DIY: Turnbeutel selber nähen

Anleitung Turnbeutel selber nähen, Upcycling
Foto: © Markus Börner

Turnbeutel sind praktisch und eignen sich perfekt als persönliches Geschenk. Das beste: Du kannst sie ganz einfach selber nähen – und brauchst dafür noch nicht einmal eine Nähmaschine. Hier erfährst du wie’s geht.

Upcycling ist einfach toll: Man nutzt bestehende Materialien und macht aus ihnen kreativ etwas Neues. Gleichzeitig stellst du beim Upcycling jedes Mal ein individuelles Produkt her, das es mit Sicherheit kein zweites Mal gibt.

Du hast ein altes Hemd, das schon ewig im Kleiderschrank liegt? Perfekt, dann besitzt du in Kürze einen neuen Turnbeutel. Das ist kein Scherz – mit der DIY-Anleitung von Modedesignerin Tabea Börner machst du aus dem Hemd im Nu einen schicken Turnbeutel.

Dazu brauchst du lediglich:

  • ein ausrangiertes Hemd (schau auf dem Flohmarkt oder im Second-Hand-Laden, wenn du keines hast)
  • eine Schere, Nadel und Faden, eine Sicherheitsnadel

Zeitaufwand: Unter einer Stunde

Anleitung Stoffbeutel selber nähen, Upcycling
So wenig Materialien brauchst du für den DIY-Stoffbeutel. (Foto: © Markus Börner)

Turnbeutel selber nähen: so einfach geht es

Um einen Turnbeutel ohne Nähmaschine selber zu nähen, legst du das ausrangierte Hemd zunächst ausgebreitet vor dich hin. Schneide den Mittelteil inklusive Knopfleiste und Tasche aus. Entweder wählst du ein Rechteck nach Augenmaß oder du nimmst zwei Din A4 Seiten als Schablone – der Ausschnitt wird dann Din A3 groß. Lege die Seiten dazu quer untereinander auf das Hemd und schneide mit einem Zentimeter Nahtzugabe um sie herum.

Eine weitere Möglichkeit, die Maße zu erhalten: Nimm einen Turnbeutel als Vorlage und lege ihn auf das ausgebreitete Hemd.

Beachte beim Zuschneiden des Turnbeutels: Oben musst du drei Zentimeter mehr Nahtzugabe für den Saum berechnen, am Ende ziehst du dort die Träger oder eine Kordel durch.

Anleitung Stoffbeutel selber nähen, Upcycling
Aus dem mittleren Teil des Hemdes entsteht der Turnbeutel. (Foto: © Markus Börner)
Anleitung Turnbeutel selber nähen, Upcycling
Nimm eine gute Schere, um den Stoff sauber abzuschneiden. (Foto: © Markus Börner)

Du hast nun zwei aufeinander liegende Rechtecke der Länge nach vor dir – und zwar Vorder- und Rückseite des ehemaligen Hemdes. Schneide die unteren beiden Ecken der entstandenen Rechtecke schräg ab, hier nähst du später die Träger an.

Nähe das ehemalige Hemd entlang der Knopfleiste zu, so können später keine kleinen Dinge aus dem Turnbeutel purzeln. Jetzt klappst du den oberen Saum der beiden Teile etwa drei Zentimeter nach innen um, hier müssen am Ende die Träger oder die Kordel genug Platz haben. Nähe den Saum gerade zu.

Um die Öffnungen für die Träger an den Seiten zu versäubern, kannst du den Stoff ein wenig einklappen und mit ein paar Stichen annähen – oder du lässt ihn einfach unversäubert.

Anleitung Turnbeutel selber nähen, Upcycling
Oben einklappen und zusammennähen, damit Platz für die Kordel bzw. die Träger des Turnbeutels sind. (Foto: © Markus Börner)

Nun legst du beide Rechtecke so zusammen, dass die Außenseiten des Beutels aufeinander liegen, also links auf links. Anschließend nähst du die linke, die rechte und die untere Seite zu, nur die abgeschnittenen Ecken sollten offen bleiben. Achte darauf, dass du nicht versehentlich die Öffnungsschlitze für die Kordel am oberen Saum zunähst.

