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Wo Bisphenol A (BPA) enthalten ist und wie du es meidest

Bisphenol A (BPA): so kannt du es meiden
Fotos: CC0 Public Domain / Pixabay.com

Du bist mit Sicherheit schon einmal mit der riskanten Chemikalie in Berührung gekommen: Bisphenol A (BPA) ist in erschreckend vielen Alltagsgegenständen enthalten. Utopia zeigt, worauf du achten solltest und wie du umwelt- und gesundheitsfreundlichere Alternativen zu Produkten mit BPA findest.

Bisphenol A (BPA) gehört zu den Chemikalien, die sich im Alltag sehr schwer vollständig vermeiden lassen: Es steckt zum Beispiel in Plastikgeschirr, Parkscheinen, Plastikschnullern, Konserven- und Getränkedosen, aber auch in Kunststoff-Zahnfüllungen. Erst seit einigen Jahren hat sich in der Öffentlichkeit die Erkenntnis durchgesetzt, dass BPA gesundheitsschädlich sein kann – und noch längst haben nicht alle Hersteller reagiert.

Was ist Bisphenol A überhaupt?

Bisphenol A ist eine Chemikalie, der man heute ständig ausgesetzt ist und der man kaum entkommen kann. BPA wird bei der Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat und von Epoxidlacken verwendet und gehört zu den weltweit am häufigsten verwendeten synthetischen Chemikalien. Nicht industrie-finanzierte Studien weisen es in Luft, Staub, Oberflächengewässern und Meerwasser nach, aber auch in Ost aus Treibhäusern und Trinkwasser aus Kunststofftanks. Bei Menschen findet man BPA in Blut, Urin, Fruchtwasser, Gebärmuttergewebe – und die höchsten Belastungen haben alle Studien bei Kindern gefunden.

Das Problematische an Bisphenol A ist, dass es von Verpackungen an Lebensmittel abgegeben wird und sich beim Erwärmen und Erhitzen aus Kunststoffen löst und so in unsere Nahrung gelangt. BPA gilt als eine Art hormoneller Schadstoff, da er eine östrogen-ähnliche Wirkung hat und den Hormonhaushalt verändert. Gefährlich ist das besonders in sensiblen Lebensphasen wie beispielsweise in der Schwangerschaft. Die Wirkung von BPA wird in Zusammenhang mit Störungen der Entwicklung von Mädchen und Jungen gebracht (Frühreife), Verhaltensstörungen, aber auch mit einer reduzierten Spermienanzahl, Impotenz, Unfruchtbarkeit, Diabetes und Brustkrebs.

Der Vorkämpfer für ein Bisphenol A-Verbot war Kanada. Als erstes Land der Welt hatte Kanada im Jahr 2008 den Stoff BPA offiziell für gesundheitsschädlich erklärt und für die Verwendung von Babyflaschen verboten. In Europa ist ein Verbot von Bisphenol A für Babyflaschen seit März 2011 in Kraft, ein Verkaufsverbot besteht seit Juni 2011. Oft wird statt des verbotenen BPA aber einfach einer anderes Bisphenol verwendet, etwa Bisphenol S.

Test Babytee
Babyflaschen müssen BPA-frei sein – Schnuller aber nicht. (Foto: © iuricazac - Fotolia.com)

Wo kann Bisphenol A überall enthalten sein?

  • In vielen Kunststoffartikeln wie Verpackungen, Plastikgeschirr, Trinkflaschen, Spielzeug
  • In CDs, DVDs und Blu-rays
  • Getränke-und Konserven-Dosen können innen mit Epoxidlack beschichtet sein, die BPA enthalten.
  • Kartons von Fast-Food-Verpackungen können BPA enthalten.
  • Schnuller: Bei Schnullern können die Mundschilde aus mit BPA hergestelltem Polycarbonat bestehen, die Chemikalie kann aber auch in den Saugteilen aus Latex oder Silikon enthalten sein. Beim Kauf daher unbedingt auf den Hinweis „BPA-frei“ oder „polycarbonatfrei“ achten!
  • Zahnfüllungen: Auch bei der Herstellung von Kunststoff-Zahnfüllungen und Versiegelungsmassen (= zahntechnische Komposite) werden Stoffe verwendet, die Bisphenol A bei oder nach einer Zahnbehandlung freisetzen können.
  • Kontoauszüge, Faxe, Fahrkarten und Parkscheine – kurz: Thermopapiere. Bei all den genannten Papieren wird Bisphenol A als Farbbildner verwendet. Bei Kassenbons ist dies seit 01.  Januar 2020 verboten. Dennoch gehören Kassenbons nicht ins Altpapier. Mehr dazu: Thermopapier entsorgen: Sind Kassenbons und Kassenzettel jetzt Altpapier – oder Sondermüll?

