Schlafsäcke: Empfehlenswerte nachhaltige Marken

wandern Rucksack Schlafsack
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Ein leichter und zugleich warmer Schlafsack ist bei Outdoor-Urlauben Pflicht. Dabei verwenden manche Hersteller besonders nachhaltige Materialien. Wir zeigen dir, welche das sind und worauf du achten solltest.

Nachhaltige Schlafsäcke: Welche Marke empfehlenswert?

Im Outdoor-Bereich gibt es mittlerweile viele Hersteller, die auf eine nachhaltige Produktion achten und verantwortungsbewusst mit Materialien umgehen. Dazu gehören z.B. Patagonia, Mountain Equipment, Vaude, Fjällräven und andere. Allerdings ist keine Marke uneingeschränkt empfehlenswert. Denn nahezu jeder Hersteller bietet neben Modellen mit zertifizierten Daunen oder recycelten Kunstfasern auch Modelle aus gewöhnlichem Polyester an. Deswegen solltest du immer ganz genauer hinschauen.

Vor der engeren Wahl solltest du abwägen, ob du lieber einen Daunen- oder einen Kunstfaserschlafsack möchtest:

  • Daunenschlafsäcke überzeugen vor allem bei kälteren Temperaturen, sollten jedoch nicht hoher Luftfeuchtigkeit und Nässe ausgesetzt werden.
  • Kunstfaserschlafsäcke sind vor allem in feuchten, gemäßigten Klimazonen geeignet und sind pflegeleichter.

Was macht Schlafsäcke nachhaltig?

Gibt es nachhaltige Schlafsäcke?
Gibt es nachhaltige Schlafsäcke? (Foto: Vaude / Presse)

Es gibt also viele Faktoren, die einen Schlafsack nachhaltiger machen und von Outdoor-Marken teils mehr oder weniger berücksichtigt werden. Diese Kriterien helfen dir dabei, ein nachhaltiges Modell auszusuchen:

  • Daunenproduktion: Nicht nur Jacken, sondern auch viele Schlafsäcke werden aufgrund der guten Isolations- und Feuchtigkeitsregulierung mit Daunen von Gänsen befüllt. Die strengste, unabhängige Zertifizierung ist derzeit der Globale Traceable Down Standard (Global TDS). Sie garantiert und überprüft, dass Daunen nicht aus Lebendrupf oder Stopfmast stammen. Durch Codes lässt sich der Weg der Daunen bis zur Elternfarm zurückverfolgen und auch diese wird überprüft. Aber auch der Responsible Down Standard (RDS) und eigene Richtlinien der Marken garantieren transparente und strenge Standards. Am besten für die Tiere ist aber, komplett auf Daunen zu verzichten.
  • Kunstfasern: Schlafsäcke aus 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen gibt es noch nicht. Doch durch das Recyceln von Kunstfasern (meist Polyester) verlängert sich der Lebenszyklus und Ressourcen werden geschont. Schlafsäcke aus reinem Polyester werden auf der Basis von Erdöl und mit großem Energieaufwand hergestellt. Der Rohstoff lässt sich wiederum nur unter großem Energieaufwand recyceln und ist somit alles andere als nachhaltig.
  • Soziale Bedingungen bei der Herstellung: Einige Marken sind Mitglieder in der Fair Wear Foundation oder lassen in Ländern produzieren (z.B. innerhalb Europas), wo Arbeitsrechte in den Fabriken sichergestellt sind.
  • Ökologische Bedingungen bei der Herstellung: Bei der Herstellung von Textilien werden Chemikalien verwendet, die schädlich auf die Umwelt wirken können. Das Label Bluesign garantiert hier hohe Standards.
  • Nachhaltiger Umgang mit alten Schlafsäcken: Selbst die besten Schlafsäcke sind irgendwann abgenutzt. Einige Marken nehmen sie dann jedoch zurück, bereiten die Daunen auf oder recyceln die Kunstfasern.

