Palmöl: Die tägliche Regenwald-Zerstörung beim Einkauf

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Palmöl ist das wichtigste Pflanzenöl der Welt. Es steckt in zig Alltagsprodukten – von Shampoo bis Pizza. Doch es gibt ein Problem: Die Herstellung von Palmfett zerstört den Regenwald und das Klima. Utopia erklärt, warum das so ist, welche Folgen es hat und wie wir das Problem lösen könnten.

Schätzungen zufolge enthält etwa jedes zweite Supermarktprodukt in Deutschland Palmöl. Das meiste davon steckt in Lebensmitteln. Doch auch ein Großteil der handelsüblichen Reinigungsmittel und Kosmetika enthält in der einen oder anderen Form Palmöl. Ob es sich um konventionelle oder Bio-Ware handelt, macht dabei erst einmal wenig Unterschied.

Der Artikel im Überblick:

Was ist Palmöl?

Palmöl oder auch Palmfett wird aus dem Fruchtfleisch der sogenannten Ölpalme gewonnen. Das weniger häufig verwendete Palmkernöl wird aus den Kernen der Ölpalmen-Früchte gewonnen.

Die Ölpalme wächst heute vor allem in Südostasien.
Die Ölpalme wächst heute vor allem in Südostasien. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Bishnu Sarangi)

Ölpalmen sind Tropenpflanzen. Sie brauchen warme Temperaturen, viel Niederschlag und nährstoffreiche Böden. Die Ölpalme, die ursprünglich aus Westafrika stammt, wird heute in erster Linie in Südostasien kultiviert – oft auf Flächen, auf denen zuvor Regenwald zerstört wurde.

Laut WWF wachsen Ölpalmen derzeit auf einer Fläche von weltweit etwa 19 Millionen Hektar. Das entspricht mehr als der Hälfte der Fläche Deutschlands oder fast der doppelten Fläche Österreichs.

Die weltweite Produktionsmenge des Pflanzenöls wächst seit Jahren stetig und liegt der US-amerikanischen Landwirtschaftsbehörde USDA zufolge derzeit bei rund 74 Millionen Tonnen im Jahr (plus etwa 9 Tonnen Palmkernöl). Damit wird deutlich mehr Palmöl als sonstige Pflanzenöle produziert.

Der Großteil der globalen Produktion stammt heute aus Indonesien und Malaysia (zusammen etwa 80 Prozent), eine kleinere Rolle beim Anbau der Ölpalmen spielen Thailand, Kolumbien und Nigeria.

Warum ist Palmöl/Palmfett so beliebt?

Palmöl ist das effizienteste pflanzliche Öl: Die Ölpalme ist im Vergleich zu anderen Ölpflanzen extrem ertragreich und damit sparsam, was den Flächenverbrauch angeht. Der Ertrag pro Fläche übersteigt andere Ölpflanzen um ein Vielfaches: So ist die erzeugte Ölmenge pro Hektar mehr als viermal so hoch wie die von Raps, Sonnenblumen oder Kokos. (Siehe WWF)

Gleichzeitig ist Palmfett preisgünstig, leicht zu verarbeiten und vielseitig einsetzbar. Deshalb ist es in der Industrie beliebt und heute mit rund einem Drittel Marktanteil das meist verwendete Pflanzenöl.

Aus diesen Früchten gewinnt man Palmfette und die Ölpalme ist im Vergleich zu anderen Ölpflanzen extrem ertragreich.
Aus diesen Früchten gewinnt man Palmfette und die Ölpalme ist im Vergleich zu anderen Ölpflanzen extrem ertragreich. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - tk tan)

Dem Branchenverband OVID zufolge hat Deutschland 2018 zusammengerechnet 1,3 Millionen Tonnen Palmöl und Palmkernöl importiert. Ein Großteil davon steckt im Biosprit. Doch rund 25 Prozent gehen zusammengerechnet in Nahrungsmittel sowie Reinigungs- und Körperpflegemittel (Quelle: Forum Nachhaltiges Palmöl 2017).

