Unkraut ist lecker: Hier 10 Unkräuter, die man essen kann

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Foto: © Colourbox.de

In Deutschland gibt es über 1500 Unkräuter und (Wild-)Kräuter, die man essen kann: Das angebliche Unkraut ist oft vitaminreicher als Gemüse aus dem Supermarkt. Utopia stellt dir zehn vor, die gemeinhin als Unkraut gelten – den Namen aber nicht verdient haben.

Unkräuter im Garten sind lästig und hartnäckig. Betrachtet man sie aber einmal aus einem anderen Blickwinkel, findet man möglicherweise Gefallen an ihnen: viele eignen sich hervorragend für leckere Tees, man sagt ihnen heilende Wirkungen nach und in der Küche sind sie eine kulinarische Bereicherung.

Unkräuter sind gesund – und umsonst

Statt die Wiese im Garten also von vermeintlich lästigen Pflanzen sauber zu halten, sollte man sich diese Kräuter mal genauer ansehen. Sie sind zum einen sehr gesund (reich an Vitamin C, Eisen und Calcium) – und zum anderen umsonst.

Die beste Erntezeit ist der Vormittag, weil die Kräuter morgens am saftigsten sind. Prinzipiell sollte man die Pflanzen nicht ausreißen, sondern die Blätter mit einem kleinen Messer sanft abschneiden, damit sie nachwachsen können.

Verwechslungsgefahr und die richtigen Stellen zum Sammeln

Generell gilt: nur diejenigen Kräuter und Unkräuter sammeln, die man wirklich kennt und eindeutig zuordnen kann. Bärlauch wird zum Beispiel immer wieder mit Maiglöckchen verwechselt – und diese sind stark giftig.

Falls man die Kräuter nicht im eigenen Garten schneidet sollte man zudem darauf achten, sie nicht in der Nähe stark befahrener Straßen zu sammeln. Die besten und unbedenklichsten Kräuter findet man auf ungedüngten Wiesen und an Orten, wo wenig Hunde unterwegs sind.

Diese 10 Unkräuter findest du in deinem Garten und in der Natur

Lange Zeit unterschätzt tauchten Wildkräuter erst in den vergangenen paar Jahren wieder vermehrt in unseren Küchen auf. Wir stellen dir zehn Unkräuter vor, die du reichlich in deinem Garten oder der Natur findest.

Kein Unkraut: Löwenzahn

Löwenzahn - König der Unkräuter
Löwenzahn ("Geschütztes Plätzchen" von onnolaunterCC-BY-2.0)

Der Löwenzahn ist wahrscheinlich das bekannteste Unkraut. Er ist in ganz Europa heimisch und die meisten würde ihn wohl eher für Kaninchenfutter verwenden als für Salat. Dabei ist er in der Küche vielseitig einsetzbar: Blätter, Blüten und sogar die Wurzel sind essbar. Die weiße Milch, die aus den Stängeln austritt, sollte man allerdings nicht verwenden. Ernten kann man ihn von April bis Oktober und in der Zeit wächst er auch immer wieder nach.

Seine Blätter schmecken leicht bitter und nussig und passen gut zu Salaten, Suppen, Saucen oder aufs Butterbrot. Dünstet man sie an, entsteht ein feiner „Spinat“. Am besten erntet man junge (helle, feine) Blätter und entfernt das dickere untere Drittel. Die Blüten kann man als Deko auf Desserts oder Salaten verwenden. Aus ihnen lässt sich aber auch Gelee, Sirup oder eine Art Honig herstellen. Die Wurzel kann als Tee verwendet werden, aber auch – wie Radieschen – aufs Brot oder in den Salat gegeben werden.

Löwenzahn kann man gut einfrieren und später essen. Auch ist Löwenzahn gesund: Er enthält um ein vielfaches mehr Vitamin A und C als Kopfsalat und ihm wird eine blutreinigende und harntreibende Wirkung nachgesagt. Er regt die Verdauung an und hilft bei Blähungen, deswegen wird er auch oft für Entschlackungskuren empfohlen.

Gesundes Unkraut: Brennnessel

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Brennnessel ( „Nützliches Unkraut“ von Thomas Kohler unter CC-BY-2.0 )

Wegen ihrer hautreizenden Eigenschaften wird sie gefürchtet und als unliebsames Wildgewächs verteufelt. Dabei ist die Brennnessel so gesund wie es nur geht und deswegen ein wahres Wundergewächs: Sie enthält viel Eisen, Calcium und Vitamin C. Ideal zum Essen.

Das Kraut hat einen zartwürzigen Geschmack und aufgebrüht als Tee sagt man ihm eine wachmachende Wirkung nach. Als Heilpflanze wird es bei Rheuma und Harnwegsinfektionen eingesetzt. Es eignet sich aber auch als leckere Füllung für Nudeln und Ravioli. Frische Brennnessel kann man einfrieren und später verwenden.

