Tannenholz: Eigenschaften, Verwendung und was du beachten solltest

Tannenholz
Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign

Tannenholz ist vielfältig einsetzbar und auch in unseren Wäldern heimisch. Worin es sich von Fichtenholz unterscheidet und wie nachhaltig Tannenholz ist, erfährst du hier.

Tannen sind auf der nördlichen Halbkugel weit verbreitet und kommen in Europa, Asien und Nordamerika vor. Ist in Europa von Tannenholz die Rede, ist damit meist das Holz der Weißtanne (Abies alba) gemeint, auch Silbertanne genannt. Daneben gibt es einige weitere Arten, etwa die nordamerikanische Küstentanne oder die zu Weihnachten beliebte Nordmanntanne. Die Weißtanne wächst auf kalten, feuchten und tonigen Böden und zählt damit zu den in Deutschland heimischen Nadelbaumarten. 

Weißtannen können bis zu 600 Jahre alt werden und zeichnen sich durch ihre geraden Stämme von bis zu 55 Metern Höhe aus. Nachdem Tannenholz in Folge des Tannensterbens in den 70er und 80er Jahren zeitweise wenig verfügbar war, erfreut es sich heute wieder größerer Beliebtheit und wird in Deutschland vielfältig genutzt.

Weißtanne: Eigenschaften des Holzes

Tannen- und Fichtenholz sind optisch kaum voneinander zu unterscheiden.
Tannen- und Fichtenholz sind optisch kaum voneinander zu unterscheiden.
(Foto: CC0 / Pixabay / anaterate)

Insgesamt sind sich Tannen- und Fichtenholz hinsichtlich ihrer Wachstumseigenschaften und der Optik sehr ähnlich. Auch die Werkstoffeigenschaften der beiden Hölzer sind miteinander vergleichbar. Tannenholz ist allerdings etwas spröder und weist mehr Äste auf, weshalb Fichtenholz als Bau- und Möbelholz meist bevorzugt wird.

Tannenholz zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • helles Kernholz mit gelblich-weißer Färbung, teils mit grau-bläulichem bis violettem Schimmer (bei Tageslicht dunkelt das Holz nach)
  • stark ausgeprägte Jahresringe, die durch den Kontrast von dunklem Spätholz und hellem Frühholz klar voneinander zu unterscheiden sind
  • sehr weiches und leichtes bis mittelschweres Holz von geringer Dichte (die bayerische LWF gibt eine mittlere Rohdichte von 0,47 Gramm pro Kubikzentimeter an)
  • höherer Feuchtigkeitsgrad als bei Fichtenholz (nach Angaben der LWF liegt dieser bei 12 bis 15 Prozent)
  • tragfähig und elastisch mit einer mittleren Bruchfestigkeit
  • gutes Schwindverhalten (trocknet gut und verzieht sich kaum)
  • wenig witterungsbeständig (im Außenbereich nur in Kombination mit chemischen Holzschutzmitteln einsetzbar)
  • feuchtigkeitsbeständiger als Fichtenholz
  • gut bearbeitbar und leicht zu spalten (im Vergleich zu Fichtenholz aber spröder und splittert leichter)
  • im Gegensatz zu anderen Nadelhölzern harzfrei
  • beständig gegenüber Säuren und Alkalien

Vielfältig einsetzbar: Verwendung von Tannenholz

Einer der vielen Verwendungszwecke von Tannenholz: Dachgebälk.
Einer der vielen Verwendungszwecke von Tannenholz: Dachgebälk.
(Foto: CC0 / Pixabay / Capri23auto)

Tannenholz wird für ähnliche Zwecke wie Fichtenholz eingesetzt. Im Handel ist das Holz der Weißtanne vornehmlich als Rund- und Schnittholz, teilweise auch als Furnier erhältlich.

