Umweltverschmutzung – und was wir dagegen tun können

Umweltverschmutzung
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Wo liegen die Ursachen der Umweltverschmutzung? Welche Arten gibt es, welche Auswirkungen haben sie? Was kannst du gegen Umweltverschmutzung tun? Ein Überblick.

Die Welt, in der wir leben, ist voller Dreck: Plastikmüll im Meer, Schwermetalle im Boden und im Trinkwasser, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in unserer Nahrung und Feinstaubbelastung in der Luft. Die Folgen sind vielfältig und weitreichend, nach einer Studie aus dem Jahr 2017 ist die Umweltverschmutzung weltweit für den Tod von etwa neun Millionen Menschen pro Jahr verantwortlich.

Haben wir unsere Umwelt immer schon verschmutzt?

Im Grunde genommen ja. Bereits in der Steinzeit verursachten Feuerstellen die erste, wenn auch geringe Umweltverschmutzung durch Rußpartikel und Asche. Später waren Ackerbau und Viehzucht für eine Verunreinigung von Wasser und Boden durch Ammoniak verantwortlich.

Die Umweltschäden hielten sich damals aber noch in Grenzen, meist konnte sich die Natur wieder regenerieren, sobald die Menschen weitergezogen waren. Erst mit der Industrialisierung und der Landflucht in die Städte im 19. Jahrhundert entstand das, was wir heute unter „Umweltverschmutzung“ kennen.

Arten von Umweltverschmutzung

Unter Umweltverschmutzung fällt jede Art von Verschmutzung unseres Planeten, egal ob durch Schadstoffe, Abgase, Abwässer, Emissionen, Müll oder sogar Atomstrahlung. Teilweise werden auch Lärm und Lichtverschmutzung zur Umweltverschmutzung gezählt.

Die Verunreinigung unserer Umwelt hat also viele Gesichter und betrifft fast alle Bereiche des täglichen Lebens. Zum besseren Verständnis wird sie üblicherweise in sechs Hauptkategorien unterteilt, je nachdem, wo sie auftritt oder was die Ursache/Quelle der Verschmutzung ist:

  • Luftverschmutzung
  • Verschmutzung der Weltmeere
  • Süßwasser-/Trinkwasserverschmutzung
  • Verunreinigung des Bodens
  • Verschmutzung durch Chemikalien
  • Müll

Ursachen und Folgen der Umweltverschmutzung

Gemeinsam ist allen Arten der Umweltverschmutzung, dass sie künstlich, also vom Menschen, hervorgerufen werden. Im Unterschied dazu gibt es auch noch eine sogenannte „natürliche Umweltverschmutzung“, etwa wenn natürliche Bleivorkommen das Trinkwasser verunreinigen. (Quelle: UNEA Report)

Luftverschmutzung

Ursachen der Luftverschmutzung sind hauptsächlich Energiegewinnung in Wärmekraftwerken, industrielle Produktion, Energieverbrauch in Gebäuden sowie der Verkehr. Durch Luftverschmutzung starben 2015 in Europa fast eine halbe Million Menschen, weltweit sind es jährlich rund 6,5 Millionen.

Durch Feinstaub und Abgase von Industrie und Autos entstehen zum Teil erhebliche Schäden an Häusern und historischen Bauwerken. Klimawandel und Erderwärmung werden durch Treibhausgase gefördert und beschleunigt. Diese wiederum beeinflussen die Vegetation und damit den Anbau von Getreide, Gemüse und anderen Nahrungsmitteln. Schätzungen zufolge betragen die Kosten für die durch Luftverschmutzung entstandenen Schäden im Jahr 2060 rund 2% des gesamteuropäischen Bruttoinlandsprodukts. (Quelle: EUA-Report) und werden dann das wirtschaftliche Wachstum bremsen.

Die industrielle Produktion können wir natürlich nicht direkt beeinflussen. Aber wir können Strom sparen, richtig heizen und vor allem kürzere Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück legen. Weitere Tipps und Infos über die Luftverschmutzung in Deutschland findest du zum Beispiel hier: Feinstaub und Stickoxid in Deutschland

Verschmutzung der Meere

Ein Großteil der Belastungen unserer Ozeane entsteht an Land, nicht im Wasser. Dazu zählen Abwässer, Müll und alles andere, was einfach gedankenlos ins Meer gekippt wird. Weitere Ursachen sind Ölteppiche aus Unfällen mit Tankern oder Bohrinseln sowie Rückstände von Fischzucht und Fischfang.