Was ist das Problem mit Palmöl?

Die Palmöl-Problematik hat vor allem mit dem enormen weltweiten Verbrauch zu tun. Um die hohe Nachfrage decken zu können, werden Ölpalmen in riesigen Monokulturen angebaut. Um diese Plantagen anzulegen, werden sehr häufig Regenwald oder andere wertvolle Ökosysteme zerstört.

Typische Probleme bei der Produktion von Palmöl:

  • Umwelt: Bei den Rodungen geht jahrhundertealter Regenwald unwiderruflich verloren – mit Folgen für die Böden, die Artenvielfalt und das Klima.
  • Artenvielfalt: Wenn Regenwälder zerstört werden, verschwinden wichtige Lebensräume; seltene Tier- und Pflanzenarten werden verdrängt. Bekannt sind vor allem erschütternde Bilder von verletzten und verstörten Orang-Utans in Indonesien. Dabei steht der Orang-Utan nur symbolisch für viele weitere Tierarten, die durch den Verlust ihres Lebensraum bedroht sind.
  • Klima: Um Platz für Ölplantagen zu schaffen, wird ursprünglicher Regenwald häufig per Brandrodung zerstört. Zudem werden Torfböden trockengelegt. Beides sind enorm wichtige Kohlenstoffspeicher. Die Rodungspraktiken haben dazu geführt, dass Indonesien heute zu einem der Länder mit dem höchsten CO2-Ausstoß weltweit gehört (Quelle).
  • Menschenrechte: Die massive Ausdehnung der Ölplantagen führt häufig zu Landkonflikten. Kleinbauern und indigene Bevölkerungsgruppen werden von ihrem Land vertrieben. Auch auf den Plantagen sind Menschenrechtsverletzungen nicht selten – Kinderarbeit inklusive.
Palmöl zerstört Regenwald – die Heimat von Orang-Utans
Wildtiere wie der Orang-Utan verlieren durch die Regenwald-Zerstörung für den Palmöl-Anbau ihren Lebensraum. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Wallula)

Wie können wir das Palmfett-Problem lösen? 

Um die Auswirkungen der Palmöl-Produktion den Planeten zu mindern, gibt es prinzipiell zwei Ansätze:

  • Den Ölpalmen-Anbau nachhaltiger machen durch Vorgaben, Zertifizierungen und Kontrollen.
  • Die Palmfett-Menge, die die Welt konsumiert, reduzieren und damit auch die nötigen Anbauflächen.

Zumindest für Verbraucher schließen sich die beiden Ansätze nicht gegenseitig aus: Sie sollten sich sinnvollerweise ergänzen.

Palmöl-Zertifizierungen: ein Überblick

Palmöl muss nachhaltiger produziert werden, das wird niemand öffentlich bestreiten. Woran das bisher scheitert: Es gibt gewaltige wirtschaftliche Interessen an möglichst billigem Pflanzenöl – und zwar sowohl bei industriellen Abnehmern und verarbeitenden Unternehmen als auch bei uns Konsumenten. Erstere wollen Palmfett möglichst billig einkaufen, um hinterher daran verdienen zu können; letztere wollen einfach nur möglichst viel und billig einkaufen.

Palmöl
Aus diesen Früchten entsteht Palmfett. Für den Anbau der Ölpalmen wird in Südostasien Regenwald zerstört. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Dennoch versuchen etliche Organisationen, die Produktion nachhaltiger zu machen. Fünf davon werden von der Initiative „Forum nachhaltiges Palmöl“ (FONAP) als Zertifizierung anerkannt:

