Nachhaltiges Gold: Das solltest du beim Goldkauf wissen

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Nur wenig des geförderten Edelmetalls ist auch nachhaltiges Gold. Wo die Probleme liegen und was du wissen solltest, wenn du in Gold investieren willst, liest du hier.

Die Schattenseite des Goldes

Gold ist heute zwar kein Zahlungsmittel mehr, aber du kannst Münzen oder Barren jederzeit als Wertanlage kaufen und verkaufen. Der Preis wird dabei pro Feinunze täglich neu festgelegt. Dieser Prozess wird „Fixing“ genannt. Auch bei Schmuck ist Gold ein beliebtes und wertvolles Material.

Höchstwahrscheinlich wird Gold nie seinen gesamten Wert verlieren, da seine Mengen weltweit begrenzt sind. Es ist also eine durchaus krisenfeste Anlage. Stiftung Warentest weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass der Goldpreis stark schwanken kann und es daher eine spekulative Anlageform ist. Kaufst du zum Beispiel zu einem teuren Goldkurs und willst verkaufen, wenn der Kurs gesunken ist, erleidest du einen Verlust.

Neben diesen Überlegungen solltest du jedoch auch über die Schattenseite des Edelmetalls Bescheid wissen. Denn der Weg des Goldes beginnt erstmal in einer Goldmine. Die Arbeiten dort gehen oft zu Lasten von Arbeiter*innen und Umwelt. Doch gibt es auch nachhaltiges Gold?

Problematische Goldminen

Nachhaltiges Gold ist derzeit leider die Ausnahme.
Nachhaltiges Gold ist derzeit leider die Ausnahme.
(Foto: CC0/pixabay/RuRu_SG)

Goldminen haben oftmals wenig mit nachhaltigem Rohstoffabbau zu tun. Die Umweltorganisation Rettet den Regenwald e.V. berichtet von oft katastrophalen Zuständen in Goldminen. Viele der großen Minen liegen in Südamerika, Asien oder Afrika. Goldminen im Tagebau reißen große Krater in die Landschaft. Nur wenig besser sieht es bei Bergwerken aus, die ganze Berge durchwühlen.

Gifte: Gold gibt es fast nur noch fest mit anderen Gesteinsarten verbunden. Hochgiftige Chemikalien wie Zyanid oder Quecksilber trennen das Gold aus dem Stein. Die Umweltorganisation beklagt, dass einige Goldminen den Schutz der Arbeiter*innen und der Umwelt nicht ausreichend beachten. Giftige Dämpfe können entweichen und die Luft für Menschen und Tiere vergiften. Die Chemikalien können in Flüsse oder Seen gelangen und stellen so ein Risiko für die Trinkwasserversorgung ganzer Regionen dar. Die Organisation schätzt, dass jedes Jahr rund 100 Tonnen Quecksilber in den Amazonas fließen. Doch auch in europäischen Minen kommen solche Stoffe zum Einsatz. Greenpeace führt einen Zyanidunfall bei einer Goldmine in Rumänien an. Durch einen undichten Damm eines Auffangbeckens gelangten im Jahr 2000 120 Tonnen Zyanid in den Fluss Theiß. Und laut WWF sind mindestens 1,5 Millionen Menschen am Amazonas gesundheitlich gefährdet.

Kinderarbeit: Laut Rettet den Regenwald arbeiten in einigen Ländern wie Peru und Ecuador Kinder in den Goldminen. Die Organisation führt Peru mit etwa 50.000 Kindern an. Sie müssen dort unter schweren Bedingungen arbeiten und es kommt  immer wieder zu Unfällen.

Landraub: Indigene Einwohner, Kleinbauern und Fischer werden häufig von internationalen Minenkonzernen von ihrem Land vertrieben. So wurden laut Rettet den Regenwald 10.000 Anwohner*innen in Ghana durch ein Bergbauunternehmen vertrieben.

Ausbeutung: Sowohl die Arbeiter*innen in den Minen als auch Staaten im globalen Süden haben oft wenig von ihrem Reichtum an Rohstoffen. Rettet den Regenwald beklagt, dass die Gewinne vielfach andere einstreichen. Das sind sowohl Minengesellschaften aus westlichen Ländern, aber auch Händler*innen und Betriebe, die das Gold weiterverarbeiten.

Krisenregionen: Einige Goldvorkommen befinden sich in politisch unsicheren Gebieten. Es besteht die Gefahr, dass die Erlöse aus den Goldminen zum Beispiel Waffen für Bürgerkriege finanzieren. Das Hessische Umweltministerium berichtet, dass eine EU-Verordung transparente Lieferketten für Rohstoffe wie Gold oder Diamanten aus Krisenregionen einfordert.

