Ist Rohkost gesund? 12 Fragen & Antworten zur rohen Ernährung

Rohkost
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Was genau ist eigentlich Rohkost? Ist Rohkost-Ernährung gesund oder nicht? Was darf man alles roh essen? Zu dem rohen Essenstrend stellen sich viele Fragen. Utopia gibt Antwort und prüft Vorteile und Nachteile.

Rohkost klingt nach einschränkender Kost – in Wirklichkeit aber ist sie längst Bestandteil vieler gesunder Mahlzeiten, die wir im Alltag zu uns nehmen: der Smoothie zum Frühstück, der Beilagensalat zum Hauptgericht, der Obstsalat zum Dessert, Sorbets, Säfte, Nüsse, Trockenobst.

Ein bisschen Rohkost-Ernährung begleitet uns also oft schon durch den Tag. Sich aber ausschliesslich roh zu ernähren ist eine Ernährungsform, die mit dem kleinen Beilagensalat nur noch wenig gemeinsam hat. Worauf kommt es bei dieser Ernährung an? Ist es nur gesund oder kann Rohes auch mal ungesund sein? Wir prüfen die Vorteile – und gehen auch auf die Nachteile ein.

Was ist alles eigentlich Rohkost?

An der Justus-Liebig-Universität in Gießen wurde eine große Rohkost-Studie realisiert, bei der von 1996 bis 1998 mehr als 700 Teilnehmer begleitet und untersucht wurden, die sich seit mindestens 14 Monaten vor Studienbeginn von Rohkost ernährten. Von rund 200 Teilnehmern konnten am Studien-Ende die vollständigen Daten ausgewertet werden. Für die Studie musste eine Definition geschaffen werden, die bis heute als wissenschaftliche Grundlage dient. Diese lautet:

„Rohkost-Ernährung ist eine Kostform, die weitgehend oder ausschließlich unerhitzte pflanzliche (teilweise auch tierische) Lebensmittel enthält. Es werden auch Lebensmittel einbezogen, die verfahrensbedingt erhöhten Temperaturen ausgesetzt sind (z.B. kaltgeschleuderter Honig und kaltgepreßte Öle), ebenso Lebensmittel, bei deren Herstellung eine gewisse Hitzezufuhr erforderlich ist (z.B. Trockenfrüchte, Trockenfleisch, Trockenfisch und bestimmte Nußarten). 
Außerdem können kaltgeräucherte Erzeugnisse (z.B. Fleisch und Fisch) sowie essig- und milchsaure Gemüse Bestandteil der Rohkost sein. Fett, aus frischen Lebensmitteln. Nahrungsmittel mit Zusatzstoffen werden vermieden.“

Diese Definition bezieht sich jedoch nur auf jene Variante der Rohkost-Ernährung, die von den Wissenschaftlern untersucht wurde.

Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Interpretationen dessen, was unter „Rohkost“ zu verstehen ist; entsprechend gibt es abweichende Verzehrempfehlungen.

Als „erhitzt“ gelten jedoch gemeinhin Lebensmittel, die eine Temperatur über 42 Grad überschritten haben – auch wenn es nur kurzfristig war. Der Gedanke dahinter: Manche Eiweiße, wie auch zum Beispiel solche aus unserem Blut, beginnen ab 42 Grad zu denaturieren. Daher sollen auch erhitzte Lebensmittel denaturiert und nicht mehr vollwertig sein.

Rohkost-Ernährung ist mehr als Obst & Gemüse
Rohkost-Ernährung ist mehr als Obst & Gemüse (Foto: © Unsplash)

Ist Rohkost vegetarisch und vegan?

Oft wird Rohkost mit veganer oder vegetarischer Ernährung gleich gesetzt oder verwechselt. Es ist zwar möglich, sich als Rohköstler vegan oder vegetarisch zu ernähren, jedoch nicht nötig. Tierische Bestandteile wie Rohmilchprodukte (auch Käse!), rohe Eier, roher Fisch und rohes Fleisch sind aber grundsätzlich erlaubt.

Dazu zählen Trockenfisch und Trockenfleisch, kalt geräucherte Fleisch- und Fischerzeugnisse und kalt „gegarte“ Produkte wie Matjeshering oder Ceviche und kalte Delikatessen wie Sushi oder Carpaccio. Rohkost-Ernährung kann also durchaus viele tierische Bestandteile enthalten.

