Hokkaido, Butternut & Co: Welchen Kürbis kann man mit Schale essen?

Welchen Kürbis kann man mit Schale essen?
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Kürbis ist lecker und gesund, er wird regional angebaut und ist vielseitig verwendbar. Die Verarbeitung aber kann anstrengend sein, denn die Schale ist hart. Bei manchen Sorten kannst du ganz einfach die Kürbis-Schale mitessen – wir zeigen, welche das sind.

Kürbis ist ein typisches Herbst-Lebensmittel: Für die meisten Sorten ist in Deutschland von Ende August oder Anfang September bis November Kürbis-Saison. Da fast alle Kürbisarten gut gelagert werden können, bekommt man oft noch bis weit ins Frühjahr hinein Kürbisse aus heimischem Anbau.

Wann Gemüse und Obst bei uns Saison haben, kannst du im Utopia-Saisonkalender herausfinden.

Obwohl es eigentlich hunderte verschiedene Kürbissorten gibt, kennt man bei uns vor allem zwei Sorten: Hokkaido-Kürbis und Butternut-Kürbis. Hin und wieder bekommt man auch den etwas größeren Muskatkürbis. Zwar sind auch diese drei Sorten allein schon vielseitig und schmackhaft. Doch auf Wochenmärkten, in gut sortierten Gemüse- und Bioläden oder an Selbstbedienungs-Ständen am Straßenrand findet man mit etwas Glück noch viel mehr Kürbis-Sorten, die ihr unbedingt mal ausprobieren solltet.

Kürbis: Tipps zu Kauf und Lagerung

  • Kaufe Kürbisse am besten aus regionalem (Bio-)Anbau in der Kürbiszeit zwischen etwa Ende August und April.
  • Achte beim Kauf darauf, dass die Schale unbeschädigt ist, damit der Kürbis möglichst lange hält – es sei denn, du willst ihn sowieso schnell verarbeiten.
  • Wie erkenne ich, ob der Kürbis reif ist? Ganz einfach: Wenn er beim daran-Klopfen hohl klingt (z.B. Hokkaido, Butternut, Muskat), ist er optimal gereift.
  • Die meisten Kürbisse halten sich bei kühler, trockener und dunkler Lagerung mehrere Monate. Ideal ist ein kühler Kellerraum.
  • Angeschnittene Kürbisse halten sich im Kühlschrank ungefähr eine Woche.
  • Kürbis kann man gut einfrieren: Einfach in Stücke schneiden, kurz vorgaren und dann ins Gefrierfach geben. Auch Kürbispüree und Kürbissuppe eignen sich zum Einfrieren.

Kann man Kürbis mit Schale essen?

Prinzipiell kannst du fast jeden Kürbis mit Schale essen. Doch da die Schale oft sehr hart ist, braucht sie beim Garen deutlich länger als das Fruchtfleisch, bis sie weich wird. Deshalb kann es bei manchen Sorten und Zubereitungsarten ratsam sein, den Kürbis zu schälen.

Hokkaido-Kürbis
Hokkaido-Kürbis (Foto: © anitasstudio - Fotolia.com)

Hokkaido-Kürbis

Der Hokkaido ist der bei uns beliebteste Kürbis, man bekommt ihn in jedem Supermarkt. Er ist rund, mittelgroß, gerillt und außen wie innen leuchtend orange. Einen Hokkaido-Kürbis zu schälen ist nicht notwendig: Die Kürbis-Schale kann man ohne Probleme essen.

Egal ob der Hokkaido im Ofen gebacken, zu Suppe verarbeitet oder gebraten wird: Die Schale kann dran bleiben und ergibt manchen (Hobby-)Köchen zufolge sogar ein besseres Aroma als ohne Schale. Wer aber den Hokkaido raspeln will, um ihn zu Gemüsepuffern oder Reibekuchen zu verarbeiten, sollte den Hokkaido schälen, denn die Bratzeit reicht hier unter Umständen nicht aus, damit die Schale weich wird.

