Kosten eines Elektroautos: Ab wann sich ein E-Auto rechnet

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E-Autos kommen für viele wegen der höheren Anschaffungskosten nicht infrage. Doch wer die laufenden Kosten für das Elektroauto einkalkuliert, kommt auf ein ganz anderes Ergebnis: Selbst mit einem teuren Tesla fährst du möglicherweise  günstiger als mit einem Benziner.

Hohe Preise, geringe Reichweite – diese Mythen über Elektroautos halten sich hartnäckig. Dabei sind Elektroautos längst nicht mehr so teuer wie vor fünf Jahren. Und wer nur auf den Kaufpreis schaut, blendet viele Ausgaben aus. Der ADAC hat Ende 2018 eine Gesamtkostenrechnung aufgestellt und dabei Benziner, Diesel und E-Autos miteinander verglichen.

Das Ergebnis: Viele Elektroautos sind auf Dauer günstiger als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Den Experten zufolge liegt das an den geringen Wartungs- und Betriebskosten der E-Autos und den – im Vergleich zu Benzin oder Diesel – niedrigen Preisen für (Öko-)Strom.

Kosten von Elektroautos: Sparen in der Werkstatt

Bei Autos mit Diesel- oder Ottomotor machen Wartung und Verschleiß einen großen Teil der laufenden Kosten aus. Ein Werkstattbesuch mit dem Elektroauto ist da deutlich günstiger. Die Gründe:

  • Kupplung, Getriebe, Auspuff – diese verschleißanfälligen Bauteile gibt es in einem Elektroauto nicht.
  • Auch der Ölwechsel entfällt.

Die Wartungskosten sind bei E-Autos deshalb um etwa ein Drittel geringer, so eine Studie des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule Nürtingen-Geislingen (allerdings schon aus dem Jahr 2012). 2018 rechnete die R+V Versicherung vor, dass sich die Wartungskosten beispielsweise bei einem BMW i3 auf ca. 300 Euro und bei einem 1er-BMW auf ca. 400 Euro im Jahr belaufen. Auch die Differenz bei teureren Autos wie einem Model S von Tesla und einer S-Klasse von Mercedes beträgt etwa ein Drittel.

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Strom-Verbrauch und Stromkosten bei Elektroautos

Kraftstoff von den Stadtwerken: Alle Elektroautos, die zurzeit auf dem Markt sind, lassen sich auch an der heimischen Steckdose aufladen. Das ist zugleich am günstigsten, das Aufladen dauert aber, je nach Auto, einen halben oder sogar einen ganzen Tag. Zum schnelleren Laden ist deshalb eine Wallbox in der Garage empfehlenswert, die allerdings in der Regel extra bezahlt werden muss.

Fix geht es auch an öffentlichen Schnellladesäulen: Dort ist der Akku bereits – je nach Anschluss und Fahrzeug – in weniger als einer Stunde geladen. Dafür zahlst du hier aber etwas mehr. Einige Supermärkte, Restaurants und Hotels dagegen bieten ihren Kunden bereits an, ihr E-Auto kostenlos aufzuladen.

Kosten von Elektroautos: Eine Beispiel-Rechnung

Wie viel Geld genau für Strom ausgegeben werden muss, ist vom Verbrauch des Autos abhängig. Messungen unter realistischen Bedingungen haben gezeigt, dass die meisten E-Autos ca. 20 kWh pro 100 Kilometer verbrauchen, so der ADAC.

Bei angenommenen 20.000 Kilometern Laufleistung im Jahr ergäbe das beispielsweise folgende Stromkosten:

  • Supermarkt, Hotel, Restaurant: 0 Cent/kWh = kostenlos
  • Mit eigener Solaranlage: 11 Cent/kWh (dank Einspeisevergütung) = 440 Euro
  • Günstigster Ökostrom-Anbieter: 29 Cent/kWh = 1.160 Euro
  • Bester Ökostrom-Anbieter: 34 Cent/kWh = 1.360 Euro
  • Öffentliche Ladesäule*: 30 Cent / kWh = 1.200 Euro

*Als Beispiel: ePower Basic innogy; zzgl. 4,95 Euro Grundgebühr im Monat

Zum Vergleich: Ein Benziner verbraucht auf 100 Kilometer im Durchschnitt etwa 8 Liter Sprit, ein Diesel-Fahrzeug etwa 7 Liter. Bei einem Spritpreis von ca. 1,40 Euro belaufen sich die Kosten also auf 2.240 Euro (für den Benziner) bzw. auf 1.960 Euro (beim Diesel). Je nach Laufleistung sparst du mit einem E-Auto also im Jahr zwischen 600 und 2.000 Euro an Verbrauchskosten. Ein realistischer Wert sind rund 1.000 Euro Differenz.