Hat Rohkost mehr Vitamine?

Ein Kerngedanke der Ernährung mit Rohkost ist, dass Vitamine durch das Erhitzen der Lebensmittel zerfallen und die Nahrung somit „nährstoffarmer“ würde. Tatsächlich ist das bei vielen Vitaminen so – ein klassisches Beispiel ist Vitamin C, das nicht nur beim Erhitzen, sondern auch bei unsachgemäßer Lagerung aus Obst und Gemüse schwindet.

Bei der Rohkost-Studie aus Gießen stellte man fest, dass Menschen, die sich zu mindestens 70 Prozent von Rohkost ernähren, sogar besser mit einigen Vitaminen versorgt sind, als empfohlen wird. Aber: Es gibt eben auch eine ganze Menge Vitamine und Mineralstoffe, die durch Erhitzen erst optimal bioverfügbar, also für unseren Körper aufnahmefähig gemacht werden. Dazu zählen Vitamin A und Vitamin E.

Manche Lebensmittel führen bei rohem Verzehr sogar dazu, dass dem Körper Vitamine entzogen werden. Dies ist zum Beispiel bei Eiklar der Fall. Dieses enthält einen Stoff namens Avidin, der im menschlichen Körper Vitamin H / B7 / Biotin bindet, sodass es beim Verzehr von rohen Eiern zu Biotinmangel kommt.

Ein weiteres Beispiel ist der Mangel an Vitamin B1 / Thiamin, der durch rohen Verzehr von Schalentieren (zum Beispiel Muscheln) und Süßwasserfischen entsteht, weil darin ein Enzym enthalten ist, das Vitamin B1 abbaut.

Die Gießender Langzeitstudie zeigte, dass Rohköstler Defizite bei folgenden Vitaminen und Mineralstoffen aufweisen: Eisen, Magnesium, Calcium, Zink, Iod, Vitamin D, Vitamin B2 und Vitamin B12.

Eine Ernährung mit Rohkost führt also einerseits zu einer erhöhten und andererseits zu einer signifikant erniedrigten Vitaminzufuhr. Wer sich nur roh ernährt, sollte sein Blut regelmäßig darauf kontrollieren lassen und gegebenenfalls Vitaminpräparate einnehmen.

Rohkost-Fans kann gesund, aber auch ungesund sein: oft fehlen Calcium, Zink, und einige Vitamine
Rohkost-Fans kann gesund, aber auch ungesund sein: oft fehlen Calcium, Zink, und einige Vitamine (Foto: © Unsplash)

Darf man alles roh essen?

Wie jede Ernährungsphilosophie ist auch die der Rohkost nicht ganz einfach und nicht ohne Vorkenntnisse umzusetzen. Ein Grund dafür: Nicht alle Lebensmittel dürfen roh verzehrt werden. Einfache Beispiele sind Hülsenfrüchte und Kartoffeln, die bei uns einen großen Teil in der Nahrung ausmachen.

Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen schützen sich vor Fressfeinden (aus Sicht der Pflanzen sind wir welche), indem sie Gifte produzieren. Ein besonders wirksames Fraßgift sind manche Lektine, die in Bohnen enthalten sind und dazu führen, dass die roten Blutkörperchen verklumpen.

Lesen: Die 10 größten Ernährungsmythen

Lässt man Hülsenfrüchte jedoch keimen, wird beim Keimvorgang ein Teil dieser Gifte abgebaut. Dabei hängt es von der Keimdauer und Hülsenfrucht selbst ab, wie viel davon in der Bohnensprosse noch enthalten ist.

Nur durch Erhitzen werden die Fraßgifte komplett abgebaut, sodass bei der Ernährung damit keinerlei Vergiftungsrisiko entsteht.

Rohe Kartoffeln enthalten Solanin, ein Nervengift, das auch viele andere Nachtschattengewächse beinhalten. In großen Mengen wirkt es auch für Menschen giftig. Der Solaningehalt ist von Kartoffel zu Kartoffelsorte recht unterschiedlich. Moderne Sorten enthalten jedoch nur noch recht wenig davon.

Wer Lebensmittel roh verzehrt, sollte sich also vorher immer gut informieren, ob dies eventuell gesundheitliche Nachteile mit sich bringt, also ungesund bis giftig ist.

Führt Rohkost-Ernährung zu Blähungen?