Um die fiesen Stiche zu vermeiden, trägt man beim Pflücken und Weiterverarbeiten am besten Gartenhandschuhe. Die Brennnessel findet man von Juni bis Oktober einfach überall: in Gärten, an Flussufern, Schuttplätzen, Wegrändern, in Wald und Wiesen. Dabei kann man sie schwer verwechseln – alles was nicht brennt, ist keine Brennnessel.

Bärlauch – das leckere Unkraut

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Bärlauch ( „Bärlauch“ von Cornelia Kopp unter CC-BY-2.0 )

Der Bärlauch macht sich Anfang März bis Mitte Mai in Gärten und auf Wiesen breit. Fängt er danach an zu blühen, vermehrt er sich munter weiter. Darüber sollte man sich freuen, denn Bärlauch schmeckt ähnlich wie Knoblauch, scharf und herrlich frisch. Er ist eines der leckersten Unkräuter und schmeckt wunderbar zu Pesto verarbeitet, als Suppe, Dip oder Brotaufstrich.

Bärlauch ist reich an Mineralstoffen und Vitamin C. Er enthält Magnesium und wirkt antibakteriell, stärkt also das Immunsystem. Zudem hilft er bei Magenbeschwerden und wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus.

Beim Sammeln von Bärlauch sollte man vorsichtig sein: seine Blätter ähneln denen des hochgiftigen Maiglöckchens. Am knoblauchähnlichen Geruch kann man die Pflanzen aber unterscheiden. Ist man sich unsicher, hilft es, die Blätter zwischen den Fingern zu zerreiben. Riechen sie nach nichts, sollte man sie lieber liegen lassen und nicht essen.

Giersch: Unkräuter als Gewürz

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Giersch ( „Aegopodium podagraria“ von Donald Hobern unter CC-BY-2.0 )

Der Giersch, auch Geißfuß genannt, ist eines der hartnäckigsten Unkräuter. Egal was man dagegen tut – er kommt immer wieder. Viele wollen daher Giersch ausrotten. Warum also nicht mal den Blinkwinkel wechseln und den Giersch als robustes und wartungsfreies Dauergemüse betrachten?

Das Unkraut besitzt ein frisches, scharfes Aroma. Die jungen Blätter sammelt man am besten von März bis Mai, die Blüten von Juni bis August und Stängel sowie junge Blütensprossen von Mai bis August. Es passt als Gewürz zu Kartoffelgerichten oder Salat. Gekocht ergibt der Giersch ein schmackhaftes Püree, in kleinen Dosen ist er eine leckere Alternative zu Petersilie.

Auch Giersch kann man essen. Giersch ist auch als „Vitamin-C-Kraut“ bekannt, hat eine entzündungshemmende Wirkung und wird oft bei Gicht eingesetzt.

Gartenschaumkraut: Unkräuter aufs Brot essen

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Gartenschaumkraut (Foto: © pixabay)

Das Gartenschaumkraut ist in unseren Gärten weit verbreitet und blüht bereits im Vorfrühling. Trotz seines hübschen Aussehens gilt es als Unkraut und wird dementsprechend bekämpft. Dabei sieht es nicht nur gut aus, es schmeckt auch noch.

Sein scharfer, kräftiger Geschmack erinnert an Rucola – mit dem es verwandt ist – und Kresse. Es schmeckt besonders gut als Kresse-Ersatz auf Butter- oder Quarkbrot und im Salat. Dazu einfach die kleinen Blätter und Blüten von den Stielen zupfen und alles gut abwaschen und frisch essen.

Gartenschaumkraut besitzt einen hohen Vitamin-C-Gehalt, zudem Bitter- und Mineralstoffe, die sich positiv auf den menschlichen Organismus auswirken: ihm wird eine blutreinigende, harntreibende, verdauungs- und durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben.

Gundermann: das strenge Unkraut

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Gundermann ( „Malscher Aue und Brettwald“ von anro unter CC-BY-2.0 )

Der Gundermann wächst bevorzugt auf Wiesen und Weiden und ähnlich wie Efeu an Gehölzrändern. Er kann fast das ganze Jahr über geerntet werden, da er selbst unter der Schneedecke frische Blättchen treibt. Als Würzkraut ist er eine Bereicherung in jeder Küche.

Die Blätter der Pflanze sind reich an Vitamin C, Kalium und Kieselsäure. Er wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und anregend auf den Stoffwechsel und hilft zudem bei Grippe.

Sein herb-aromatischer Geschmack ist so manchem pur zu streng, deswegen lässt er sich gut zusammen mit anderen Kräutern zu Kräuterbutter, Kräuterquark oder in Salaten verarbeiten. Er macht sich aber auch gut in Omelettes, Eintöpfen oder Suppen. Die süßlichen Blüten lassen sich dekorativ und schmackhaft in Süßspeisen verwenden.