  • Der RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil, dt. Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) ging aus einer Zusammenarbeit des WWF mit Unternehmen der Palmöl-Industrie hervor. Es ist derzeit die wichtigste Zertifizierung: Nach eigenen Angaben sind 19 Prozent der weltweiten Produktion und 2,9 Millionen Hektar Anbaufläche RSPO-zertifiziert.
  • Die Rainforest Alliance zertifiziert unter anderem bereits Schokolade und Kaffee. Die Organisation ist Mitglied im RSPO und vergibt ein eigenes Siegel. In Deutschland ist es allerdings selten. 2018 wurden nach Angaben von Rainforest Alliance fast 350.000 Tonnen Palmöl zertifiziert, größtenteils von südamerikanischen Plantagen.
  • Der RSB (Roundtable on Sustainable Biomaterials) beschäftigt sich vor allem mit Biokraftstoffen und der industriellen Verwertung von Biomaterialien (z.B. Biomasse, Biokunststoffe, Chemikalien) und versucht, hier nachhaltigere Wege zu finden.
  • ISCC PLUS(International Sustainability and Carbon Certification) soll helfen, die Einhaltung verschiedener Nachhaltigkeitskriterien wie etwa abholzungsfreier Lieferketten nachzuweisen, spielt aber vor allem für produzierende Unternehmen, etwa für Futtermittel, Biokraftstoffe oder in der Chemieindustrie eine Rolle.
  • POIG, die „Palm Oil Innovation Group“ ist ein Netzwerk von NGOs, Palmöl-produzierenden und -verarbeitenden Unternehmen. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist die Implementierung einer Reihe von Nachhaltigkeitsstandards.

Das Ziel von FONAP ist einerseits, dass in Deutschland, Österreich und der Schweiz irgendwann ausschließlich (nach den genannten Systemen) zertifiziertes Palmöl verbraucht wird, andererseits aber auch, die bestehenden Zertifizierungssysteme nach und nach zu verbessern. Denn diese sind alles andere als perfekt.

Ein weiterer Ansatz: Bio-zertifiziertes Palmöl. Mehr dazu: Bio-Palmöl – zertifizierte Zerstörung oder echte Alternative?

Für Palmfett wird Regenwald gerodet – können die Zertifizierungen das stoppen?
Für Palmfett wird Regenwald gerodet – können die Zertifizierungen das stoppen? (Foto: CC0 / Pixabay / MemoryCatcher)

Was sind die Zertifizierungen wert?

Derzeit sind die gängigen Palmöl-Zertifizierungssysteme (von denen alleine der RSPO mengenmäßig einige Relevanz hat) mehr Symbol als Lösung.

Es ist ein gutes Zeichen, dass die Industrie das Thema ernst nimmt und sich hinter Initiativen wie dem RSPO, POIG oder FONAP versammelt. Auch die Ziele und Anforderungen der Organisationen sind größtenteils sinnvoll, um den Ölpalmenanbau nachhaltiger zu gestalten. Doch in der Realität haben die Zertifizierungssysteme große Schwächen. Wirklich nachhaltiges Palmöl gibt es bisher nur sehr wenig.

RSPO

Das bedeutendste Zertifizierungssystem ist der im Wesentlichen von der Industrie getragene RSPO. Er zertifiziert anhand bestimmter Kriterien gewonnenes „nachhaltiges“ Palmöl und soll zum Beispiel Rodungen eindämmen. 2018 hat er seine oft als zu lasch kritisierten Kriterien verschärft.

Die RSPO-Kriterien sehen unter anderem vor:

  • Die produzierenden Unternehmen sollen sich an Gesetze halten und transparent handeln.
  • Sie sollen verantwortlich mit Ökosystemen und Umwelt umgehen.
  • Keine Brandrodung für neue Ölpalmen-Plantagen
  • Möglichst keine großflächigen Anpflanzungen auf empfindlichen Böden
  • Seit November 2018 keine neuen Plantagen auf Torfböden
  • Keine Rodungen besonders schützenswerter Gebiete
  • Pestizideinsatz reduzieren und dokumentieren
  • Maßnahmen zum Gewässerschutz
  • Unternehmen sollen Menschenrechte respektieren (keine Kinder- oder Zwangsarbeit, keine Einschüchterungen von Aktivisten, keine Enteignungen)
  • Mechanismen zur Lösung von Landkonflikten

Das FONAP erkennt den Standard als „Mindeststandard“ für nachhaltiges Palmöl an.