Nachhaltiges Gold nach dem Conflict Free Gold Standard

Die Bedingungen in einigen der Goldminen stehen im krassen Gegensatz zu den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDG) der Vereinten Nationen. Diese richten sich unter anderem gegen Kinderarbeit, setzten sich für gerechte Löhne und einen schonenden Umgang mit der Natur ein.

Die OECD erarbeitet Richtlinien für verantwortungsvollen Bergbau. Sie will transparente und nachprüfbare Lieferketten im Goldhandel realisieren. Das soll vor allem kleine und lokal betriebene Goldminen fördern. Die Richtlinien sollen die Rechte der Minenarbeiter*innen stärken und sichere Arbeitsbedingungen und bessere Löhne schaffen. Außerdem soll der Einsatz von Quecksilber reduziert werden.

Das World Gold Council, der Interessenverband der Goldindustrie, setzt mit dem Conflict Free Gold Standard (CFGS) seit 2012 die entsprechenden Abschnitte der OECD-Richtlinie um. Laut Umweltbundesamt folgen Unternehmen, die insgesamt für 23 Prozent der weltweiten Goldförderung verantworlich sind, dem CFGS. Außerhalb der Mitgliedschaft des World Gold Councils wird der Standard jedoch nicht angewandt, und auch Kleinbergbauunternehmen setzen ihn derzeit nicht um.

Nachhaltiges Gold mit Fairtrade-Siegel

Nachhaltiger Schmuck aus grünem Gold
Nachhaltiger Schmuck aus grünem Gold
(Foto: CC0/pixabay/an_photos)

Eine andere Möglichkeit für nachhaltiges Gold ist fair gehandeltes Gold. Die Fair Trade Organisation vergibt das Fairtrade-Siegel auch für Gold. Aus fairem Gold kannst du zum Beispiel Schmuck oder Goldbarren kaufen.

Sie unterstützen gezielt Bergbaukooperativen oder kleine Goldminen in lokalem Besitz. Fair Trade garantiert Mindestpreise und zahlt den Arbeitern eine zusätzliche Fairgrade-Prämie.

Daran knüpfen sich laut Fair Trade Bedingungen für die Arbeit im Bergwerk:

  • Keine Kinderarbeit.
  • Strenge Schutzmaßnahmen für Arbeiter*innen und Umwelt.
  • Die Fairtrade-Regeln gelten für die gesamte Lieferkette, von der Mine bis zum Goldhändler.
  • Kontrolle vor Ort durch die Fair Trade Organisation Flocert.

Das Umweltbundesamt merkt an, dass sich mit dem Fairtrade-System die Bedingungen für Arbeiter*innen und Umwelt verbessern. Allerdings benötigt das System auch einen entsprechend großen Käuferkreis, um einen spürbaren Unterschied zu machen.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe veröffentlichte im Januar 2019 eine Studie über das Interesse an verantwortungsvollem Gold in Deutschland. Sie stellten fest, dass Juweliere und Goldhändler derzeit kaum nachhaltiges Gold verkaufen. Nachaltiges Gold aus verantwortungsvollem Kleinbergbau wird in Deutschland vor allem von kleineren Goldschmiedebetrieben verwendet. Das Wachstumspotenzial und die Nachfrage sind zwar groß, derzeit gibt es aber ein ungenügend großes Angebot an zertifizierten Materialien und daher auch eine unzureichende Planbarkeit.

Mit Recycling zu nachhaltigem Gold

In Elektrogeräten steckt Gold – nachhaltig ist dies jedoch meist nicht.
In Elektrogeräten steckt Gold – nachhaltig ist dies jedoch meist nicht.
(Foto: CC0/pixabay/ID 2725881)

Wiederverwertetes Gold schont die Reserven der Erde und ist daher nachhaltiger als neu abgebautes. WWF betont, dass es dabei den Wert von neuem Gold hat, aber die Umwelt weitaus weniger belastet. Willst du dich selbst von altem Goldschmuck oder gezogenen Goldzähnen trennen, kannst du sie zu einem Altgoldhändler bringen und dort wird es weiterverarbeitet. Alte Elektrogeräte wie Computer oder Handy kommen jedoch zum Recyclinghof. Im Inneren der Geräte steckt ebenfalls Gold, das mit einigem Aufwand wiederverwendet werden kann.

Rettet den Regenwald berichtet, dass sich dieses Gold leicht wiederverwerten lässt. Aus dem eingeschmolzenen Metall entsteht neuer Schmuck. Es kann aber auch zu nachhaltigen Goldbarren verarbeitet werden, die du dann als Geldanlage nutzen kannst – so zum Beispiel bei Scheideanstalt.de.

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