Paracetamol: Nebenwirkungen, die du kennen solltest

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Paracetamol hat unterschiedliche Nebenwirkungen und sollte nicht leichtfertig eingenommen werden. Da es in Kombination mit bestimmten Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen kann, ist ein Blick auf den Beipackzettel wichtig.

Paracetamol zählt zu den beliebtesten Schmerzmitteln weltweit und ist bereits seit den 1950er Jahren auf dem Markt erhältlich. 1977 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Paracetamol in die Liste der „unentbehrlichen Arzneimittel“ aufgenommen. Das Schmerzmittel ist apothekenpflichtig und in verschiedenen Dosierungen erhältlich. Es ist rezeptfrei zu bekommen, sollte aber nur nach Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. Seit einigen Jahren ist Paracetamol auch als Kombipräparat zusammen mit anderen Wirkstoffen erhältlich – zum Beispiel als Mittel gegen Erkältung.

Paracetamol: Nebenwirkungen des Schmerzmittels

Paracetamol hat Nebenwirkungen, die du kennen solltest.
Paracetamol hat Nebenwirkungen, die du kennen solltest. (Foto: CC0 / Pixabay / sweetlouise)

Wie genau Paracetamol wirkt, konnten Forscher bis heute noch nicht erklären. Klar ist aber, dass Paracetamol Fieber senkt und Schmerzen lindert. Dies betrifft Kopf-, Zahn- und Glieder­schmerzen.

Im offiziellen Beipackzettel für eine Tablette mit 500mg Wirkstoff sind zahlreiche Nebenwirkungen von Paracetamol genannt (PDF):

  • Anstieg der Leberenzyme (Serumtransaminasen),
  • Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie),
  • Verminderung weißer Blutkörperchen (Agranulozytose),
  • allergische Reaktionen (Hautausschlag / Nesselausschlag),
  • Schockreaktion,
  • Verengung der Atemwege (Analgetika-Asthma),
  • schwere Hautreaktionen.

Bei einer höheren Konzentration können die Nebenwirkungen von Paracetamol auch stärker ausfallen sowie weitere unerwünschte Symptome auftreten (Beipackzettel). Dazu zählen:

  • Vergiftungserscheinungen,
  • Leberschäden / Leberversagen
  • Schwindel,
  • Unwohlsein,
  • Fieber,
  • Schwitzen,
  • Benommenheit,
  • Zittern,
  • Kopfschmerzen,
  • Sehstörungen
  • Depression,
  • Verwirrtheit und Halluzinationen,
  • Gelbsucht,
  • Muskelschmerzen,
  • Nierenversagen.

Die Arzneimittel-Experten der Stiftung Warentest weisen darauf hin, dass Paracetamol auch zu tödlichen Leberschäden führen kann. Die Abbauprodukte der Paracetamol-Tablette können die Leber über­lasten. Diese Gefahr sehen die Experten vor allem bei einer Über­dosierung sowie einer Dauer­anwendung.

Hinweis: Du solltest Paracetamol nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Bei Verdacht auf Nebenwirkungen, wende dich bitte sofort an einen Arzt. Auf Leberschäden deuten gelbe Haut, auffällig heller Stuhl und dunkler Urin hin. Hinweise für Nierenschäden sind schmerzende Nieren­, Blut im Urin sowie Wasser­ansamm­lungen im Körper – etwa geschwollene Beine.

Wechselwirkungen von Paracetamol

Paracetamol ist ein lang erprobtes Schmerzmittel, das du jedoch nicht in Kombination mit anderen Schmerzmitteln einnehmen solltest. Einige Wirk­stoffe können zu Wechselwirkungen führen und zum Beispiel die Leber stark schädigen:

  • Carbamazepin,
  • Phenobarbital,
  • Phenytoin,
  • Probenecid,
  • Metoclopramid,
  • Domperidon,
  • Colestyramin,
  • Salicylamid,
  • Zidovudin,
  • Rifampicin.