Zahlreiche Umweltschutzorganisationen halten die Kriterien des RSPO für zu schwach und zu leicht zu umgehen – und sehen darin vor allem ein Greenwashing-System, das die wirtschaftlichen Interessen der Palmöl-produzierenden Mitglieder bedient.

Was die Kritik befeuert: Immer wieder gibt es gut dokumentierte Hinweise darauf, dass lizensierte Unternehmen systematisch gegen die Auflagen verstoßen und teils auch illegal Regenwaldflächen roden.

Gleichzeitig aber ist der RSPO derzeit die einzige wirklich relevante Organisation, die überhaupt im großen Stil Maßnahmen für nachhaltige Palmölproduktion entwickelt hat.

Rainforest Alliance

Die Rainforest Alliance ist Mitglied im RSPO und vergibt ein eigenes Zertifikat. Die Rainforest Alliance ist 2017 mit dem Zertifizierer UTZ fusioniert, deshalb wird derzeit ein neuer Standard erarbeitet.

Unter anderem sieht der aktuelle Rainforest-Alliance-Standard vor:

  • Keine Zerstörung besonders schützenswerter Gebiete (nach 2005)
  • Keine Zerstörung von Wäldern und anderen natürlichen Ökosystemen in den fünf Jahren vor der Bewerbung um Zertifizierung
  • Produktion darf keine geschützten Gebiete stören
  • Ausschluss “besonders gefährlicher” Pestizide
  • Maßnahmen zum Gewässerschutz
  • Keine gentechnisch veränderten Pflanzen
  • Einhaltung von Menschenrechten

Das Rainforest-Alliance-Zertifikat gilt als schwach und es wird immer wieder kritisiert (z.B. Test, Oxfam), das mehr Wert auf Produktivität als auf echten Umweltschutz gelegt werde. Dass den Bauern keine Mindestpreise bezahlt oder Prämien bezahlt werden, ist ebenfalls ein häufiger Kritikpunkt.

POIG

Die Palm Oil Innovation Group (POIG) setzt sich ebenso wie der RSPO aus Unternehmen und NGOs zusammen. Neben den beiden Bio-Palmölproduzenten Daabon und Agropalma sind hier unter anderem auch Greenpeace und der WWF vertreten – sowie die Konzerne Ferrero und Danone.

Die POIG-Mitglieder gehen zusätzlich zu den RSPO-Vorgaben freiwillige Verpflichtungen ein, die eine umwelt- und klimafreundlichere sowie sozialere Produktion garantieren sollen. Dazu gehören beispielsweise das Verbot von Ölpalmen-Anbau auf und der Schutz von Torfböden, der Schutz von Waldgebieten mit hohem Schutzwert, das Verbot gefährlicher synthetischer Pestiziden und Dünger sowie genveränderter Organismen, der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser, der Schutz der Artenvielfalt, Angebote zur Lösung von Landkonflikten, die Einhaltung von Menschen- und Arbeiterrechten und die Rückverfolgbarkeit des zertifizierten Palmöls. (Die Charta im Detail: PDF, engl.)

Eine Bio-Zertifizierung sorgt stets für nachhaltigere Produktionsbedingungen – ist aber viel zu selten.
Eine Bio-Zertifizierung sorgt stets für nachhaltigere Produktionsbedingungen – ist aber viel zu selten. (Foto: Utopia)

Alternativ oder ergänzend zu den genannten Zertifizierungssystemen kann eine Bio-Zertifizierung auch bei diesem Pflanzenöl für nachhaltigere Produktionsbedingungen sorgen. Hier sind unter anderem synthetische Pestizide und Dünger verboten. Mengenmäßig macht Bio-Palmöl allerdings derzeit nur einen sehr kleine Teil der globalen Produktion aus.

