Seltene Erden: das Gold der Technologiekonzerne

Kohle Mineralien Seltene Erden
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Pavlofox

Sie tragen so ungewöhnliche Namen wie Yttrium, Europium, Neodym oder Gadolinium und sie stecken heutzutage in nahezu allen modernen technischen Geräten: Seltene Erden. Was genau aber sind diese Seltenen Erden?

Seltene Erden sind zentraler Rohstoff für elektronische Geräte

Ohne Seltene Erden wären zahlreiche moderne elektronische Geräte gar nicht denkbar.
Ohne Seltene Erden wären zahlreiche moderne elektronische Geräte gar nicht denkbar.
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Unsplash)

Mit Seltenen Erden werden eine Gruppe von chemischen Elementen bezeichnet: Exakt 17 gibt es von ihnen. Anders als der Name vermuten lässt, sind Seltene Erden gar nicht so selten. Fast alle kommen häufiger vor als Gold oder Platin. Seltene Erden sind jedoch sehr gefragt, weil sie besondere Eigenschaften haben, die vor allem in der Elektro-Technik zum Tragen kommen. Mit dem Seltene-Erden-Metall Neodym lassen sich zum Beispiel besonders starke und damit verhältnismäßig kleine Magnete herstellen, die dann in Elektroautos oder Windkrafträdern verbaut werden. 

Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften stecken Seltene Erden daher in Smartphones, Tablets aber auch Windkrafträdern oder Elektroautos. Alleine in einem Elektroauto ist rund ein halbes Kilogramm Seltene Erden verbaut.

Abfallprodukte bei der Rohstoffgewinnung von Seltenen Erden

Vorkommen und Abbau von Seltenen Erden
Vorkommen und Abbau von Seltenen Erden
(Foto: https://www.oeko.de)

Zwar sind Seltene Erden nicht wirklich selten, es gibt jedoch tatsächlich nur wenige große Vorkommen. Die größten Vorkommen liegen laut dem Öko-Institut e. V. in China, den USA, Australien und Staaten der ehemaligen Sowjet-Union. Abgebaut werden die Seltenen Erden zurzeit nahezu ausschließlich in China. Das bedeutet, dass China derzeit im Grunde der einzige nennenswerte Lieferant von Seltenen Erden ist. Diese einseitige Abhängigkeit ist aus wirtschaftlicher Sicht problematisch. 

Deutlich problematischer ist der ökologische Aspekt bei der Gewinnung der begehrten Rohstoffe:

  • Anders als viele andere Rohstoffe kommen Seltene Erden im Grunde nicht isoliert vor.
  • Sie müssen in aufwändigen Verfahren und vielen Arbeitsschritten aus anderen Rohstoffverbindungen herausgelöst werden.
  • Dabei kommen in der Regel gefährliche oder giftige Substanzen zum Einsatz.
  • Häufig bleiben außerdem ebenfalls gefährliche oder radioaktive Stoffe wie Uran, Säuren oder Schwermetalle nach der Gewinnung der Seltenen Erden als Abfallprodukte übrig.

Wegen der zunehmenden Bedeutung in der Elektro-Technik steigt auch der Bedarf an Seltenen Erden ständig an. Sie gelten sogar schon als das Erdöl der Zukunft. Das Problem an dieser großen Nachfrage: Bislang lassen sich verarbeitete Seltene Erden nicht durch Recycling zurückgewinnen. Zusammen mit der starken Umweltbelastung durch den Abbau der Rohstoffe stellt das ein ernstzunehmendes Problem dar.

Die beste Lösung: Konsum überdenken – Ressourcen sparen

Elektroschrott vermeiden - Seltene Erden sparen
Elektroschrott vermeiden – Seltene Erden sparen
(Foto: Utopia)

Um die bestehenden und die künftigen Probleme bei der Gewinnung von Seltenen Erden zu verringern, gibt es im Moment nur eine sinnvolle Möglichkeit: den Verbrauch der Rohstoffe weitestgehend zu reduzieren. Dafür musst du dein tägliches Verhalten nicht einmal drastisch umstellen.

Fast jeder von uns hat zu Hause noch ein altes Handy, ein Smartphone oder einen alten Laptop rumliegen. Die meisten dieser Geräte sind noch funktionstüchtig, wenn wir sie ausrangieren. Statt sie einfach in die Schublade zu legen, kannst du gebrauchte Geräte wieder verkaufen, verschenken oder einer anderen sinnvollen Nutzung zuführen. Jedes Gerät, das weitergenutzt wird, ersetzt ein neues Gerät, in dem wertvolle Ressourcen stecken. 

Gibt ein Gerät irgendwann doch einmal den Geist auf, gehört es ins Recycling. Denn nicht nur Seltene Erden stecken in Elektrogeräten. Auch wertvolle Rohstoffe wie Kobalt, Gold, Silber oder Kupfer werden verbaut. Und die lassen sich bereits durch Recycling zurückgewinnen. Bei neuen Geräten lohnt es sich immer, darauf zu achten, dass die Geräte möglichst ressourcen-schonend hergestellt werden. Das ist zum Beispiel beim** Fairphone der Fall.

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