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Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen: Lebensmittel sind weiterhin essbar

Foto: © fovito – Fotolia.com

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum: Viele „abgelaufene“ Lebensmittel bleiben darüber hinaus essbar, lecker und gesund. Durchschnittlich 82 Kilo Lebensmittel wirft jeder deutsche Verbraucher pro Jahr in den Müll. Das muss nicht sein.

Der Becher Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum gestern abgelaufen ist, die Packung Nudeln, die bis mindestens vor einem Monat haltbar war und der Saft, der schon drei Wochen drüber ist: Das ist doch sicher verdorben, weg damit! Denn, so glauben viele, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, gehören Lebensmittel in den Müll.

Dieser Glaube ist nicht einfach nur Quatsch, sondern führt zu einer vollkommen unnötigen Lebensmittelverschwendung. Denn: Fast alle Nahrungsmittel sind auch noch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum

Laut EU-Recht muss auf fast allen verpackten Lebensmitteln und Getränken ein Hinweis auf das Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedruckt sein („mindestens haltbar bis“).

Dieses Datum gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem ein ungeöffnetes Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch und Nährstoffgehalt behält.

Vereinfacht gesagt handelt es sich also um eine Art Garantie des Herstellers für die Qualität des Produkts und um eine Absicherung gegen Beschwerden – nicht um einen Stichtag, an dem das Lebensmittel mit Sicherheit verdorben ist. Daher kann man fast alle Lebensmittel auch noch mehrere Tage bis hin zu Monate über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus bedenkenlos verzehren und sie dürfen auch noch verkauft werden. Es gibt sogar Lebensmittel, die praktisch niemals verderben.

Nudeln und Reis
Nudeln und Reis halten sich ungeöffnet in der Regel viele Monate über das MHD hinaus. (Foto: Colourbox.de)

Nicht verwechseln mit „zu verbrauchen bis“

Aber aufgepasst: Nicht mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum verwechseln sollte man das Verbrauchsdatum. Lebensmittel mit dem Hinweis „zu verbrauchen bis“ (meistens sind das leicht verderbliche Lebensmittel wie Hackfleisch oder roher Fisch) sollte man tatsächlich vor diesem Datum verzehren; später dürfen sie auch nicht mehr verkauft werden.

Das Verbrauchsdatum gilt aber eben nicht für alle tierischen Produkte, wie z.B. Eier, Milch und Käse. Diese werden mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum ausgezeichnet und sind meist auch Tage und Wochen darüber hinaus noch genießbar.

Lebensmittel länger haltbar machen durch richtige Lagerung

Lebensmittel halten sich dann am besten, wenn sie optimal gelagert werden. Einige Produkte, wie zum Beispiel Kartoffeln, aber auch Getreide und Müsli sollte man kühl, dunkel und trocken lagern, die meisten anderen „trockenen“ Lebensmittel zumindest kühl und gut verschlossen.

Auch längst nicht jedes Gemüse gehört in den Kühlschrank – mehr Tipps gibt es hier: 10 Lebensmittel, die nicht in den Kühlschrank gehören.

Im Kühlschrank bleiben Nahrungsmittel am längsten frisch, wenn man bei der Lagerung ein paar Kleinigkeiten beachtet – wie zum Beispiel die richtige Kühlschranktemperatur.

Essen verdorben? Vertrau auf deine Sinne!

Wir sollten dringend damit aufhören, uns zu Sklaven eines kleinen aufgedruckten Datums zu machen, Lebensmittel unnötig in den Müll zu werfen und damit Ressourcen und Geld zu verschwenden! Wenn du feststellen willst, ob deine Lebensmittel noch „gut“ sind, lautet der wichtigste Tipp: Benutze deine Sinne!

Schau dir das Produkt genau an, rieche daran, fass es an, probiere es im Zweifelsfall. Riecht es komisch, fühlt sich schmierig an, zeigt Verfärbungen oder schmeckt anders als gewohnt: Weg damit. Wenn nicht: Iss es doch einfach.