Beachte: Möglicherweise nimmst du neben Paracetamol noch ein Kombipräparat ein, das ebenfalls Paracetamol enthält. Die Gesamtdosis beider Medikamente darf die maximale Tagesdosis aber nicht überschreiten.

Erwachsene und Jugend­liche ab 12 Jahren: Einzel­dosis 500mg bis 1000mg / maximale Tages­dosis: 4000mg

Paracetamol einnehmen: Risikogruppen

Auch Risikogruppen können Paracetamol einnehmen.
Auch Risikogruppen können Paracetamol einnehmen. (Foto: CC0 / Pixabay / SharonMcCutcheon)
  • Wer unter schweren Leberschäden oder einer Nierenerkrankung leidet, sollte auf keinen Fall Paracetamol einnehmen.
  • Vor, während und nach der Einnahme von Paracetamol solltest du auf keinen Fall Alkohol trinken. Er sorgt dafür, dass Paracetamol die Leber leichter angreifen kann.
  • Kinder: Ein Mindestalter gibt es nicht, jedoch richtet sich die Dosierung nach dem Körpergewicht des Kindes. Eltern sollten stets Rücksprache mit dem Kinderarzt halten.
  • Schwangere / stillende Mütter: Eine kurzzeitige Einnahme von Paracetamol halten die Experten der Stiftung Warentest während der Stillzeit für vertretbar. Hersteller müssen allerdings darauf hinweisen, dass Paracetamol in die Muttermilch übergeht. Negative Folgen für das Kind sind aber nicht bekannt. Auch Schwangere können für kurze Zeit Paracetamol einnehmen.
  • Menschen über 60 Jahre: Sofern keine Erkrankung der Leber oder Niere vorliegt, können auch Ältere Paracetamol vorübergehend einnehmen. Grundsätzlich sollte es aber zunächst niedriger dosiert werden und nicht in Kombination mit anderen Schmerzmitteln eingenommen werden. Wer noch andere Medikamente einnimmt, sollte mit seinem Arzt über mögliche Wechselwirkungen sprechen.

Paracetamol + Koffein ist wenig geeignet

Koffein beschleunigt die Wirkung von Paracetamol. Daher gibt es verschiedene Kombipräparate mit dem Wirkstoff Paracetamol und Koffein. Allerdings stufen die Arzneimittel-Experten der Stiftung Warentest diese Kombination als „wenig geeignet“ ein.

Der Grund: Es handelt sich um eine „nicht sinn­volle Kombination von Schmerz­mittel und Koffein“. Die Experten sehen die Gefahr, dass die aufputschende Wirkung des Koffein dazu verleiten kann, das Präparat zu oft und zu lange einzunehmen. Dies erhöht gleichzeitig die Gefahr von Nebenwirkungen. Für Kinder, Schwangere und Stillende ist dieses Kombinations­schmerz­mittel nicht geeignet.

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(1) Kommentar

  1. Ich hatte als junger Mensch in Alter von ca. 16-35 Jahren monatlich mehrere Paracetamol Tabl. gegen Bauch- und Kopfschmerzen genommen. Jetzt bin ich 47 und meide jegliche Schmerztabletten, außer für meine Periode, da nehme ich 2 Tabl. speziell für die Tage. Frage, kann sich diese damalige konstante Dauer von Paracetamol immer noch negativ auf meinen Körper auswirken? Habe jetzt seit ca. 2 Jahren Hautbeschwerden, Rosacea und Perioale Dermatritis oder beides zusammen, die Hormone spielen wohl auch eine Rolle aber so ganz geht das einfach im Gesicht nicht weg. Jetzt ist meine letzte Hoffnung Gluten sehr einschränken, Milch + Industriezucker ganz weglassen, dafür Kokosyoghurt essen. Aber ich hab auch einen Reizdarm und da soll ja Buttermilch und auch Butter gut sein, auch ab und an mal Käse reif. Ist da was dran?

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