Honigtau: Woraus er besteht und weshalb er so wichtig ist

Honigtau
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Honigtau – klingt verführerisch lecker, ist aber tatsächlich die Ausscheidung von Insekten. Der Honigtau ist die Grundlage für Waldhonig, für Gärtner aber häufig ein alarmierendes Zeichen. Wir sagen dir, was du wissen musst.

Im Frühling und Sommer verklebt er die Autoscheibe, für Pflanzen kann er mitunter lebensbedrohlich sein – auf der anderen Seite ist er wichtiges Nahrungsmittel für zahlreiche Insekten, und wird in manchen Kulturen auch vom Mensch gerne genascht: Die Rede ist vom Honigtau. Eine interessante Substanz, über die es einiges zu wissen gibt.

Honigtau: Ausscheidungsprodukt kleinster Insekten

Der süße Honigtau wird von Blatt- und Schildläusen ausgeschieden.
Der süße Honigtau wird von Blatt- und Schildläusen ausgeschieden. (Foto: CC0 / Pixabay / nidan)

Honigtau ist eine süße Flüssigkeit, die von pflanzensaugenden Insekten ausgeschieden wird. Dazu gehören Blattläuse, Schildläuse, Larven verschiedener Blattfloharten und die Weiße Fliege. Sie ernähren sich vom zuckerhaltigen Pflanzensaft einiger Laub- und Nadelbäume.

Mit ihren Stechborsten dringen die Insekten bis in die Siebröhren der Pflanzen ein. In diesen Bahnen werden nämlich die Kohlenhydrate und Aminosäuren transportiert – die Nahrungsgrundlage der Läuse. Dabei nehmen die Tiere deutlich mehr Zucker auf, als sie eigentlich gebrauchen können. Also scheiden sie diesen wieder aus, in Form von Honigtau.

Die Pflanzenläuse treten nur bei bestimmten Witterungsverhältnissen auf, dann aber in großen Mengen. Am ehesten fällt das auf, wenn die süße Substanz zuhauf auf dem unter Bäumen geparkten Auto klebt.

Zusammensetzung von Honigtau

Honigtau ist nicht giftig, sondern tatsächlich sogar essbar. Er besteht vor allem aus verschiedenen Zuckerformen:

  • Saccharose
  • Traubenzucker
  • Fruchtzucker
  • in kleinen Mengen Mehrfachzucker wie Maltose und Melezitose

Darüber hinaus enthält Honigtau auch einige Vitamine sowie Fermente und organische Säuren.

Honigtau und seine Rolle im Ökosystem

Ameisen halten Blattläuse wie Milchkühe und schützen sie im Gegenzug vor Fressfeinden.
Ameisen halten Blattläuse wie Milchkühe und schützen sie im Gegenzug vor Fressfeinden. (Foto: CC0 / Pixabay / jacky73490)

Für die Umwelt ist der Honigtau deshalb wichtig, da er verschiedenen Lebewesen als Nahrungsgrundlage dient.

  • Bekanntestes Beispiel hierfür sind Ameisen, die in Symbiose mit den Blattläusen leben: Sie ernähren sich von der süßen Flüssigkeit, im Gegenzug schützen sie die Blattläuse vor natürlichen Fressfeinden wie etwa Marienkäferlarven.
  • Aber auch andere Insekten essen den Honigtau, insbesondere viele Zweiflügler und Hautflügler. Sie schlecken den süßen Honigtau-Film von Nadeln und Blättern ab.

Auf der anderen Seite kann der Honigtau für die besiedelten Pflanzen auch zum Problem werden – vor allem, wenn er eben nicht von anderen Insekten verspeist wird.

  • Denn dann besiedeln Schwärze- und Rußtaupilze schnell den zuckerhaltigen Saft.
  • Die Pflanze wird von den Pilzen zwar nicht direkt angegriffen, allerdings schränken die schwarzen Ablagerungen die Photosynthese ein.
  • Bei starkem Befall mit Honigtau können betroffene Pflanzen sogar verkümmern.

Deshalb sind Gärtner vom Honigtau eher verärgert. Außerdem deutet der Honigtau auch auf einen Lausbefall hin, die die kostbaren Pflanzen im Garten verspeisen. Am effektivsten hilft ein schneller Rückschnitt gegen den Schädlingsbefall. Du kannst aber auch die Blattläuse mit ökologischen Hausmitteln bekämpfen.

Auch der Mensch ernährt sich vom Honigtau

Honigtau- oder Waldhonig wird von Bienen produziert, die sich vom Honigtau ernähren.
Honigtau- oder Waldhonig wird von Bienen produziert, die sich vom Honigtau ernähren. (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

In einigen europäischen und asiatischen Ländern wird der Honigtau auch vom Mensch verspeist. Dort ist er nicht nur wegen seines süßen Geschmacks beliebt – ihm werden auch gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben.

Vor allem die Ureinwohner Australiens schätzen besonders den kristallisierten Honigtau sehr, der auch Manna genannt wird. Sie kratzen diesen mit den Zähnen direkt von Eukalyptusblättern ab. Zu Boden gefallenes Manna wird aufgesammelt und mit Wasser zu süßen Getränken verarbeitet.

Aber auch in Westeuropa verzehren wir den Honigtau – wenn auch über Umwege. Denn: Bienen sammeln die zuckerhaltige Flüssigkeit und stellen daraus den sogenannten Honigtauhonig her, besser bekannt als Waldhonig.

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