen VorschreiberInnen Recht geben. Eine Bestellung mit peniblem Nachfragen, was im Essen denn genau drin ist, ist schon unangenehm genug ebenso wie die Erkenntnis, dass Restaurant-Mitarbeiterinnen ihre Produkte nicht kennen und Laktose und Gluten und „diese ganze Neumodische da“ nicht unterscheiden können…
    Darauf, dass Gluten in den letzten Jahren auch immer mehr verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt wird, wird nicht eingegangen.
    Ob die diversen Unverträglichkeiten durchs häufig zugesetzte Gluten, zugesetzte Laktose oder die Mischung verschiedener Zusatzstoffe, Umweltgifte, … hervorgerufen wird, ist wohl noch nicht abschließend geklärt. Aber den Umstand wegzudiskutieren und auf Modeströmungen zu schieben, finde nicht angebracht!
    Ich lese Ihre Artikel ansonsten sehr gerne aber der hier könnte noch ein bisschen Recherche „vertragen“!

  6. Ich war positiv überrascht mal einen längeren Artikel auf utopia zu sehen, bei dem auch etwas mehr recherchiert wurde. Ganz überzeugt hat er mich nicht. Insbesondere das in den Kommentaren öfters angesprochene Anreichern von Gluten in den Getreidesorten hätte einer genaueren Betrachtung bedurft.
    Dass der Artikel Zöliakie kleinredet kann ich so nicht unterschreiben. Es wird ja insbesondere darauf hingewiesen, dass es eine ernstzunehmende Krankheit ist und der Glutenfrei Trend hier teilweise eher schädlich ist. Dass es einen gewissen Modetrend gibt lässt sich denke ich auch nicht in Abrede stellen. Und wie bei allen Themen des menschlichen Körpers ist es oft eben viel zu komplex als dass man den einen Bösewicht ausmachen könnte. Wenn sich jemand bewusst glutenfrei ernährt und dabei stark abnimmt oder weniger Beschwerden hat heisst das noch lange nicht, dass Gluten die (alleinige) Ursache war. Alleine das bewusstere Ernähren kann schon einen grossen Effekt ausmachen weil z.B. anteilsmässig mehr Obst und Gemüse gegessen wird etc. Genausogut kann es aber auch sein, dass die höhere Dosis an Gluten in heutigen Backwaren tatsächlich vielen Menschen zu schaffen macht.
    Eine etwas reflektiertere Auseinandersetzung mit dem Thema, sowohl im Artikel als auch in den Kommentaren täte der Diskussion gut.

  7. Sehe ich genau so!

    Zudem muss auch gesagt sein, dass Gluten bei jedem Menschen erst mal den Dünndarm belastet… ein gut funktionierendes enterisches Nervensystem kann das kompensieren, aber bei den Mengen die heute konsumiert werden (vorallem bei der hohen Frequenz in der Backwaren verzehrt werden), kann ein angeschlagener Darm nur schwer mit dem „Kleber“ umgehen!
    Die Menge macht das Gift!

    Sich präventiv von UNNÖTIGEN und LANGFRISTIG krank machenden (hängt natürlich von mehreren Faktoren ab, aber es trägt seinen Teil dazu bei!) Nahrungsmitteln zu lösen und sich bewusst zu ernähren, sollte hier nicht herunter gemacht werden!
    Zumindest setzen sich heutzutage immer mehr Menschen mit ihrer Ernährung auseinander und dieser Trend ist durchweg positiv!

    Abschließend sollte gesagt sein, dass sämtliche Getreidesorten, die wir heute als „Grundnahrungsmittel“ bezeichnen, für unseren gesamten Organismus fragwürdig sind, da wir metabolisch noch in der Steinzeit sind und da gab es bekanntlich all diese Getreidesorten nicht…
    Unsere echten Grundnahrungsmittel sollten genau die sein, die wir bereits vor über 10.000 Jahren aßen, dann bekommen wir auch die Stoffwechselerkrankungen in den Griff!

  8. Ich frage mich, warum das Problem vor allem in Wohlstandslaendern auftritt. Es muss aber eine echte unerkannte Ursache geben, warum das so ist. Ich lebe zur Zeit in Mexiko, wo viele Menschen mit sehr wenig Geld auskommen muessen und insofern, da die Menschen andere Probleme haben, das Problem anscheinend auch nicht stark auftritt, solange es ums nackte Ueberleben geht, ist man nur froh, uerberhaupt etwas zu essen zu haben, da verdaut man gerne alles.

  9. Also so richtig weiß ich nicht, was ich von diesem Artikel halten soll. Ich habe eine Auto-Immunerkrankung der Schilddrüse und seit ich auf Gluten verzichte, geht es mir nicht nur körperlich deutlich besser, auch meine Entzündungswerte im Blut sind signifikant gesunken.
    Zudem: Ich hab Rosazea. Wenn ich glutenhaltige Lebensmittel essen, kann ich zuschauen, wie mein Gesicht rot anschwillt und sich Pusteln bilden.

    Als Einbildung würde ich das beides nicht betrachten.

  10. Hallo, Ich hatte 2003 einen körperlichen Zusammenbruch und wollte gar nicht mehr aus die Beine kommen. Vor allem lag eine große Schwäche und Schmerzen überall im Körper vor. Mein Darm machte Beschwerden mit Völlegefühl und Koliken.

    Ich las „zufällig“ im Internet den Bericht einer jungen Frau, die durch glutenfreie Ernährung ihre sogenannte Fibromyalgie, die sie schon 16 Jahre lang begleitete, los geworden war. Das war für mich der zündende Funkte, es auch zu probieren.

    Und siehe da, der Umstieg auf glutenfreie Ernährung war auch für mich ein Erfolg. Es ist zwar nicht alles vollkommen in Ordnung, ich bin 73 Jahre alt und es gibt noch andere Probleme, aber mein Allgemeinzustand, Darm und Muskelschmerzen haben sich sehr gebessert. Ich kann jetzt wieder am Leben teilnehmen.

    Ich habe es auch 100% gemacht und esse seit ca 6 Jahren gar nichts Glutenhaltiges.
    Wenn es mal aus Versehen passiert, reagiere ich wieder mit Beschwerden.

    Der Test auf Zöliakie war übrigens negativ.

    Ich erinnerte mich auch, dass vor vielen Jahren ein Arzt eine Test ausführte und mir riet Weizen wegzulassen. Ich habe das damals nicht ernst genommen. Es muss halt meistens erst schlimm kommen, bis man was ändert.

    Also, vielleicht wissen viele nicht, dass ihre Beschwerden mit dem Gluten zusammenhängen könnten und ein Versuch ist es allemal wert!

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