Schlupfwespen: So wirst du Motten auf natürlichem Weg los

Foto: Colourbox.de

Schlupfwespen helfen auf natürliche Weise, Motten im Kleider- oder Vorratsschrank zu bekämpfen. Hier erfährst du, wie die natürliche Schädlingsbekämpfung mit Schlupfwespen funktioniert.

Was sind Schlupfwespen?

Der Befall mit Kleider- oder Lebensmittelmotten kann große Schäden hervorrufen. Deswegen solltest du schnell dagegen vorgehen – beispielsweise mit Schlupfwespen, denn diese sind die natürlichen Fressfeinde von Motten.

Noch mehr Insekten ins Haus zu holen, klingt womöglich erst mal nach einer Verschlimmerung der Plage. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Schlupfwespen sind winzige Insekten, nur etwa 0,4 Millimeter groß. Sie krabbeln meistens, stechen oder beißen nicht und sind für den Mensch absolut ungefährlich. Außerdem interessieren sich die Schlupfwespen nicht für Lebensmittel oder Kleidung, sondern nur für die Motten, ihre Wirte. Somit sind sie eine wunderbare natürliche Alternative zu chemischen Insektengiften.

Wie arbeiten die Schlupfwespen?

Schlupfwespen sind nützliche Parasiten. Die weiblichen Schlupfwespen legen ihre eigenen Eier in die Eier der Motten. Sobald die Larve der Schlupfwespe aus ihrem Ei schlüpft, frisst sie das fremde Ei der Motte. Die Schlupfwespe entwickelt sich daraufhin in ein ausgewachsenes Insekt, verlässt die leere Hülle, und kann von da an bei der Schädlingsbekämpfung mithelfen.

Diese Parasitierung hat einen entscheidenden Vorteil: Da die Schlupfwespen ihre eigenen Eier in die Motteneier legen und diese auffressen, wird das Motten-Problem an der Wurzel gepackt. Die Eier können sich nicht zu Larven und weiter zu Motten entwickeln.

Irgendwann haben die Schlupfwespen ihre Arbeit so fleißig erledigt, dass keine Motteneier mehr übrig bleiben. Das bedeutet, dass auch die Nützlinge ihre Lebensgrundlage verlieren: Finden sie keine Mottennester mehr, die sie selbst als Brutstätten übernehmen können, sterben die Schlupfwespen.

Es bleiben also weder Motten noch Schlupfwespen übrig. Die Schlupfwespen sind so klein, dass sie schließlich wie zu Hausstaub zerfallen, wenn sie kein Fressen mehr finden. 

So werden Schlupfwespen geliefert

Schlupfwespen werden als Larven in Motteneiern auf Kärtchen geliefert
Schlupfwespen werden als Larven in Motteneiern auf Kärtchen geliefert
(Foto: Avocadostore.de)

Schlupfwespen werden speziell für den Hausgebrauch als natürliche Schädlingsbekämpfer von Fachbetrieben gezüchtet. Du kannst sie über das Internet beziehen, zum Beispiel hier: 

Die Anwendung von Schlupfwespen brauchen mehrere Wochen und mehrere Etappen, um die Motten vollständig loszuwerden. Sie brauchen so lange, weil auch die Motten in Abständen immer neue Eier legen und Larven schlüpfen.

Bei der Lieferung von Schlupfwespen solltest du beachten:

  • Du erhältst im Abstand von zwei bis drei Wochen mehrere Lieferungen an Kärtchen mit Motteneiern, in denen sich die Schlupfwespenlarven befinden.
  • Die Eier auf jeder Karte befinden sich in verschiedenen Reifestadien, so können jeden Tag neue Wespen schlüpfen und sich über die Motteneier hermachen.
  • Du solltest sichergehen, dass du an den Liefertagen zuhause bist, denn die Kärtchen müssen möglichst schnell aufgestellt werden, damit die ersten Larven nach dem Schlüpfen nicht darauf verhungern.
  • Über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen schlüpfen alle Wespen dann nach und nach und begeben sich auf Futtersuche nach Motteneiern. Dann erfolgt eine frische Lieferung.

