Ringelblumensalbe selber machen: Rezept für eigene Calendula-Creme

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Ringelblumensalbe oder Calendula ist in der Naturkosmetik sehr beliebt, denn Ringelblumen haben eine pflegende und zugleich heilende Wirkung. Wir zeigen dir, wie du Ringelblumensalbe ganz einfach und mit natürlichen Zutaten selbst herstellst.

Ringelblumen (Calendula officinalis) haben eine keimtötende und entzündungshemmende Wirkung. Verwendet werden aber nur die Blütenblätter der Pflanze. In Form von Salben lindern sie Entzündungen auf der Haut und an den Schleimhäuten. Auch die Heilung von Biss-, Quetsch- und Brandwunden fördert die Ringelblume. Eltern schwören auf Calendula-Salbe bei Entzündungen im Windelbereich.

Ringelblumensalbe selber machen: Rezept aus Calendula officinalis

Ringelblumensalbe in dunklen Gläsern aufbewahren
Ringelblumensalbe in dunklen Gläsern aufbewahren
(Foto: CCO / Pixabay / Ekologiskt_Skafferi)

Für eine einfache Ringelblumensalbe benötigst du:

  • 250 ml Bio-Olivenöl
  • 25 g Bienenwachs (oder alternativ Carnaubawachs)
  • 1-2 Tassen Ringelblumenblüten
  • ein Leinentuch
  • zwei Töpfe (am besten mit Öffnung zum Gießen)
  • 5 ausgekochte Gläser à 50 ml mit Deckel (am besten eignet sich Braunglas, um die Salbe vor Licht zu schützen)

Reines Bienenwachs kannst du in der Apotheke, in Reformhäusern oder auch beim Imker direkt kaufen (alternativ online z.B. **bei Amazon).

  1. Die Ringelblumenblüten kleinschneiden. Diese gibst du dann in das Olivenöl und erhitzt es leicht für ca. 15 Minuten. Das Öl dabei nicht zu heiß werden lassen, sonst werden die Blütenblätter frittiert.
  2. Seihe dann das Öl-Blütengemisch durch ein sauberes Tuch ab.
  3. Gib das Bienenwachs zum Öl hinzu und erhitze es nochmals leicht bis das Bienenwachs geschmolzen ist.
  4. Dabei immer schön rühren, damit sich die Wirkstoffe gut verteilen.
  5. Jetzt kann die Salbe in die bereits ausgekochten Gläser gegeben werden. Lass den Deckel offen, bis die Salbe vollständig ausgekühlt ist. Um die Salbe vor Verunreinigungen zu schützen, kannst du ein Tuch über die Gläser legen.

Tipp: Am längsten ist die Salbe haltbar, wenn du sie in dunklen, luftdichten Gläsern und im Kühlschrank aufbewahrst.

Auch aus anderen Heilpflanzen lassen sich ganz leicht Salben herstellen. Eine Salbe aus Spitzwegerich hilft zum Beispiel bei Erkältungen.

Die besondere Wirkung der Ringelblume: Als Creme oder Tee

Ringelblumen sind beliebt in Naturkosmetik
Ringelblumen sind beliebt in Naturkosmetik
(Foto: CCO / Pixabay / congerdesign)

Bei Blasen kannst du Ringelblumensalbe ebenfalls verwenden, damit sie gut und schnell verheilen. Ringelblumen gelten als reinigend, abschwellend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd. Zudem fördern sie das Wachstum neuer Zellen und damit die Wundheilung. Sogar bei Asthma, Husten, Schlaflosigkeit und Angstzuständen helfen Ringelblumen.

Da Calendula östrogenartige Eigenschaften hat, kann sie außerdem als Tee gegen Frauenleiden helfen. Dazu gehören z.B. Wechseljahrbeschwerden, Brustschwellung, unregelmäßiger Zyklus, schmerzhafte Menstruation oder starke Monatsblutungen. In der Schwangerschaft wird jedoch von Ringelblumentee abgeraten, da er Wehen auslösen kann.

Auch in der Schulmedizin hat sich eine Salbe aus Ringelblumen und Vaseline bei der Krebsbestrahlung bewährt. Es wurde festgestellt, dass die Salbe Strahlenschäden an der Haut verhindert.