Vogelmiere: eines der mildesten Unkräuter

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Vogelmiere ( „Vogelmiere_I_DSC_5527“ von Rudolf Schaefer unter CC-BY-2.0 )

Büschelweise wächst die Vogelmiere auf Äckern und Brachflächen bis in den Oktober hinein. Sie bringt jährlich fünf Generationen mit je bis zu 20.000 Samen hervor, die jeweils bis zu 60 Jahre keimfähig auf optimale Bedingungen warten – sie als Unkraut auszurotten ist daher wohl unmöglich. Aber wieso sollte man auch?

Die Vogelmiere enthält dreimal so viel Kalium und Magnesium, siebenmal soviel Eisen wie Kopfsalat. Und auch Vitamin A und C sind viel reichlicher vorhanden. Zudem enthält sie einen hohen Anteil an pflanzlichem Eiweiß.

Beim Essen ist der Geschmack mild aromatisch und erinnert an Erbsen. Die Blätter passen gut zu Salaten und Suppen. Dazu erntet man am besten die jungen Triebspitzen noch bevor die Pflanzen ihre weißen Blüten bekommen.

Sauerampfer: Unkraut-Hit im Salat

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Sauerampfer ( „fleur d’oseille sauvage“ von Arpent nourricier unter CC-BY-2.0 )

Die Erntezeit des Sauerampfers zieht sich von April bis November, er kommt besonders auf feuchten Wiesen vor. Charakteristisch sind seine pfeilförmigen Blätter und sein saurer Geschmack.

Man zupft am besten die makellosen jungen Blätter da die älteren viel Oxalsäure enthalten. Die ist zwar verantwortlich für den einzigartigen Geschmack, vertragen wird sie aber bei Magenempfindlichkeit nicht so gut.

Sauerampfer schmeckt in Suppen und Eintöpfen, ist aber auch eine tolle Ergänzung im Salat. Er enthält außerdem viel Vitamin C und Eisen und gilt in der Naturheilkunde als wirksames Mittel gegen Hautkrankheiten.

Knopfkraut: die Vitaminbombe unter der Unkräutern

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Knopfkraut ( „Franzosenkraut_I_DSC_8936“ von Rudolf Schaefer unter CC-BY-2.0 )

Das Knopfkraut – auch Franzosenkraut – ist ein vitales und vermehrungsfreudiges Gewächs. Ab Mai bis spät in den Herbst kommt es in Gärten, auf Äckern und offenerdigen Straßenrändern vor.

Als wohlschmeckendes und gesundes Gemüse kann man es wie Spinat dünsten, mit Gemüse kochen oder auch roh in Salaten, als Pesto und in frischen Säften verwenden. Dafür eignet sich quasi die ganze Pflanze: Blätter, Stiele, Blütenknospen und junge Blüten, all das kann man essen.

Auch Knopfkraut kann man essen. Und eine Vitaminbombe ist das Knopfkraut auch: Es ist reich an Mineralien wie Kalium und Phosphor, enthält viel Eiweiß, Magnesium und Calcium, Vitamin A und C. Zudem ist es eine der eisenhaltigsten Pflanzen überhaupt.

Pimpinelle: Vitamin C als Unkraut essen

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Pimpinelle (Foto: © pixabay)

Die Pimpinelle ist noch unter vielen anderen Namen bekannt, wie kleiner Wiesenknopf oder kleines Blutkraut. Es wächst von Mai bis August hauptsächlich auf Wiesen.

Ihr Geschmack ist frisch und leicht nussartig, ihr Duft erinnert an den von Gurken. Da sie schnell welkt, sollte man sie nach der Ernte direkt verarbeiten, oder kleingeschnippelt einfrieren. Als Gewürz eignet sie sich in Salaten, Quark, Kräuterbutter, Gemüse, frischen Suppen und auf Brot.

Die Pflanze hat einen hohen Vitamin-C-Gehalt und man sagt ihr eine blutreinigende, entzündungshemmende, schleimlösende Wirkung nach. Zudem hilft sie gegen Sodbrennen, Müdigkeit und Durchfall.

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(18) Kommentare

  1. Guter Anfang, aber das Foto vom Giersch ist unkenntlich. Demnach wird keiner, der dieses Kraut nicht kennt, den Giersch finden. Ansonsten finde ich, wird sich jeder, der sich für dieses Thema interessiert, selber informieren…und Literatur mit guten Bildern gibt es wirklich genug…Also…auf geht`s…Gruß Christa Zita…und nicht so pingelig sein, wegen einiger Formulierungen. Besserwisser haben wir schon genug : – )

    • Ich bin froh,zuverlässig über diese Thematik informiert zu werden. Danke!
      Die Entscheidung über das „Schreddern“ von männlichen Küken durch „unser“ Oberverwaltungsgericht widerspricht nicht nur meiner Auffassung von Tierschutz
      sondern stellt eine Aufgabe an unsere Politiker dar. die Vorschriften genauer abzufassen.
      Don

  2. Der Name „Unkraut“ kommt laut eines Agronom – Ingenieur aus der Agrikultur, und galt denjenigen Pflanzen oder Kräutern, die in einer bestimmten Massenanpflanzung heranwuchsen, aber nicht dazugehörten.

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