Ein Anhaltspunkt für die Haltbarkeit von Lebensmitteln ist übrigens auch die Zeitspanne zwischen Produktion bzw. Verkauf und Mindesthaltbarkeitsdatum: Ist das Produkt laut Datumsstempel nach dem Kauf noch ein ganzes Jahr haltbar, ist es sicher weniger empfindlich als eines, das schon 5 Tage später „abläuft“.

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(29) Kommentare

  1. Wer von Tiefkühlware profitiert ist derjenige, der das Haltbarkeitsdatum endlich vergisst!
    Wenn die Berichte stimmen, dann sind alle essbaren Teile z.B. nach hunderten, ja hunderten von Jahren noch genießbar, wenn gefroren. War die Kühlkette unterbrochen ist scheinbar der „Keim der Verwesung“ daran schuld das wir uns einen verdrehten Magen einholen könnten, es sei denn
    wir möchten noch in zwei Jahren etwas kosten das uns schmeckt, dann sollte die Kühlung überprüft werden, denn Frostbrannt kennt jeder und dieser Schaden ist kaum wieder gut zu machen. Nachhaltigkeit ist auch die Überprüfung der allgemeinen Naturgesetze, hier findet auch der hungrigste Bettler …
    Und noch ein Tip: Das kurze schmecken an der scheinbar abgelaufenen Milch mit der Zunge
    hat noch keinem geschadet. Möglich ist, dass das Schmecken mit Ekel verbunden wird, wenn der Geruch versagte, so ist die Milch nicht allzu „sauer“ und kann getrost entsorgt werden. Es sei denn man macht aus der sauren Milch ein Heilmittel gegen Übelkeit und Erbrechen. Aß letztens eine schlecht verpackte Tomatensoße.. Und noch was: Plastik ist zwar anfänglich schädlich für die Umwelt, wird aber nach der Zeit wieder assimiliert;
    und so muss ein schlecht gewordenes Lebensmittel ein Prozess sein, der
    die Dinge in seinen Ursprung zurückverwandelt, Es gibt da diesen speziellen Äther (wahrlich ist es nicht ein Himmel, sondern die Urschwingung selbst) der erfahren werden kann, erstens wenn die Einweihung erhalten wurde oder wenn beispielsweise der Unsterblichkeitsfaktor herein tritt. Heilmethoden sind immer schwer begreiflich zu machen… Denken ist des Menschen Käfig und deshalb
    erwache Deine Intuition! Möglich wir können uns durch Lichtnahrung erhalten.
    Der Beitrag von Annika Rieger ist wichtig für bewussten Umgang mit unseren
    wertvollen Lebensmitteln. Ich danke recht herzlich für den fortschrittlichen Beitrag.

    Namaste
    Utopikapistin

  2. „Es sei denn eine saure Milch bekommt zwar dem Magen nicht,
    dafür als Heilmittel immer noch Verwendung findet“
    Nur, daß aus heutiger Milch nie und nimmer das Produkt wird, das ich noch als saure Milch aus meine Kindheit kenne und schon gar kein Heilmittel.
    Wenn die verarbeitete Milch kippt, dann ist das Produkt ausgesprochen eklig und ich möchte ganz sicher nicht dran schlecken.
    Allerdings hilft eine gute Nase auch schon weiter…
    Fakt ist, daß die Milch meistens über das aufgedrucke Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar bleibt – wie der Name „Mindest“ ja schon sagt.

  3. .. so, jetzt sind wir bei den „essbaren Teilen“.

    Um das mal als „Status quo“ festzuhalten:

    Utopikapist
    schrieb am 24.06.2015 um 12:26
    >Wenn die Berichte stimmen, dann sind alle essbaren Teile z.B. nach hunderten, ja hunderten von Jahren noch genießbar, wenn gefroren.>

  4. Schauen, riechen, schemcken.

    Das ist die Reihenfolge in der man vorgehen sollte, wenn ein Produkt das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat.

    Leider trauen heute viele Menschen ihren eigenen Sinnen nicht mehr und deshalb stößt dieses in der Theorie einfache Vorgehen oft an praktische Grenzen.

    Ich persönlich bin sogar der Meinung, dass ein Joghurt besser schmeckt, wenn sich die Molke von den restlichen Bestandteilen etwas getrennt hat. Das kann aber bei gekauften Produkten erst nach überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums eintreten, denn zu den spezifischen Eigenschaften des Produktes gehört auch die Gesamtkonsistenz.

