Mini-Photovoltaik: So funktioniert die kleine Solaranlage

Photovoltaikanlagen gewinnen umweltfreundlichen Strom.
Foto: CC0 / Pixabay / gerhardt12

Der Markt für Mini-Photovoltaikanlagen boomt seit einigen Jahren. Doch was genau zeichnet die Anlagen aus – und lohnen sie sich?

Was ist eine Mini-Photovoltaik?

Balkonkraftwerk, Mini-Photovoltaik, Kleinsolaranlage und Steckersolargerät sind verschiedene Bezeichnungen für die gleiche Art von Produkt, wobei letztere die offiziell korrekte ist. Sie alle beschreiben kleine Solaranlagen mit maximal 600 Watt Leistung, die am Balkon, auf dem Dach des Gartenhäuschens oder auch an der Fassade angebracht werden können. Mit diesen Anlagen können Privatpersonen ihre elektronischen Geräte direkt versorgen. Die Leistung reicht dabei, um Geräte im Standby und kleinere Verbraucher zuverlässig zu versorgen.

Die Stromrechnung lässt sich dadurch etwas einschränken und der verwendete Strom ist dann mit Sicherheit umweltfreundlich erzeugt. Die Mini-Photovoltaik ist daher in letzter Zeit immer beliebter geworden. Für die Versorgung von großen Haushaltsgeräten oder die Überbrückung eines Stromausfalles reicht die Anlage aber nicht aus. 

Übrigens: Wie du den tatsächlichen Stromverbrauch deiner Geräte herausfindest, erfährst du unter Stromverbrauch berechnen und nachmessen: So viel kosten deine Haushaltsgeräte

Welche Kosten kommen durch eine Mini-Photovoltaik auf?

Die Anschaffung einer Mini-Photovoltaikanlage kann in ihren Kosten variieren.
Die Anschaffung einer Mini-Photovoltaikanlage kann in ihren Kosten variieren.
(Foto: CC0 / Pixabay / stevepb)

Die Anschaffung einer Mini-Photovoltaik kostet natürlich zuerst einmal Geld. Je länger das Gerät läuft, desto größer sind mit der Zeit aber auch die Ersparnisse. Ein einzelnes Modul mit einer Leistung von etwa 300 Watt kostet bei verschiedenen Anbietern zwischen 300 und 700 Euro. Meist werden zwei solcher Module gemeinsam verwendet, da sie so eine maximale Leistung von 600 Watt erreichen können. Außerdem passen zwei Module oft gut an einen Balkon.

Zusätzlich muss in manchen Fällen ein neuer Stromzähler eingebaut werden, der zwischen 25 und 75 Euro kostet. Empfohlen, aber nicht gesetzlich angeordnet ist außerdem die Verwendung einer Wielandsteckdose. Diese spezielle Sicherheitssteckdose schützt sowohl das Gebäude als auch die Verwender:innen vor Gefahren, die durch die Einspeisung von selbsterzeugter Energie ins Stromnetz entstehen. Die Kosten für die Installation betragen etwa 200 Euro. 

Insgesamt kostet die Anschaffung einer Mini-Photovoltaikanlage damit zwischen 800 und 1500 Euro. Regional gibt es jedoch noch Förderungen durch Gemeinden oder auch das Bundesland Schleswig-Holstein, die bei der Anschaffung helfen.

Wie viel Geld spart die Mini-Photovoltaik?

Eine Mini-Photovoltaikanlage mit 600 Watt Leistung erzeugt jährlich bei guter Ausrichtung etwa 600 kWh Strom. Dadurch lässt sich die Stromrechnung für das Jahr um gute 200 Euro senken. Je nach Modell und Zubehör dauert es also fünf bis acht Jahre, bis die Anlage sich rentiert. Mit Blick auf die aktuell steigenden Strompreise lohnt es sich umso mehr, eigenen klimafreundlichen Strom zu nutzen. 

Während große Photovoltaikanlagen sich oft auch durch das Einspeisen von Strom zu Peakzeiten lohnen, spielt dies bei Mini-Photovoltaik kaum eine Rolle: Die erzeugte Leistung von 600 Watt wird meist direkt genutzt. Möglich ist das Einspeisen aber mit einem speziellen Stromzähler.

Welche Schwierigkeiten gibt es bei der Anschaffung?

Die Anmeldung einer Mini-Photovoltaik kann kompliziert sein.
Die Anmeldung einer Mini-Photovoltaik kann kompliziert sein.
(Foto: CC0 / Pixabay / Edar)

Willst du eine Mini-Photovoltaikanlage anschaffen, musst du diese bei deinem Stromanbieter anmelden. Je nach Anbieter ist das unterschiedlich kompliziert. Bei Schwierigkeiten gibt es im Internet aber auch einen Anmeldeservice, der für dich den Netzbetreiber kontaktiert.

Beim Kauf einer Mini-Photovoltaik ist es außerdem wichtig, die Lieferzeit zu beachten. Während einige Modelle mit ihrer normalen Lieferzeit von einigen Wochen verfügbar sind, sind andere oft für längere Zeit ausverkauft. Der erhöhten Nachfrage können die Anbieter noch nicht vollständig nachkommen.

Die Installation der empfohlenen Wielandsteckdose muss außerdem ein Elektriker übernehmen. Auch dafür musst du aktuell oft deutlich im Voraus einen Termin machen.

Welche Vor- und Nachteile haben Mini-Photovoltaikanlagen?

Zum Schluss findest du hier einen Überblick über die verschiedenen Vor- und Nachteile einer Mini-Photovoltaikanlage:

Vorteile

  • Du sparst Stromkosten ein
  • Du leistest einen Beitrag zum Klimaschutz, indem du klimaneutral erzeugten Strom nutzt
  • Die Anschaffungskosten sind relativ gering, die Anlage rentiert sich schnell
  • Einfache Installation auch ohne große verfügbare Dachflächen

Nachteile

  • Stromzähler und Steckdose müssen oft nachgerüstet werden
  • Geringe Leistung hilft nur passivem Verbrauch und nicht bei Stromausfall
  • Anmeldung kann viel bürokratischen Aufwand mit sich bringen

Alles zum Thema Mini-Photovoltaik und detaillierte Informationen gibt es auf steckersolargeraet.de.

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