Mehr dazu: Bio-Palmöl – zertifizierte Zerstörung oder echte Alternative?

Also am besten ganz auf Palmöl verzichten?

Die sinnvollste Strategie im Umgang mit der Palmöl-Problematik für jeden Einzelnen von und ist es, die verschiedenen Ansätze zu kombinieren:

  • Möglichst wenig Palmöl konsumieren – Tipps dazu weiter unten.
  • Wenn, dann möglichst zertifiziertes Palmöl konsumieren (mindestens RSPO).
  • Wenn zertifiziertes, dann am besten Bio-Palmöl konsumieren.

So kannst du Palmöl reduzieren

Palmöl komplett aus deinem Alltag zu verbannen ist fast unmöglich. Während es auf Lebensmitteln immerhin angegeben werden muss, ist in Kosmetik- und Reinigungsprodukten meistens nicht ohne weiteres ersichtlich, ob Palmfett drin steckt.

Palmöl Supermarkt Großbritannien England Iceland
Palmöl ist etwa in jedem zweiten Supermarktprodukt. Ganz darauf zu verzichten ist schwierig – aber reduzieren geht. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)
  • Eine Hilfestellung findest du hier: Palmöl vermeiden: 25 Bezeichnungen für Palmöl in Kosmetik und Lebensmitteln 
  • Regional erzeugte Produkte bevorzugen: Statt des Palmfett aus Asien setzen manche Hersteller regional produzierte Öle wie etwa Sonnenblumen- oder Rapsöl ein. Das schont nicht nur den Regenwald, sondern hat auch einen geringeren CO2-Fußabdruck. Allerdings: Alles Palmöl, was derzeit eingesetzt wird, einfach durch andere Öle zu ersetzen, ist keine Lösung. Denn andere Ölpflanzen brauchen für den selben Ertrag sehr viel mehr Fläche als die Ölpalme. Diese Strategie kann also nur in Kombination mit einer allgemeinen Reduzierung des Verbrauchs funktionieren.
  • Wer bevorzugt Bio-Produkte kauft, unterstützt zumindest nur den biologischen Palmöl-Anbau. Dito mit Fair-Trade-Produkten, welche nur fair erzeugte Palmfette enthalten.
  • Verarbeitete Lebensmittel wie z.B. Süßigkeiten, Müslis, Brotaufstriche und Fertiggerichte enthalten besonders oft Palmfett – und sie sind nicht schwer wegzulassen. Siehe unsere Utopia-Bestenlisten zu Produkten ohne das Pflanzenöls (SchokoaufstrichMargarine, (Bio-)Müsli oder Seifen).
  • Viel billiges Pflanzenöl wird auch als Futtermittel in der industriellen Tierhaltung verarbeitet – ein weiterer Grund, auf konventionelles Fleisch zu verzichten.
  • Einige (Online-) Shops haben sich auf Produkte ohne das Problem-Öl spezialisiert (etwa veganese.de) oder kennzeichnen zumindest deutlich, welche Produkte palmölfrei sind (zum Beispiel memolife.de**).

Einige Alternativen zu beliebten Produkten mit Palmöl findet du hier: 11 beliebte Produkte mit Palmöl und gute Alternativen

Weiterlesen auf Utopia.de:

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(36) Kommentare

  1. ^^ habe gerade die restlichen Kommentare überflogen mir scheint, dass mit diesem Artikel ein falsches Bild bei verbrauchern erzeugt wird mit verheerenden Folgen. Ich gehe nun mal davon aus, dass die verwertung von Palmöl/-fett in RAPUNZEL-Produkten sogar positive Auswirkung auf den Regenwald hat. Das würde bedeuten, dass man mit diesem Artikel durch blindes Vertrauen der Verbraucher auf die Richtigkeit und Eindeutigkeit dieses Artikels sogar einem Regenwaldförderer ein schnippchen Geschlagen wird. Dies kann ja wohl kaum die Intention dieser Community sein.