Ein altbekanntes Vorurteil ist, dass die Rohkost-Ernährung zwangsläufig zu Blähungen führt. Leidet man nicht zufällig an einer noch unentdeckten Fruktose-Intoleranz, so sind Blähungen aber nur zu Beginn einer Rohkosternährung häufig.

Dies hängt mit der Darmflora zusammen: Nicht jeder Mensch hat die gleiche Darmflora, jeder hat sein eigenes, individuelles „Bauchgeflüster“, bzw. seinen eigenen „Darmflora – Fingerabdruck“, der sich auf Basis von ca. 800 bis 1000 verschiedenen Bakterien zusammensetzt.

Jede Gattung eines Darmbakteriums ist auf eine bestimmte Art von Nahrung spezialisiert: Dem einen „schmecken“ nur Fette, dem anderen z.B. nur Eiweiße oder Zucker. Bis die Darmflora sich auf das neue Nahrungsangebot eingestellt hat und „Rohkostspezialisten“ die Verdauung übernehmen, kann es also immer zu Blähungen kommen.

Dies passiert aber bei jeder anderen Ernährungsumstellung auch und ist nicht nur bei Rohkost der Fall.

Rohkost
Bei einer Rohkost-Studie verloren Männer 10 kg und Frauen 12 kg – über einen Zeitraum von vier Jahren. (Foto: © Unsplash)

Ist Rohkost bakteriell belastet?

„Cook it, peal it, wash it or forget it“ ist der Leitsatz vieler Reisende, um sich vor Magen-Darm-Erkrankungen zu schützen. Doch was, wenn man als Rohköstler seine Nahrung nicht erhitzt – ist sie dann keimbelastet und gesundheitsgefährdend? Nicht unbedingt!

Rohes Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr natürlich gründlich gewaschen werden. Und wenn Rohmilchprodukte, rohes Fleisch, rohe Schalentiere und Fische hygienisch zubereitet und gut gekühlt aufbewahrt werden, haben Menschen, die sich von Rohkost ernähren, kein größeres Infektionsrisiko.

Die Angst vor Keimen in unseren mit Industrielebensmitteln mit Mindesthaltbarkeitsdatum vollgestopften Kühlschränken ist unbegründet hoch. Wer gekochte Lebensmittel bevorzugt, kann sich durch verdorbenen Räucherfisch oder keimbelastete rohe Eierspeisen den Magen ganz genauso verderben.

Kann man mit Rohkost abnehmen?

Ein Ergebnis der Gießener Rohkost-Studie war, dass 57% der Studienteilnehmer Untergewicht hatten und alle Teilnehmer im Laufe der Jahre aufgrund ihrer Ernährung kontinuierlich an Gewicht verloren. Im Durchschnitt hatten die teilnehmenden Männer 10 kg und Frauen 12 kg über den Zeitraum von vier Jahren verloren.

Statistisch gesehen, führt eine Rohkost-Ernährung also zu einer Gewichtsreduktion. Wer langfristig und gesund abnehmen möchte, sollte allerdings anstelle einer reinen Rohkost-Diät auf Zeit lieber eine generelle Ernährungsumstellung in Erwägung ziehen.

10 ungesunde Lebensmittel, die wir nicht mehr essen sollten

Ist die Ernährung mit Rohkost ausgewogen?

Betrachtet man nur die drei energieliefernden Makronährstoffe Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette, so ist es durchaus möglich, den körpereigenen Bedarf nur mit Rohkost zu decken. Eine ausgewogene Ernährung besteht jedoch aus dem Zusammenspiel dieser Makro- mit vielen Mikronährstoffen, die zwar keine Kalorien mit sich bringen, dafür aber für den Stoffwechsel und die Gesundheit unseres Körpers unabdingbar sind.

Dies sind in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, aber auch andere sekundäre Pflanzenstoffe wie Antioxidantien und Ballaststoffe. Eine rundum ausgewogene Ernährung stellt dem Körper also all das zur Verfügung, was er braucht. Und genau das ist bei reiner Rohkost nicht möglich. Aber auch, wer sein Essen kocht, sollte darauf achten, die Mahlzeiten ausgewogen zusammen zu stellen.

Rohkost
Um den Nährstoffbedarf zu decken, greifen viele Rohkostler zu Superfoods, die aus weiter Ferne importiert werden müssen. (Foto: © Unsplash)

Ist so viel Gemüse eher ein Vorteil oder ein Nachteil?

