Schnuller abkochen: So kannst du ihn sterilisieren

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Einen Schnuller abzukochen geht schnell, ist aber nicht immer notwendig. Wann du den Schnuller sterilisieren solltest und welche Methoden es dafür gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Schnuller sterilisieren: Ist das nötig?

Eltern eines Babys müssen ein gesundes Gleichgewicht hinsichtlich Hygiene finden. Eine zu sterile Umgebung kann dem Kind nämlich schaden: Es ist wichtig, dass Babys mit Mikroorganismen in Kontakt kommen. Nur so kann sich ihre Haut- und Darmflora entwickeln. Deshalb musst du den Schnuller nicht jedes Mal sterilisieren, wenn er heruntergefallen ist.

In der Regel reicht es, ihn einmal kurz mit heißem Wasser abzuwaschen. Ist er jedoch stark verschmutzt, kannst du den Schnuller abkochen. Auch vor dem ersten Gebrauch ist es empfehlenswert, den neuen Schnuller zu sterilisieren.

Beachte: Für Frühchen gelten gesonderte Regelungen. Da ihr Immunsystem besonders schwach ausgebildet ist, musst du hier strenger auf Hygiene achten. Hole dir in diesem Fall ärztlichen Rat.

Schnuller abkochen: So geht’s

Wenn du den Schnuller abkochst, sollte er komplett mit Wasser bedeckt sein.
Wenn du den Schnuller abkochst, sollte er komplett mit Wasser bedeckt sein.
(Foto: CC0 / Pixabay / weinstock)

Wenn du den Schnuller abkochen willst, gehst du folgendermaßen vor:

  1. Drücke zunächst möglichst viel Luft aus den Hohlräumen. So stellst du sicher, dass der Schnuller auch unter Wasser liegen bleibt. 
  2. Gib ihn in einen Topf und fülle so viel Wasser dazu, dass er vollständig bedeckt ist.
  3. Bringe das Wasser jetzt zum Kochen und lass den Schnuller etwa fünf Minuten auskochen.
  4. Achte darauf, den Schnuller nicht zu lang abzukochen. Sonst wird das Material schnell klebrig oder porös.

Am besten legst du einen Topf fest, den du nur verwendest, um den Schnuller abzukochen. In diesem Topf solltest du nichts anderes zubereiten, da die Speisereste sich sonst am Schnuller ablagern und wiederum Keime verursachen könnten.

Achtung: Gib den Schnuller auf keinen Fall zum Abkochen in die Spülmaschine! Geschirrspülmittel enthalten in der Regel sehr aggressive Substanzen, die am Schnuller haften bleiben können. Außerdem erreicht die Spülmaschine nicht ausreichend hohe Temperaturen, um alle Keime abzutöten.

Schnuller sterilisieren: Drei weitere Methoden

Um einen Schnuller abzukochen, kannst du auch die Mikrowelle verwenden.
Um einen Schnuller abzukochen, kannst du auch die Mikrowelle verwenden.
(Foto: CC0 / Pixabay / Structuro)

Um einen Schnuller zu sterilisieren, hast du weitere Möglichkeiten:

  • Im Fachgeschäft kannst du einen sogenannten Vaporisator kaufen. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das den Schnuller durch heißen Wasserdampf reinigt und desinfiziert. Diese Methode schont das Material mehr. Nachteil: Überlege dir vorm Kauf genau, ob du das neue Elektrogerät wirklich brauchst. 
  • Es gibt auch kleine Sterilisatoren oder spezielle Beutel. Diese befüllst du nach Anleitung mit Wasser, legst den Schnuller hinein und gibst sie anschließend für einige Minuten in die Mikrowelle. Auch hier wird der Schnuller abgekocht. Die Mikrowelle kann unter Umständen stromsparender sein als die Kochtopf-Methode. Nachteil: Die Beutel sind meist aus Plastik. Gehe vor einem Kauf sicher, dass sie mikrowellenfest sind und das Material frei von Schadstoffen ist.
  • Um einen Schnuller kalt zu sterilisieren, kannst du spezielle Tabletten kaufen. Diese löst du in Wasser auf und legst den Schnuller anschließend für einige Minuten in die Lösung. Nachteil: Das Problem ist, dass sich aggressive Chemikalien auf der Oberfläche ablagern und so in den Mund deines Babys gelangen können. Achte deshalb unbedingt darauf, den Schnuller bei dieser Methode anschließend gut abzuspülen.

    Den richtigen Schnuller finden

    Schnuller bestehen entweder aus Silikon oder aus Latex. Auch wenn Silikon etwas hitzebeständiger ist, kannst du beide Schnuller-Materialien abkochen. Es gibt auch Modelle aus Naturkautschuk. Diese gelten als nachhaltiger, weil der Rohstoff in Mischkulturen umweltfreundlich angebaut werden kann. Um die Gesundheit deines Kindes nicht zu gefährden, verwendest du am besten Schnuller, die als „BPA-frei“ oder „polycarbonatfrei“ deklariert sind.

    Generell solltest den Schnuller etwa alle zwei bis drei Monate austauschen – sie verursachen also viel Müll. Auch der Nutzen ist umstritten: Schnuller sollen sogar die Sprachentwicklung hemmen und den Kiefer beeinträchtigen können. Überlege deshalb, ob du deinem Kind den Schnuller abgewöhnen möchtest.

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