Kosten von Elektroautos: Sparen bei Steuern und Versicherung

  • Versicherungstarife für E-Autos unterscheiden sich u.a. nach Regionalklassen, Schadenfreiheitsbetrag und persönlichen Merkmalen. Deshalb lassen sie sich nur schwer vergleichen. Viel Sparen können Elektroauto-Besitzer bei der Versicherung aber meist nicht.
  • Anders sieht es bei den Steuern aus: Elektroautos sind zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Daraus ergibt sich ein Ersparnis über zehn Jahre von 800 bis 2.400 Euro.
  • Außerdem gibt es für die meisten E-Autos (Neuwagen mit einem Grundpreis unter 60.000 Euro) natürlich noch die Umweltprämie vom Staat in Höhe von 4.000 Euro. Die Prämie läuft zwar im Sommer 2019 aus, wird aber aller Voraussicht nach verlängert.

Fazit: Viele Elektroautos lohnen sich auf Dauer

Rechnet man die Sparpotentiale zusammen, kann sich ein Stromer schon nach wenigen Jahren lohnen. Nimmt man die genannten Zahlen als Grundlage, ergeben sich beispielsweise folgende Ersparnisse:

  • Wartung: ca. 100 Euro/Jahr
  • Verbrauch: ca. 1.000 Euro/Jahr
  • Kfz-Steuer: ca. 150 Euro/Jahr
  • Umweltprämie: einmalig 4.000 Euro

Nach fünf Jahren käme so eine Einsparung von etwa 10.000 Euro zusammen. Das entspricht beispielsweise der Differenz, die zwischen einem neuen Smart fortwo mit Ottomotor und dem gleichen Fahrzeug mit Elektroantrieb liegt. In diesem Fall wäre der höhere Anschaffungspreis des E-Autos nach dem fünften Jahr abgeglichen; danach wäre der Stromer pro Jahr 1250 Euro billiger.

Smart-fortwo-Cabrio
Ein Smart fortwo: In unserem Beispiel sparst du mit der Elektrovariante ab dem 6. Jahr über 1.000,- jährlich. (Foto: Daimler Global Media)

Da davon auszugehen ist, dass a) die Preise von E-Autos weiter sinken werden, b) die Preise von Benzin weiter steigen werden, und c) die Politik deutlich gemacht hat, dass sie die Elektromobilität weiter fördern will, könnte der Punkt, an dem sich die Kosten amortisieren, bald sogar noch früher eintreten.

Was E-Autos kosten: Batterie mieten statt kaufen

Die hohen Anschaffungskosten für Elektroautos liegen vor allem an den Kosten für die Batterie: Sie machen etwa 7.500 Euro aus. Ein Hersteller wie Renault bietet seinen Kunden daher an, die Batterie nur zu mieten. So kostet der Renault Zoe beispielsweise nur 21.900 Euro zzgl. 59 Euro Batteriemiete im Monat. Wer den Akku kauft, zahlt stolze 8.000 Euro mehr.

Die Entscheidung für oder gegen die Miete beim Zoe lässt sich errechnen: Wer unter 15.000 Kilometer im Jahr zurücklegt, fährt die ersten acht Jahre mit einem gemieteten Akku günstiger. Bei mehr Kilometern wäre die Akku-Miete nur noch in den ersten sechs oder sieben Jahren günstiger. Hier findest du unseren Testbericht zum Zoe:

Zusätzlich musst du beachten, dass die Akkukapazität mit Anzahl der Ladezyklen abnimmt. Experten gehen davon aus, dass die Akkus zwischen 1.000 und 3.000 Ladezyklen überdauern. Dann müssen sie ausgetauscht werden. Ein Test des ADAC hat gezeigt, dass beispielsweise die Reichweite beim Nissan Leaf nach 100.000 Kilometern um etwa zehn Prozent abnimmt.

Auch deshalb kann eine Akku-Miete sinnvoll sein – hier gibt es eine zugesicherte Akkukapazität. Auch andere Hersteller als Renault geben deshalb eine Garantie auf die Batterien, die an Laufleistung und Betriebsjahre gekoppelt ist: Bei Opel, Nissan und VW sind es beispielsweise acht Jahre oder 160.000 Kilometer, bei Kia sieben Jahre und 150.000 Kilometer und bei BMW acht Jahre und 100.000 Kilometer.

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In unserer Bestenliste E-Autos kannst du außerdem alle Elektroautos vergleichen, die zurzeit erhältlich sind:

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