    Ich werde daher genüßlich weiter in RAPUNZEL-Palmfett meine Sachen braten und anstelle diese Kritik für voll zu nehmen mir ernsthafte Gedanken machen ob ich hier in der richtigen Community bin!!!

  2. Das hört sich ja schon alles sehr schwer durchschaubar an. Allerdings glaube ich kaum, dass Rapunzel bei Anbietern ihre Rohstoffe kauft, welche ebenfalls konventionellen Anbau in dem gleichen Gebiet betreibt ich werde dem allerdings auf den Grund gehen und danke dir für deine Hinweise.

    Ich finde weiterhin, dass hier von vornherein differenzierter Informiert werden sollte. Diese Schlagzeile gefällt mir gar nicht. Ich hoffe, dass meine Nachfrage zumindest für mich Klärung bringen wird.

  3. Danke für deine Antwort.

    Rapunzel bezieht sein Palmöl von der Firma Daabon aus Kolumbien, einer der beiden von mir oben genannten Firmen:

    „Woher bezieht RAPUNZEL sein Bio-Palmöl?

    RAPUNZEL bezieht Bio-Palmöl über einen deutschen Importeur, der rotes Bio-Palmöl zu einem neutralen cremefarbigen Palmfett weiterverarbeitet (s.u.: Wie wird Palmfett hergestellt). Dieses Bio-Palmöl kommt aktuell von der Firma Daabon Organic aus Kolumbien.

    Das Familien-Unternehmen Daabon Organic in Nord-Kolumbien produziert seit Beginn der 1990er Jahre Bio-Palmöl. Zu Beginn arbeitete man ausschließlich mit Bio-Palmöl aus den eigenen Plantagen. Vor einigen Jahren begann Daabon, auch mit Gruppen von Kleinbauern zusammenzuarbeiten. Diese Bauern sind in sogenannten Alianzas (= Allianzen) zusammengeschlossen.“

    Quelle: http://www.rapunzel.de/fragen-zu-palmoel.html

  4. Die Frage, ob Palmöl „ja oder nein“ habe ich für mich dahingehend beantwortet, dass ich keine Produkte mit Palmöl nutze (soweit ich davon weiß).
    Mit diesem Thema wird sehr deutlich, wie schwierig es ist, seinen eigenen nachhaltigen Weg zu finden.

    Man ist gezwungen, Kompromisse zu schließen: und muss für sich selbst entscheiden.

  5. Ich habe anlässlich dieses Threads beim Münchner Umweltinstitut http://www.umweltinstitut.org nach der Bedeutung von energetischer Palmölnutzung angefragt und folgende interessante Antwort erhalten:

    ==================================================

    Hallo Herr Sommer,

    leider ist Ihre Anfrage nach hinten gerutscht. Wir hatten viel zu tun und ich war selten im Büro.
    Hier etwas spät eine kurze Antwort:

    Palmöl-Diesel ist in den Produktionskosten schon teurer als fossiler Diesel (um rund 20 ct/Liter). Ein Grund liegt darin, dass bei der Produktion von Pflanzenkraftstoffen erstmal größere Mengen fossile Kraftstoffe investiert werden müssen. Agrarkraftstoff-Preise sind also immer an die Erdölpreise gekoppelt (wie es übrigens in unserer industrialisierten Landwirtschaft bei allen Agrarprodukten der Fall ist).

    Bei Palmöl ist der fossile Energieinput sicher geringer als bei Raps, zudem sind die Flächenerträge deutlich höher. Trotzdem wird (im Moment) relativ wenig Palmöl als Biodiesel verwendet, weil es sich extrem gut als Speiseöl eignet und Biodiesel aben die so genannten Nachhaltigkeits-Kriterien einhalten muss. Daher wird in der Lebensmittelherstellung anstatt heimischem Sonnenblumen- oder Rapsöl eben Palmöl eingesetzt, das Rapsöl wandert in den Tank. Wichtig ist also nur Gesamtmenge an Biodiesel/Ethanol, die weltweit verbraucht wird, weil die meisten Pflanzen Flex-Crops sind, also für verschiedenen Zwecke verwendet werden können.