So wendest du Schlupfwespen an

Pro Regal reicht eine Karte mit Schlupfwespen
Pro Regal reicht eine Karte mit Schlupfwespen
(Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Hast du deine erste Lieferung an Schlupfwespen erhalten, geht es los: 

  1. Vorbereiten: Bevor du die Kärtchen aufstellst, solltest du die betroffenen Regale und Schränke ausräumen und säubern. Besonders im Vorratsschrank musst du hierbei sorgfältig vorgehen, die befallenen Lebensmittel genau inspizieren und entsorgen. Alle Lebensmittel, die noch keinen Befall (Klümpchen, Larven, Kokons) zeigen, kannst du für einige Tage einfrieren. Durch Kälte sterben die Motten ab. Indem du die befallenen Lebensmittelschränke ausräumst, entziehst du den Motten schon einmal Nahrung.
  2. Aufstellen: Je nachdem, wo du einen Mottenbefall festgestellt hast, platzierst du die Kärtchen in der Speisekammer, dem Küchen- oder Vorratsschrank oder zwischen die Kleidung im Kleiderschrank. Es genügt jeweils eine Karte für ein Fach oder Regal.
  3. Abwarten: Die Nützlinge machen sich sofort ans Werk, immer neue schlüpfen nach und erhöhen so den Verfolgungsdruck auf die Motten. Du kannst nun die zwei bis drei Wochen einfach abwarten, bis eine neue Lieferung eintrifft, die du dann wieder aufstellst, und so weiter.
  4. Überprüfen: Nach Ablauf der Lieferungsserie ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Motten erfolgreich bekämpft wurden und sich keine Eier mehr im Haushalt befinden. Um sicherzugehen, kannst du mit Klebefallen testen, ob es noch einen Mottenbefall gibt. Auf den Klebefallen befindet sich das Sexualhormon Pheromon, das männliche Motten anzieht.

Fazit: Schlupfwespen sind eine natürliche und bequeme Art und Weise, um Motten loszuwerden. Die Nützlinge sind klein, sicher, und erfolgreich bei ihrer Jagd nach Motteneiern. Zwar dauert die Anwendung etwas und ist nicht die kostengünstigste Methode, allerdings kannst du damit auf den Einsatz chemischer Mittel in Nähe deiner Kleidung und Lebensmittel verzichten.

Daran erkennst du einen Mottenbefall

In Küchenschranken finden Lebensmittelmotten viel Futter
In Küchenschranken finden Lebensmittelmotten viel Futter
(Foto: CC0 / Pixabay / jill111)

Motten gehören zu den weitverbreitesten Schädlingen weltweit. Viele Menschen machen die unangenehme Erfahrung, dass die Insekten den Vorrats- oder Kleiderschrank befallen und dabei Löcher in Kleidungsstücke fressen oder sich über ihre Lebensmittel hermachen. Den Schaden richten aber nicht die ausgewachsenen Falter an, sondern die Larven.

Die Kleidermottenlarve ernährt sich von dem in Tierhaaren enthaltenem Eiweiß Keratin. Daher sind ihre bevorzugten Futterquellen Kleidungsstücke aus tierischen Produkten wie Pelz, Wolle und Leder. Auch Mischgewebe mit Wollanteil sind anfällig für einen Kleidermottenbefall, während Stücke aus ausschließlich synthetischen oder pflanzlichen Fasern oft verschont werden. Einen Befall mit Kleidermotten erkennst du an kleinen, unregelmäßigen Löchern in und faserigem Gewebe, den Kokongespinsten, auf den Kleidungsstücken.

Die Lebensmittelmottenlarve fühlt sich hingegen dort wohl, wo sie eine Menge an trockenen Lebensmitteln vorfindet: in Vorratsschränken. Die Larven fressen sich durch Kornmehle, Nudeln, Haferflocken, Reis, Hülsenfrüchte, Müsli und Kakao und verunreinigen die Lebensmittel dabei mit ihren Ausscheidungen, Milben und den Kokongespinsten. Einen Befall mit Lebensmittelmotten erkennst du an Löchern in Verpackungen, Kokongespinsten und daran, dass sich in Mehlen und Co. Klümpchen gebildet haben.

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