RSPO: Das steckt hinter der Zertifizierung für Palmöl

Palmöl-Plantagen verdrängen den Regenwald
Foto: CC0 / Pixabay / Sarangib

Das Palmöl-Zertifikat RSPO wurde 2011 vom WWF ins Leben gerufen. Es soll die in Kritik geratene Palmöl-Produktion nachhaltiger machen. Erfahrt hier, worauf diese Zertifizierung wert legt, wer die Mitglieder des „Roundtable of Sustainable Palm Oil“ (RSPO) sind und wo es noch Schwachstellen gibt.

RSPO für Palmöl: Wozu ein Zertifikat?

Palmöl dort, wo vorher Regenwald war
Palmöl dort, wo vorher Regenwald war (Foto: CC0 / Pixabay / Sarangib)

Palmöl ist das wichtigste Pflanzenöl der Welt. Allein in Deutschland liegt der jährliche Palmöl-Verbrauch laut WWF bei 1,8 Millionen Tonnen. Verwendet wird es vor allem für:

Um den großen Bedarf an Palmöl auf der ganzen Welt zu decken, werden große Flächen des südostasiatischen Regenwalds gerodet. Dort bauen Konzerne dann neue Palmölplantagen.

Die Rodungen haben katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt. Sie zerstören den Lebensraum der Menschen und Tiere vor Ort, laugen die Böden aus und treiben den Klimawandel voran. Der Jahrhunderte alte Urwald muss riesigen Monokulturen weichen – darunter auch Plantagen für Bio-Palmöl.

RSPO für nachhaltiges Palmöl

RSPO-Zertifikat
RSPO-Zertifikat (Foto: RSPO.org)

2011 startete die Umweltorganisation WWF den Versuch, Palmöl nachhaltiger zu machen. Dafür gründete sie The Roundtable of Sustainable Palm Oil (RSPO, „Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl). Zu den Mitgliedern zählen hauptsächlich Bauern, Händler und Produzenten, die mit der Gewinnung und Verarbeitung von Palmöl zu tun haben. Ziel des RSPO ist es, möglichst viele Palmöl-Produzenten zur Einhaltung von festgelegten Mindeststandards zu bewegen und dieses „nachhaltige“ Öl für Kunden zu zertifizieren.

Zu den Mindestanforderungen zählen laut WWF:

  • keine Rodung von besonders schützenswerten Wäldern für neue Plantagen,
  • Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten auf der Plantage,
  • Schutz von Wasser, Boden und Luft (u. a. kein Abbrennen von Wald),
  • Einhaltung gesetzlicher Regelungen, darunter Landnutzungs- und Eigentumsrechte,
  • keine Kinderarbeit, dafür Bildungsangebote für die auf der Plantage lebenden Kinder,
  • Einbindung und Förderung von Kleinbauern sowie
  • Kontrolle der Plantagen durch unabhängige, autorisierte Prüfer.

Mittlerweile sind etwa ein Fünftel der Palmölprodukte RSPO-zertifiziert. Trotzdem hagelt es viel Kritik, vor allem von Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und Rettet den Regenwald e. V..

Schwachstellen der RSPO-Zertifizierung

Die RSPO-Zertifizierung steht vor allem wegen mangelnder Transparenz in der Kritik. Viele halten die Anforderungen der Zertifizierung außerdem für unzureichend. So wird lediglich die Rodung „besonders schützenswerter“ Wälder untersagt. Der Anbau auf torfhaltigen Böden, die trockengelegt werden müssen und somit einen enormen Eingriff in die Natur bedeuten, bleibt weiterhin erlaubt. Auch hochgiftige Pestizide dürfen nach wie vor zum eingesetzt werden.

Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass sich einige RSPO-lizensierte Unternehmen nicht an die vereinbarten Mindeststandards halten und wie gewohnt große Regenwaldflächen roden, um neue Plantagen für ihre Monokulturen zu schaffen.

Fazit: Wie gut ist das RSPO-Siegel?

Palmöl trotz Bio-Siegel
Palmöl trotz Bio-Siegel (Foto: Utopia)

Der RSPO ist kein Öko-Label – darauf weist auch der WWF selbst hin. Die Mitglieder erklären sich lediglich bereit, freiwillig mehr für Naturschutz und Menschenrechte zu tun. Dabei gibt der WWF aber nur absolute Mindestanforderungen vor. Diese müssen aber ausgebaut und erweitert werden, so die Kritik. Zum Beispiel um ein Verbot von Palmöl-Plantagen auf Torfböden, den Einsatz von Pestiziden und strengere Ziele bei der Reduktion von Treibhausgasen.

Insgesamt sind Zertifizierungen für Palmöl eher kritisch zu betrachten. Selbst das Bio-Siegel ist im Fall von Palmöl nicht zu hundert Prozent verlässlich. „Keine Firma kann derzeit garantieren, dass das eingesetzte Palmöl aus umweltverträglicher Produktion stammt!“, sagt Greenpeace.

Wir zeigen dir hier 12 Produkte mit Palmöl und gute Alternativen.

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