Polypropylen (PP): Was du über den Kunststoff wissen solltest

Verpackung Müll Plastik Umweltbundesamt
Foto: Tiia Monto [CC BY-SA 3.0 ], vom Wikimedia Commons

Ist Polypropylen „gutes“ Plastik? Hier erfährst du, wie Verpackungen aus Polypropylen auf die Umwelt und Gesundheit wirken, und wie es recycelt werden kann.

Polypropylen: Ein Kunststoff ohne Weichmacher

Was wir umgangssprachlich als Plastik bezeichnen, sind durch komplexe Herstellungsverfahren gewonnene Kunststoffe aus dem Grundstoff Erdöl und unterschiedlichen Zusatzstoffen. So besteht Polypropylen – kurz PP – aus Ethylen und Propylen. Diese beiden Gase wiederum entstehen aus Rohöl. Das Herstellungsverfahren für diesen Kunststoff ist sehr energieintensiv. Polypropylen ist eng verwandt mit Polyethylen (PE), jedoch härter und hitzefester.

Das solltest du wissen:

  • In den meisten Anwendungen kommt Polyprolylen ohne die gesundheitsbedenklichen Weichmacher aus. Polypropylen wird deshalb als weniger gesundheitsschädlich eingeschätzt.
  • Es bleibt bis zu Temperaturen unter Null Grad elastisch.

Polypropylen – Nicht nur Verpackung für Lebensmittel

Die meisten Flaschenverschlüsse sind aus Polypropylen.
Die meisten Flaschenverschlüsse sind aus Polypropylen.

Polypropylen ist einer der am häufigsten eingesetzten Kunststoffe. Vor allem Verpackungsmaterialien und Folien sind aus Polypropylen hergestellt und ersetzen zunehmend das bedenkliche PVC, vor allem zur Verpackung von Lebensmitteln. Polypropylen ist sehr leicht und vielseitig formbar.

Diese Verpackungen sind häufig aus Polypropylen:

  • Joghurtbecher
  • Flaschenverschlüsse
  • Strohhalme
  • Kochbeutel
  • wiederverwendbare Behälter, wie Thermoboxen

Vorsicht bei Polypropylen-Verpackungen für gefrorene Lebensmittel: Hier verwenden einige Hersteller doch wieder Weichmacher.

Auch in diesen Gegenständen ist häufig Polypropylen enthalten:

  • Textilien, zum Beispiel Sport- oder Outdoorbekleidung
  • Teppiche oder schwimmfähige Seile, zum Beispiel im Schwimmbad oder der Fischerei
  • Armaturenbretter, Kindersitze, Fahrradhelme oder die Innenteile einer Geschirrspülmaschine
  • Kabelummantelungen, Isolierfolien und hitzebeständige Rohrleitungen
  • Kanister zur Aufbewahrung von Säuren oder Laugen

Die Medizin verwendet Netze aus Polypropylen in der Chirurgie, etwa um Leistenbrüche zu verschließen. Aber auch in Geldscheinen einiger tropischer Länder ist Polypropylen beigemischt, um das Geld gegen die Nässe zu schützen.

Auch Polypropylen-Plastik belastet die Umwelt

Plastikmüll verrottet nicht, sondern bleibt über Jahrzehnte liegen.
Plastikmüll verrottet nicht, sondern bleibt über Jahrzehnte liegen.

Der Kunststoff Polypropylen ist – wie andere Plastikarten – sehr lange haltbar und zersetzt sich nicht. Solange die Gegenstände in Gebrauch sind, ist diese Eigenschaft ein Vorteil, dem Plastik seinen Siegeszug verdankt. Doch sobald die Gegenstände auf dem Müll wandern, beginnt das Umweltproblem:

  • Bei Plastikmüll aus Polypropylen sind wenig Zusatzstoffe (wie etwa Dioxine) enthalten, die bei der Lagerung auf Mülldeponien ins Grundwasser sickern könnten. Dennoch mischt man dem Kunststoff oft Chlor bei, der bei der Verbrennung als giftiges Chlorgas entweicht.
  • Generell zerfällt Plastik nicht wie organische Materialien zu Kompost, sondern bleibt als Plastikmüll über viele Jahrzehnte erhalten und zerreibt sich in feinste Teilchen, dem Mikroplastik. Neben dem Plastikmüll sind auch Textilien mit Kunstfasern in die Kritik geraten, das Mikroplastikproblem noch zu verstärken.

Organische Materialien wie Papier, Holz oder Bambus sind daher immer die bessere Wahl für die Umwelt. Kaufe Lebensmittel außerdem wenn möglich unverpackt ein.

Polypropylen lässt sich relativ gut recyceln

So sieht der Recycling Code für Polypropylen aus.
So sieht der Recycling Code für Polypropylen aus.

Ein Vorteil von Polypropylen gegenüber anderen Plastikarten: Es lässt sich vergleichsweise gut recyceln:

  • Neuste Scanner-Technologien sind in der Lage, das Material fast sortenrein aus dem Plastikmüll zu sortieren und wiederzuverwenden. In Deutschland liefert das Duale System gebrauchtes Plastik zur Weiterverarbeitung. So werden aus recyceltem Plastikmüll zum Beispiel Blumentöpfe hergestellt.
  • Die Produktion mit recyceltem Plastik verbraucht weniger Energie als die Herstellung von neuem Plastik.
  • Du erkennst Polypropylen-Verpackungen am Recycling Code für Polypropylen, dem PP Kürzel in einem Dreieck aus Recycling Pfeilen mit der Nummer 5.
  • Sammle die Verpackungen im gelben Sack oder in der gelben Tonne.

Achtung: Nicht alle Flaschen mit Polypropylen werden richtig recycelt, und nicht alle recycelten Flaschen können vollständig neu verwertet werden. Und auch wenn die Verwertung von gebrauchten Polypropylen-Flaschen gut funktioniert, gilt das nicht für anderen Plastikmüll. Laut dem Naturschutzbund Deutschland wird nur etwa ein Drittel der 46 Kilo Plastikmüll, die ein Deutscher durchschnittlich im Jahr produziert, recycelt.

Fazit: Auch wenn Polypropylen insgesamt weniger problematisch als andere Kunststoffe ist, sollten wir immer zur plastikfreien Alternative greifen. Organische Stoffe können im Gegensatz zu Plastik vollständig abgebaut werden und sind deshalb in der Regel die bessere Wahl.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.