    Viele Grüße,

    David von http://www.damado.de

  5. Es ist schon klar, das das Mindesthaltbarkeitsdatum vor allem die Händler nervt? Wer schon mal in Ländern war, die eine laxere Auffassung von Lebensmittelüberwachung haben, schätzt möglicherweise das MHD. Es sichert einen Mindeststandard. Ein bisschen Hirn ist allerdings hilfreich.
    Vielleicht wäre es eine gute Idee, die Händler dazu zu bringen, abgelaufene Ware billiger abzugeben oder zu „vertafeln“. Eine einfache Lösung wäre, die Entsorgungspreise so weit anzuheben, dass sie das auch noch gerne tun. Bisher bekommen sie ja sogar Rabatt für große Mengen Müll.

    Viele Grüße und besonnenes Kaufen,
    Peter

  6. Hallo pz42,

    natürlich nervt das MHD die Händler. Auf der anderen Seite freut es die Industrie.

    Wie im Beitrag nachzulesen ist, sichert aber das MHD eben keinen Mindeststandard, sondern einen Höchststandard. Produkte sind auch nach Ablauf des MHD noch genießbar. Leider wissen dass die meisten Verbraucher nicht.

    Sehr viele Händler „vertafeln“ Ware, die sie nicht mehr verkaufen können auch. Trotzdem bestehen die genannten Probleme.
    Ich denke die Lösung muss von beiden Seiten kommen.
    Verbraucher und Händler müssen gleichermaßen etwas gegen die Verschwendung genießbarer Lebensmittel tun.

    Viele Grüße,

    David von damado.de

  7. das geht so nicht ! :
    das mindesthaltbarkeitsdatum benötigen wir zur orientierung.
    es ist unverantwortlich, das zu steichen.
    waran sollen wir uns dann in zukunft orientieren ?
    selber listen anfertigen, mit kaufdatum + erfahrungswerte nehmen ?
    jeder muss das selber wissen, wie lange er sein lebensmittel lagern will.
    ausserdem wird es noch gefährlicher für leib + leben,
    wenn diese schon geöffnet worden sind.
    in manchen verpackungen kann der mensch nicht hineinschauen
    +
    somit übersehen wir den schimmel.

    guten appetitt !

  8. nach unserem kurzurlaub neulich hatte der kühlschrankinhalt bedenklich abgenommen. sohn (27) hatte blumendienst… „war alles schon 3 tage abgelaufen, hab ich entsorgt“ meine güte, für das wieder-nach-hause-komm-wochenene hätte alles noch prima gereicht. er ist da ganz besonders pingelig, hat meine erziehung versagt?! 🙁 ich kaufe manche lebensmittel bevorzugt kurz vor ablauf, weil dann überhaupt mal ein ein sonst teurerer joghurt aus dem sonderfach im supermarkt mit rotem aufkleber möglich ist… sohn hat ein höheres haushaltseinkommen, der guckt selten auf den preis, dafür auf das „ablauf“datum.

  9. Doch carbisch – das geht so. Und auf die Frage, woran wir uns orientieren sollen, kann ich nur raten, dafür die uns zum Glück gegebenen Sinne und unseren Verstand einzusetzen. Wer ein gut aussehendes, gut riechendes und gut schmeckendes Lebensmittel wegwirft, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, hat einfach nicht kapiert, wie dieser Globus tickt. Das ist eine teure und zu einer durch nichts zu verantwortenden Verschwendung führende und die Umwelt belastende Wissenslücke. Die lässt sich allerdings schließen, indem man sich ein wenig mit Warenkunde beschäftigt. Denn dabei erwirbt man das nötige Werkzeug, um eigenständig zu entscheiden, was noch gut oder schon schlecht ist. Haben sie den Mut, eigene Entscheidungen zu treffen! Und wenn man Ihnen das längst ausgetrieben hat und Sie für alles nur noch auf Berater und „Experten“ vertrauen, dann werden Sie endlich wach: Sie können mehr als Sie sich wahrscheinlich zutrauen!

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