Wie bereits erwähnt, ist es nicht möglich, den kompletten Bedarf an Mineralien und Vitaminen über Rohkost zu decken. Zugleich ist eine übermäßige Anreicherung von Vitaminen durch Rohkost nur in Extremfällen möglich und selten schädlich. Es liegt nicht an der großen Menge Obst und Gemüse, wenn Rohkost zu Mangelernährung führt, sondern an der Art der Zubereitung.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher für Erwachsene pro Tag mindestens 400 g Gemüse und 250 g Obst, davon etwa die Hälfte roh und die andere Hälfte erhitzt. Übrigens: der „Durchschnittsdeutsche“ schafft es nicht, die empfohlene Menge Obst und Gemüse pro Tag zu verzehren. Es tut uns allen also gut, davon eine große Portion mehr in unseren Alltag zu integrieren!

Rohes Frühstück mit Rohkost-Kaffee – gesunde Ernährung?
Rohes Frühstück mit Rohkost-Kaffee – gesunde Ernährung? (Foto: © Unsplash)

Ist Rohkost-Ernährung umweltfreundlich?

Menschen, die sich von Rohkost ernähren, werden oft mit „Ökos“ gleichgesetzt, weil man gemeinhin annimmt, dass Rohkost nicht nur gesund ist, sondern auch eine umweltfreundliche Ernährungsform.

Natürlich verbrauchen Rohköstler keinen Strom für Herd, Backofen und Mikrowelle (sondern für Entsafter, Mixer, Dörrautomat und Pürierstab) und durch den Verzicht auf die meisten industriell hergestellten Lebensmittel kann ihr CO2-Fußabdruck tatsächlich geringer ausfallen als der von „Warmessern“.

Die Rechnung geht aber nicht immer auf: Die Fleisch- und Milchindustrie gehört zu den größten Klimakillern im Lebensmittelsektor.

Weil es schwer für reine Rohköstler ist, ihren Eiweißbedarf ausschließlich aus pflanzlichen Quellen zu decken (Stichwort Fraßgifte), gehören zum Beispiel Rohmilchprodukte hier oft zum alltäglichen Speiseplan.

Um den Nährstoffbedarf zu decken, greifen viele Freunde der rohen Kost außerdem zu sogenannten „Superfoods“, die aus weiter Ferne importiert werden und den CO2-Fußabdruck vertiefen. Ob Rohkost oder nicht – wer sich umweltfreundlich ernähren möchte, kauft regional, saisonal und aus kontrolliert biologischem Anbau und verzichtet auf tierische Produkte.

Welche Produkte bei uns wann Saison haben, siehst du in unserem Saisonkalender!

Gibt es Rohkost-Restaurants?

Wäre ja ein Wunder, es es nicht so wäre. Der rohen Ernährung widmen sich:

Eine starke Liste mit Rohkost-Events, Hotels/Restaurants mit Rohkostangeboten hat germanygoesraw.de.

Gibt es Rohkost-Messen?

Ja: die 2008 gestartete Wochenend-Messe „Rohvolution“ spricht alle Arten von Menschen an, die sich von der Ernährung mit Rohkost einen Beitrag zur Verbesserung ihrer persönlichen Ernährung erhoffen. Aussteller präsentieren dort Produkte rund um die Zubereitung von Rohkost, etwa Entsafter und Hilfen zum Züchten von Sprossen. Hinzu kommen Koch-Events, Vorträge und Workshops rund ums Rohe.

Info & Termine: rohvolution-messe.de

Ist Rohkost nun gesund oder ungesund?

Schaut man sich die Ergebnisse der Gießener Rohkost-Studie an, so könnte man zu dem Schluss kommen, dass Rohkost grundsätzlich ungesund sei und zu einer Mangelernährung führe. Rohkost als alleinige Kost ist nicht geeignet, um den menschlichen Körper rundum mit allem in der Menge zu versorgen, die er braucht.

Es ist aber möglich, sich mit einem recht hohen Rohkostanteil ausgewogen und nachhaltig zu ernähren. Leider ist es jedoch nicht so, dass wir dazu einfach den Herd ausgeschaltet lassen können. Es bedarf im Vorfeld einer soliden Ernährungsberatung. Und ganz ohne Kochen geht es eben nicht!