Calendula selbst anpflanzen und ernten

Ringelblume, Jojobaöl und Mädesüß für die Hautpflege
Ringelblume, Jojobaöl und Mädesüß für die Hautpflege
(Foto: CC0 / Pixabay / xbqs42)

Zwischen Juni und Oktober blühen Ringelblumen in vielen Gärten. Die Pflanze wird zwischen 20 und 25 cm groß und wächst in Beeten, Blumenkästen und Kübeln. Die Samen werden nach dem letzten Bodenfrost ab Mitte Mai direkt im Freiland gesät.

Wenn die Samen keimen, sollten sie pikiert oder umgesetzt werden. Auch im Oktober können die Samen nochmals gesät werden, um so früh wie möglich im Frühjahr auszutreiben. Die Pflanzen sind nicht winterhart, vermehren sich aber von selbst, wenn man Blüten mit Samenkapseln stehen lässt.

Die offenen Blüten können über die gesamte Blütezeit geerntet werden. Die beste Qualität haben die Blüten, wenn sie bei sonnigem Wetter am frühen Mittag geschnitten werden. Eine Ernte im Frühsommer wird empfohlen. Die Blüten können direkt frisch zur Verfeinerung von Salaten verwendet werden.

Auch viele andere Gartenblumen haben essbare Blüten. Getrocknet kannst du sie als Tee aufbrühen. Eine Anleitung zum Trocknen findest du in unserem Beitrag „Kräuter trocknen – das solltest du wissen“.

Im Video: Lippenbalsam selber machen

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(2) Kommentare

  1. Für Mixturen im angegebenen Stil, für die ich mir das getrocknete Kraut in der Apotheke holte, füllte ich Kraut und Öl in ein ausgespültes, verschließbares Glas, das ich im Wasserbad erhitzte, bis das Öl die Farbe des Krauts annahm. Mit der Wasserbadmethode wollte ich genau den Brateffekt vermeiden!
    ( Muß aber auch sagen, daß ich so etwas lieber mit Raps- oder Sonnenblumenöl mache, Olivenöl steigt mir ständig in die Nase und macht mich dabei hungrig! )
    Anschließend ließ ich die Mischung durch einen Kaffeefilter in ein anderes Glas laufen, und verwendete es ohne weitere Zusätze, indem ich es mit einer Pipette entnahm.
    Meine Frage: führt dieses Verfahren zu einem schlechteren Ergebnis?

  2. Die schonendste und naturnaheste Variante ist das langsame Ziehen von Blüten (eigene Sammlung im naturnahen Garten) im Öl an einem warmen Ort. Frau hat hier auf jeden Fall die Gewissheit, dass nicht gedüngt wurde. Auch wenn die Blüten in der Apo vertrieben werden, ist dies nicht gleichlautend für natürlichen Anbau.

    Jojobaöl wird nicht ranzig und kann deshalb länger mit den Blüten an einem warmen Ort (lichtgeschützt- Zeitung um das Gefäß) stehen.
    Bei anderen Ölen muss Frau vorsichtiger sein.
    Erntet Frau aber die Blüten im eigenen Garten/ Balkon, kann man immer wieder kleine Mengen zeitversetzt ansetzen, da Öl, Creme, Salbe ohne Konservierungsstoffe ohnehin nicht lange gelagert werden können.

    Auf die Schnelle im Wasserbad den Auszug vornehmen ist sicher machbar, aber es sollte unbedingt die Temperatur beachtet werden. Allein wegen einem möglichst kaltgepressten Öl und auch der Wirksamkeit der Blüten würde ich hier keinesfalls über 30° gehen.

    Macht Frau sich diese Arbeit überhaupt schon und verwendet gern auch wertvolle Grundsubstanzen, dann ist die schonende Variante sicher die bessere Alternative. Die Entscheidung liegt jedoch bei jeder Anwenderin selbst.

    Das fertige Öl kann pur verwendet werden.
    Erscheint Frau dies je nach Hauttyp zu „fett“, dann kann das Öl nach dem Abseihen und Auspressen der Blüten) mit Kochsalzlösung und Lanolin gut gemischt werden. Hier führt ein Mischungsverhältnis 1 Teil Lanolin und 1,5 Teile Flüssigkeit (Öl+Kochsalzlösung) zu einem recht guten Ergebnis, wenn alles zimmerwarm verrührt/ kaltgerührt wird.

    Wer ganz sicher gehen möchte, setzt zur Konservierung Vit. E zu (ist jedoch nur bei Ölen nötig, die schneller ranzig werden).

    Hat Frau den Bogen einmal raus, ist die Herstellung ein Kinderspiel.

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