    Nach UFOP wurden 2011 rund 1 Mio Tonnen Palmöl in die EU importiert. Durch die neue „Nachhaltigkeits“-Verordnung gab es hier aber sicher Verschiebungen nach unten, in den folgenden Jahren, wenn mehr Importeure das „NAchhsltigkeits“Zertifikat haben, werden die Importmengen sicher wieder ansteigen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Antje Wagner

  6. Ich verwende in gewissen Mengen das naturbelassene Aceite de Dendê aus Brasilien, also das rohe, rote, halbflüssige Urprodukt sehr gerne. Es ist meines Erachtens ein sehr gutes Lebensmittel mit einem ganz eigenen Geschmack, den ich mag. Es verleiht blassen Gerichten Farbe, die auch noch gesund ist. Ein Glas mit 500 g hält bei mir Monate.

    Die aufgeführten Lebensmittel wie Snickers, Nutella und Co. sind sowieso nicht gut, aus einer Vielzahl von Gründen.

    Kritisch finde ich insgesamt den Anbau von Pflanzen wie Mais, Ölpalmen, Soja, Zuckerrohr… für die energetische Nutzung. Dazu gehören auch Kerzen, die sind doch nahezu sinnlos in der heutigen Welt. In Brasilien, wo Alkohol-Fahrzeuge eine lange Tradition haben, arbeitet man intensiv an der Vergärung von landwirtschaftlichen Nebenprodukten und an der Veresterung von Sekundärfetten (Restfette, Recyclate).
    An Nummer 2. des Schlimmen steht der Massenanbau für Tierfutter und Nummer 3. für Kosmetik.

    Auch wenn Nahrungsmittelerzeugung die Hauptnutzung von Palmöl ist, so ist das noch eine einigermaßen gute Verwendung. Wirklich schlimm sind doch die Monokulturen und die großflächige Abholzung von Wäldern für den Anbau von …. name it …. und ganz besonders die Verschwendung und sinnlose Vernichtung.
    Sparsamer, respektvoller Umgang mit möglichst naturbelassenen Rohstoffen ist auch bei Palmöl möglich und „gut“.

  7. Mir fällt allgemein folgendes auf: Sobald wir Produkte finden, die gut sind, uns gut tun… dann passiert die Massenproduktion.
    Und die hat immer schlimme Folgen – egal, ob es sich dabei um Aloe-Vera-Produkte handelte, um Kräuter oder Wurzeln: Wann immer die Firmen feststellen, nun wird mehr nachgefragt, stellen sie ihren Markt darauf ein. Die Folge: Ein unglaublich arroganter Mißbrauch bei den Menschen, deren Grund & Boden und letztendlich beim Verbraucher – zum Teil unter Mitwirkung angeblicher Bodenschützer.
    Rendite um jeden Preis, Abzocke und Gewinne…
    Da brauchs für meine Begriffe eine politisch andere Richtung, damit diese Zerstörung aufhört. Gibt es keine Subventionen mehr… Gibt es keine Zuwächse mehr… Dann brauchts auch diese Maßnahmen nicht mehr.

  8. Das Thema Palmöl beschäftigt mich auch schon länger…. Unter anderem deshalb werden wir im Frühjahr auf die Insel Borneo reisen, denn auch dort wird Regenwald zugunsten von Palmölplantagen abgeholzt. Das wollen wir uns ansehen und mit den Menschen vor Ort sprechen. Die Wälder sind ein Paradies der Artenvielfalt und noch heute entdeckt man bislang unbekannte oder ausgestorben geglaubte Arten dort. Ich persönlich verzichte jetzt bereits – soweit möglich – auf Produkte die Palmöl beinhalten und hoffe, dass es zu einem Umdenken kommt, das Thema ist ja zum Glück mittlerweile in der Öffentlichkeit angekommen 🙂