Stromverbrauch berechnen und nachmessen: so viel kosten deine Haushaltsgeräte

Stromverbrauch Stromzähler
Foto: CC0 / Pixabay / geralt

Den Stromverbrauch deiner Haushaltsgeräte kannst du leicht selbst berechnen und nachmessen. Ob Waschmaschine, Kühlschrank oder auch Computer – manche Geräte verbrauchen sehr viel Strom. Alte Stromschlucker durch neue, stromsparende Geräte zu ersetzen, kann sinnvoll sein – aber nicht zwangsläufig…

Stromverbrauch berechnen: Wie viel Strom verbraucht die Waschmaschine?

Stromverbrauch einer Waschmaschine hängt von ihrem Alter und Fassungsvermögen ab.
Stromverbrauch einer Waschmaschine hängt von ihrem Alter und Fassungsvermögen ab.
(Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Den Stromverbrauch deiner Haushaltsgeräte kannst du mit der folgenden Formel berechnen:

Watt des Geräts x Laufzeit 

Beispiel:

Die meisten Waschmaschinen haben je nach Größe zwischen 1.800 und 3.000 Watt. Wie viel Watt deine Waschmaschine genau hat, kannst du in der Betriebsanleitung oder der Artikelbeschreibung nachlesen. In unserem Beispiel gehen wir von 2.000 Watt aus. Bei zwei Wäschen pro Woche mit jeweils zwei Stunden Laufzeit der Waschmaschine ergibt dies jede Woche vier Stunden Betriebszeit. Im Jahr (bei 52 Wochen) kommen wir somit auf 208 Stunden, in denen die Waschmaschine läuft. Um den Stromverbrauch zu berechnen, multiplizieren wir die Laufzeit mit dem Stromverbrauch in Watt (2.000).

208 Stunden x 2.000 Watt = 416.000 Watt-Stunden bzw. 416 kWh.

Im Vergleich: wenn die Waschmaschine ein Stromschlucker ist

Die Waschmaschine in unserem Beispiel verbraucht recht wenig Strom. Größere Trommeln und ältere Modelle verbrauchen schon mal bis zu 3.000 Watt. Der Jahres-Stromverbrauch zeigt, wie groß der Unterschied wirklich ist:

208 Stunden x 3.000 Watt = 624.000 Watt-Stunden bzw. 624 kWh.

Stromkosten ausrechnen: Was kostet der Strom im Jahr?

Für eine Kilowattstunde (kWh) berechnen Energieversorger im Durchschnitt 29 Cent. Um die Stromkosten eines einzelnen Haushaltsgeräts zu berechnen, musst du einfach den Verbrauch in kWh mit 29 Cent multiplizieren.

Beispiel Waschmaschine

Unsere Waschmaschine aus dem vorherigen Beispiel verbrauchte 2.000 Watt pro Stunde, also 2 kWh. Damit werden 58 Cent für jede Stunde fällig, in der die Waschmaschine läuft. Auf das Jahr hochgerechnet macht das für 416 kWh Stromverbrauch 120,64 Euro.

Die Waschmaschine mit dem hohen Stromverbrauch von 3.000 kWh kostet im Jahr 180,96 Euro Strom.

Energielabel: A+++ ist nicht immer top

Das Energielabel einer Waschmaschine ist nur bedingt aussagekräftig.
Das Energielabel einer Waschmaschine ist nur bedingt aussagekräftig.
(Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Auf den Energielabeln findest du häufig auch Jahres-Angaben zum Stromverbrauch. Diese weichen aber oft deutlich vom tatsächlichen Stromverbrauch ab. Denn die Anzahl der Wäschen pro Jahr und auch zugrunde liegende Waschprogramm sind so gewählt, um den Stromverbrauch möglichst klein zu rechnen. Zum Beispiel werden häufig spezielle Öko-Programme vom Hersteller zur Label-Berechnung herangezogen, die der Verbraucher im Alltag aber gar nicht nutzt. Das ist zwar legal, mindert aber die Aussagekraft der Label.

