Velomobil, Elektromobil, vierrädriges Pedelec: Diese Fahrrad-Autos gibt es bereits

Foto: Bio-Hybrid / Presse

Es gibt immer mehr elektrische Räder mit vier Rollen – solche Velomobile, Elektromobile oder vierrädrigen Pedelecs sind eine mögliche umweltfreundliche Alternative zu Autos. Wir stellen dir einige Modelle genauer vor.

Welche Alternativen gibt es zum klassischen Auto? Mehr, als viele Menschen wohl glauben: Seit einigen Jahren gibt es dutzende neue vierrädrige Pedelecs auf dem Markt, die extra für die Stadt konzipiert sind. Sie sind klein, günstig und verfügen über genügend Reichweite für städtische Strecken. Begonnen hat die stille Auto-Revolution mit der Entstehung verschiedener Velomobile für Liebhaber:innen. Das sind vollverkleidete Mini-Fahrzeuge mit drei Rädern, in denen ein:e Fahrer:in liegt und die Räder mit Pedalen oder per E-Motor antreibt. Sie schließen die Lücke zwischen E-Bikes und Elektroautos. 

Inzwischen gibt es für die Logistik-Industrie auch Lieferfahrzeuge auf vier Rädern, die etwas an ein Golf-Car mit Transportbox erinnern. Für Privatfahrten entwickelten Hersteller:innen Modelle, die statt einer Transportbox mehr Platz für weitere Mitfahrer:innen bieten. Parallel dazu sind Mini-Elektroautos auf den Markt gekommen, die meist als Einsitzer – selten auch als Zweisitzer – für Pendler:innen auf kurzen Strecken oder auch zum Einkaufen praktisch sind. Wir zeigen, welche Vorteile und Nachteile diese Modelle haben und stellen verschiedene Typen vor.

Elektrische Auto-Alternativen: Vor- und Nachteile

Manch eine:r tut sich beim Umsteigen vom Auto auf das E-Bike schwer: Bei schlechtem Wetter macht der Weg zur Arbeit auch mit dem E-Bike keinen Spaß. Alternativen gibt es aber viele, zum Beispiel Kabinenroller, Velomobile oder Elektromobile.

Vorteile:

  • Klein: Passen auch in kleine Parklücken
  • Günstig: Viele Modelle kosten deutlich unter 10.000 Euro.
  • Elektromotor: Geringe Wartung, geringer Verschleiß
  • Strom als Treibstoff: Geringe Kosten, zuhause betankbar
  • Ab 16 Jahren: viele Modelle mit Führerschein Klasse AM erlaubt (Bestandteil der Führerscheinklassen A, B und T)
  • Versicherung: In der Regel nur ein Versicherungskennzeichen nötig, dadurch deutlich geringere Kosten
  • Umweltfreundlich: Lokal emissionsfrei

Nachteile:

  • Geschwindigkeit meist auf 25 km/h oder 45 km/h begrenzt
  • Je nach Modell nur ein bis zwei Mitfahrer:innen
  • Zuladung geringer als beim PKW
  • Reichweite geringer als beim E-Auto

Wir stellen dir verschiedene Elektro-Fahrzeuge vor – vom Elektrokabinenroller bis hin zu Pedelec-Fahrzeugen.

Elektrokabinenroller: Klein, günstig und elektrisch

Econelo M1, Econelo Z1 und Econelo F1 (v.l.n.r.)
Econelo M1, Econelo Z1 und Econelo F1 (v.l.n.r.)
(Foto: Econelo)

Diese Mini-Autos brauchen nicht mehr Platz, als wirklich notwendig ist. Sie sind so klein, dass sie mühelos zu viert in eine Parklücke passen. Bei den Elektrokabinenrollern handelt es sich genau genommen eher um Motorroller, die eine autoähnliche Kabine besitzen. Er erinnert heute sehr an ein Leichtfahrzeug. Mehrere Anbieter haben sich auf Elektrokabinenroller spezialisiert – hier eine Auswahl:

Econelo: Mit drei verschiedenen Elektrokabinenrollern ist das Unternehmen vom Neckar am Markt vertreten. Bei allen drei Modellen kann auf der Rückbank noch ein:e Beifahrer:in sitzen.

  • Econelo M1: Mit vier Rädern schafft der Kleinstwagen eine Reichweite von bis zu 65 Kilometern und eine Geschwindigkeit von max. 45 Km/h. Er verfügt über eine integrierte Rückfahrkamera, ein Armaturenbrett mit Display, eine Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, Scheibenwischer und Radio. Der Motor hat 2200 Watt, der Akku 60 V / 58 Ah. Er ist ab 6.799 Euro erhältlich und auch unter der Bezeichnung „eLazzy Premium“ im Handel verfügbar.
  • Econelo Z1: Der Elektroflitzer auf drei Rädern hat einen 3.000 Watt starken Motor und fährt bis zu 70 Kilometer mit einer Akkuladung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 Km/h. Es gibt auch eine Rückfahrkamera. Das Steuer ist – genau wie bei einem Motorroller – ein echter Lenker. Der Econelo Z1 ist auch mit elektrischen Fensterhebern und Scheibenwischern ausgestattet. Der Akku verfügt über 72 V / 58 Ah. Ab 6.999 Euro ist dieses Mini-Auto erhältlich.
  • Econelo F1: Ebenfalls auf drei Rädern ist das F1-Modell unterwegs. Es hat einen Motor mit 2.500 Watt und dank des 72-V-Akkus (45 Ah) eine Reichweite von bis zu 70 Kilometern. Scheibenwischer, Rückfahrkamera und einen Lenker sind integriert. Der Econelo F1 ist ab 5.999 Euro erhältlich.