So kannst du BPA meiden

  • Kaufe Lebensmittel am besten frisch und vermeide Plastikverpackungen, wann immer es geht. Hier 15 Tipps, um Verpackung im Supermarkt zu vermeiden.
  • Lagere Lebensmittel am besten in Glas-, Keramik- oder Edelstahlbehältern. Lies dazu auch unseren Beitrag: Plastikfrei leben: 12 erstaunliche Ideen für leere Schraubgläser
  • Fülle Lebensmittel aus offenen Konservendosen in Glas-, Keramik- oder Edelstahlbehältern um.
  • Erhitze Lebensmittel grundsätzlich nicht in Kunststoffbehältern.
  • Wer Lebensmittel zwingend in Kunststoffbehältern lagern möchte, sollte sie vorher abkühlen lassen.
  • Beim Kauf von Kunststoffdosen, Trinkflaschen und Plastikgeschirr auf den Hinweis „BPA-frei“ bzw. „BPA free“ achten.
  • Bei Kontakt mit Lebensmitteln sollte man die „sichereren“ Kunststoffe bevorzugen: Polyethtylen (abgekürzt: PE) oder Polypropylen (abgekürzt: PP).
  • Polycarbonat meiden: Hinter dem Kunststoff mit dem Reyclingcode 7 (abgekürzt: RE 7) verbirgt sich häufig Polycarbonat (abgekürzt: PC), das Bisphenol A enthält.
  • Vor der Zahnbehandlung nachfragen, ob Kunststofffüllungen oder Versiegelungsmaterial Bisphenol A enthalten. Frage dann nach alternativen Materialien.
  • Bei der Zubereitung von Babynahrung: Auf keinen Fall heißes Wasser in Kunststoffflaschen geben oder Babynahrung in Kunststoffgefäßen erhitzen.
  • Auf Babynahrung in durchsichtigen, harten Kunststoffbehältern, deren Kunststoffart nicht angegeben ist oder die mit „PC“ (für Polycarbonat) gekennzeichnet sind, verzichtest du besser.
Trinkflaschen für Kinder BPA frei
Die Auswahl an BPA-freien Trinkflaschen für Kinder und Erwachsene ist groß. (Foto: © Klean Kanteen, Ecotanka, Nalgene, Camelbak, Emil; CC0 / Pixabay / andreas160578)
  • BPA-freie Trinkflaschen für Babys und Erwachsene, aber auch Schnuller und Spielsachen, die ohne Einsatz von Bisphenol A hergestellt sind, erkennst du an der Kennzeichung „BPA-frei“.
  • Mit Glasflaschen bist du immer auf der sicheren Seite. Glas ist die optimale Verpackung für Lebensmittel, da es undurchlässig ist und sich produktneutral verhält. Deshalb wird auch Babynahrung ausschließlich in Gläsern angeboten. Für den Transport von Getränken werden zudem Glasflaschen mit bruchsicheren, schützenden Ummantelungen angeboten.
  • Auch unbeschichtete Trinkflaschen und Transportdosen aus Edelstahl sind frei von BPA und anderen Schadstoffen.
  • Seit Anfang 2020 besteht die Kassenbon-Pflicht. Du kannst die Kassierer*innen dennoch darum bitten, den Kassenbon nicht auszudrucken. Achte darauf, Thermopapier im Restmüll zu entsorgen. Mehr dazu: Darf der Kassenbon ins Altpapier?
  • Wasche deine Hände, wenn du entsprechendes Thermopapier angefasst hast und lass keine Kinder damit spielen.

Der Grenzwert für Bisphenol A

Wie viel Bisphenol A ist gesundheitlich unbedenklich? In Europa gibt es einen Grenzwert für Bisphenol A, den so genannten TDI-Wert. TDI steht für „tolerable daily intake“ und gibt die maximale tägliche Menge an, die man lebenslang (wahrscheinlich) ohne unerwünschte Wirkungen aufnehmen kann.

Bis 2007 lag der Grenzwert für Bisphenol A bei 10 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht, dann wurde er von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf 50 Mikrogramm angehoben. Eine Änderung, die von Experten als unverantwortlich bezeichnet wurde – auch vor dem Hintergrund, dass die Anhebung der BPA-Grenzwerte auf Angaben von der Chemieindustrie finanzierter Studien und teilweise nicht öffentlich zugänglichen Studien basierte. 2015 wurde der Wert auf 4 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag gesenkt. 2018 legte die EU-Kommission einen Migrationsgrenzwert von 0,05 mg BPA je Kilogramm Lebensmittel (mg/kg) fest.

BPA steht in der Europäischen Union auch auf der Liste der gefährlichsten Chemikalien. Grundsätzlich verboten ist BPA jedoch nicht.

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