Blattläuse bekämpfen: hilfreiche Hausmittel

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Sie sind klein, grün und vielen Gärtnern ein Graus: Blattläuse. Utopia zeigt, wie du die ungewollten Mitesser auf natürliche Weise bekämpfen kannst – mit altbewährten Hausmitteln.

Kaum sprießt das erste Grün im Garten und auf dem Balkon, sind Blattläuse in der Regel nicht weit. Ob Rosen, Himbeeren, Minzen, Rucola oder Kapuzinerkresse – es gibt kaum eine Pflanze, die vor ihnen sicher ist.

Blattläuse: besser schnell bekämpfen

Blattlausbefall sieht nicht nur unschön und unappetitlich aus, sondern kann für die Pflanze auch gefährlich werden. Die nur Millimeter großen Tierchen sitzen gern in zarten Triebspitzen, jungen Blütenknospen und an der Unterseite der Blätter. Dort saugen sie Pflanzensaft, den sie wiederum in Honigtau verwandeln und als süß-klebrige Spur hinterlassen. Darüber freuen sich wiederum Ameisen, die sich von Honigtau ernähren und im Gegenzug die Blattläuse vor Fressfeinden schützen.

Blattläuse gehören außerdem zu den wenigen Tieren, die Pflanzenviren übertragen können. Und auch der von den Blattläusen produzierte Honigtau ist nicht ganz ohne: Auf ihm können sich Rußtaupilze ansiedeln, die wiederum die Fotosynthese der Pflanzen behindern.

Blattläuse auf Rucola
Blattläuse auf Rucola (Foto © Utopia/M. Öhlenbach)

Natürliche Hausmittel gegen Blattläuse

Bei stärkerem Befall kannst du auf Spritzmittel zurückgreifen, um Blattläuse zu bekämpfen. Im Handel gibt es natürliche und synthetische Insektizide. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe ist hier allerdings ratsam – und das nicht nur weil sie für den Menschen schädlich sein können. Manche Mittel greifen großflächig ins Ökosystem ein und töten nicht nur Blattläuse, sondern auch andere Insekten oder deren Larven.

Das gilt übrigens auch für einen Klassiker der Hausmittel: Brühen mit Schmier- oder Kernseife sind zwar nicht giftig, können aber weichhäutige Nützlinge töten. Als unbedenklich gelten Präparate mit Extrakten aus Neembaum-Samen.

Tipps Großeltern: sich in der Natur bedienen, Brennnessel
Brennnessel ist ein natürliches Hausmittel gegen Blattläuse (Foto: Pixabay / Kruscha, CCO Public Domain)

Brennnessel-Sud herstellen

Wer will, kann aber auch Brühen aus Pflanzen selbst herstellen. Brennnessel soll dabei sogar doppelt helfen: als Blattlaus-Schreck und als Düngemittel, um die Abwehrkräfte zu stärken. Für die Brühe füllst du einen Eimer mit Brennnesseln und gießt ihn mit Wasser auf. Das Ganze lässt du einen Tag lang ziehen, seihst es dann ab und füllst die Brühe in eine leere Sprühflasche. Nun kannst du die Schädlinge bekämpfen: Sprühe die Flüssigkeit unverdünnt auf die betroffenen Pflanzenteile.

Blattlaus-Hausmittel Wermut

Schneller geht es mit Wermut: Einfach drei Gramm getrockneten Tee mit einem Liter kochendem Wasser übergießen und etwa eine Viertelstunde ziehen lassen. Sobald der Tee abgekühlt ist, kannst du ihn unverdünnt einsetzen. So einfach geht es, Blattläuse mit Hausmitteln zu bekämpfen!

Bestimmte Pflanzen in der Umgebung vertreiben Ungeziefer

Tatsächlich soll es auch einige Pflanzen geben, die Blattläuse nicht nur meiden, sondern auch Nachbarn vor einem Befall schützen. Dazu zählen zum Beispiel Bohnenkraut, Kartoffeln, Knoblauch, Lavendel, Salbei, Tagetes und Thymian. Sie helfen zwar nur bedingt bei akutem Befall, können aber vorbeugend wirken. Im einem weiteren Artikel verraten wir dir andere Pflanzen, die du gegen Ungeziefer einsetzen kannst.

Fressfeinde gegen Blattläuse einsetzen

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Marienkäfer-Larven sind natürliche Fressfeinde von Blattläusen (Foto: Utopia)

Mischkulturen in Beet und Balkonkasten machen sich prinzipiell besser als Monokulturen – und fördern zudem Nützlinge im Garten. Auch Blattläuse haben natürliche Feinde, zum Beispiel Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen und Schwebefliegen. Und das nicht nur in ihren bekannten Formen: Auch die Larven der natürlichen Feinde ernähren sich von den Blattläusen. Wer in seinem Garten noch keine entdeckt hat, kann sie (online) bestellen.

Schädlingsbefall möglicherweise Anzeichen für Nährstoff-Mangel

Schädlingsbefall kann prinzipiell immer ein Hinweis darauf sein, dass ein Gewächs nicht ausreichend oder zu viel mit Wasser und Nährstoffen versorgt ist. Blattlausbefall kann dann sehr schnell dazu beitragen, dass es eingeht: Die Läuse vermehren sich geradezu explosionsartig. Und sind sie einmal da, bekommt man sie nur schwer wieder los. Daher solltest du sichergehen, dass es deinen Pflanzen gut geht. Aber Vorsicht: Viel hilft nicht unbedingt viel. Im Gegenteil: Zu viel Stickstoff-Dünger soll Blattläuse sogar anlocken, anstatt sie zu bekämpfen.

Regelmäßige Kontrollen sind daher unerlässlich. Eingerollte Blätter, abgestorbene Triebe und Knospen und eben jener Honigtau können Hinweise für einen Befall sein. Sind die Blattläuse noch nicht zahlreich, kannst du sie einfach mit der Hand abstreifen – das empfiehlt auch der BUND. Alternativ kannst du die Schädlinge auch mit einem Wasserstrahl abspritzen. Ist das nicht möglich, solltest du den befallenen Trieb oder die Blüte besser abschneiden und entsorgen.

Einen komplett blattlausfreien Garten oder Balkon zu haben, ist nicht immer erstrebenswert: Als Nahrungsquelle für die Nützlinge übernehmen Blattläuse eine wichtige Funktion im Ökosystem. Erfahrungsgemäß ist der Blattlausbefall im Frühjahr und im Frühsommer am stärksten. Sobald jedoch ihre Fressfeinde aktiv werden, werden die Blattläuse auch weniger.

Übrigens: Ameisen fressen keine Blattläuse, sondern profitieren von ihnen. Für ihren Honigtau verteidigen sie sie sogar gegen ihre Feinde.

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