Mietwohnung dämmen: Das kannst du jetzt tun

Mietwohnung dämmen
Foto: CC0 / Pixabay / geralt

Eine aufwendige Dämmung der Mietwohnung ist meist Sache der Vermietenden. Mit einfachen Mitteln kannst du aber auch selbst aktiv werden. Wir stellen dir DIY-Dämmmaßnahmen vor, mit denen du Stromverbrauch und Energiekosten senken kannst.

Eine Mietwohnung zu dämmen, hat einige Vorteile. Du kannst dadurch:

Dabei musst du nicht unbedingt darauf warten, dass dein:e Vermieter:in die Sache in die Hand nimmt. Ergreife stattdessen selbst Maßnahmen, um deine Mietwohnung zu dämmen. Das kannst du kostengünstig, effizient und mit wenig Aufwand tun. 

Die größten Schwachstellen in der Wärmedämmung sind Heiznischen, Fenster, Türen und Rollladenkästen. Wie du ihre Dämmung verbessern kannst, erklären wir dir hier. Informiere dich vor Eingriffen zur Wärmedämmung aber am besten, was du in deiner Wohnung konkret verändern darfst und was nicht. 

Mietwohnung dämmen: Das ist erlaubt

Sprich dich mit deinem Vermieter oder deiner Vermieterin ab, bevor du das Dämmen deiner Mietwohnung selbst übernimmst.
Sprich dich mit deinem Vermieter oder deiner Vermieterin ab, bevor du das Dämmen deiner Mietwohnung selbst übernimmst.
(Foto: CC0 / Pixabay / andibreit)

Kleine Eingriffe zur Dämmung der Mietwohnung kannst du ganz einfach selber durchführen. Aufwendigere Maßnahmen wie die Gebäudeisolierung zur Wärmedämmung liegen jedoch bei den Eigentümer:innen. 

Wenn der/die Vermieter:in Maßnahmen zur Wärmedämmung durchführen, dann handelt es sich dabei für sie um eine Modernisierungsmaßnahme. Während Reparaturen von den Vermieter:innen übernommen werden müssen, dürfen Vermietende jegliche Modernisierungskosten mit bis zu acht Prozent auf die Jahresmiete anrechnen. Dämmungen, die du selber übernimmst, werden nicht auf die Miete aufgeschlagen. 

Tipp: Sprich dich gegebenenfalls mit deiner Hausgemeinschaft und den Vermietenden ab, um eine allgemeine Wärmedämmung des Mietshauses zu initiieren. 

Wenn du selbst aktiv werden möchtest, dann achte darauf, dass sich deine Maßnahmen gegebenenfalls rückgängig machen lassen. Als Mieter:in darfst du nur Dinge unternehmen, die die Bausubstanz nicht direkt verändern. Aber auch bei kleineren Eingriffen ist es ratsam, sich vorher mit dem/der Vermieter:in in Kontakt zu setzen und eine Vereinbarung zu treffen. 

Wärmedämmung hinter Heizkörpern

Installiere eine Isolierschicht hinter deinem Heizkörper, um deine Mietwohnung besser zu dämmen.
Installiere eine Isolierschicht hinter deinem Heizkörper, um deine Mietwohnung besser zu dämmen.
(Foto: CC0 / Pixabay / ri)

Eine große Schwachstelle in der Wärmedämmung von Mietwohnungen sind meist die Heiznischen. Hinter den Heizkörpern geht viel Wärme und Heizluft an die Außenwand verloren. Mit einer einfachen Isolierschicht hinter dem Heizkörper kannst du den Wärmeverlust effektiv reduzieren. 

Als Isolierschicht sind Dämmmatten mit Aluminium geeignet. Diese erhältst du kostengünstig im Baumarkt. Das Aluminium reflektiert die Wärmestrahlung und trägt somit dazu bei, die Mietwohnung besser zu dämmen. Die Matten müssen mit einem speziellen Kleber aus dem Baumarkt angebracht werden. Ziehe dazu am besten eine Fachkraft zurate. Die Dämmmatten müssen lückenlos sitzen, damit kein Schimmel entsteht. 

Tipp: Je nach Art des Heizkörpers muss dieser eventuell abmontiert werden, damit sich die Dämmmatten anbringen lassen. Suche dir nach Möglichkeit handwerkliche Hilfe für diesen Schritt, um Schäden an der Wohnung zu vermeiden. 

Mietwohnung dämmen: Türen und Fenster abdichten

Vermeide Zugluft an Türen und Fenstern, indem du eine Wärmedämmung anbringst.
Vermeide Zugluft an Türen und Fenstern, indem du eine Wärmedämmung anbringst.
(Foto: CC0 / Pixabay / dimitrisvetsikas1969)

Dämme deine Mietwohnung, indem du bei Fenstern und Türen Zugluft vermeidest. Besonders bei älteren Bauten kann der Wind durch alte, poröse oder nicht vorhandene Dämmungen stark pfeifen. 

