Meerrettich pflanzen: Tipps für Anbau und Ernte

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Meerrettich kannst du im Frühjahr selbst pflanzen und von Oktober bis Ende Februar ernten. Damit der Meerrettich aber auch dicke und gerade Stangen bildet, musst du verschiedene Dinge beachten. Wichtig sind auch Standort und Pflege.

Den Meerrettich (in Österreich „Kren“) gibt es schon seit über 1.000 Jahren in Deutschland. Charakteristisch ist sein scharfer Geschmack, weshalb er auch als Gewürz beliebt ist. Am häufigsten isst man Meerrettich aber wohl als Rohkost zu Brot oder in einem Salat.

Besonders viel Aroma steckt im Meerrettich, wenn er frisch aus der Erde kommt. Deshalb lohnt es sich, den Rettich selbst anzupflanzen. Wenn du ihn etwas pflegst, kannst du bis in den Winter hinein noch frischen Meerrettich aus dem eigenen Garten ernten.

Meerrettich pflanzen: Standort und Boden

Meerrettichfeld - wenn du das vermeiden möchtest, solltest du ihn an den Rad deines Beetes pflanzen.
Meerrettichfeld – wenn du das vermeiden möchtest, solltest du ihn an den Rad deines Beetes pflanzen.
(Foto: Colourbox.de)

Meerrettich kannst du an nahezu jedem Standort anpflanzen – er wächst überall. Am besten kann er aber wachsen, wenn die Bedingungen optimal sind:

  • viel Sonnenlicht,
  • humusreicher, lehmhaltiger Boden,
  • etwas sandig.

Meerrettich solltest du am Rande des Beets pflanzen, da die vielen kleinen Wurzeln der Pflanze auch in den Folgejahren wieder austreiben. Andernfalls breitet sich der Meerrettich im nächsten Jahr mitten im Beet aus.

Hinweis: Wenn du größere Mengen Meerrettich pflanzt, muss sich das Beet spätestens nach zwei Jahren erst einmal erholen. Nach vier Jahren Pause kannst du dann am gleichen Standort wieder Meerrettich anpflanzen. In diesen vier Jahren solltest du auch auf andere Kreuzblütler verzichten und bei der Fruchtfolge besser auf Erbsen, Bohnen oder Kartoffeln setzen.

Zeitpunkt und Vorgehen zum Meerrettich pflanzen

Für Meerrettich gibt es keine Samen, stattdessen pflanzt du Wurzelstücke: Sogenannte „Fechser“. Sie sind die Seitentriebe des Meerrettich und im Gartencenter erhältlich. Zwischen März und Mai kannst du sie ins Beet setzen.

Tipp Meerrettich vermehren: Wenn du erst einmal Meerrettich gepflanzt hast, kannst du die Seitentriebe abschneiden und zu Wurzelstecklingen schneiden. Dazu stutzt du sie auf das kräftigste Stück zurück, mindestens 15 Zentimeter lang und lagerst sie in einer Sandbox im Keller über den Winter ein. Ab März kannst du sie an einem warmen Ort unter dunkler Folie drei Wochen lang vortreiben. Du siehst dann mehrere „Augen“ – hier entstehen später neue Seitentriebe. Lass etwa drei Augen stehen und reibe die anderen mit einem Tuch ab. Denn die Pflanze bildet sonst viele schwache Triebe statt drei starke Triebe aus. Dann kannst du den Meerrettich ins Beet pflanzen.

Anleitung zum Meerrettich pflanzen:

  1. Grabe als erstes ein Loch, das etwa 20 Zentimeter tief ist.
  2. Lege den Fechser schräg in das Loch, sodass das obere Ende etwa fünf bis zehn Zentimeter unter der Erde liegt.
  3. Nun die Erde fest andrücken und mit etwas Wasser gießen.
  4. Das Loch für den nächsten Rettich sollte einen Abstand von mindestens 50 Zentimetern haben. Die nächste Reihe sollte ca. 15 Zentimeter entfernt sein.
  5. Optional kannst du das frische Beet noch mit einer dünnen Schicht Kompost bedecken.

Meerrettich pflegen und schneiden

Wenn der Meerrettich Ende Mai/Anfang Juni austreibt und die Blätter etwa zehn Zentimeter lang sind, kannst du die Seitentriebe abschneiden. Dadurch hast du neue Fechser für das nächste Jahr, die auch recht gerade Stangen ergeben.

  1. Dazu gräbst du vorsichtig von allen Seiten am Meerrettich, ohne ihn aus dem Boden zu heben. Du entfernst nur so viel Erde, dass die Seitentriebe freigelegt sind. Auf keinen Fall darfst du den Meerrettich ganz ausgraben.
  2. Nun schneidest du die Seitentriebe ab und gräbst den Meerrettich wieder ein.
  3. Zum Schluss legst du etwas Humus um die Pflanze und gießt sie mit etwas Wasser.

Beachte: Wenn deine Pflanze schnell wächst, musst du dies noch einmal im Juli / August wiederholen.

Damit der Meerrettich dicke Stangen bilden kann, sollte die Erde immer etwas feucht sein. Im Hochsommer ist es deshalb wichtig, dass du die Pflanze bei anhaltender Trockenheit täglich gießt.

Meerrettich ernten: Oktober bis Februar

Frisch geraspelter Meerrettich ist scharf und verleiht verschiedenen Speisen Würze.
Frisch geraspelter Meerrettich ist scharf und verleiht verschiedenen Speisen Würze.
(Foto: Colourbox.de)

Meerrettich kannst du ab Oktober ernten, indem du ihn vorsichtig ausgräbst. Frost macht der Pflanze aber auch nichts aus – sie wächst dann aber kaum noch. Trotzdem kannst du sie auch im Winter ernten. Eine Faustregel besagt, dass du Meerrettich in allen Monaten mit dem Buchstaben „r“ ernten kannst, also von September bis April. Da die Pflanze aber im September noch wächst und im März/April schon wieder neue Triebe ins Beet können, empfehlen wir eine Erntezeit von Oktober bis Februar.

Hier noch einige Tipps:

  • Den Meerrettich kannst du ganz leicht mit einer Grabgabel ausgraben.
  • Achte darauf, die Wurzeln nicht zu verletzen, wenn du sie als Triebe wieder einpflanzen möchtest.
  • Die Blätter kannst du leicht abdrehen oder mit einer großen Gartenschere abschneiden.
  • Den Meerrettich solltest du nur abbürsten und nicht abwaschen, wenn du ihn für einige Wochen einlagern möchtest.
  • Gewaschener und angeschnittener Meerrettich hält sich an einem kühlen Ort etwas zwei Wochen.

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