Die Energielabel beziehen sich außerdem auf Referenzmodelle von 1998. Doch in den letzten 20 Jahren wurden die Haushaltsgeräte kontinuierlich weiterentwickelt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass inzwischen fast alle Waschmaschinen, Fernseher und Co. zwischen A++ und A+++ liegen. Laut der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz haben 73 Prozent aller Waschmaschinen die höchste Bewertung A+++. Für den Verbraucher macht das die Kaufentscheidung sehr schwer: Welche Waschmaschine ist wirklich energiesparend?

Den echten Stromverbrauch messen

Stromverbrauch mit Strommessgerät ermitteln
Stromverbrauch mit Strommessgerät ermitteln
(Foto: CC0 / Pixabay / Alexander Stein)

Das große Problem beim Stromverbrauch: Viele Haushaltsgeräte verbrauchen bei unterschiedlichen Einstellungen auch unterschiedlich viel Strom. Am deutlichsten zeigt sich dies bei der Waschmaschine. Hier ist meist das 60-Grad-Öko-Programm am sparsamsten. Denn dies ist bei den meisten Herstellern das Referenzprogramm für den Energieverbrauch und daher extra auf Strom sparen getrimmt. Allerdings braucht das Programm auch besonders lange und die Wassertemperatur beträgt nicht einmal annähernd 60 Grad, so die Stiftung Warentest. Schließlich soll ja Strom gespart werden. Während das eine Programm also besonders wenig Strom verbraucht, liegt der Stromverbrauch bei anderen Programmen deutlich höher. 

Grundsätzlich gelten zwei Faustformeln:

  • Kurze Programme verbrauchen mehr Energie, weil sie in kürzerer Zeit die Wäsche sauber bekommen sollen.
  • Bei einer höheren Temperatur benötigt die Waschmaschine auch mehr Energie.

Diese beiden Faustformeln lassen sich auch auf andere Haushaltsgeräte übertragen, vom Backofen bis zum Geschirrspüler.

Um den echten Stromverbrauch zu ermitteln, musst du daher auf Strommessgeräte zurückgreifen. Diese kannst du wie einen Mehrfachstecker einfach zwischen Steckdose und Haushaltsgerät anschließen.

  • Bei Stiftung Warentest war 2009 der Voltcraft Energy Monitor 3000 Testsieger (online bei **Amazon).
  • Auch das Messgerät No-Energy NZR SEM 16 lieferte besonders gute Messwerte, fiel aber im Sicherheitstest bei extremer Belastung durch.

Tipp: Bei vielen Verbraucherzentralen mit Energieberatung, bei Greenpeace und in vielen Kommunen (Stadtwerke) kannst du kostenlos ein Strommessgerät ausleihen. 

Neue Waschmaschine anschaffen – lohnt sich das?

Neue Geräte verbrauchen weniger Energie- das stimmt in den meisten Fällen. Laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz lohnt sich die Umstellung von einem Kühlschrank alten mit A+ zu einem neuen Modell mit A+++ enorm: Bis zu 50 Prozent Energieeinsparungen sind möglich und somit auch halb so hohe Stromkosten.

Aber deshalb alle drei Jahre seine gesamten Haushaltsgeräte austauschen, ist keine Lösung: Für viele Geräte werden Metalle, Kunststoffe oder auch seltene Erden benötigt. Bei der Entsorgung fällt daher viel Müll und Elektroschrott an, die Herstellung ist energie- und ressourcenintensiv. Daher solltest du gut überlegen, ob die Neuanschaffungen sinnvoll sind. Zumindest verkaufen oder verschenken kannst du deine alten Geräte noch.

Eine gute Alternative: stromsparende Geräte mieten statt kaufen.

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(1) Kommentar

  1. Blöd nur das man vor einen Neukauf nicht mal alle Programme die man verwenden wird vorher mit dem Verbrauchstester probieren kann. Somit ist und bleibt ein Neukauf also ein Glücksspiel.
    Wie wäre es hier in ein Forum einzurichten in dem Leute die ein neues Gerät gekauft und den echten Stromverbrauch gemessen haben diesen für die unterschiedlichen Programme einstellen können als Entscheidungshilfe für andere bei denen ein Neukauf ansteht?

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