Rohkost an sich ist aber eine sinnvolle und gesundheitsfördernde Art der Zubereitung, die täglich etwa zur Hälfte unseren Speiseplan füllen sollte. Nämlich als Beilagengemüse, Beilagensalat oder Obstsalat, als Gemüse-Snack in der Brotdose  oder ab und zu als Smoothie, – nicht aber als alleinige und ausschliessliche Kost.

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(15) Kommentare

  1. Aus ökologischer Sicht sind die wichtigsten Maßnahmen für eine nachhaltige Ernährung: nicht mit dem Auto einkaufen fahren und selten in Restaurants gehen. Zweite Priorität: Fleisch und Milchprodukte nur in Maßen, vor allem wenig Rindfleisch. Und einen kleinen, sparsamen Kühlschrank verwenden, keine Gefriertruhe. Ob und wie man kocht spielt natürlich auch eine Rolle, aber eine untergeordnete (nur wenn man für ein oder zwei Personen täglich den Backofen anheizt wäre das energetisch ein Problem).

  2. Hast Du Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, dass zwischen Affen und Menschen und sogar zwischen den einzelnen Affenarten möglicherweise gewisse biologische Unterschiede bestehen könnten?
    Nur mal so als Anregung…

  3. Es gibt einige Beispiele von veganen Rohköstlern, die in hohem Alter keine dieser Defizite vorzeigen. Ganz im Gegenteil – sie sind extrem fit und wirken deutlich jünger, ohne auf irgendwelche Ergänzungsmittel zurückgreifen zu müssen. John Rose z.B. lebt seit über 20 ahren so und macht auch YT-Videos zur Thematik.
    Ein weit verbreitetes, unbedachtes Problem in der Rohkost ist mMn der Salzmangel, da sich viele auf Früchte beschränken.

  4. Erbsen und roh giftig? Na jeeeetzt aber langsam bitte! Ein weit verbreiteter Irrtum! Die sind nicht nur roh gesund, die schmecken auch besser als eingekochte und vor allem ist ein super Snack für zwischendurch!

  5. Wo stand, daß Erbsen roh giftig sind?
    Es steht nur da, daß sich Erbsen mit Giften gegen Fraßfeinde schützen.
    In Erbsen ist z.B. Phasin enthalten, was auch ein Lektin ist.
    Allerdings in mehr oder weniger unschädlicher Dosis – verglichen z.B. mit Kidneybohnen.

    Die Ansichten gehen auch hier wieder auseinander, was die Schädlichkeit angeht und natürlich kann man Erbsen in gewissen Mengen roh essen.
    Aber nicht so unbedenklich und in solchen Mengen, wie z.B. Möhren…

  6. Vielleicht lese ich es etwas zugespitzt und zu arg zwischen Zeilen hier-
    (..) „Nicht alle Lebensmittel dürfen roh verzehrt werden. Einfache Beispiele sind Hülsenfrüchte und Kartoffeln, die bei uns einen großen Teil in der Nahrung ausmachen.

    Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen schützen sich vor Fressfeinden, indem sie Gifte produzieren“ (..)

    Meine lettische uroma würde aber Größe Augen machen, wenn sie so ein Schwachsinn hören würde, daß Erbsen schädlich für Menschen seien! Sie meinte immer, das man erdäpfel, saubohen und bohnen allgemein und rotkraut kochen muss, rest ist roh essbar. ? gesundes Maß muss man haben, klas, aber wir überkochen so viele Nahrungsmittel bis die zerfallen und nach nichts schmecken. Kein Wunder, daß Menschen heutzutage so auf fast food und glutamate hängen bleiben – kaum einer weiss, wie ein Blumenkohl roh schmeckt (herrlich!), dass Kohlrabi ungekocht essbar ist und das Spargel auch nicht unbedingt erst halbe Stunde in salz-zucker Brühe entwäsert sein muss, vor man den mit einer fettsauce serviert. Zuckermais muss nicht vor grillen abgekocht werden, den kann man auch roh essen, genauso wie Zucchini, Kohl und und und..

    Rohe Erbsen kann man Stunden lang aus der Schotte pulen. Ein echter Leckerbissen für zwischendurch, dazu noch hübsch verpackt! Magenschmerzen hatte ich noch nie davon. Kollegen machen zwar große Augen, aber Hey, jedem seins. Musste aber wirklich ein paar mal zu oft denen erklären das, nein, Erbsen sind nicht giftig. Die kann man roh essen.. Und wie!

