Klimawandel-Fakten: So überzeugst du die Leugner des Klimawandels

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Gefestigte Falschinformationen und Gerüchte sind die Grundlage für Theorien, die den Klimawandel abstreiten. Mit dieser Technik kannst du die Leugner des Klimawandels von den Fakten überzeugen.

Klimawandel Fakten: Bloßes Widerlegen reicht nicht aus

Informationen lassen sich heutzutage unbegrenzt und auf vielerlei Art und Weise erlangen, aber nicht immer handelt es sich dabei um richtige Informationen: Gerade zum Thema Klimawandel werden unzählige Theorien vertreten, wonach die sogenannte „Klimalüge“ erfunden worden sei, um dem Bürger teure Umweltschutzmaßnahmen aufzuzwingen und dabei politische und wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.

Diese Aussagen könnte man belächeln, sie können aber für die Bemühungen von Klimaschützern durchaus gefährlich werden – besonders, wenn sie prominente Unterstützer finden. Bei einem genaueren Blick auf die Argumente der Leugner des Klimawandels fällt schnell auf: Es handelt sich oft um Gerüchte und pseudowissenschaftliche Falschinformationen, die durch stetiges Wiederholen nicht aus der Debatte verschwinden. Offenbar reicht es nicht aus, ihnen lediglich Fakten entgegenzusetzen – wie also kannst du die Überzeugung von Leugnern des Klimawandels nachhaltig widerlegen?

Zur Beantwortung dieser Frage haben Wissenschaftler der Universitäten von Queensland und Westaustralien eine Anleitung zum Widerlegen von Falschinformationen entwickelt, die sich nicht nur gegenüber Leugnern des Klimawandels, sondern auch auf jedem anderen Gebiet anwenden lässt. Die von ihnen entwickelte Methode enthält im Wesentlichen drei Kernpunkte:

  1. Im Mittelpunkt sollten immer die Fakten stehen, nicht das Gerücht.
  2. Bevor das Gerücht erwähnt wird, sollte vor der Falschinformation gewarnt werden.
  3. Die Fakten des Gegenarguments müssen die Lücke füllen, die das widerlegte Gerücht hinterlässt.

1. Fakten im Mittelpunkt

Ungewöhnliche Kältelagen werden fälschlicherweise oft als Argument gegen die globale Erderwärmung vorgebracht, sind aber auch eine Folge des Klimawandels.
Ungewöhnliche Kältelagen werden fälschlicherweise oft als Argument gegen die globale Erderwärmung vorgebracht, sind aber auch eine Folge des Klimawandels.
(Foto: CC0 / Pixabay / janeb13)

Im menschlichen Gehirn werden Informationen in hochkomplexen kognitiven Prozessen aufgenommen und verarbeitet. Wurden Falschinformationen einmal aufgenommen und als wahr bewertet, lassen sie sich nicht einfach durch die richtige Information korrigieren. Die Forscher, die das Handbuch entwickelt haben, fanden heraus, dass eine Diskussion durch verschiedene Bumerang-Effekte erschwert werden kann:

  • Je vertrauter eine Information ist, umso eher wird sie als wahr akzeptiert. Wiederholst du das Gerücht deines Gegenübers – sei es auch nur, um es zu widerlegen – bestärkst du es womöglich langfristig noch.
  • Einfache, kurz gehaltene Informationen können besser verarbeitet werden und werden bereitwilliger angenommen als detailreiche, komplizierte Ausführungen. Lege dir am besten zwei, drei stichhaltige Argumente zurecht, die du in einer Diskussion kurz und knapp anwenden kannst.
  • Besonders schwierig ist das Widerlegen von Falschinformationen gegenüber Personen, die eine stark verfestigte Ansicht zu dem Thema haben. Werden sie mit gegenläufigen Fakten konfrontiert, suchen sie umso tiefer nach Argumenten, die ihre eigene Weltanschauung stützen – und bestärken sich damit selbst in ihrer Überzeugung.

Es gilt also: Wiederhole möglichst nicht die Falschinformation deines Gesprächspartners und arbeite lieber mit weniger, aber dafür umso verständlicheren Argumenten. Verwende deine Energie besser in einer Diskussion mit Personen, die noch keine allzu verfestigte Meinung haben und offen gegenüber anderen Positionen sind.

2. Warnung vor Falschinformationen

Natürlich kannst du im Gespräch nicht immer vermeiden, auf das Gerücht einzugehen, um es zu widerlegen. In einem solchen Fall empfiehlt es sich, kurz darauf hinzuweisen, dass die folgende Aussage eine Fehlinformation enthält oder ein Gerücht wiederholt.

Beispiel: Die aktuelle Erderwärmung ist nachweislich durch den Menschen verstärkt. Dennoch hält sich das Gerücht, dass der globale Temperaturanstieg nur auf natürliche Vorgänge zurückzuführen ist, unter den Leugnern des Klimawandels weiterhin hartnäckig. So leugnen sie den menschlichen Einfluss auf das Klima trotz entgegenstehender Fakten insgesamt.

3. Bereitstellen einer schlüssigen Erklärung

Selbst wenn Gerüchte durch Fakten widerlegt wurden, bleiben sie trotzdem noch bestehen. Ist die Fehlinformation die einzige Erklärung, die jemand für eine Situation hat, greift er immer wieder darauf zurück – auch wenn er weiß, dass die Information falsch ist. Um deinen Gesprächspartner nachhaltig zu überzeugen, solltest du Gegenargumente anbringen, die die Lücke in seiner Vorstellung füllen und eine schlüssige Erklärung bieten können.

Hast du das Gerücht als falsch identifiziert, braucht dein Gegenüber nun eine alternative Antwort auf die Frage, warum du von einem menschengemachten Klimawandel sprichst, wenn es doch schon immer Temperaturveränderungen gegeben hat. Die Lücke, die das Gerücht hinterlassen hat, muss mit Fakten gefüllt werden. 

