Polyamid (PA) einfach erklärt: Das solltest du wissen

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Polyamid kommt in zahlreichen Bereichen unseres Alltags zum Einsatz. Wir zeigen dir, welche Eigenschaften den Kunststoff so beliebt machen und welche Nachteile er mit sich bringt.

Polyamid: Herstellung und Eigenschaften

Polyamide (kurz: PA) sind Kunststoffe, die synthetisiert und somit für die Herstellung von Kunstfasern verwendet werden können. Bekannte (Handels-)Namen für die Fasern sind beispielweise Nylon, Perlon, Enkalon oder Kevlar.

Polyamid-Fasern zeichnen sich vor allem durch ihre große Widerstandsfähigkeit aus: Sie sind sehr formstabil, reiß- und scheuerfest und wasserdicht. Außerdem sind sie elastisch und dehnbar, sowie hochglänzend.

Der Kunststoff lässt sich außerdem recyceln, was ihn auch aus ökologischer Sicht interessant macht. Dabei werden die recycelten Polyamide mit unterschiedlichen Zusatzstoffen wie Füll- und Farbstoffen oder Verstärkungsmitteln gemischt, um die postiven Eigenschaften des PA wieder herzustellen bzw. zu verstärken. In dieser Form kann Polyamid nun wieder für technische Bauteile, wie Dichtungen, Spulen oder Schrauben verwendet werden. Es kommt außerdem zum Einsatz bei Verpackungen, Haushaltsgeräten, Stangen, Schläuchen, Schuhsohlen und Skischuhen.

Wo kommen Polyamide vor?

Die bekannten Nylon-Strumpfhosen werden aus Polyamid hergestellt.
Die bekannten Nylon-Strumpfhosen werden aus Polyamid hergestellt. (Foto: CC0 / Pixabay / jarmoluk)
  • Im Verpackungsbereich stellt man aus Polyamid Folien her, welche in erster Linie für Vakuumverpackungen von beispielsweise Käse, Wurst oder Tiefkühlwaren verwendet werden. Die Vorteile der PA-Folien sind u.a. eine gute Aroma- bzw. Fettdichte, große Zähigkeit, sowie eine gute Wärme- und Kältebeständigkeit.
  • Da PA wasserdicht sind und sehr schnell trocknen, findest du sie im Bekleidungsbereich in erster Linie in Regen- und Sportbekleidung. Die Elastizität macht sie außerdem zum perfekten Stoff für Strümpfe, Strumpfhosen und Dessous.
  • Auch im Fahrzeugbau wird viel Polyamid verwendet, z.B. für Lampengehäuse, Kraftstoffleitungen oder Gas- und Kupplungspedale.
  • Ballons, Flugdrachen, Fallschirme und Segel sind weitere Beispiele für den großen Verwendungsbereich des synthetischen Kunststoffs.

Nachteile des Kunststoffes

Die Bohrung nach Erdöl hat fatale Folgen für Natur, Tiere und unsere eigene Gesundheit.
Die Bohrung nach Erdöl hat fatale Folgen für Natur, Tiere und unsere eigene Gesundheit. (Foto: CC0 / Pixabay / drpepperscott230)

Polyamid bringt aber auch einige bedenkliche Nachteile mit sich. Besonders kritisch ist die Herstellung des Kunststoffs aus Erdöl. Die Bohrung nach Erdöl hat verheerende ökologische Folgen, unter anderem die Verseuchung von Böden und Gewässern, Abholzung, Luftverschmutzung, sowie das Absterben zahlreicher Pflanzenarten.

Ein weiterer Umweltschaden entsteht, wenn Polyamide in unsere Gewässer und die Umwelt gelangen. Das kann leicht über Kleidungsstücke geschehen: In der Waschmaschine werden kleinste Faserteile abgerieben und gelangen ins Abwasser. Die Teilchen sind so winzig, dass die Kläranlagen sie nicht mehr herausfiltern können.

Der verbreitete Kunststoff kann sich außerdem negativ auf unsere Gesundheit auswirken. So können Kleidungsstücke mit einem hohem Polyamidanteil zu Hautreizungen und -irritationen führen. Besonders Menschen, die bereits unter Neurodermitis, Akne oder anderen Hauterkrankungen leiden, sind davon betroffen.

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