Schlafsäcke aus Kunstfasern

Schlafsäcke aus Kunstfasern
Schlafsäcke aus Kunstfasern (Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Kunstfaserschlafsäcke fürs Camping, Wandern und Trekking sind meist aus Polyester. Dabei achten einige Hersteller auch auf die ökologischen Bedingungen bei der Produktion, zum Beispiel:

  • Vaude: Beim Gamplüt 450 SYN (z.B. bei Bergfreunde) für ca. 145 Euro hat der Hersteller besonders auf faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Materialien geachtet. Der Kiowa 500 (z.B. bei Bergfreunde) für ca. 150 Euro oder auch der Sioux 800 SYN (z.B. bei ** Memolife) sind zudem Bluesign-zertifiziert.
  • Salewa: Der Micor 600 (z.B. bei Bergzeit) für ca. 70 € ist ebenfalls Bluesign-zertifiziert.
  • MAMMUT: Der Kompakt MTI 3-Season (z.B. bei Bergzeit**) für da. 180 € ist Bluesign-zertifiziert. Zudem hat er das Siegel Fair Wear Foundation.

Daunenschlafsäcke nur mit Herkunftsnachweis

Zum Zelten fehlt nur noch ein nachhaltiger Schlafsack
Zum Zelten fehlt nur noch ein nachhaltiger Schlafsack (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)
  • Die Marke Patagonia verwendet ausschließlich Daunen mit Herkunftsnachweis. Die Standards entsprechen weitestgehend denen der Global TDS. Zudem versucht das Unternehmen transparente Produktionsketten und faire Arbeitsbedingungen zu schaffen. Schlafsäcke sind für verschiedene Temperaturbereiche ausgelegt und kosten zwischen 300 und 600 Euro.
  • Die Daunen von Mountain Equipment sind wie bei Patagonia zu 100 Prozent ein Nebenprodukt der Fleischherstellung und stehen unter dem firmeneigenem „Down Codex„. Hier werden die Zulieferer seltener kontrolliert. Mountain Equipment produziert ebenfalls für alle Temperaturbereiche Schlafsäcke. Der Preis schwankt zwischen ca. 330 und 1.000 Euro.
  • Die Marke Vaude verwendet ausschließlich RDS-zertifizierte Daunen. Dieses ist auch das am weitesten verbreitete Siegel und gilt als recht streng.
  • Fjällräven hat sich in seinem eigenen Daunenversprechen ebenfalls dem Tierwohl verpflichtet und kann streng kontrollierte Lieferketten vorweisen. Der Daunenschlafsack kostet hier ca. 280 Euro.

Schlafsäcke mit alternativen Füllmaterialien wie Hanf, Kapok oder Baumwolle gibt es derzeit nicht. Die norwegische Firma Ajungilak, die heute zu Mammut gehört, entwickelte ihre Schlafsäcke ursprünglich aus Kapok. Heute werden sie jedoch auch aus Polyester hergestellt, wegen der besseren Dämmeigenschaften. Es tauchen immer wieder Modelle auf, die ein Innenfutter aus Baumwolle haben (z.B. der Skandika Dundee). Das Außenmaterial besteht wiederum aus Polyester, denn dieses ist wasserabweisend und hält den Schlafsack trocken.

Daunenschlafsack Gecco von Yeti

Der Schlafsack Gecco von Yeti ist eines der nachhaltigsten Modelle
Der Schlafsack Gecco von Yeti ist eines der nachhaltigsten Modelle (Foto: Yeti / Presse)

Ein Schlafsack aus nachhaltigem Außenmaterial und nachhaltiger Füllung ist das Modell Gecco von Yeti:

  • Das Innengewebe besteht vollständig aus recyceltem Polyester.
  • Das Außengewebe ist aus pflanzlichem Nylon, das aus Rizinusöl gewonnen wird.
  • Gefüllt ist der Schlafsack mit Daunen von freilaufenden Gänsen aus Europa, die als Nebenprodukt beim Schlachten anfallen.
  • Die Gecco-Schlafsäcke gibt es in einer leichteren Ausführung für den Sommer und in einer wärmeren für das ganze Jahr (Limit-Temperatur: -3°C). Er eignet sich fürs Bergsteigen, Camping und Trekking.
  • Für derzeit 400 bis 470 Euro ist der Gecco nicht ganz billig (z.B. bei Bergzeit oder Bergfreunde), verwendet jedoch nachhaltige Materialien und wird in Deutschland hergestellt.

Sucht man nach Reparaturdiensten der jeweiligen Anbieter, verweisen diese oftmals auf professionelle Partner. Yeti hat jedoch auch einen eigenen Reparaturservice. Falls eine Kammer des Schlafsacks beschädigt ist, wird diese repariert und mit neuen Daunen befüllt. Die Verkäufer vor Ort wissen Bescheid, wo der Schlafsack repariert werden kann.

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