Pflanzenkohle: Anwendung, Wirkung und Nachhaltigkeit

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Pflanzenkohle wird aus organischen Abfällen hergestellt und ist Teil eines nachhaltigen Abfallkreislaufs. Sie sorgt nicht nur für eine gesunde Bodenkultur im Garten, sondern speichert auch klimaschädliche Gase.

Pflanzenkohle, auch Biokohle genannt, sind die verkohlten Reste von organischem Material, zum Beispiel Pflanzen oder Mist. Pflanzenkohle hat eine poröse Oberfläche. Wie ein Schwamm kann sie große Mengen an Wasser und Nährstoffen aufnehmen. Dadurch wird Pflanzenkohle zu einem beliebten Rohstoff im Garten: Sie lockert den Boden auf und bindet Nährstoffe und Wasser, die sie Pflanzen zur Verfügung stellt.

Pflanzenkohle ist zudem eine nachhaltige Ressource. Bei ihrer Herstellung wird organischer Abfall weiter verwertet und CO2 gebunden.

Herstellung von Pflanzenkohle

Die Herstellung von Pflanzenkohle bindet CO2.(Foto: CC0 / Pixabay / Hans)
Die Herstellung von Pflanzenkohle bindet CO2.

Pflanzenkohle entsteht durch Pyrolyse von pflanzlichen Ausgangsstoffen. Dabei wird Wasser von den organischen Resten abgespalten, wodurch Gase, Wärme und Pflanzenkohle entstehen. Pflanzenkohle bindet Gase und Mineralstoffe aus der Biomasse – darunter auch CO2 aus Pflanzenresten.

Durch die Verkohlung wird CO2 aus den Blättern der Pflanzen der Atmosphäre entzogen und in der Pflanzenkohle gespeichert. Die Abwärme der Herstellung lässt sich ebenfalls nutzen: Sie kann die Biomasse erwärmen oder zu Strom umgewandelt werden. Die Herstellung von Pflanzenkohle ist ein nachhaltiger Prozess. Abfälle werden zu einem Rohstoff verarbeitet und dabei die Atmosphäre entlastet.

Besonders beliebt ist Pflanzenkohle im Garten: Sie trägt zu einem lockeren Boden und einer guten Bodenkultur bei. Außerdem bietet sie Bodenorganismen einen Lebensraum.

Pflanzenkohle als Bodernverbesserer

Durch ihre poröse Oberfläche lockert Pflanzenkohle den Boden auf. Sie eignet sich ideal, um Böden wie zum Beispiel Rasen zu lüften. Sie sorgt außerdem für eine gesunde Bodenkultur, da sich in ihren vielen Nischen Mikroorganismen und Bakterien ansiedeln.

Im Boden bleibt Pflanzenkohle über Jahre stabil, da sie sich kaum abbaut. Bei Bedarf gibt sie Wasser und Nährstoffe an die Pflanzen ab. Dafür musst du die Pflanzenkohle zunächst mit Nährstoffen „aufladen“. Sonst saugt die Pflanzenkohle alle Nährstoffe aus dem Boden, bis sie voll ist. Indem du Nährstoffe in den Boden einarbeitest, kannst du sie immer wieder neu aufladen.

Pflanzenkohle kompostieren: Nachhaltiger Abfallkreislauf

Humus aus Pflanzenkohle ist besonders fruchtbar.(Foto: CC0 / Pixabay / AllNikArt)
Humus aus Pflanzenkohle ist besonders fruchtbar.

Pflanzenkohle kannst du zusammen mit organischen Abfällen zu fruchtbarem Humus kompostieren. Dadurch entsteht ein nachhaltiger Stoffkreislauf.

Die Pflanzenreste geben Nährstoffe und Gase ab, wenn sie fermentieren. Diese Stoffe kann die Pflanzenkohle dann binden, denn sie werden von Mikroorganismen in die Oberfläche der Kohle eingelagert. Sie haften so fest, dass nur feine Wurzelhaare sie lösen können. Dadurch wird Humus mit Pflanzenkohle besonders fruchtbar.

Pflanzenkohle speichert zudem Gase, die den Pflanzenresten entweichen – neben CO2 auch Lachgas und Methan. So bindet Pflanzenkohle klimaschädliche Gase und entzieht sie der Atmosphäre.

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