Hammer International ist ein Start-Up aus Baden-Württemberg, das drei- und vierrädrige Modelle entwickelt hat:

  • Kabinenroller 80 Km/h: Der Kleinstwagen mit vier Rädern ist für den Transport von Gütern ausgelegt und bietet Platz für zwei Personen, wenn diese nebeneinander sitzen. 80 Km/h fährt er in der Spitze und kommt auf 117 Kilometer Reichweite. Der Akku verfügt über 72 V (150Ah). Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung sind Standard. Der Preis beträgt ca. 15.000 Euro.
  • Kabinenroller 3RAD E-L: Wahlweise 25 Km/h oder 45 Km/h schnell sind die Roller mit drei Rädern und haben einen 3.000-Watt-Motor sowie eine Lithium-Batterie (60 V / 80Ah). Die Reichweite beträgt bis zu 90 Kilometer. Es gibt eine Rückfahrkamera, elektrische Fensterheber und eine Zentralverriegelung. Der Preis liegt bei ca. 8.290 Euro.
  • Kabinenroller 3Rad E-m: Der Roller hat drei Räder und fährt 45 Km/h schnell (oder auf 25 Km/h gedrosselt). Der Motor verfügt über 3.000 Watt. Es gibt verschiedene Batterien zur Auswahl. Fensterheber, Zentralverriegelung und Rückfahrkamera gehören zur Ausstattung dazu. Der Roller ist ab 6.890 Euro erhältlich.

Bio-Hybrid: Eine Mischung aus Pedelec und E-Auto

Mischung aus Pedelec und E-Auto: Bio-Hybrid
Mischung aus Pedelec und E-Auto: Bio-Hybrid
(Foto: Bio-Hybrid / Presse)

Ist es ein Pedelec oder ein Elektroauto? Es ist ein Hybrid: Der Bio‑Hybrid DUO fährt sich wie ein Pedelec, bietet aber Platz wie ein Kleinstwagen. Zwei Personen können mit dem vierrädrigen Bio-Hybrid fahren. Alternativ passt eine große Transportbox auf die hintere Fläche des ungewöhnlichen Fahrzeugs.

Die beiden Motoren beschleunigen auf 25 Km/h, also der Höchstgeschwindigkeit für Pedelecs und legen mit einer Akkuladung bis zu 50 Kilometer zurück. Anders als bei Pedelecs, gibt es hier aber zusätzlich einen Rückwärtsgang sowie Scheibenwischer. An den Seiten ist der Bio-Hybrid offen. Es gibt aber eine abschließbare Box im Fahrzeug mit viel Stauraum.

Da es sich beim Bio-Hybrid streng genommen um ein Pedelec handelt, ist kein Führerschein erforderlich. Auch eine Versicherung oder eine KFZ-Zulassung braucht das Fahrzeug nicht. Es darf sogar auf dem Fahrradweg fahren, erklärt der Hersteller. Vorbestellbar ist das Gefährt ab 9.490 Euro.

Loadster: Pedelec wird zum E-Cargobike

citkar verkauft drei Loadster-Typen
citkar verkauft drei Loadster-Typen
(Foto: citkar)

Über den Elektro-Lieferwagen Loadster haben wir schon 2019 berichtet: Damals ging das Cargo-Pedelec gerade in Serie und hat inzwischen viele neue Kund:innen gefunden. Das Cargobike mit bis zu 25 Km/h überzeugt vor allem mit mehr als 200 Kilo Nutzlast und richtet sich vor allem an Unternehmen. Ob in der Pick-Up-Version, mit Plane oder mit Transportbox – für unterschiedliche Anwendungsbereiche gibt es den Loadster mit Pedelec-Antrieb.

Die beiden 800-Watt-Batterien reichen für bis zu 60 Kilometer Reichweite. Bisher gibt es unter anderem Test-Projekte mit der Telekom, zalando, den Entsorgungsbetrieben der Stadt Freiburg und Bringdiensten in Bochum und Bottrop. Erhältlich sind die Cargobikes bzw. Lastenräder ab 9.900 Euro.

Pedelecs als Auto-Ersatz für den Privatgebrauch entwickelt das Augsburger Start-up Hopper. Dieser Hoppen soll bis zu 60 Reichweite haben, die sich mit einem zweiten Akku auf 120 Kilometer verdoppeln lassen. Außerdem gibt es Solarpanele auf dem Dach, die den Akku während der Fahrt aufladen. Der Hopper bietet Platz für zwei Erwachsene (alternativ eine erwachsene Person und zwei Kinder) und der Kofferraum für Gepäck bis zu 70 Litern. Bei verschobener Rückbank schafft er sogar 220 Liter. Auf dem Markt ist das Solar-Pedelec aber noch nicht.

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(2) Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen Artikel – anders als im Titel kommen darin jedoch keine Velomobile vor. Velomobile sind auf drei oder vier Rädern rollende vollverkleidete Fahrräder, auf Wunsch auch Pedelecs. Sie sind in der Ebene üblicherweise deutlich schneller als ein Rennrad bei gleicher Anstrengung, man sitzt darin warm und trocken. Die Preise beginnen bei Neufahrzeugen ab 6000 Euro. Siehe dazu velomobilforum.de

  2. Lieber Nasenbaer76,
    danke für den Hinweis – wir gehen auch im ersten Absatz gleich drauf ein, weil die vielen Begriffe verwirrend sein können.
    Liebe Grüße aus Utopia,
    Klara