Turnbeutel nähen: die Träger

Als Nächstes knöpfst du dir die Träger für den Beutel vor – das ist der schwierigste Teil des Projektes „Turnbeutel selber nähen“. Dafür brauchst du die Ärmel des Hemdes.

Je nachdem, wie groß du bist oder das Hemd war, benötigst du eventuell zusätzlich die übrigen Seitenstränge des verschnittenen Hemdes. Aus diesen übrigen Stoffteilen (Ärmel und andere Schnittreste) schneidest du nun etwa 5 Zentimeter breite Streifen. Die Länge dieser Streifen hängt von deiner Körpergröße ab. Bei meinem Hemd benötigte ich vier Streifen pro Träger. Falls du Schwierigkeiten hast, die Länge zu bemessen, benutze die Träger eines Rucksacks oder Turnbeutels als Vorlage.

Die Stoffstücke legst du auf links und nähst zuerst die kurzen Seiten der Streifen aneinander, um die einzelnen Streifen zu verbinden. So erhältst du pro Träger ein langes Stück Stoff.

Anleitung Turnbeutel selber nähen, Upcycling
Aus den Stoffresten werden nun die Träger des Stoffbeutels. (Foto: © Markus Börner)

Um den Turnbeutel samt Träger fertig zu stellen, nähst du die Stoffstücke an den langen Seiten zu, sodass Schläuche entstehen.

Die beiden langen, auf links gedrehten Schläuche, musst du nun auf rechts drehen. Das Wenden ist anfangs etwas fummelig, mit diesen Tricks aber ganz einfach: Wenn du eine Seite des Schlauchs vorher zunähst, kannst du den Schlauch mit Hilfe eines Holzstäbchens umdrehen (siehe Bild). So ähnlich funktioniert es auch mit einer Sicherheitsnadel. Bringe diese an einem Ende des Schlauchs an und ziehe sie durch ihn hindurch.

Alternativ kannst du eine Kordel als Träger verwenden. Diese lässt sich mit ein wenig Wolle ganz leicht selber herstellen, einfach mal online suchen. In diesem Fall kannst du auf die Streifen verzichten.

Anleitung Turnbeutel selber nähen, Upcycling
Ein Stab hilft beim Wenden der Trägerschläuche. (Foto: © Markus Börner)

Turnbeutel nähen: die letzten Schritte

Wenn du beide Träger gewendet hast, ziehst du sie in den Beutelsaum ein, den du zuvor umgenäht hast. Mit der hier vorgestellten Variante kannst du den Beutel wie eine Schlinge zuziehen: Dafür nimmst du ein Band und ziehst es mit einer Sicherheitsnadel wie ein „U“ durch den Saum. Dasselbe machst du mit dem anderen Träger von der anderen Seite. Jetzt sollte aus jeder der vier Öffnungen ein Träger rein- und rauskommen. Achte darauf, dass die Trägerenden gleich lang sind.

Nun drehst du den Beutel auf links (also das Innere nach außen) und schiebst die Trägerenden der jeweiligen Seite von innen durch die Lücke an den unteren Ecken des Beutels. Nähe mehrmals darüber, um sie zu fixieren. Das machst du auf beiden Seiten.

Voilà: Fertig ist der Turnbeutel! Gar nicht so schwer, oder?

Anleitung Turnbeutel selber nähen, Upcycling
Dieser DIY Stoffbeutel war früher einmal ein Hemd. (Foto: © Markus Börner)

Aus vorhanden Ressourcen etwas Neues, Einzigartiges schaffen – das macht Tabea Börner nicht nur für Utopia, sondern produziert mit ihrem Label „Forschur“ faire und nachhaltige Kindermode aus ausrangierten Schurwolle-Kleidungsstücken.

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