Propolis: Wirkung und Anwendung von Tinktur, Salbe und Tropfen

Propolis Bienen Waben
Foto: © Colourbox.de

Propolis wird in Osteuropa seit Generationen als Heilmittel eingesetzt, ist bei uns aber weniger bekannt und nicht überall erhältlich. Es lohnt sich jedoch, das Bienenharz in die Hausapotheke aufzunehmen, um damit kleinere Verletzungen und andere Alltagsbeschwerden zu behandeln.

Was ist Propolis? Propolis wird auch als „Bienenharz“ oder „Kittharz“ bezeichnet und ist eine bräunliche, harzige Substanz, die von Bienen produziert wird, um Schäden am Bienenstock zu kitten und das Innere der Waben zu überziehen.

Propolis: die Apotheke der Bienen

Bienen stellen den Stoff her, indem sie Harz von Bäumen, ihr Speichelsekret, Pollenbalsam und ätherische Öle aus Blüten miteinander verarbeiten. Nicht jede Biene produziert Propolis. Im Bienenstock herrscht strenge Arbeitsteilung und so sind es nur spezielle Arbeiterbienen, die für die Produktion von Propolis zuständig sind. Je nach Größe des Bienenstockes und des umliegenden Baumbestandes kann ein Bienenstock pro Jahr bis zu einem halben Kilo Bienenharz produzieren.

Der Stoff dient den Bienen nicht nur als Baumaterial, sondern auch dazu, Krankheiten vorzubeugen und das Volk gesund zu erhalten. In einem Bienenstock herrschen hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, was die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Propolis wirkt antimykotisch, antibakteriell und antiviral und kann somit das Bienenvolk vor Krankheitsbefall schützen.

Der Eingang eines jeden Bienenstockes ist mit einer Art Teppich aus Propolis ausgekleidet, auf dem die in den Stock zurück kehrenden Bienen landen. Durch die antibiotische Wirkung wirkt es wie eine Art „Fußbad“, mit dem verhindert wird, dass die Bienen Krankheitserreger von außen in den Bienenstock eintragen.

Gelangt außerdem ein Fremdkörper in den Bienenstock, der zu groß oder schwer ist, um ihn zu entfernen, wird dieser auch sofort mit Propolis überzogen, um das Ausbreiten von Krankheiten zu verhindern. Es wurde schon berichtet, dass ganze Mäuse mit dem auch „Knospenharz“ genannten Stoff mumifiziert im Bienenstock aufgefunden wurden!

Wirkung und Anwendung von Propolis

Propolis Tinktur
Propolis-Tinktur gehört in die Hausapotheke. (Foto: © kosolovskyy - Fotolia.com)

Propolis wirkt gegen Pilze, Viren und Bakterien. Die Wirksamkeit wurde in Tier- und Laborversuchen bestätigt. Dieses Wissen war schon im Alten Ägypten bekannt, sodass die Ägypter zur Mumifizierung unter anderem auch dieses Substanz verwendeten.

Propolis enthält viele Flavonoide und Phenole, also sekundäre Pflanzenstoffe, denen antioxidative Eigenschaften zugesprochen werden. Seine genaue Zusammensetzung unterscheidet sich von Region zu Region und ist abhängig von den Pflanzen, die um den Bienenstock wachsen. Insgesamt wurden darin bis zu 200 verschiedene Stoffe nachgewiesen.

Das Bienenharz wird traditionell auch zur Beschleunigung der Wundheilung verwendet. Studien konnten zwar eine Förderung der Wundheilung zeigen, jedoch nicht die genauen Mechanismen dahinter vollends klären. In Tierversuchen wurde sogar gezeigt, dass es auf Krebstumore wachstumshemmend wirken kann. Traditionell werden Propolis-Produkte auch zur Stärkung des Immunsystems und gegen Magenbeschwerden angewendet.

In der Naturkosmetik wird es auch gelegentlich als Ersatz für Konservierungsstoffe eingesetzt.

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Wie wird das Kittharz gewonnen?

Im Bienenstock befindet sich Propolis an allen Ritzen und Spalten sowie am Einflugsloch, sodass der Imker die harzige Masse nur abkratzen müsste, was jedoch mühselig ist und wenig Ertrag bringt und die Gesundheit des Bienenvolkes gefährdet.

In der Regel werden zur Gewinnung einfach feinmaschige Gitter in den Bienenstock eingebracht, die von den Bienen als Fremdkörper mit Propolis bedeckt werden. Entnimmt man diese Gitter wieder, muss man es nur unter 15 Grad abkühlen, sodass das Bienenharz abblättert. Meist löst der Imker das Bienenharz anschließend in Alkohol auf und filtert die so entstandene Propolis-Tinktur, um Fremdkörper, beispielsweise Holzfasern, zu entfernen.