Als Ergebnis dieser Verunreinigung unserer Meere ist die Nahrungsgrundlage von rund 3,5 Milliarden Menschen gefährdet – durch das Aussterben von Fischen und Seevögeln oder vergiftete Algenteppiche. Letztere wirken sich auch negativ auf den Tourismus aus, in vielen Küstenländern eine wichtige Einnahmequelle. Mittlerweile gibt es knapp 500 sogenannter „Todeszonen“, in denen kein Leben unter Wasser mehr möglich ist.

Gegen Tankerunfälle oder die Methoden der Fischereiindustrie können wir zwar nur bedingt etwas ausrichten, aber gerade beim Thema Plastikmüll kannst du eine Menge tun, um die Belastung der Meere zu reduzieren.

Trinkwasserverschmutzung

Der fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser zählt zu den drängendsten Problemen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung. Etwa 58 Prozent der Durchfallerkrankungen werden von verschmutztem Trinkwasser verursacht – einer der Hauptfaktoren für hohe Kindersterblichkeit. Verunreinigtes Süßwasser reduziert aber auch die Fischbestände, kann Krebs und Nierenerkrankungen auslösen und sogar bei Fischen und Menschen zur Sterilität führen.

Das Problem ist allerdings fast gänzlich menschengemacht, landen doch weltweit mehr als 80% der Abwässer ungeklärt in der Umwelt. Dazu kommen noch Dünger und Pflanzenschutzmittel aus der konventionellen Landwirtschaft sowie Schwermetalle aus Bergbau und industrieller Produktion.

Trinkwasser ist kostbar, entsprechend bewusst und sparsam solltest du damit umgehen. Zusätzlich kannst du beim Einkaufen z.B. auf Produkte mit Siegeln, Labels und Zeichen setzen, zu deren Kriterien der richtige Umgang mit Abwässern gehört.

Verunreinigung des Bodens

Bei den Schuldigen steht hier die fehlerhaften Anbaumethoden der konventionelle Landwirtschaft ganz oben auf der Liste. Es folgen fehlerhafter Umgang mit Abfällen, Nuklearabfällen und Gefahrenstoffen, ineffiziente Bewässerung und der Abbau von Bodenschätzen. Die Folgen einer Verschmutzung des Bodens liegen auf der Hand: weniger landwirtschaftlicher Ertrag und dadurch auch weniger Nahrungsmittel für uns Menschen. Kontaminierter Boden heißt aber auch, dass Gift in die Nahrungskette gelangt, das uns krank macht. Außerdem ist vergifteter Boden einer der Auslöser des Bienensterbens.

Gegen diese Art von Umweltverschmutzung kannst du vermutlich am meisten tun. Achtest du beim Einkauf von Lebensmitteln konsequent auf Bioqualität, fördert das nachhaltige Landwirtschaft und drängt die umweltschädlichen Anbaumethoden ins Aus. Und mit konsequenter Mülltrennung kannst du auch zu einem verbesserten Umgang mit Abfällen beitragen.

Umweltverschmutzung durch Chemikalien

Für Umweltschäden durch Chemikalien gibt es zwei Ursachen: zum einen kommt es immer wieder zu katastrophalen Chemieunfällen wie jenem 2010 in Ungarn, als hochgiftiger Rotschlamm in die Theiß floss. Zum anderen sind es Stoffe wie Asbest, Blei oder Schwermetalle, denen wir permanent ausgesetzt sind.

Pro Jahr sterben weltweit etwa 100.000 Menschen durch Asbest. Das Blei aus Wasserleitungen oder Farben wirkt sich erwiesenermaßen negativ auf den IQ von Kindern aus. Bei den meisten anderen giftigen Substanzen wurde die genaue Wirkung noch nicht einmal erforscht.

In Bezug auf Chemikalien kannst du selbst nur sehr wenig gegen Umweltverschmutzung tun, hier sind vor allem Unternehmen und Behörden gefragt.

Müll

Müll ist die wohl offensichtlichste Art von Umweltverschmutzung. Er verunreinigt die Luft beim Verbrennen, kontaminiert Boden, Flora und Fauna und verschmutzt Meere, Flüsse und Seen. Ursache für die zunehmende Vermüllung der Erde ist unser Lebensstil, wobei sich ein klarer Zusammenhang zwischen Pro-Kopf-Einkommen und Müllaufkommen herstellen lässt. Da es keinen Weg gibt, Müll umweltfreundlich zu entsorgen, heißt die Lösung Müllvermeidung. Wie das geht, zeigt z.B. die „Zero Waste“-Bewegung, deren Ideen sich durchaus im Alltag umsetzen lassen.

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