Der Hokkaido-Kürbis eignet sich für fast alle Zubereitungsarten – zum Beispiel als Suppe, Ofengemüse, Pürree, angebraten im Salat, in der Gemüsepfanne oder sogar für Süßspeisen und zum Backen.

Wir haben hier ein einfaches Rezept für leckere herbstliche Kürbissuppe – oder wie wär’s mit Kürbis-Curry oder Flammkuchen? Oder einem Kürbis-Smoothie?

Übrigens: Die Kerne des Hokkaido Kürbisses schmecken geröstet äußerst lecker und sind ein perfekter Snack. Kürbiskerne rösten – so geht’s!

Ein sehr leckeres Rezept für Ofenkürbis mit Feta und Walnüssen findest du zum Beispiel bei Tiny Spoon. Mehr Hokkaido-Kürbis-Rezepte findest du beispielsweise bei kuechengoetter.de.

Butternut-Kürbis
Butternut-Kürbis (Foto: © silencefoto - Fotolia.com)

Butternut-Kürbis

Auch der Butternut ist sehr beliebt. Ganz anders als der Hokkaido hat er eine blass-gelbliche glatte Schale und ist birnenförmig, sein Fruchtfleisch ist hellorange, und er hat ein feines Butteraroma.

Der Kürbis hat eine sehr dünne, aber recht harte Schale. Butternut zu schälen geht ganz einfach mit einem Kartoffelschäler. Ob es wirklich nötig ist oder ob man den Kürbis mit Schale essen kann, hängt vom Rezept ab. Grundsätzlich ist die Kürbis-Schale essbar – sie braucht aber relativ lange, bis sie weich wird.

Wer den Butternut-Kürbis im Ofen rösten möchte, kann das mit Schale versuchen. Auch wer den Butternut für eine Suppe weich kochen und pürieren möchte, muss ihn nicht unbedingt schälen. Wenn man ihn beispielsweise für eine Gemüsepfanne nur kurz anbrät, ist es aber einfacher, ihn zu schälen.

⇒ Tipp: Wenn du die Schale nicht wegwerfen möchtest, kannst du sie ganz einfach zu einem leckeren Gemüsegericht verarbeiten: Einfach kleinschneiden, anbraten oder weich kochen – zum Beispiel mit Zwiebeln, Gewürzen und Kokosmilch.

Grundsätzlich kann man also Butternut mit Schale essen, bei Zubereitungsarten, bei denen er nur kurz gart, empfiehlt es sich aber, den Kürbis zu schälen.

Ein leckeres vegetarisches Butternut-Rezept für Pasta mit Kürbis gibt es beim Blog minzgrün, eines für Butternut-Kürbis aus dem Ofen findest du beispielsweise bei schmecktwohl. Mehr Rezepte mit Butternut gibt es bei eatsmarter.de.

Muskatkürbis
Muskatkürbis (Foto: © womue - Fotolia.com)

Muskatkürbis

Der Muskatkürbis ist rund, aber eher flach, außen gerillt und dabei meist größer als der Hokkaido- oder Butternut – er kann bis zu 40 Kilogramm schwer werden. Die Schale ist grün, bräunlich oder orange, das Fruchtfleisch gelb bis orange.

Der Muskatkürbis hat eine harte und eher dicke Schale. Theoretisch kann man den Kürbis mit Schale essen. Die Schale braucht jedoch beim Garen relativ lange, bis sie weich wird, deshalb kann es je nach Gericht empfehlenswert sein, den Muskatkürbis zu schälen. Wenn er lange gart (zum Beispiel im Ofen oder für Suppe), kann man die Schale ruhig dran lassen, bei kürzeren Garzeiten schälst du den Muskatkürbis besser.

Ein ausgefallenes Muskatkürbis-Rezept mit Linguine findest du bei Living at Home, ein feines Curry-Rezept bei Paleo360. Mehr: zum Beispiel bei eatsmarter.de und lecker.de.