  7. „wir überkochen so viele Nahrungsmittel bis die zerfallen und nach nichts schmecken. “
    Klar, das passiert und ist sehr sehr traurig.
    Ich erinnere mich mit Schrecken an meine Bio-Gärtner-Lehre in einem Kinderheim mit angegliedertem Gästehaus.
    Wir wurden auch Mittags in dem Gästehaus verköstigt und hätten wir nicht selbst jeden Vormittag das Gemüse geliefert, dann hätten wir das nicht mehr wiedererkannt, so verkocht wurde das. Traurig, traurig…

    Und klar, ich pelle auch gerne Erbsen aus der Schale.
    Sie sollten halt noch jung und zart sein, ältere esse ich lieber gekocht.

    Man muß in keiner Richtung übertreiben und alles roh essen.

    Es passiert nun mal im Garten, daß man mit Ernten nicht nach kommt und manche Gemüse aus dem Babyalter, wo sie roh wirklich lecker und verträglich sind, entwachsen…

  8. Ich ernähre mich von der Frisch-, Sonnen-, Rohkost schon seit September 2016. Zum Punkt ausgewogen möchte ich gerne meine Meinung äußern. Monokost ist ausgewogen, das heißt ein Produkt, wie z.B die Tiere also Kühe Gras essen, die Ihre ganzen Makro- sowohl als Mikronährstoffe von der einseitigen Rohkost erhalten. Haben freilebende Tiere Krankheiten? Nein!
    Wir Menschen sind schon seit über 2.5 Millionen Frugivoren und das hat sich nicht geändert. Früchte sind die Basisnahrung, Grundlage von der Evolution, doch in der heutigen Zeit degenerieren wir unser komplettes Essen mit der kunter-bunter degenierten Kochkost.

    Mann muss sich an ein Produkt anpassen und der Mensch ist anpassungsfähig und sollte sich stets wie ich sich langsam auf die Rohkost umstellen.

  9. „Kühe Gras essen, die Ihre ganzen Makro- sowohl als Mikronährstoffe von der einseitigen Rohkost erhalten. “

    Darin sehe ich zwei Denkfehler.
    Der erste: Kühe haben einen Pansen und sind Widerkäuer.
    Ich kenne eigentlich kein Tier, daß kein Widerkäuer ist und sich von so einseitiger Pflanzenkost ernährt. Andere Pflanzenfresser (Affen, Hasen) ergänzen die Rohkost durch ihren eigenen Kot.
    Beides machen Menschen in der Regel nicht.

    Der zweite: Die Menge an Insekten ect. im Gras sollte nicht unterschätzt werden.
    Keine Ahnung, ob das schon mal jemand untersucht hat.
    Aber es könnte einer von vielen Gründen sein, warum Gras / Heu besser sind, als reine Körnerfütterung.

  10. „Monokost ist ausgewogen, das heißt ein Produkt, wie z.B die Tiere also Kühe Gras essen, die Ihre ganzen Makro- sowohl als Mikronährstoffe von der einseitigen Rohkost erhalten.“
    Ist dir schon mal der Gedanke gekommen, dass Rinder einen völlig anderen Stoffwechsel und Nährstoffbedarf als Menschen haben könnten? (Maria_L hat das ja auch bereits angedeutet.)

    „Haben freilebende Tiere Krankheiten? Nein!“
    Unsinn, selbstverständlich kommen auch bei freilebenden Tieren Krankheiten vor.

    „Wir Menschen sind schon seit über 2.5 Millionen Frugivoren und das hat sich nicht geändert.“
    Für diese höchst abenteuerliche These hast Du sicher Belege, oder?
    Kleiner Tipp: Im Netz gibt es jede Menge leicht auffindbare Informationen zur Menschheitsgeschichte, solltest Du dir vielleicht mal gönnen.

  11. „Unsinn, selbstverständlich kommen auch bei freilebenden Tieren Krankheiten vor.“
    Vor allem erreichen Tiere in freier wildbahn kaum jemals das Alter, in dem Krankheiten anfangen. Ein Hausrind, welches nicht geschlachtet wird, und ein Idealleben auf der Weide führt, wird viel älter, als ein Wildrind, welches den Winter ungeschützt überleben muß. Und es hat im Alter tendentiell ähnlich häufig Alters-Krankheiten, wie Menschen auch.

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