Das kannst du konkret tun, um die Fenster und Türen in deiner Mietwohnung zu dämmen:

  • Lege einen Wärmefänger oder Zugluftstopper vor den unteren Türschlitz. Mehr Tipps, wie du Türen abdichten kannst, gibt es hier: Türen abdichten: Zugluft stoppen und Energie sparen
  • Bringe eine Gummidichtung an Fenster- und Türrahmen an. Mit einem kostengünstigen Gummiband aus dem Baumarkt kannst du Zugluft dort stoppen. Übrigens: Du kannst Zugluftstopper aus verschiedenen Materialien selber machen, und kannst dabei noch alte Dinge upcyceln.
  • Fräse bei Holzfenstern eine längliche Vertiefung in den Rahmen und drücke eine Dichtung ein. Sprich dich dazu erst mit deinem/deiner Vermieter:in ab.
  • In unserem Beitrag zum Thema Fenster abdichten geben wir weitere Tipps, wie du auch ohne Bohrmaschine oder andere handwerkliche Geräte bessere Dichtung erreichen kannst. Dabei kommen zum Beispiel Kerzen oder Knete zum Einsatz.
  • Bringe eine Fensterfolie an, wenn deine Fenster einfach verglast sind. Die Folie erhältst du kostengünstig im Baumarkt. Sie ist besonders effizient, um Wärmeverlust zu reduzieren.

Achtung: Entferne zunächst alte Dichtungen, bevor du neue Maßnahmen ergreifst. Nur so kann eine neue Wärmedämmung an Fenstern und Türen halten. Sollte die alte Dichtung noch grundsätzlich intakt sein, dann kannst du sie auch nur teilweise ausbessern. 

Wärmeverlust bei Rollladenkästen vermeiden

Rolladenkästen sind eine Schwachstelle in der Wärmedämmung.
Rolladenkästen sind eine Schwachstelle in der Wärmedämmung.
(Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Die Rollladenkästen zu isolieren ist eine einfache und effiziente Methode, die Mietwohnung zu dämmen. 

Das Problem: Meist werden die Rollläden von außen in den Kasten gezogen. Dort ist das kalte Material nur durch dünne Wände von dem beheizten Innenraum getrennt. Außerdem kann kalte Außenluft durch den Kasten nach innen gelangen. 

Die Kästen sind also eine Schwachstelle in der Dämmung, die sich jedoch mit einfachen Mitteln ausbessern lässt. Gehe dazu wie folgt vor.

  1. Öffne zunächst den Kasten und miss ihn aus.
  2. Kaufe im Baumarkt eine spezielle Dämmfolie oder Tapete mit Aluminiumschicht. Alternativ gibt es auch Dämmelemente, die sich einfach anbringen lassen. 
  3. Kleide den Kasten von innen mit der Dämmschicht aus.
  4. Bringe für maximale Wärmedämmung eine Bürstendichtung an der Stelle an, wo die Schnur, der Stab oder andere Bedienungsteile zum Ein- und Ausrollen aus dem Kasten herauskommen. 
  5. Schließe den Rollladenkasten und bediene die Rollläden wie zuvor. 

Tipp: Rollläden halten sowohl im Sommer als auch im Winter extreme Temperaturen von außen ab. Es ist also sinnvoll, die Rollläden über Nacht immer herunterzulassen, um die Mietwohnung zusätzlich zu dämmen. 

Kleine Kniffe, um noch etwas besser zu dämmen

Ein Wandteppich sieht nicht nur schön aus, sondern trägt auch zur Wärmedämmung in einer Mietwohnung bei.
Ein Wandteppich sieht nicht nur schön aus, sondern trägt auch zur Wärmedämmung in einer Mietwohnung bei.
(Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Hast du die folgenden Dinge bereits zuhause, kannst du deine Mietwohnung auch ganz ohne handwerklichen Aufwand etwas winterfester machen:

  • Hänge einen Wandteppich an Wände, die dem Außen zugewandt sind. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass sie auch etwas gegen Lärm dämmen können.
  • Hast du nicht spezifisch einen Wandteppich, aber dafür eine schöne Tagesdecke, kannst du diese auch an der Wand befestigen, um ihre isolierende Wirkung auszunutzen.
  • Vergiss nicht, dass du auch die Position deiner Möbel in der Wohnung ändern kannst. Stellst du beispielsweise Schränke oder hohe Sessel vor Außenwände, können diese auch ein bisschen zur Dämmung beitragen.

Auch bei guter Wärmedämmung: Richtig heizen ist wichtig

Mit einfachen Mitteln kannst du deine Mietwohnung kostengünstig und effizient dämmen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass du richtig heizt. Nur so kannst du nachhaltig deinen Energieverbrauch und deine Stromkosten senken. Was du konkret tun kannst, erfährst du zum Beispiel hier:

Übrigens: Du kannst auch ohne Heizung heizen. Mit der richtigen Dämmung und unseren einfachen Heiztricks schaffst du es, Wärmeverlust und Stromverbrauch zu reduzieren. 

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