Beispiel: Zwar lassen sich gewisse Temperaturschwankungen durch natürliche Begebenheiten erklären, es ist aber mittlerweile belegt, dass die drastische Erderwärmung der letzten Jahrzehnte fast ausschließlich auf menschliches Verhalten zurückgeht. Der UN-Klimarat hat bestätigt, dass etwa ein Grad Celsius der globalen Erwärmung gegenüber vorindustriellen Werten vom Menschen verursacht wurde. Die Leugner des Klimawandels versuchen hier also, mit einer Halbwahrheit Unterstützung zu finden.

Am effektivsten geht das, indem du die Technik aufdeckst, mit der dein Gesprächspartner ursprünglich von dem Gerücht überzeugt wurde.

Klimawandel Fakten: Allgemeine Tipps

Den größten Anteil an der aktuellen Erderwärmung hat der Mensch.
Den größten Anteil an der aktuellen Erderwärmung hat der Mensch.
(Foto: CC0 / Pixabay / stevepb)

In jeder Diskussion ist es vorteilhaft, ein gewisses Grundwissen zu dem Thema zu haben. Beziehe deine Informationen am besten aus aktuellen, vertrauenswürdigen Quellen. Außerdem empfiehlt es sich, immer sachlich zu bleiben und eine dramatische Sprache zu vermeiden. Gerade fest von ihren Ansichten überzeugte Menschen fühlen sich sonst schnell persönlich angegriffen, was es nahezu unmöglich macht, sie von deiner Meinung zu überzeugen.

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(4) Kommentare

  1. Ich finde es immer wieder lustig, wie plakativ dämlich man Menschen hinstellt, die nicht jedem Mainstreamgejodel unreflektiert folgen mögen. Ich stelle mich jeder sachlichen Diskussion und fange mal mit einer ganz steilen These an: Es ist offensichtlich nicht möglich, sich auf eine Methode zur Messung der Durchschnittstemperatur der Erde zu einigen. Die Folge ist, daß man nur noch über Differenzen redet. 1,5 Grad! Basta. Die Starttemperatur ist unbekannt, 15 Grad 1850 meint Prof. Levermann, während das IPCC derzeit eine noch nie dagewesene Temperatur von 14,6 Graf aktuell konstatiert. Und wo bitte liegt die optimale Temperatur für die Erde und wer legt das fest?
    Bitte macht mich nieder, ich bitte um Wiederspruch! Übt an mir, die Methoden, Klimaleugner zu entlarven. Obwohl ich kein Klima verleugne. Im Gegenteil, ich sehe nur nicht ein, dass nur noch der Mensch seit 1850 für veränderte Dirchschnittstemperaturen verantwortlich sein soll und natürliche Vorgänge keine Rolle mehr spielen sollen.
    Ich warte…

  2. Pater Rolf Hermann Lingen

    Es ist ganz einfach, die Klimaleugner endgültig zu widerlegen.
    1. Man zitiert Moab Latif aus dem Jahr 2000: „Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben“
    2. Man weist darauf hin, dass es trotzdem – bis ins aktuelle Jahr 2019 – noch Winter mit starkem Frost und viel Schnee in unseren Breiten gegeben hat, und das namentlich der Winter 2006 mit dem von Latif genannten Winter 1979 verglichen wurde.
    3. Man erklärt, dass folglich absolut jedes Wetter ein Beweis für den Klimawandel ist. Das tatsächliche Klima ist also für die Realität des Klimawandels absolut irrelevant.
    Et voilà: Schachmatt! Jetzt kann kein Klimaleugner mehr etwas gegen den Klimawandel sagen!

  3. In einer echten „Diskussion“ zwischen Nichtfachmännern hätte der „Leugner“ den Vorteil sich mit dem Thema auseinandergesetzt und eine eigene Meinung gebildet zu haben. Der „Alarmist“ ist hingegen eher ein mediales Sprachrohr.

    Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Klimawandel (was auch immer damit gemeint ist ) ist real, seit 1860 wird es wärmer. Jedoch führt diese Erwärmung kein Buch, sie erzählt nichts über die Ursachen. In einem größeren Kontext (2000 Jahre) ist die Erwärmung unaufgeregt und taugt als Beweis nicht viel und schlimmer noch: Sie gibt Spekulationen und falschen Prognosen Feuer und Flamme.

    Die menschgemachte Erwärmung kann nur über die Physik und ein entsprechendes Experiment erklärt werden. Leider wird letzteres zu wenig gemacht.

  4. *U.A. Antwort auf die vorherigen Comments 🙂

    Verstehe gar nicht, warum man da überhaupt noch diskutieren muss und Leute dann versuchen den Klimawandel zu diskretisieren, wo man doch schön sehen kann, was wir alles anrichten und wie schnell alles zerfällt…

    —> Wir aber ebenso gigantisches an positivem Wandel und Vernetzung erreichen gerade und ich mehr Hoffnung denn je habe!

    Fakt ist, dass wir unsere ökosysteme zerstören – mit unserem Konsum.
    – Fakt ist – weniger Korallen und weniger bäume – weniger CO2 Aufnahme + Ausstoß durch verbrennung und verrottung
    – Filme wie
    „eine unbequeme Wahrheit“ 1+2 zeigen es sehr präzise und wissenschaftlich

    – Es ist auch ganz klar, dass wir keinen zweiten Planeten haben und viel mehr Ressourcen verbrauchen als wir dürften.
    – Ganz logisch auch hoffe ich, dass Lobbys – Konzerne, die profitieren, das nicht preisgeben wollen – oder ?

    Try Love – nachhaltige Grüße – Benny

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