Torffreie Erde für deine Pflanzen

Foto: "Mystery Seedling" von Joe Lipson unter CC-BY-ND-2.0

Torf als beliebter Zusatzstoff in Blumenerde soll das Wachstum der Pflanzen fördern – dafür werden aber Moore zerstört. Die Torfgewinnung geht auf Kosten des Klimas, seltener Pflanzen und Kleintiere. Die bessere Alternative für deine Pflanzen ist daher torffreie Erde.

Durch eine ständige Übersättigung an Wasser und dem daraus resultierenden Sauerstoffmangel bilden Moore den perfekten Nährboden für Torf. Um diesen aber abzutragen, müssen die Moorflächen entwässert werden, was ihre Zerstörung bedeutet. Erholen können sie sich meist nicht, denn Moore wachsen nur sehr langsam – genau wie Torf. Und zwar nur etwa 1 Millimeter pro Jahr. Durch dem Abbau ist also mit einem Mal jahrtausendelang gewachsene Natur dahin. Und nicht nur das: Torf kann hervorragend CO2 speichern, welches freigesetzt wird, wenn der Torf abgetragen wird und so das Klima weiter schädigt. Mit dem Torfabbau werden außerdem wertvolle Lebensräume zerstört und die Artenvielfalt gefährdet.

Alternative: Nur torffreie Erde kaufen

Um die Moore zu schützen, verzichte besser auf torfhaltige Erde. Deine Pflanzen können auch ohne sie gut gedeihen. Zwar kann Torf schnell viel Wasser aufnehmen, doch genauso schnell wieder abgeben. An heißen Tagen ist die Gefahr der Austrocknung hoch und ohne regelmäßiges Gießen gehen die Pflanzen kaputt. Sein hohes Luftporenvolumen soll außerdem den Boden lockern – ein Fehlschluss, denn Torf wird im Boden innerhalb weniger Jahre vollständig mineralisiert, also abgebaut. Mit seinem geringen pH-Wert und Nährstoffgehalt sowie der schwachen biologischen Aktivität ist er auch weniger für Freilandböden geeignet.

Kauf also am besten torffreie Erde für deine Blumen oder dein Gemüse. Tipp: Wirf vor dem Kauf von Blumenerde einen Blick in den hilfreichen BUND-Einkaufsführer „Blumenerde ohne Torf“ (PDF) und informiere dich, welche Hersteller torffreie Produkte anbieten.

Alternative: Den eigenen Kompost nutzen

Wer einen eigenen Garten besitzt, sollte auf jeden Fall selbst kompostieren. Der Torf-Anteil der Erde lässt sich gut durch das organische Material mit hoher biologischer Aktivität ersetzen. Ebenso gut eignen sich Rindenhumus und Holzfasern als Ersatz. Wer keinen Kompost hat, kann im Fachhandel Gartensubstrate kaufen, die torffrei sind. Diese enthalten häufig Grünschnitt, Holz- und Rindenhäcksel, aber auch Mineralien wie Lavagranulat. Und dabei sind die Eigenschaften zur Bodenverbesserung häufig besser als bei Torf.

Tipps und Warnungen

  • Auf den Blumenerde-Säcken lässt sich häufig „torfreduziert“ oder „torfarm“ lesen. Statt der üblichen 90% beträgt hier der Torfanteil etwa 70%, also nicht bedeutend weniger. Deshalb die Angaben immer genau lesen und auf die Angabe „torffrei“ achten.
  • Auch bei so genannter „Bio-Erde“ solltest du vorsichtig sein: Hier handelt es sich nicht um ein geprüftes Siegel und in den meisten Fällen wird auch nicht auf den hohen Torfanteil verzichtet.
  • Kauf am besten keine Billig-Zimmerpflanzen und Anzuchttöpfe, da sich in ihrer Erde große Mengen Torf befinden.
  • Mal die Wertstoffhöfe in der Umgebung checken: Oftmals gibt’s hier garantiert torffreie Regionalerde, die aus Bioabfällen aus deiner Stadt entsteht.

Torfmoos als neue Alternative?

Um zukünftig im Gartenbau auf den begrenzten Rohstoff Torf verzichten zu können, wird an der Kultivierung von Torfmoos gearbeitet. Dieses Substrat hat die gleichen Eigenschaften wie Torf, wird jedoch auf bereits abgetorften und wiedervernässten Moorböden angebaut mit dem Ziel, sich als landwirtschaftliche Kulturpflanze zu etablieren. Die Vorteile: Es entsteht ein nachwachsender Rohstoff, der alternativ als Kultursubstrat für den Gartenbau eingesetzt werden kann. Die Moore bleiben erhalten und weniger CO2 wird freigesetzt.

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(5) Kommentare

  1. Hilfreich ist die Zugabe von sogenannten natürlichen Kompostierhilfen – diese bewirken dass der Zersetzungsvorgang beschleunigt wird, und das auf biologische Weise – ohne irgendwelche chemischen Zusatzstoffe. Bspw das produkt von Bio MAM oder Radifit

  2. Ich denke, da verwechselst Du was.
    Hier geht es ja um Pflanzerde, die in der Regel keine unzersetzten Stoffe mehr enthält.
    Dafür braucht man sicher keine teure Kompostierhilfe.
    Meiner Meinung nach braucht man die sowieso nicht. Die beste Kompostierhilfe sind die Organismen, die von alleine in den Kompost kommen, sofern sie gute Bedingungen finden. Das wäre: Kontakt zum Boden, nicht zu feucht und nicht zu trocken, Sauerstoff und keine direkte Sonneneinstrahlung.
    Wenn die Bedingungen nicht gut sind, dann nutzt auch die tolle Bio-Kompostierhilft nichts mehr.
    Bei Kompostanlagen im großen Stil macht das schon mehr Sinn, weil der Vorgang der Verrottung beschleunigt wird.
    Wenn ich Jahr für Jahr immer meine Garten- und Küchenabfällt verkompostiere, dann ist es im Prinzip völlig egal, ob das 6 Monate oder ein Jahr dauert…
    Und wie geschrieben, hier geht es um Pflanzerde, nicht um Kompost.
    Genauso gut kann man Geld in den Kamin werfen, wie Komposthilfe in fertige Erde.

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