Weitere Kürbissorten

Weniger verbreitet, aber ebenfalls lecker sind diese Kürbisse:

Patisson: kleiner Kürbis (ca. 10-25 cm Durchmesser), dessen Form an ein UFO erinnert. Es gibt ihn in gelb, weiß, grün und sogar zweifarbig. Der Patisson lässt sich nicht so lange lagern wie andere Sorten. Man kann diese Sorte mit Schale essen, sehr kleine Exemplare sogar am Stück und roh. Patisson eignet sich auch sehr gut, um ihn zu füllen und im Ofen zu garen.

Bischofsmütze: wird auch Türkenturban genannt. Mittelgroßer, runder, eher flacher Kürbis mit mützenartigem „Aufsatz“. Sollte nicht mit Schale gegessen werden. Aufgrund der Form ist es schwierig, das Fruchtfleisch aus dem Kürbis zu schneiden, deshalb wird er gerne ausgehöhlt und gefüllt gegart.

Spaghetti-Kürbis: länglich, eher klein, mit beiger bis gelber Schale und fadenartigem Fruchtfleisch. Den Spaghetti-Kürbis gart man als Ganzes (Schale vorher einstechen!). Du kannst ihn dann halbieren und die „Spaghetti“ herausziehen oder einfach aus der Schale löffeln.

Gelber Zentner: wird auch Riesenzentner genannt. Großer, runder Riesenkürbis mit oranger Schale und gelbem Fruchtfleisch, der bis zu 50 Kilogramm schwer werden kann. Eignet sich gut für Süßspeisen – und zum Aushöhlen und Schnitzen für Halloween. Theoretisch ist die Kürbis-Schale essbar, sie ist jedoch recht hart und wird daher meist entfernt.

Baby Bear: klein, rund (ca. 10 cm Durchmesser), mit dunkeloranger, gerillter Schale und gelbem Fruchtfleisch. Eignet sich gut für Suppen und Süßspeisen. Die Schale ist sehr hart, daher ist der Kürbis einfacher ohne Schale zu essen – entweder schälen oder Fruchtfleisch herausholen.

Buttercup: eher kleiner, runder Kürbis mit einem kleinen mützenartigen Aufsatz, dunkelgrüner Schale und orangem Fruchtfleisch. Die Schale ist sehr hart, daher ist es einfacher, ihn ohne Schale zu essen, den Kürbis zu schälen, ist allerdings nicht immer leicht. Eignet sich gut zu Füllen, für Aufläufe oder zum Backen.

Hier findest du einen Überblick über die beliebtesten Kürbissorten (mit Bildern).

Kürbis-Rezepte auf Utopia.de:

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(5) Kommentare

  1. Tipp zum einfachen Schälen eines Kürbis:
    Ich verwende ein großes chinesisches Kochmesser, teile den ganzen Kürbis in mind. 8 Teile (wie Apfelspalten), die ich dann einzeln mit dem Messer oder einem Sparschäler (oder Spargelschäler) schälen kann.

  2. Tip von einem Verkäufer zum Schälen von Kürbis:

    Den ganzen Kürbis oder den Teil, den man verwenden will, bei niedriger Hitze (ca. 50 Grad) etwa 20-30 Min. in den Backofen auf den Rost legen – die Schale wird weich, der Kürbis lässt sich leicht schälen!

  3. Den Patisson Kürbis kann man wie eine Zucchini (ist ja auch ein Kürbisgewächs) verarbeiten – der Geschamck ist auch ähnlich. So verarbeiten wir diese immer 🙂

  4. Frage: Hokkaido-Kürbis-Schale mit grüner Unterschicht.
    Ich hatte einen Hokkaido-Kürbis mit grüner Schicht unter seiner Schale, also ganz schmal.
    Der Hokkaido-Kürbis war frisch, sah gut aus, wie immer.
    Ist das giftig??
    WAS ist das??

    Leider kein Foto gemacht, sondern schon verspeist 😀

  5. Der war vermutlich nur noch nicht 100 %-ig reif. Das kann man manchmal auch bei den nahe verwandten Melonen beobachten, die dann auch entsprechend langweilig schmecken.
    Und da Kürbisse nicht wie Tomaten und Kartoffeln zu den Nachtschattengewächsen gehören, musst du dir auch um den Gehalt von giftigem Solanin in grünen Teilen keine Sorgen machen.

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