Einsatzgebiete von Tannenholz sind:

  • Bau und Konstruktion: Tannenholz kommt sowohl im Innen- als auch im Außenbereich vor. Verwendet wird es beispielsweise für Dachkonstruktionen, Geländer, Treppen, Türen, Fenster oder Verkleidungen. Als Fußbodenbelag ist Tannenholz aufgrund der Splittergefahr weniger geeignet. Im Außenbereich wird Tannenholz unter anderem für Zäune, Pfähle, Spielgeräte oder Leitern verwendet.
  • Erd- und Wasserbau: Tannenholz ist feuchtigkeitsbeständiger als Fichtenholz und lässt sich gut mit Holzschutzmitteln und Farblasuren bearbeiten. So kommt Tannenholz etwa im Schiffsbau zum Einsatz.
  • Bau- und Möbelholz: Hier ist Tannenholz teils als Massivholz, vor allem aber in Form von Holzwerkstoffen von Nutzen. Häufig entstehen daraus Spanplatten, Sperr- oder Leimholz. Aufgrund ihrer ähnlichen Eigenschaften werden Tannen- und Fichtenholz häufig gemeinsam zu Schnittholz verarbeitet. Im Möbelbau dienen Weißtannen vornehmlich als Material für einfache Alltagsmöbel.
  • Verpackungsmaterial: Kisten, Paletten und Holzwolle werden häufig aus Tannenholz gefertigt.
  • Papier- und Zellstoffherstellung: Da Nadelbäume im Vergleich zu Laubbäumen längere Fasern aufweisen, sind sie besser geeignet, um festes und stabiles Papier herzustellen. Tannenholz ist daher ein wichtiger Rohstoff in der Papierherstellung.
  • Brennholz: Tannen sind aufgrund ihres schnellen Wachstums ein beliebter Heizstoff und werden zu Hackschnitzeln, Holzpellets und Briketts weiterverarbeitet.
  • Chemische Industrie: Da Tannenholz beständig gegenüber Säuren und Alkalien ist, lassen sich daraus auch Behältnisse für Chemikalien herstellen.

Wie nachhaltig ist Tannenholz?

Tannen sind häufig in deutschen Mischwäldern zu finden.
Tannen sind häufig in deutschen Mischwäldern zu finden.
(Foto: CC0 / Pixabay / Antranias)

Die Weißtanne ist in deutschen Wäldern heimisch und bietet Lebensraum für verschiedene Tierarten. Da Tannen sehr schattentolerant sind, eignen sie sich gut als Mischbaumart zusammen mit der Buche und sind somit ein wichtiger Bestandteil deutscher Mischwälder. Damit ist Tannenholz als regionaler, nachwachsender und recycelbarer Rohstoff ein sehr nachhaltiges Baumaterial.

Zudem nehmen Tannen im Vergleich zu Fichten einen größeren Wurzelraum ein, weshalb sie weniger trockenheitsanfällig sind – ein großer Vorteil angesichts des Klimawandels, der unsere Böden zunehmend trockener werden lässt. Damit ist die Weißtanne nicht nur mit Blick auf das Holz, sondern auch aus ökologischer Perspektive eine gute Alternative zur Fichte.

Tannenholz kaufen: Darauf solltest du beim Kauf achten

Achte beim Holzkauf immer auf ein Siegel, das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft garantiert.
Achte beim Holzkauf immer auf ein Siegel, das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft garantiert.
(Foto: CC0 / Pixabay / mariohagen)

Wenngleich Tannen bei uns heimisch sind, solltest du beim Kauf dennoch auf das Herkunftsland achten, um sicherzustellen, dass das Tannenholz tatsächlich aus Deutschland stammt und keine langen Transportwege hinter sich hat. Zusätzlich solltest du beim Holzkauf auf ein starkes Umweltsiegel achten. Weit verbreitet sind zum Beispiel das FSC– und das PEFC-Siegel, die Holz aus (überwiegend) nachhaltiger Forstwirtschaft garantieren. Allerdings stehen diese Siegel häufig in der Kritik, da die Umweltauflagen aus Sicht vieler Umweltschützer nicht weit genug gehen. Strenger ist dagegen das Ökosiegel von Naturland, das höhere Anforderungen an die deutsche Holzwirtschaft stellt. Wenn verfügbar, greifst du deshalb bei heimischen Holzerzeugnissen am besten zu Produkten mit Naturland-Siegel. Das gilt auch beim Kauf von Produkten, die nicht sofort als Holzerzeugnisse erkennbar sind, wie etwa Papier, Grillkohle oder Brennholz.

Fazit: Insgesamt ist das Holz der Weißtanne vielfältig einsetzbar und bringt im Vergleich zu Fichtenholz sogar einige Vorteile mit sich: Es ist harzfrei, feuchtigkeitsbeständig und wächst auf trockeneren Böden. Somit ist Tannenholz eine gute und nachhaltige Alternative zu exotischem Tropenholz, das lange Transportwege hinter sich hat und häufig unter ökologisch problematischen Bedingungen angebaut wird.

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