Propolis als Tinktur, Salbe oder in Tropfenform

Propolis findet Anwendung zur Behandlung von Schürfwunden, Sonnenbrand, Halsschmerzen und Entzündungen, insbesondere im Mund- und Rachenraum. Dazu sind verschiedene Heilmittel im Handel erhältlich, insbesondere alkoholische Propolis-Tinkturen, Tropfen und Lutschtabletten sowie Propolis-Salben. Das Bienenharz wird auch gerne in Naturkosmetik eingesetzt, beispielsweise in Gesichtscremes gegen unreine Haut oder generell als sanftes Konservierungsmittel mit Doppelnutzen.

Propolis-Tinktur kann direkt zur Wundbehandlung eingesetzt und auch zur Herstellung von Mundspülung oder Gurgellösung verwendet werden. Propolis-Salbe eignet sich zur Behandlung von Hautirritationen, kleinerer Entzündungen und zur Förderung der Heilung kleinerer Hautverletzungen. Lutschtabletten oder Bonbons können Linderung bei Halsschmerzen oder Entzündungen im Rachenraum, zum Beispiel Mandelentzündung bringen. Achte beim Kauf darauf, wie viel der Substanz tatsächlich im Produkt enthalten ist!

Propolis Tinktur
Propolis-Tinktur (Foto: © kosolovskyy - Fotolia.com)

Achtung: Propolis färbt intensiv, sodass Produkte mit dem Kittharz besser nicht mit Textilien in Kontakt kommen sollten!

Es gibt Produkte mit Propolis, die an Tierhalter verkauft werden, um ihre Hunde und Katzen damit zu entwurmen. In Internetforen wird empfohlen, dem Tier wahlweise Propolis-Tinktur unter das Futter zu mischen oder als Tabletten oder Dragees zu verabreichen. Es gibt jedoch keinen wissenschaftlichen Wirksamkeitsbeweis, sodass du bei Wurmbefall mit deinem Tier wohl besser zum Tierarzt gehst.

Allergie und Nebenwirkungen von Bienenharz

Achtung: Nicht jede:r verträgt Propolis! Durch den enthaltenen Kaffeesäureester sind Kontaktallergien möglich! Bitte probiere daher vor einer ersten Anwendung von Propolis aus, ob du eventuell allergisch darauf reagierst. Hast du eine sogenannte „atopische Veranlagung“ und deine Haut und Schleimhäute reagieren generell empfindlich, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass du allergisch auf Propolis reagierst.

Auch wer allergisch auf Bienenstiche ist, sollte mit Propolis vorsichtig sein. Es kann, muss aber nicht zu einer allergischen Reaktion kommen.

Weil er bis zu zehn Prozent aus Pollen besteht, ist auch für Pollenallergiker:innen Vorsicht geboten. Wer das eine Produkt problemlos verträgt, muss nicht alle gleich gut vertragen! Je nachdem, welche Pflanzen in der Nähe des Propolis produzierenden Bienenvolkes wachsen, so sind auch jene oder welche Pollen darin enthalten. So kann zum Beispiel ein Propolis-Produkt hochallergene Pappelpollen enthalten, eine andere Tinktur jedoch nicht.

Lies auch: Bienensterben – was kann ich dafür?

Wo kann man Propolis kaufen?

Der Verkauf ist in Deutschland in jedem Bundesland anders geregelt, sodass es sein kann, dass du es in deinem Bundesland, zum Beispiel in Bayern, nicht bei einem Imker oder einer Imkerin bekommst.

Viele Imker:innen lassen ihre Bienen Propolis auf speziellen Gittern herstellen und verkaufen das gereinigte Endprodukt entweder als kaugummiartige Substanz oder in Alkohol gelöst als Tinktur. Manchmal vertreiben Imker:innen auch Propolis-Salben und andere Naturheilmittel, jedoch dürfen sie diese nach deutschem Recht nicht mit gesundheitsfördernden Aussagen bewerben. In Reformhäusern, manchen Bioläden und auch in Apotheken werden Produkte mit Propolis oder Wirkstoffen daraus verkauft.

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Utopia empfiehlt

Propolis kann eine sinnvolle Ergänzung der Hausapotheke darstellen. Es handelt sich dabei aber um ein Naturprodukt, das nicht immer in der gleichen Zusammensetzung erhältlich ist, weil die Wirkstoffe vom den Standort des Bienenstockes abhängig sind. Möchtest du die Wirkung ausprobieren, so empfiehlt sich Propolis-Tinktur, da sie die meisten Anwendungsmöglichkeiten hat.

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Propolis ist nicht vegan. Lies deshalb auch: Vegane Honig-Alternativen.

Externe Infos: BfR zu Propolis

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

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